Parteien zur Bundestagswahl 2025

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Die anderen sind ja auch nicht wirklich besser. Was mich persönlich ja so ärgert sind typische politische Spitzfindigkeiten die Parteienübergreifend alle mitmachen. Plumpes Beispiel: Unpopuläre Entscheidungen dannn treffen wenn das Volk abgelenkt ist und dann in den "unabhängigen" Medien bestenfalls auch nicht nennenswert drüber berichten.
Dass die EU ETS2 schon laaaaaaaaange beschlossen hat und es nun in nationales Recht gegossen wird, ist nun nichts Ungewöhnliches. Obendrein wurde darüber in so gut wie jedem Nachrichtenmedium mit unterschiedlichem Unterton berichtet. Immer diese Verschwörungstheorien ... eigentlich bist du zu schlau dafür!
 
Olaf Scholz ist hat sich gestern Abend besser als erwartet geschlagen. Und ist zum Schluss sogar emotionaler geworden. Insgesamt haben viele das TV-Duell als ausgeglichen bewertet.
Naja, auf meine persönliche Wahlentscheidung hat das keinen Einfluss.
Aber vielleicht bei anderen.
Nur gucken die meisten AfD Wähler solche Sendungen nicht. Und tummeln sich lieber woanders rum.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mein einziger Gedanke war, was für eine bescheidene Auswahl. Der Investmentbanker gegen den Finanzbeamten...
 
Olaf Scholz ist hat sich gestern Abend besser als erwartet geschlagen.
Also, ich war eher erschlagen, ob der ermüdenten "Wortgewalt" von dem hageren Don Quixote und dem kleinen dicklichen Diener Sancho Pansa.
Eigentlich hat nur noch Rosinante gefehlt, die sie durch Studio hätten treiben können, aber das wäre dann Tierquälerei gewesen.
"Ritter der traurigen Gestalt" waren dann beide, optisch wie inhaltlich, oder?
1739192730764.png

1739192877192.png
 
Das Thema heißt Parteien der Bundestagswahl. Explizit soll es um deren Programm in Abgrenzung zu reiner Bewertung von Spitzenpolitikern gehe. Und der letzte Post beschäftigt sich dann damit wir selbige aussehen :stupid:.
Zum Thema bitte!

Habs danach noch einmal gemacht. 2 Fragen anders abgestimmt und die Gewichtung verändert. Ähnliches Resultat.
Zu Herrn Lindner: Ich habe nichts in fachlicher Sicht gegem ihn. Im Gegenteil. Er schien mir der einzig Kompetente in dieser Koalition gewesen zu sein. Menschlich allerdings eher für mich unsympathisch.
Klingt für mich so als steht die FDP tatsächlich am ehesten für das was du möchtest :ka:(weil warum sollte man sonst Lindner als kompetent einstufen?)
 
Das würde ich auch komplett trennen, jemand kann auch kompetent das genaue Gegenteil von den eigenen Vorstellungen umsetzen. Was man Lindner lassen muss, ist dass dich höchsten Gerichte sehr oft seine eigenen Bedenken bestätigt haben und dass die Gesetzentwürfe aus einem Bereich deutlich besser waren als aus dem Habeckbereich. Besser im Sinne von handwerklich, nicht von inhaltlich.
 
Klingt für mich so als steht die FDP tatsächlich am ehesten für das was du möchtest :ka:(weil warum sollte man sonst Lindner als kompetent einstufen?)
Hmmm... rein von der Sache her, liegt @Tolotos66 nicht wirklich falsch.

Die Schuldenbremse ist zunächst ein EU-Konstrukt und war initial gedacht, "Ausbrecher" wie Griechenland damals und heute eben Frankreich und Italien dazu anzuhalten, den Euroraum stabil zu halten.

Das schränkt zunächst erst mal zu Gunsten eines stabilen Euros die Investitionskraft der einzelnen Mitgliedsstaaten ein, aber hey, alle Staaten hatten das damals unterschrieben.

Lindner hat die Pflicht, die Schuldenbremse einzuhalten - ganz, ganz weit oben priorisiert.
DAS ist der Hauptjob eines Finanzministers - mit dem zu Verfügung stehenden Geld klarzukommen - ganz einfach.

DAS hat er dann auch stringend durchgezogen.
Klar steht er jetzt als Buhmann dar, weil er neue Schulden der Ampel ablehnte.
Da gibts ein Für und Wider und alle Seiten haben gute Argumente, die hier bei mir jetzt kein Thema sind.

Aber:
Die Schuldenbremse zu verändern (EU) oder Sondervermögen zu generieren, wenn die/eine Regierung meint, sie braucht Geld,
DAS liegt in aller erster Linie bei der Richtlinienkompetenz des/eines Kanzlers.
Scholz hatte ja auch kein Problem damit, ein Sondervermögen für die BW zu erklären.

Sprich, WENN die Ampel also, und das schon vor 1-2 Jahren, den Willen gehabt hätte, mehr zu investieren, warum sind dann Scholz+Habeck+Lindner nicht nach Brüssel geradelt und haben mit vdL und anderen Entscheidungsträgern darüber parliert?

Ich weiss nur, dass sie es nicht gemacht haben, was ja offensichtlich ist und ganz am Schluss dafür sorgte, dass die Ampel einen nicht reperablen Defekt erlitt und nun an deren Stelle ein Stopschild steht.

Linder nun als Buhmann darzustellen, ist sehr, sehr einfach und auch außerordentlich bequem.

Schon schwieriger ist ist die Frage, warum Scholz ins einer ganzen Amtszeit nie agierte und immer nur reagierte.
 
Gestern habe ich mir das TV Duell angetan, und es war furchtbar langweilig.....

Meine Mutter, Schwester, Vater, Bekannte, selbst meine Arbeitskollegen, haben es nicht gesehen.

Hier gab es aus meiner Sicht keine Gewinner, sondern nur Verlierer.

