Abstand allein reicht bei diesen SuperSpreaderEvents aufgrund er Aerosole anscheinend nicht aus.
Studien zur Corona-Verbreitung: Die "Superspreader" sind entscheidend | tagesschau.de
Die Logik ist eher umgekehrt: Der Abstand reicht allgemein nicht aus und wenn man zulässt, dass sich ausreichende Mengen Aerosole mit Viren in einem Raum bilden, hat man dann halt ein Superspreader
event. Deswegen ist es imho auch bescheuert, "superspreader" als gefährlich zu bezeichnen. Klar, Fälle wie die zweite Welle in Südkorea, wo eine einzelne Person ein halbes dutzend Locations in wenigen Stunden infiziert, sind teilweise durch das Verhalten der Person begründet. Aber die meisten Superspreads, die wir bislang hatten, waren Einzelveranstaltungen bei denen sich die Infektiösen stink normal, zum Teil sogar relativ vorsichtig (gemessen am allgemeinen Sicherheitsniveau, nicht gemessen am Bedarf) verhalten haben, was aber unter den Bedingungen der Veranstaltung einfach nicht ausreichte.
Das Problem dabei ist aber, sind es wirklich 6% zusätzlich?
Niemand kann sagen, wie hoch der Anteil derer ist, die sowieso in der Zeit verstorben wären.
Gehen wir mal von zusätzlichen 6% aus, das wären 600.000 in 11 Jahren.
Ich seh gerade, bei den 11 Jahren hatte ich einen bescheuerten Fehler in der Prognose. 6% mehr Sterblichkeit gegenüber Steady State sind noch lange keine 6% effektive Sterblichkeit. Sondern, bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 75 Jahren nur 1/75tel davon.
Bezüglich "zusätzlich": Das ist reine Statistik. Von 83149300 Personen hätten binnen 49 Tagen 129313 sterben sollen. In einer zufälligen Untergruppe von 7436 Personen wären das also gerade mal 11,6 Personen. Natürlich ist "Corona Tote" keine ganz zufällige Gruppe, weil alte Menschen eher daran sterben und alte Menschen auch eher so sterben. Aber auch für den durchschnittlichen Rentner ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass seine restliche Lebenszeit Ende März noch exakt 1 bis 49 Tage betrug. Wie schon mehrfach dargelegt ist die Risikogruppe, die gehäuft stirbt, ziemlich groß. Ein Drittel der Bevölkerung hat im Schnitt aber noch rund ein Drittel seiner Lebenserwartung vor sich, gegen diese Jahrzehnte sind 49 Tage nichts.
Genauere Angaben werden wir vermutlich erst sehr viel später machen können, je nach sorgfältig der Forschung nie. Betrachtungen anhand der Gesamtsterblichkeit für März werden zwar bald vorliegen (oder tun es schon?), aber da muss man ja umgekehrt die durch das veränderte Verhalten vermiedene Tode abziehen. Also "zusätzliche Corona-Mortalität" = "Mortalität in Corona-Zeiten" - "normale Mortalität" + "durch Corona-Reaktionen reduzierte Mortalität". Beispielsweise haben wir Verkehrstote dramatisch reduziert, die Grippewelle vorzeitig abgebrochen, Sportunfälle praktisch auf null gebracht, Gefährungen bei der Arbeit sind für einige Berufsgruppen weggefallen oder stark gesunken, etc.. Schwer einzuschätzen werden sicherlich typische Risiken wie z.B. Herzinfarkte sein, die "zu Hause" sowohl niedriger als auch höher als in der bisherigen Normalität sein könnten und die Auswirkungen auf das Medizinsystem - viele Operationen wurden verschoben, das reduziert die Möglichkeit für Arztfehler, aber auch die für schnelle Eingriffe wenn sich Anlässe ergeben.