AW: [Umfrage] Bundestagswahl 2013 - wer geht wählen, wer nicht und warum?
Aber bitte keine Mehrwertsteuererhöhung, das trifft primär die Gering- und Normalverdiener. Aber dass es mal eine verschärfte Besteuerung im Sinne von "Höhere Lasten für starke Schultern - schwächere Lasten für schwache Schultern", gibt, ist fast ausgeschlossen, denn dann würde sich der Großteil der Politik selbst ans Bein pinkeln. Außerdem trifft das Sprichtwort: "Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing!" in diesem Falle zu. Machen wir uns nichts vor, selbst mit Steuererhöhungen (die, wenn sie kommen werden, vermutlich primär die Masse und nicht diejenigen treffen, die ihr Vermögen eben den Strukturen und den Arbeitern dieses Landes verdanken) wird das nichts werden, da die Ausgaben für Soziales und Zinsrückzahlungen jährlich in einem Maße wachsen, dass es nicht mehr zu bewerkstelligen ist. Ein Grund, weshalb die EZB die Inflationstrommel rührt, denn durch eine Geldentwertung werden eben auch die Schulden der Staaten (mit)entwertet; aber dafür auch die Spareinlagen, die Kapitallebensversicherungen und Altersvorsorgen. Nüchtern betrachtet hat jahrelang eine Geldumverteilung von unten nach oben stattgefunden und rechtzeitig zum Zeitpunkt, wo die Rechnung fällig würde, wird es den Leuten nichts mehr nützen, aber sie haben damit immerhin einige wenige querfinanziert, das ist doch tröstend, wenns im Alter dann nur noch Hart IV wird, oder? Da der Normalbürger jedoch i.d.R. nicht entsprechende Zuwächse im Rahmen der Inflation verzeichnen kann, führt dies zunehmend zu Verarmung und noch größerer sozialer Ungerechtigkeit als jetzt schon. Das kann und wird unweigerlich zu Protesten und Veränderungen in der politischen Landschaft führen (müssen), denn irgendwann hat auch mal der dröge Michel genug (so hoffe ich zumindest).
Vlt. bekommen unsere netten etablierten Parteien ja am Sonntag mal zumindest einen kleinen Denkzettel verpasst und müssen einsehen, dass sie wieder beginnen müssten, nachhaltige Politik mit langfristigen Projekten zu betreiben (aber der Gedanke der Parteisoldaten dreht sich ja i.d.R. nur noch um kurzfristige "Erfolge", die man bis zur nächsten Wahl vorweisen kann, um sich wieder die Macht zu sichern) und sich nicht mehr in Parteienzänkereien und ideologischen Grabenkämpfen verirren dürfen. Der Wahlkampf war ja ein Spiegelbild der aktuellen politischen Propaganda der vorgeblichen Alternativlosigkeit in allen Belangen, sei es Finanzkrise, Staatsverschuldung, Bildung, Kampf gegen Arbeitslosigkeit, Migrationsproblematik etc. Doch dafür ist in einer Demokratie kein Platz, es gibt immer Alternativen. Wer behauptet, es gebe keine, will damit nur seine eigene Sicht der Dinge aufzwingen und ist damit ein Sinnbild für unsere postdemokratische Parteiendiktatur, in der nur noch wenige Strippenzieher Basta-Entscheidungen treffen, damit jedoch ein ganzes Volk verdammen und die Folgen kaum abzusehen sind. Objektive Meinungsbildung, Kontroversität und Multiperspektivität wurden unter Kanzlerin Merkel fast gänzlich zerstört und die allgemeine Wahrnehmung und Pressearbeit in ungeahntem Maße gleichgeschalten. Wo sie das nur gelernt hat?
Die nächste Kanzlerschaft ist ihr schon sicher, es stellt sich bloß die Frage, ob sie es in den nächsten vier Jahren erneut schaffen wird, den Scherbenhaufen ihrer Politik weiter unter den Tisch zu kehren oder ob die Makel ihrer konfusen Amtsführung nicht endlich mal auch auf ihre Person abfärben. Denn die Wahrnehmung, die dieser Person zuteil wird, erinnert mittlerweile schon an den Personenkult aus gängigen Diktaturen der Vergangenheit und Gegenwart. Merkel gewinnt nicht den Wahlkampf mit ihrer überzeugenden Politik oder ihren Inhalten, sondern mit vorgegaukelter Menschlichkeit (Kochen bei RTL etc.), Merkelrauten und inhaltslosen Phrasen und Lügen. Wie immer in der Demokratie bewahrheitet sich, dass derjenige, der den grünsten Rasen und wie wohligste Schilderung von Gegenwart und Zukunft aufmalt, gewinnen wird. Denn das Wahlvolk möchte, solange es nicht unausweihlich ist, belogen werden. Ähnlich dem Reflex, dass manche Leute trotz deutlicher Anzeichen einer Krankheit nicht zum Arzt gehen, denn solange die Diagnose ausbleibt, sei man ja gesund.

Also kann sich Mama Merkel hinstellen und sagen, dass es die beste Regiergung aller Zeiten ist, es Deutschland gut wie nie geht etc. pp. Viele hören sowas gerne, auch wenn sie eigentlich wissen, dass es falsch ist, doch wenn die Lüge sich als solche herausstellt, wird die Erkenntnis der Wahrheit nur umso bitterer.