Ich hätte lieber Raft spielen sollen, wie ich es geplant hatte. :(
 
Das Thema heißt Parteien der Bundestagswahl. Explizit soll es um deren Programm in Abgrenzung zu reiner Bewertung von Spitzenpolitikern gehe. Und der letzte Post beschäftigt sich dann damit wir selbige aussehen :stupid:.
Zum Thema bitte!

Um mal Butter bei die Fische zu geben und mit der Abarbeitung meiner persönliche Liste zu beginnen:

...
Die Linke
Die PARTEI
...
SSW
Grüne
Mera25
MLPD
SGP
ÖDP
Tierschutzpartei
PdH
Piraten
Volt

Die Linke:
Kurzwahlprogramm zu 4/5 aus Emotionalisierung und Niedermachen anderer, im Rest viel wages oder ökonmisch/verfassungsrechlich unmögliches (z.B. defacto 100% staatliche Kontrolle über Wohnungs- und Energiemarkt; massive Steuersenkungen beim täglichen Bedarf ganz ohne Gegenfinanzierung). Das Sozialkonzept sieht ebenfalls unglaubwürdige Grundleistungen vor, ein Klimakonzept gibt es gar nicht, bei Migration und internationaler Politik stehen Wunschträume statt Konzepte.

Erstaunlich solide aber die Steurpolitik für sich betrachtet: Entlastung bis weit in den Mittelstand hinein, ausbalanciert durch einen deutlich höheren Spitzensteuersatz oberhalb davon, nebst Vermögenssteuer. Bereinigt um Fluchtbewegungen wird das nicht das zusätzliche Geld in die Kassen spülen, dass die Linke für ihre anderen Versprecher bräuchte, aber der Ansatz ist bis hin zu konkreten Zahlen aufgearbeitet, für mich sympathisch und für Mehrheit der Bevölkerung ansprechend. Ähnliches gilt für die vereinheitlichte, allgemeine Krankenversicherung. Aber warum steht das gleiche nicht ausdrücklich auch bei Pflege & Co? Mit dem Klimageld haben sie eine weitere imho sinnvolle Maßnahme 1:1 kopiert, nur ist das mit insgesamt hahnebücherner Finanzierung halt wenig wert. Aufgelöst werden die ganzen Widersprüche, soweit ich das sehen kann, auch im ausführlichen Wahlprogramm nicht. Dafür enthält es eine ganze Menge weniger dick aufgetragener Randvorschläge, die machbar und imho richtig sind (im Bereich wohnen z.B. ein besserer Kündigungsschutz). Schade, dass sowas ferner liefen statt den Mittelpunkt bildet.

Mein Fazit: Eine Partei, bei der man selbst mit 100% Wahlergebnis nicht wüsste, was man bekommt. Was sie als Juniorpartner tatsächlich durchsetzen oder als Oppositionsteil ins Rampenlicht rücken würden, ist für mich komplett unklar.
Positiv muss man anerkennen, dass die Hardcore-Fehlschläge wie z.B. NATO-Austritt und Putin-Anhimmelei verschwunden sind (wirkungsvolle internationale Sanktionen gegen Russlands Regierung sind dagegen sogar die bestmögliche, wenn auch utopische Zielsetzung für eine "Friedenspartei"). Die einzigen Populismen, die ich sowohl als umsetzbar als auch ärgerlich betrachten würde, sind Tempolimit und Männerdiskriminierung, wie man sie bei vielen linken Parteien findet. Alles andere ist entweder von der Richtung her durchaus okay oder unabhängig vom Wahlergebnis ausgeschlossen, sodass man im Worst Case für vier Jahre Stillstand und steigende Staatsverschuldung stimmen würde - mit einer Ausnahme: Klimaschutz. Dazu sind selbst die Lippenbekenntnisse knapp und umgekehrt wird vehement die Verbilligung von klimaschädlichem Verhalten gefordert, sodass Rückschritte in diesem Punkt das einzige sind, wofür die Linke gesichert steht. Das wiegt in meinen Augen das Alleinstelungsmerkmal "einzige Partei mit Bundestagschancen, mit der kein Rechtspopulist koalieren würde" mehr als auf.

Die Partei:
Bekennt sich bekanntermaßen dazu, sowieso nicht das zu machen, was sie verspricht. So gesehen ist das Wahlprogramm vielversprechend (Kinderarbeit, ÖPNV abschaffen, Koks zur Neutralisierung der Kifferlethargie). Insgesamt waren die aber schon mal satirischer, also auf die aktuelle politische Situation bezogen. Diesmal gibt es fast nur Flame gegen die Spitzenkandidaten sämtlicher anderen Parteien, womit wir bei einem Personenfokus wären, der eigentlich nicht hierher gehört. Aber vielleicht ist der auch wieder ganz große Satire auf das Wahlgeschehen allgemein?

Fazit: Besser die Wählen als gar nicht oder irgendwelche Faschos "aus Protest".

SSW:
K.A., ob man die außerhalb SHs überhaupt wird wählen können, Politik machen sie explizit nur für den Norden. Und das teils sehr konkret: "Überholverbot für LKW zwischen Bordesholmer Dreieck und dänischer Grenze" wird man bei den anderen Parteien vermutlich nicht finden :ugly: . Ironischerweise beweisen die aber mehr Verständniss dafür, was Bundespolitik eigentlich ist, als viele große Parteien: Neben Überholverboten und Tempolimits auf BABs sind Klimageld, CO2-Lagerungsverbot, Mitigation von Klimawandelfolgeschäden (Küstenschutz, Elementarschadenversicherung), ÖPNV-Förderung, Arbeitserlaubnisse für Integration, Schuldenbremse, kein LNG-Ausbau, Flächenverbrauch, etc. alles Bundesthemen, alles berechtigt und vieles von anderen Parteien ignoriert. Lösungsvorschläge sind meist nach skandinavischem Vorbild (z.B. Rente nicht nur vereinheitlichen, sondern langfristig auch auf Steuerfinanzierung umstellen). Etwas widersprüchlich aber die Kombination "billige Energie" und "höhere Abgaben für CO2-intensive Unternehmen". Vor allem aber ist letzteres neben "mehr Schulden" der einzige Finanzierungsvorschlag für den zwar überwiegend aus kleinen (und sorgfältig erarbeiten Maßnahmen) Maßnahmen bestehenden, in der Summe aber riesigen Förderkatalog.

