Mahoy
Volt-Modder(in)
Herr Reichelt tickt nich mehr ganz sauber, diese Kolumne strotzt nur so vor Lügen und Undifferenziertheiten, mehr kann man dazu nicht sagen!
Herr Reichelt hat hauptsächlich das Problem, nicht erkennen zu können, dass es bei neuen Erkrankungen kein ultimatives Wissen gibt und das Erkennen dessen, was sinnvoll und nötig ist, ein Prozess darstellt.
Ersteres wundert mich nicht, die BILD lebt schließlich davon, Leuten die vermeintlich ultimativen Wahrheiten unterzujubeln.
Letzteres hingegen schon, denn bei der Auswahl dessen, was von der BILD als Wahrheit kolportiert wird, herrscht bekanntlich auch Opportunismus in Reinkultur. Was Montags noch unumstößliche Wahrheit ist, sieht spätestens in der Sonntagsausgabe schon wieder ganz anders aus. Manchmal auch anders herum.
In diesem Fall beschränkt sich Herr Reichelt (den ich unbedingt in einem Satz mit "beschränkt" unterbringen wollte) allerdings mangels Substanz auf überwiegend stilistischen Wankelmut:
Erstens, ob die Maßnahmen richtig oder falsch, maßvoll oder überzogen sind, werden wir erst aus den Geschichtsbüchern erfahren. Ob wir auf Corona als Gesundheitskatastrophe oder Zusammenbruch unserer Wirtschaft zurückblicken werden, ist vollkommen offen. Es ist möglich, aber keinesfalls gewiss, dass richtig ist, was gewaltige Mehrheiten für richtig halten. Es gibt keine Herdenimmunität dagegen, historisch katastrophal falsch zu liegen.
Übersetzung dieses Hohle-Phrasen-Kreisgewichses: "Keiner weiß, was richtig und falsch wäre, aber wie's derzeit gehandhabt wird, ist trotzdem definitiv falsch, oh ihr die BILD lesenden Massen!"
(Ich baue vorsätzlich ein paar wilde zusammengesetzte Substantive ein, damit sich der BILD-Leser gleich heimisch fühlt.)
Ich möchte mir nicht ausmalen, wie wir in drei, vier Jahren auf diese Wochen und Monate zurückblicken werden, wenn das Durchschnittsalter der Toten über der durchschnittlichen Lebenserwartung liegen sollte, Millionen Arbeitslose auf der Straße sitzen, der Mittelstand, der Hartz IV finanziert, vernichtet ist. Wenn viele Restaurants für immer geschlossen haben, aber die Suppenküchen geöffnet sind. Auch daran sollte die Bundeskanzlerin denken, wenn sie ihre nächste Regierungserklärung hält.
Und ich möchte mir nicht ausmalen, wie wir in drei, vier Jahren auf diese Wochen und Monate zurückblicken werden, wenn die Zahl der Infizierten unsere Kapazitäten überlastet, Millionen Toten auf der Straße liegen und große Teile des Mittelstand, der Hartz IV finanziert, in Massengräbern beigesetzt ist. Wenn alle Restaurants vernagelt sind, aber keine Suppenküchen mehr geöffnet haben. Auch daran sollte ein drittklassiger Schreiberling denken, wenn er seine nächstes halb durchdachtes Elaborat auf die Leserschaft loslässt.
Herr Reichelt torkelt richtungssicher und stilunsicher auf die nächste Goldene Kartoffel zu.
Haftungsausschluss: Sämtliche Despektierlichkeiten gegenüber Herrn Reichelt und seinem Käseblatt (Man muss ja auch mal was Nettes über die BILD sagen ...) stellen meine ganz persönliche Meinung dar und erheben keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit und noch weniger auf Vollständigkeit.
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