Letzteres ist das Problem: Es gibt ein paar Milliarden Videos da draußen und man kann sie schlecht alle ansehen, um sie dann beurteilen zu können. Also geht man nach dem, was man hier als Begleittext dazu geliefert bekommt (nichts) und was man auf den ersten Blick an Besonderheiten erkennen (öh - ne Frisur?). => Ablage P. Posts, die vom Gegenüber verlangen, erstmal auf gut Glück einen halbe Stunde Zeit zu investieren, bringen ein Thema garantiert nicht voran.
Der Begleittext war der Titel (übersetzt "Medienkritik"), wie so oft bei Only-Verlinkungen von sehr vielen Usern und nicht nur hier im Thread, zu denen es nur den Link bzw. Link-Titel (und keinen weiteren Begleittext) gibt.
Und man muß auch idR keine halbe Stunde investieren, um zu wissen ob ein Thema/Video einen interessiert oder nicht. Bei dem von mir verlinkten Video reichen (neben dem Titel) die ersten ca. 75 Sekunden für einen ganz groben Überblick. Ich empfand das Video als interessant, und weil es auch zum Thema hier passt (Corona, Corona-Fake-News), habe ich es "einfach nur kurz/schnell" hier gepostet. Niemand ist verpflichtet das Video anzuschauen, oder auch nur den Link anzuklicken, wenn er seiner Meinung nach zu wenig "Begleittext" dazu bekommt. Einfach ignorieren oder nicht anklicken. Klingt komplizierter als es ist.
Übrigens: Man kann auf YouTube (sowie vielen anderen Portalen) mit den Pfeiltasten ein Video - je nachdem wie interessant/uninteressant man es findet - in einem Bruchteil der eigentlichen Laufzeit anschauen. Schon mit erhöhter Wiedergabegeschwindigkeit lassen sich bis zu 50% (und mehr) sparen, sogar ohne Inhalte zu überspringen. So bekommt man in der gleichen Zeit deutlich mehr Infos direkt aus dem Video, als aus irgendeinem Begleittext - außer der Text ist eine exakte und ausführliche Inhaltsangabe. Dazu kommt, dass der geübte Multitasker ein Video im Hintergrund laufen lassen kann, während er im Vordergrund andere Dinge macht (zb. in Foren posten).
Aber vermutlich muß man ein professioneller VoD-Konsument (Internetz-Junkie) sein, um auf diesem Weg Informationen konsumieren zu können.
Was man als Qualitätsmerkmal heranziehen kann: Wer einen substanziellen Beitrag/Kommentar zu einem Sachverhalt als Video verfassen kann, *muss* auch in der Lage sein, den groben Inhalt in prägnanter Textform zu präsentieren und *sollte* genau das als Zeichen des Respekts gegenüber seinem Publikum auch tun. Das ist jene formale Kompetenz, deren Fehlen für die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Sachverhalt nichts Gutes ahnen lässt.
Es kann natürlich sein, dass auch jemand komplett unbedarft ist und das Thema trotzdem zufällig so durchdrungen hat, dass man um den Beitrag nicht herum kommt, aber die Chance dafür ist doch sehr, sehr gering. Und gerade in Sachen Medienkritik darf / sollte / muss man Medienkompetenz beim Kritiker voraussetzen.
Beim ersten überfliegen deines Textes dachte ich du meinst mich, bis ich gesehen habe dass du den Ersteller des Videobeitrages meinst. Und zum Thema "Medienkompetenz" möchte ich mal kurz Wiki zitieren: "Medienkompetenz bezeichnet die Fähigkeit, Medien und ihre Inhalte den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend sachkundig zu nutzen." Damit ist natürlich auch der Konsum gemeint.
Und heutzutage ist es den "Konsumenten" in vielen Bereichen viel wichtiger wer und wie jemand Informationen verbreitet, als die Frage nach dem exakten Was. Deswegen ist für sehr viele Zuschauer/"Power-Konsumenten" eine Inhaltsangabe über den Titel hinaus gar nicht wichtig, weil das Medium selbst (Video/Autio/Text) den "Begleittext" idR schon am Anfang des Videos/Beitrages liefert. Und manche User wissen sogar schon anhand der Frisur oder der Haarfarbe, oder weil es sich um einen YouTuber handelt, dass der Ersteller des Videos über keine Kompetenz verfügt - und damit das Video uninteressant ist - selbst wenn es über einen aussagekräftige Begleittext verfügt hätte.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten "VoD-Info-Videos" im Internetz angeschaut werden, ohne dass der Zuschauer vorher in die Videobeschreibung schaut.