Fazit: Kann man wählen - wenn man in SH wohnt (und die FDP ärgern will, ohne in Sozialismus abzudriften).

Grüne:
Zum Abschluss noch die einzige große Partei weiter oben in meinem Wahl-O-Mat-Ergebnis. Erster Eindruck: Website mit vielen Slogans für die Aufmersamkeitsspanne-zu-kurz-für-TickTock-Generation und als einzige mit Tracking-Cookies. Aber ohne eine übersichtliches Kurzprogramm. (Sieht man von einem inhaltsleeren 4-Punkte-Flyer ab, dessen Download sinnvollerweise beim Komplettprogramm versteckt ist.) Klickt man sich bis in vierte Ebene durch Untermenüs, steht diffus-abgehobenes "Wir denken die Verkehrswende europäisch" gleiberechtigt neben "Wir wollen Städten die Chance geben, die Anzahl der Autos deutlich zu verringern" steht. Was ist wichtiger? Was bedeutet beides konkret auf Bundesebene? Unklar. Wie einerseits aus dem Bundestag die "langlebige Gestaltung von Produkten" unterstützt und andererseits "Bürokratie für KMU abgebaut" werden soll? Erklärungsbedürftig. Selbst wo Konkretheit suggeriert wird, ist das Niveau nebulös. Beispiel: "80% EE-Strom bis 2030" sind kein Ziel, zu dem ein Weg (abseits "EEG", irgendwie) genannt wird, sondern wird als selbsterklärenden Mittel zur Erreichung des Ziels "Klimaschutz" betrachtet. Da wäre selbst die FDP drauf gekommen, dass "nehmen wir halt einfach sauberen Strom" eine gute Idee für den Planeten ist.

Die Langfassung des Wahl- ach nein: des "Regierungs"programms ist quergelesen kein Bisschen besser. Zwar werden hier mehr Probleme und mögliche Lösungen konkret angesprochen, aber meist nur allgemein. Statt "wir werden XY machen" steht eher mal dabei "wir haben AB" gemacht, wobei AB dann nur der Name eines Gesetzes ist, ohne Betrachtung von dessen realer Wirkung. Priorisierung fehlt zudem komplett, genausi eine Finanzierung abseits "Schulden". Einzig erneuerbare Energien tauchen so oft auf, dass sie wohl wichtig sein müssen - aber weil man sich so für das Erreichte abfeiert kann ich nicht sagen, ob man eine weitere Beschleunigung oder ein Beibehalten des Kurses plant oder möglicherweise sogar eine Verlangsamung hinnehmen würde, weils ja jetzt schon so verdammt gut sein soll.

Fazit: Von einer Partei, die in der letzten Legislaturperiode den Löwenanteil ihrer Wahlversprechen links liegen gelassen und teils gegenteiliges gemacht hat, erwarte ich was anderes als Wolkenschlösser. Dass es in den Grünen Leute gibt, die wissen, was man machen müsste, sollte allgemein bekannt sein. Aber wer davon nach der Wahl was zu sagen hat, bleibt geheim - auf dem Cover stehen "Bürgerschulden für Großkonzerne"-Habeck und "feministische Außenpolitik"-Baerbock, dahinter herrscht wünsch-dir-was und jeder darf was reinschreiben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und die einzige linke Oppositionspartei mit Chancen in den Bundestag einzuziehen gewinnt immer mehr dazu
Der Verweis auf TikTok ist da zu kurz gegriffen. Vor allem Grünen Wähler die nicht mit nach Rechts rücken wollen sind hier das Potenzial dass eine von Wagenknecht befreite Partei ausschöpft.
 
Und die einzige linke Oppositionspartei mit Chancen in den Bundestag einzuziehen gewinnt immer mehr dazu
Der Verweis auf TikTok ist da zu kurz gegriffen. Vor allem Grünen Wähler die nicht mit nach Rechts rücken wollen sind hier das Potenzial dass eine von Wagenknecht befreite Partei ausschöpft.

Von den SPD-Wählern würde ich auch erwarten, dass viele mit dem neuen "Ausländervergrämung statt Arbeiterrechte"-Schwerpunkt fremdeln. Da man sich von dort kommend kaum an der Klimafeindlichkeit der Linken stören dürfte und die SPD-Spitze in den letzten Monaten weder kompetent oder zumindest Fettnäpchen-meidend noch basisnah agiert hat, halte ich Wechsel Rot-Rot im Moment sogar für wesentlich wahrscheinlicher. Nach dem die Hardcore-Anti-USA-Anti-NATO-Fraktion ins Bündnis Putineska gewechselt ist, ist die Linke halt mehr WASG denn seit langem.

Die Grünen sind zwar aus vielen Richtungen betrachtet auch schon lange nicht mehr grün, aber das zieht sich durch, seitdem Habeck SH verlassen hat und mit Ausnahme von "nochmal 50% mehr Rüstung" hat er sich imho in den letzten Wochen keinen weiteren Fehltritt noch weiter weg "grün" erlaubt; allgemein einen vergleichsweise sauberen Wahlkampf abgeliefert. Ich würde daher damit rechnen, dass alle, die im Dezember für die Grünen waren, es heute auch noch sind.


Egal, weiter in(m) (den) Programm(en). Heute wühle ich mich durch die Sozialisten und Ökos, auf das andere es nicht müssen.

Um mal Butter bei die Fische zu geben und mit der Abarbeitung meiner persönliche Liste zu beginnen:

...
Die Linke
Die PARTEI
...
SSW
Grüne
Mera25
MLPD
SGP
ÖDP
Tierschutzpartei
PdH
Piraten
Volt

Die Linke:
Mein Fazit: Eine Partei, bei der man selbst mit 100% Wahlergebnis nicht wüsste, was man bekommt. Was sie als Juniorpartner tatsächlich durchsetzen oder als Oppositionsteil ins Rampenlicht rücken würden, ist für mich komplett unklar.
Positiv muss man anerkennen, dass die Hardcore-Fehlschläge wie z.B. NATO-Austritt und Putin-Anhimmelei verschwunden sind (wirkungsvolle internationale Sanktionen gegen Russlandsregierung sind dagegen sogar die bestmögliche, wenn auch utopische Zielsetzung für eine "Friedenspartei"). Die einzigen Populismen, die ich sowohl als umsetzbar als auch ärgerlich betrachten würde, sind Tempolimit und Männerdiskriminierung, wie man sie bei vielen linken Parteien findet. Alles andere ist entweder von der Richtung her durchaus okay oder unabhängig vom Wahlergebnis ausgeschlossen, sodass man im Worst Case für vier Jahre Stillstand und steigende Staatsverschuldung stimmen würde - mit eienr Ausnahme: Klimaschutz. Dazu sind selbst die Lippenbekenntnisse knapp und umgekehrt wird vehement die Verbilligung von klimaschädlichem Verhalten gefordert, sodass Rückschritte in diesem Punkt das einzige sind, wofür die Linke gesichert steht. Das wiegt in meinen Augen das Alleinstelungsmerkmal "einzige Partei mit Bundestagschancen, mit der kein Rechtspopulist koalieren würde" mehr als auf.

Die Partei:
Fazit: Besser die Wählen als gar nicht oder irgendwelche Faschos "aus Protest".

SSW:
Fazit: Kann man wählen - wenn man in SH wohnt (und die FDP ärgern will, ohne in Sozialismus abzudriften).

Grüne:
Fazit: Von einer Partei, die in der letzten Legislaturperiode den Löwenanteil ihrer Wahlversprechen links liegen gelassen und teils gegenteiliges gemacht hat, erwarte ich was anderes als Wolkenschlösser. Dass es in den Grünen Leute gibt, die wissen, was man machen müsste, sollte allgemein bekannt sein. Aber wer davon nach der Wahl was zu sagen hat, bleibt geheim - auf Cover stehen "Bürgerschulden für Großkzerne"-Habeck und "feministische Außenpolitik"-Baerbock auf, dahinter herrscht wünsch-dir-was und jeder darf was reinschreiben.

Mera25
"Freiheit für Palästina" und "Universelles Lebenseinkommen für alle" als zwei von vier Hauptforderungen sind starker Tobak, soviel kritische respektive utopische Position reißt auch "Reiche für grünen Wandel zahlen lassen" erstmal nicht raus. Dass überwiegend über sich statt über das Programm geredet wird, ist auch bei einer Partei die kaum einer kennt, kein Ersatz für funktionierende Konzepte. Wer in einem Atemzug "Abrüstung", "ohne NATO", "internationaler Sicherheitsrahmen" und "Menschenrechte durchsetzen" fordert, hat aber viel zu erklären. Wer "Bodenreformen" und "Enteignung" plant, erst recht. Unter "Demokratie" verstehe ich auch nicht unbedingt "ausgeloste Räte, die entscheiden". Leider gibt es schlicht kein Bundestagswahlprogramm, in dem man Details nachlesen könnte, sondern nur ein Grundsatzprogramm, dass überwiegend auf EU-Ebene fokussiert ist, genauso wie die gesamte Selbstdarstellung wohl in der kurzen Zeit seit der Europawahl nicht mehr umgestellt werden konnte.

Fazit: Denr Sozialismus in seinem Lauf ... gibt Rätsel auf.


MLPD
30-h-Woche, 100% erneuerbare bis 2030, kostenloser Nahverkehr, 18 € Mindestlohn, 1250 € Mindestsicherung, ALG1 unbegrenzt, Rente ab 55/60, 10% Ausbildungsquote in der Großindustrie - hier kann man sich über einen Mangel an konkreten Forderungen, die tatsächlich Bundespolitik sind, nicht beklagen. Damit "Umweltsteuer für Konzerne und Superreiche, Verursacher müssen zahlen" annähernd genug Geld für solche Wunschträume einbringt, muss man sie zwar sehr radikal denken, aber radikales Denken trägt die MLPD ja schon im Namen. Zusätzlich soll es "8 Prozent Sozialsteuer" auf den Umsatz (!) von "Kapitalisten" geben. Das wäre wohl ähnlich radikal (anders) wie der "Kampf gegen die Kriegstreiber in den USA und der NATO, aber auch in Russland!" nebst "Stopp[] Völkermord in Gaza", ohne kriegstüchtiges Deutschland/Europa und ohne Waffenlieferungen an die Ukraine. Das Wahlprogramm fordert im Detail neben dem kompletten Abzug Russlands sogar vollständige Reparationen und Verfolgung aller Menschenrechtsverletzungen - gleiches übrigens auch in Gaza und Libanon- ohne zu sagen, wie man das denn durchsetzen möchte. Apropos Details im Wahlprogramm: Den mit Abstand größte Block, noch weit vor Internationale, Kapitalismusabschaffung & Co, machen Klima- und Naturschutz aus und die Einzelforderungen dort sind ähnlich radikal und zielgerichtet. Zumindest für mich eine sehr positive Überraschung.

Fazit: Nachdrücklicher kann man Merz & AFD die "rote" Karte nicht zeigen, die Zielsetzungen sollten alle linksoffenen Menschen begeistern und ich finde sogar die Prioritätensetzung ansprechend. Für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung oder allgemein für die Realität ist die MLPD aber nicht, sondern eher eine Option für Protestwähler, denen Die Partei zu pauschal "dagegen" ist/die ihre Abneigungsbekundung gegen Rechtsruck und Ausverkauf der etablierten Partei mit einer klaren Aussage verbinden möchten, in welche Richtung denn umgeschwenkt werden soll.

SGP
"Sozialismus statt Krieg" scheint das einzige Motto einer Partei zu sein, die statt einem Wahlprogramm lieber einen Bezug auf Trozki bringt. Die einzige aktuelle Meldung, in der Aussagen zu Themen unserer Zeit oder Konzepte versteckt sein könnten, ist ein Wahlaufruf hier. Ich persönlich bin quer über dier ersten 2-3 Bildschirmseiten geflogen und habe dann bei
Wir weisen die verlogene Propaganda, die Nato verteidige die Ukraine gegen einen „russischen Aggressionskrieg“, zurück. In Wirklichkeit haben Berlin und Washington diesen Krieg gezielt provoziert.
kotzend das Weite gesucht.

Fazit: Wer die ideale des theoretischen Sozialismus oder Kommunismus teilt, sollte sich bei der MLPD umgucken. Hier gibt es allenfalls was für russophile Anhänger des real existierenden Sozialismus.


ÖDP
CO2 ganz oben auf der Seite, Naturschutz, öko-soziale Marktwirtschaft und Ernährung als drei !getrennte! von vier Plakatthemen insgesamt. Das Kurzprogramm schmeißt Klima-, Umwelt- und Artenschuztz dann aber wieder in einen Punkt. Dass dieser der erste ist, scheint keine Priorisierung zu sein, denn das ebenfalls zum Parteikern gehöhrende und sorgfältig ausgearbeitete Tierschutz-/Landwirtschaftsprogramm steht ganz am Ende, beide somit gleichberechtigt neben Punkten wie "ganzheitliche Bildung" (liest sich auch im Detail naturwissenschaftsfeindlich) oder "Digitalisierung und Mobilfunk" ("funkfreie Bereiche", "Stopp von 5G"). Positiv ist die tatsächlich vollständige Berücksichtigung von Umweltthemen über CO2 (volle Ladung, versteht sich) hinaus, also auch z.B. viel zum Flächenverbrauch und Wasserversorgung. Das radikale Forderungen wie Halbierung des Autobestandes bis 2035 gleichrangig neben Standards wie nicht-Wiedereinstieg in die Atomkraft stehen, weckt aber Fragen nach Prioritäten und Realisierbarkeit. Und im Sozialteil (Umstellung auf steuerbasierte Einheitsversicherungen mit mehr Leistungen) versteckt sich die einzige Gegenfinanzierung über CO2-Bepreisung, Spitzen-, Vermögens- und Spekulationssteuer. Zwar wird im Bereich Wirtschaft noch einmal eine Verschiebung der Abgabenlast von Arbeit auf Umweltzerstörung gefordert (könnte von mir stammen :ugly: ), aber eine Gegenrechnung oder Zahlen gibt es nicht, obwohl man sie für die vielen konkreten Forderungen/Versprechen bis 2030 längst ausgearbeitet haben müsste. Viel Arbeit wurde dafür in den Teil "Familie" investiert, der Eltern zu Helden der Nation erklärt, denen quasi alles zusteht, einschließlich "Lohn" für die Betreuung der eigenen Kinder. Zu den außenpolitischen Herausforderungen unserer Zeit dagegen nichts außer "Atomwaffensperrvertrag unterschreiben".

Fazit: Hat einige gute Konzepte in Petto, aber auch vieles dass ins Klischee einer antroposophischen Faktenfeindin passt, die 1980 in eine geschlossene Mehrgenerationenkommune aufs Land gezogen ist, aus der sich seitdem niemand physisch oder geistig weiter entfernt hat, als es das gemeinschaftlich genutzte Fahrrad zulässt. Ich bin mir nicht mal sicher, ob die ÖDP für eine Richtungswahl "Klima ist auch noch ein Thema" geeignet ist, so viel realitätsfernes steht zusätzlich mit im Wahlprogramm.

Tierschutzpartei
Oft als Vorbild der ÖDP (oder umgekehrt) gesehen, diesmal aber deutlich anders aufgestellt. Gleichstellung und Vielfalt nehmen z.B. mehr Raum ein als Klima, im Bereich Digitales wird Zugang zu Geräten für alle gefordert und es gibt eine ganze Reihe von Abschnitten zu sozialer Gerechtigkeit. Von der Einführung einkommensabhängiger Bußgelder über Lobbyarbeit und Finanzkriminalität als eigenständige Punkte bis zum Finanzwesen und dessen Abgaben. Komplett unklar bleiben aber Prioritäten, so ist der Absatz zur Hundesteuer beispielsweise doppelt so lang wie der zu einer Vermögenssteuer. Im Bereich Energie gibt es fast ausschließlich Allgemeinplätze über Wünschenswertes, aber keine Wege dahin, Außenpolitik taucht quasi gar nicht auf und dass die Feststellung "Deutschland braucht mehr Migration" zusätzlich zur geforderten Asyl- und Flüchtlingspolitik (im Wesentlichen "jeder darf kommen, viele sollten wir holen") durchdacht wurde, wage ich auch zu bezweifeln. Das einzige, was wirklich lang, breit und konsequent ausgewalzt wird, ist der Tierschutz - dabei hätte man den auch als "Tiernutzung verboten, Haustiere toll" zusammenfassen können.

Fazit: Für alle, die die Veganerpartei auf dem Wahlzettel vermissen.


Ich hoffe echt, dass unter meinen Wahl-O-Mat-Top-3 noch was brauchbares dabei ist...
 
Zuletzt bearbeitet:
le grande finale

...
Die Linke
Die PARTEI
...
SSW
Grüne
Mera25
MLPD
SGP
ÖDP
Tierschutzpartei
PdH
Piraten
Volt

Die Linke:
Mein Fazit: Eine Partei, bei der man selbst mit 100% Wahlergebnis nicht wüsste, was man bekommt. Was sie als Juniorpartner tatsächlich durchsetzen oder als Oppositionsteil ins Rampenlicht rücken würden, ist für mich komplett unklar.
Positiv muss man anerkennen, dass die Hardcore-Fehlschläge wie z.B. NATO-Austritt und Putin-Anhimmelei verschwunden sind (wirkungsvolle internationale Sanktionen gegen Russlandsregierung sind dagegen sogar die bestmögliche, wenn auch utopische Zielsetzung für eine "Friedenspartei"). Die einzigen Populismen, die ich sowohl als umsetzbar als auch ärgerlich betrachten würde, sind Tempolimit und Männerdiskriminierung, wie man sie bei vielen linken Parteien findet. Alles andere ist entweder von der Richtung her durchaus okay oder unabhängig vom Wahlergebnis ausgeschlossen, sodass man im Worst Case für vier Jahre Stillstand und steigende Staatsverschuldung stimmen würde - mit eienr Ausnahme: Klimaschutz. Dazu sind selbst die Lippenbekenntnisse knapp und umgekehrt wird vehement die Verbilligung von klimaschädlichem Verhalten gefordert, sodass Rückschritte in diesem Punkt das einzige sind, wofür die Linke gesichert steht. Das wiegt in meinen Augen das Alleinstelungsmerkmal "einzige Partei mit Bundestagschancen, mit der kein Rechtspopulist koalieren würde" mehr als auf.

Die Partei:
Fazit: Besser die Wählen als gar nicht oder irgendwelche Faschos "aus Protest".

SSW:
Fazit: Kann man wählen - wenn man in SH wohnt (und die FDP ärgern will, ohne in Sozialismus abzudriften).

Grüne:
Fazit: Von einer Partei, die in der letzten Legislaturperiode den Löwenanteil ihrer Wahlversprechen links liegen gelassen und teils gegenteiliges gemacht hat, erwarte ich was anderes als Wolkenschlösser. Dass es in den Grünen Leute gibt, die wissen, was man machen müsste, sollte allgemein bekannt sein. Aber wer davon nach der Wahl was zu sagen hat, bleibt geheim - auf Cover stehen "Bürgerschulden für Großkzerne"-Habeck und "feministische Außenpolitik"-Baerbock auf, dahinter herrscht wünsch-dir-was und jeder darf was reinschreiben.

Mera25
Fazit: Denr Sozialismus in seinem Lauf ... gibt Rätsel auf.

MLPD
Fazit: Nachdrücklicher kann man Merz & AFD die "rote" Karte nicht zeigen, die Zielsetzungen sollten alle linksoffenen Menschen begeistern und ich finde sogar die Prioritätensetzung ansprechend. Für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung oder allgemein für die Realität ist die MLPD aber nicht, sondern eher eine Option für Protestwähler, denen Die Partei zu pauschal "dagegen" ist/die ihre Abneigungsbekundung gegen Rechtsruck und Ausverkauf der etablierten Partei mit einer klaren Aussage verbinden möchten, in welche Richtung denn umgeschwenkt werden soll.

SGP
Fazit: Wer die Ideale des theoretischen Sozialismus oder Kommunismus teilt, sollte sich bei der MLPD umgucken. Hier gibt es allenfalls was für russophile Anhänger des real existierenden Sozialismus.


ÖDP
Fazit: Hat einige gute Konzepte in Petto, aber auch vieles dass ins Klischee einer antroposophischen Faktenfeindin passt, die 1980 in eine geschlossene Mehrgenerationenkommune aufs Land gezogen ist, aus der sich seitdem niemand physisch oder geistig weiter entfernt hat, als es das gemeinschaftlich genutzte Fahrrad zulässt. Ich bin mir nicht mal sicher, ob die ÖDP für eine Richtungswahl "Klima ist auch noch ein Thema" geeignet ist, so viel realitätsfernes steht zusätzlich mit im Wahlprogramm.

Tierschutzpartei
Fazit: Für alle, die die Veganerpartei auf dem Wahlzettel vermissen.


Partei der Humanisten (PdH)
Zur Bundestagswahl leider nur ein knapper Flyer, aber das Grundsatzprogramm liefert Details zu den Stichworten: Einheitliche Gesundheitsversorgung vom Staat, Klimaschutz mit Emissionshandel, Renaturierung, Klimageld und funktionierendem Energiemarkt sowie ohne Massentierhaltung. (Merkwürdigerweise aber mit Intensivlandwirtschaft.) Bildung, mehr Bauen, Integration - aber auch Abschiebung soweit möglich. Steuerreform mit Schwerpunkt auf viel weniger Steuerarten, die aber z.T. saftig. Zusätzlicher Spitzensteuersatz, Erbschaften, Kapitalerträge und Co komplett mit rein ins Einkommen. (Erbschaften mit Stundungsmöglichkeit) Und natürlich eine große Portion Säkularisierung als Alleinstellungsmerkmal, wobei sich die explizite Ablehnung von Religion/Tradition/allem nicht faktenbasierten auch durch viele andere Themen zieht (z.B. legale Sexarbeit). Aktuelle Themen kommen, flyerbedingt, zu kurz, aber "Taurus für Ukraine" schließt viele Irrwege in dem Bereich aus und zu Migration gibt es ja ein Konzept. Was leider fehlt, sind Gefahrenabwägungen: Grüne Gentechnik wird nicht nur geduldet, sondern gefördert, Atomkraft positiv gesehen (immerhin Erneuerbare als das bessere Konzept für Deutschland betrachtet). Überhaupt bleibt unklar, was sich aus den grundlegenden humanistischen Werten ableitet, wenn die Faktenlage zu dünn für eine eindeutige Antwort ist, was ja in der Politik oft vorkommt. Das mittelfristige Ziel eines bedingungslosen Grundeinkommens wird beispielsweise an wenige Bedingungen gekoppelt, aber wo die PdH tatsächlich Grenzen sieht, bleibt unklar. Und z.B. persönliche "Freiheit" steht zwar ganz vorne im Wahlprogramm, wird beim Thema Tempolimit aber knallhart ignoriert.

Fazit: Radikale Technokraten, die mit ihrem Beharren auf Fakten und Logik einen wohltuenden Gegenpol zum um sich greifenden Populismus setzen. Leider ziehen sie ihre an Arroganz grenzende Selbstsicherheit auch an Stellen durch, in denen Fakten noch gar keine klare Antwort geben können und der moralische Kompass bleibt unklar.


Piratenpartei
... kriegt nichtmal mehr ne Webseite hin: Ein dysfunktionales Menübanner blockiert 2/3tel des Bildschirms blockiert und kennt nur die 2021er Wahl. Zum Glück weist die ARD den Weg zum Wahlprogramm. Eine Kurzübersicht gibt es aber nicht (der Link zu Flyern führt zurück auf die Webseite), was eine Prioritätenerkennung unmöglich macht.
Was ein Problem ist, wenn z.B. "Pyrotechnik in Stadien" mehr Raum einnimmt als "Anträge im Bundestag" oder wenn Punkte von "total verpeilt" Richtung "gefährlich" eskalieren. Z.B. soll eine "wissenschaftliche", "externe Institution" Erlasse des Bundestags prüfen. (und dann?) Andere sind komplett weltfremd, so sollen Asyl und Flüchtlingsaufnahme dramatisch ausgeweitet werden, finanziert einzig und allein durch Abgaben auf Waffenexporte.
Der Kern des Wahlprogramms sind aber die zu erwartenden Digitalthemen - wobei auch hier Fragezeichen auftauchen, wenn z.B. 1,5 Milliarden für KI gefordert werden, "Car Sharing" das einzige Verkehrskonzept ist, "Home Office" die vollständige Politik für den ländlichen Raum beschreibt und selbst die Landwirtschaft nur "digitalisiert" werden muss, um alle Probleme zu lösen. Ohne Scherz: "mindestens 200 MBit" und "5G" sind das Mittel der Wahl gegen Glyphosat; "Pflanzenkohle" und Humusaufbau nebst "Respekt für Tiere" das eigentliche Landwirtschaftsprogramm. Die Ukraine taucht gar nicht erst auf, ist halt nicht digitalisierbar.
Immerhin: Für 100% erneuerbaren Strom bis 2030 und 100% erneuerbare Energien bis 2040 hat es gereicht. Andere Parteien kapieren nicht einmal den Unterschied. Die Piraten dafür nicht, wie es funktionieren könnte - "Der Neubau von Stromtrassen muss sofort gestoppt werden".

Fazit: Unterrichtsmaterial für den Kurs "was passiert, wenn jeder seinen Wunsch auf eine Liste schreiben darf". Wählbar für alle, die c&p auf Euros anwenden können oder sowieso im Metaverse leben.


Volt
Den Headlines nach hat der Wahl-O-Mat richtig empfohlen: "echter Klimaschutz", "bezahlbares Leben", "gegen Trump und Putin", "EU statt national", "Grüne Wirtschaft". Sympathisch auch: Es gibt ein echtes Kurzprogramm, hat keine andere Partei hinbekomen. Für die, denen selbst selbst 8 Seiten Stichtpunkte zuviel sind:
- Klimaschädliche Subventionen weg bis 2028, Fossile weg bis 2035, 100% Dachsolar und Offshore-WKAs, ÖPNV/Fuß/Rad + Schnellzüge + Schnellader&Tempolimit.
- digitale Verwaltung, Smart Cities, schnelles Internet inkl. Privatsphäre, KI
- Digitalisierung, Biotech/Greentech, KMU, Energienetze
- EU ohne Fake-News und Lobbyismus, aber mit Dorfschulen. (:what:)
- biologische Vielfalt, saubere Umwelt, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft
- Mindestlohn, Grundeinkomen, "Superreichensteuer", Housing First + Sozialwohnungen + Genossenschaften, EinheitsKV, Gleichstellung
- Eherenamt, Nachbarschaft, Sport, Kultur, Integration
- EU-Demokratie, sichere Fluchtwege, Seenotrettung, reformierter Nato, unabhängiges Europa inkl. Ukraine

Im Vollprogramm findet sich u.a. noch eine Anpassung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung, eine deutliche Verschärfung der Erbschaftssteuer (mit Stundung), die Superreichensteuer entspricht wohl einer progressiven Vermögenssteuer. Überrascht bin ich das z.B. Änderungen für das Beschaffungswesen der Bundeswehr Platz finden. Eine schwere Enttäuschung sind dagegen Forderungen entgegen der erhobenen Maxime. Z.B. eine drastische Aufweichung von Naturschutz (explizit Baugenehmigungen für Industrieanlagen binnen drei Monaten), verbilligte Energie statt Klimaschutz und gesenkte Unternehmenssteuern nebst gesteigerter -(nicht-fossile-)Subventionierung, was die ohnehin schon knappe Finanzierbarkeit der Versprechen abstürzen lässt. Gerade in Anbetracht der ganzen "Smart-", "Digital-" und Teils auch KI-Forderungen (inklusive Emissionsklassen-spezifischer, also vollüberwachender Autobahnmaut, ePA-Pflicht, etc.) wären zudem Abschnitte zum Datenschutz wichtig gewesen, der fehlt aber komplett. Und nicht nur die Datenindustrie scheint mitgeschrieben zu haben, auch die Banken werden mit einem einheitlichen EU-Finanzwirtschaftsraum und einem staatlich finanzierten Renten-Depot beglückt. Zusammen mit Dingen wie CCS, IHRA-Definition, der Asyl- und Flüchtlingsausweitung (immerhin sind Abschiebungen prinzipiell noch drin) und natürlich einer Gleichsetzung von Gleichberechtigung mit Männerdiskriminierung (geschlechtspolitische Prüfungen werden sogar ausdrücklich als Feminismus bezeichnet, Aufsichtsräte müssen min. 50% Frauen enthalten) gibt es im Vollprogramm so manchen Punkt, den nicht jeder mögen wird.

Fazit: Im Detail eine Partei, die ich nur mit einem an den richtigen stellen bremsenden Koalitionspartner an der Regierung sehen wollte. Wenn man allerdings davon ausgeht, dass sie sowieso keine Chance hat, sondern maximal mit unerwartet vielen Stimmen Aufmerksamkeit auf die hochgehaltenen Themen und Vorschläge lenken könnte, dann bleibt eine attraktive Wahloption.


_______
So, damit habe ich genug für politische Bildung dieses Quartal getan. Für welche Partei habt ihr euch zwischenzeitlich entschieden und vor allem: Warum?
 
Zuletzt bearbeitet:
So, damit habe ich genug für politische Bildung dieses Quartal getan. Für welche Partei habt ihr euch zwischenzeitlich entschieden und vor allem: Warum?
Vorab, Briefwahl

Erststimme: CSU - also Union
Begründung:
Eigene Wertevorstellung hat mit die größten Schnittstellen mit der Union.
Ja, ich bin konservativ und bin der Meinung, zuerst brummende Wirtschaft generieren und dann nachhaltig (in dem Sinne mit Gewinnerwartung für den Bundeshaushalt) zu investieren. Tiefschlaf-Merkel-Äera und ihr schleichender Linkskurs ist mittlerweile überwunden.
Ampel war für mich eine einzige Vollkatastrophe.
Das Einzige, was hängen geblieben ist ist, war ein endloser Koalitionsstreit und eine gefühlte Deindustrialisierung des Landes. Die Union wird sich schwer tun, es spürbar besser zu machen, aber viel schlechter gehts ja auch kaum noch.
Deshalb die Dunkle Seite der Macht gewählt.

Zweitstimme: Die Grünen
Begründung:
Eigene Wertevorstellung hat neben der Union mit den Grünen die größten Schnittstellen.
Komme eigentlich aus der Ecke. Umweltschutz ist sehr wichtig für mich.
Habeck ist sozusagen der Kanzler der Herzen, auch wenn ich das Gefühl habe, dass er nix auf die Räder bekommt.
Die Partei hat sich leider von ihren Kernkompetenzen entfernt, die ideellen Inhalte der Realo-Ecke (nicht die der Fundis!) sind mir aber wichtig.

Wunschvorstellung: Koalition Union-Grün



Randbemerkungen:
Kleinparteien sind witzig, aber m. M. n. für die Richtungsentscheidung und Regierungsbildung irrelvant.
Sowas wähle ich manchmal fürs EU-Parlament, bin aber der Auffassung, dass es in dem Fall eine vergeudete Stimme wäre.

Die SPD war meiner Meinung dach das schwächste Glied in der Ampel, und so lange "Russlandversteher" wie z. B. Mützenich oder Esken irgendwas zu sagen haben, ist die Partei für mich genau so unwählbar wie die AfD.

Afd:
Ich habe ganz offen gesagt Schnittmengen in der Migrationspolitik, allerdings wurden die meisten wichtigen Positionen mittlerweile von Union wie auch Grünen (mit)übernommen. Somit keine Notwendigkeit, das "Original" zu wählen.
Die meisten anderen Positionen (z. B. ich pro EU, die dagegen) sind für mich nicht tragbar.

FDP benötigt mal eine "verdiente Pause"- dringend.

Die Linke ist ideologisch Lichtjahre von mir entfernt.

Und BSW, ist halt eine Einfraupartei einer ehemaligen Stalinistin, deren einziger Daseinszweck darin zu bestehen schient, jeden Abend in Talkshows für gequirlten Stuss 50 k€ abzusahnen.
 
Für welche Partei habt ihr euch zwischenzeitlich entschieden und vor allem: Warum?
Auf die meisten Parteien kann ich verzichten. Ich kann mich mit großer Ungerechtigkeit arrangieren, auch wenn sie mich zuweilen bis ins Mark erschüttert. Ich könnte mich als Deutscher in der Minderheit zwischen Menschen mit Migrationserfahrung wohl fühlen, das habe ich gelernt. Ich komme mit Armut zurecht - been there, done that. Ich könnte auch unter Putins Schergen die Klappe halten, um nicht aus dem Fenster zu fallen. Ich könnte mich auch für Tennis, Golf oder Football interessieren. Ich kann Tiere lieben, ohne sie alle retten zu wollen. Ich könnte mich mit etlichen kontingenten Problemen, die den Menschen im Lauf der Jahrhunderte immer wieder das Leben schwer gemacht haben, arrangieren. Aber ich kann nicht auf diese Erde verzichten. Dieses Problem muss notwendig gelöst werden, ansonsten bringt es uns den sicheren Tod. Die besten Chancen für eine Lösung habe ich mit den Grünen.
Es ist eigentlich ganz einfach. :ka:
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hätte lieber Raft spielen sollen, wie ich es geplant hatte. :(
Sowas lass ich neben dem zocken laufen. Wenn es mich zu sehr triggert dann: Klappe zu, Affe tot --> Laptop :D
Ich glaube vor dieser Überlegung stehen viele..
Zumindest in meinem Umkreis die ich so befragen konnte.
Ist bei mir auf Arbeit ähnlich. Die "jungen Wilden" wie wir genannt werden, tendieren alle auf die eine oder andere Weise Richtung linke Parteien. Die Union gewinnt da keinen Blumentopf. Genau so wie die AFD oder FDP. Die persönlichen Gründe sind vielfälltig, aber der Konsens oftmals der gleiche:
"Die Politik arbeitet in Strukturen von gestern, mit Methoden von heute, an Strategien für morgen. Und das vorwiegend mit Menschen, die in den Kulturen von vorgestern die Strukturen von gestern gebaut haben, und das Deutschland von Übermorgen nicht mehr erleben werden. "
 
Zuletzt bearbeitet:
Wäre auch wirklich schade, wenn eure Stimmen nicht für die 5% reichen würden. Bereits die "Kleinen Anfragen" der Linken würden mir fehlen.
 
Eigentlich wäre ich bei der MLPD, aber Stimme ging an die Linke. Die haben eine Chance in den Bundestag einzuziehen. Und ich respektiere die lokalen Politiker von denen, das sind einfach nette Menschen.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück