Die Grafik dürfte Gesamtmeldezahlen für die jeweiligen Tage wiedergeben. Da es gerade an Wochenenden extreme viele Nachmeldungen gibt, steht da heute also noch sehr wenig. Warte 3-4-5 Tage und für heute ist ein Balken da und der für morgen wird entsprechend höher ausfallen. Auch so sehe ich aber kein "gegen 0", sondern 1000 Meldungen für Freitag von Freitag. Was gegen 0 tendiert: Die Zahl der für heute gemeldeten "heutigen" Erkrankungen. Aber das ist ja auch vollkommen klar, dieser Wert liegt immer nahe null, weil die Leute ja meist erst bei Symptomen, also deutlich nach Erkrankung getestet werden. => für diesen Wert haben wir Nachmeldequoten von 99% und man kann nur 2 Wochen zurückliegende Zahlen ohne all zu großes Nachrechnen verwerten.
(Siehe auch den Anfang von meinem Post von Vorgestern, zum Unterschied zwischen "neuen" Zahlen und dem jeweils aktuellen Realzustand:
Coronavirus: Jetzt gehts los)
Das alles hat jedoch, wie du - meine ich - schon früher ganz richtig angemerkt hast, überhaupt nichts mit der Wirkweise von Impfstoffen zu tun. Da kann bei einem extrem geringen Bruchteil der Patienten eine Überreaktion eintreten, die man sicherlich nicht totschweigen sollte (Was auch nicht getan wird ...), an der meines Wissens allerdings auch noch niemand verstorben oder Langzeitschäden davongetragen hätte. Ganz im Gegensatz zum fehlenden Impfschutz, der nicht nur den Impfverweigerer, sondern letztlich die Allgemeinheit gefährdet.
Ich habe mich nicht auf die wirksweise von Impfstoffen beschränkt (auch wenn ich die schon recht weit fortschrittenen Stoffe, die den Körper die Antigene selbst produzieren lassen wollen, sehr kritisch sehe. Das sind letztlich sich nicht vermehrende, sehr wohl aber eine Infektion vollziehende Viren aus dem Gen-Labor), sondern betrachte schon die Gesamtwirkung. Die wenigsten Nebenwirkungen gehen ja auf den gewünschten Wirkmechanismus zurück, sondern meist auf Auswirkungen an anderer Stelle im Körper, wo leider auch Interaktionen mit dem Wirkstoff möglich sind. Aber:
Normalerweise treten diese Interaktionen halt sofort auf und enden wieder, sobald der Wirkstoff abgebaut ist, was bei komplexeren, biologisch aktiven Molekülen ja keine Jahre dauert. Demnach sollte es praktisch unmöglich sein, dass Impfstoff, der nach einigen Monaten Testphase keine Nebenwirkungen gezeigt hat, auf einmal mehrere Jahre nach der Verabreichung schwere Schäden verursacht. Einzig die genannten Beispiele erst spät erkannter Schäden könnte man gelten lassen, aber Gefäßveränderungen zeichnen sich normalerweise nicht erst bei Bluthochdruck ab, etc.. Nur Heranwachsende (und Schangere) wären diesmal in der Tat ein schwieriger Punkt, da es hier viele besonders ablaufende Mechanismen im Körper gibt, die in anderen Testgruppen halt einfach fehlen. Da wird auch bei anderen Medikamenten unzureichend bis gar nicht oder erst sehr, sehr spät getestet, sobald sehr viele Ergebnisse von Erwachsenen hat. Einen Corona-Impstoff erst 2 Jahre später für Kinder freizugeben, könnte aber auf wenig Verständniss der Bevölkerung stoßen.
Das ist im Grunde richtig, allerdings ist "Patient 0" bis zum endgültigen Abschluss der Forschung zur Ausbreitung ein Wanderpokal, insbesondere wenn mehrere Orte als Ursprung in Frage kommen. Für Wuhan gilt nach wie vor Wei Guixian als Patient 0, eine Verkäuferin auf besagtem Markt. Das muss selbstverständlich nicht der Weisheit letzter Schluss bleiben, aber wenn man das in Frage stellt, stünde grundsätzlich auch Wuhan als Ausgangsort in Frage und damit logischerweise auch jeder Bezug zum dort ansässigen Institut.
Wei Guixian mag die früheste nachgewiesen Infektion gehabt haben, aber diese erfolgte bei einer Behandlung, die Mitte Dezember begann. Selbst wenn Wei eine ungewöhnlich gestreckten Krankheitsverlauf hatte, bei dem die Krankheit schon sehr früh ausbrach, aber sehr lange so schwach blieb, dass keine stationäre Behandlung nötig war (Erkältungssymptome hatte sie schon deutlich früher. Mitten in der Erkältungszeit ist das aber nicht verwunderlich, going-to-be-Corona-Patienten sind halt nicht noro-immun), kann sie nur wenige Tage lang andere angesteckt haben. Und bis Jahresende blieb dann Zeit für maximal zwei weitere Infektionszyklen, aber zum Jahreswechsel muss von mehrern 100 Infizierten (inklusive Dunkelziffer) ausgegangen werden. Was für eine Konferenz von Superspreadern muss da stattgefunden haben, damit ein so extremes Ergebnis erzielt hat? Und wieso wurden die nicht alle in Weis Umfeld gefunden?
Wesentlich plausibler ist somit, dass es selbst innerhalb von Wuhan noch 1-2 Generationen vor Wei Guixian gab und parallel zu ihr dutzende weiterer Infektionsketten bestanden. Aber als Marktperson, die im fraglichen Zeitraum von mehreren 1000 Leuten angehustet worden sein könnte, ist sie halt eine Sackgasse in der Rückverfolgbarkeit.
Ich denke, ruyven_macaran meinte ab dem Zeitpunkt, ab dem Medikamente grundsätzlich prüf- und zulassungspflichtig sind und nicht jeder windige Geschäftsmensch irgendwelche Präparate dubioser Zusammensetzung und Konzentration verkaufen kann. Sonst müsste man ja etliche sehr zweifelhafte Arzneien vergangener Jahrhunderte oder heutzutage auf dem Schwarzmarkt verkaufte Pillen dazu zählen.
Zulassung ist ein Thema, aber eigentlich geht es mir um die Biologie dahinter. Auch eine komplett ungeprüfte Schwarzmarktdroge schlägt normalerweise nicht 24 Monate nach der Einnahme zu. Radioaktive Präparate wären eine Ausnahme, aber die wirken eben auch physikalisch und nicht biologisch oder chemisch. Das heißt hier liegt, obwohl man ggf. nur einmal Radium aufgenommen hat (mir sind allerdings keine Fälle einmaliger Aufnahme und schwerer Schäden bekannt), eine lang anhaltende Wirkung vor, die sich aufsummieren muss, ehe sie sichtbar wird. Das ist aber nur bei radioaktiven Substanzen möglich, konventionelle Tabletten mit verögerter Wirkung kommen auf maximal 24-48 h Wirkungsdauer (praktisch eher 12 h), da sie nur die Verdauung als Verzögerungsfaktor für die Freisetzung nutzen können. Nicht umsonst muss man für alles, was länger wirken soll, mit Implantaten arbeiten.
(Das gilt auch unabhängig von der Art der Wirkung. Mir wäre auch kein krebserregendes Pilzgift bekannt, dass so langsam wirkt. Freue mich aber über Beispiele, am besten mit Erklärung zur Biochemie dahinter.)
Viele Medikamente der Chemotherapie oder Krebsbehandlungen mit Strahlentherapie können viele Jahre nach Einsatz durchaus Nebenwirkungen haben.
Hast du ein konkretes Beispiel? Ich weiß, dass vieles von dem Zeug sehr heftige Nebenwirkungen hat, die Jahre noch nach der Krebstherapie Probleme bereiten. Aber eben "noch". In der Regel hauen sie schon während der Chemo voll rein. Das wird da dann halt akzeptiert, weil es immer noch besser als Krebs ist, aber später hat man dann halt die Langzeitschäden, obwohl man sich in allen anderen Aspekten wieder wohl fühlt. Das es Schäden gibt, die überhaupt erst später auftauchen, höre ich gerade zum ersten Mal. (Aber bei der Masse an Giften in dem Bereich kann man ja gar keinen Überblick haben.)
Ich kann die ganze Aufregung über die so superschlimmen Distanzierungsmaßnahmen (noch) nicht wirklich nachvollziehen.
Kann mich nicht daran erinnern, wann es in meinem Leben zuletzt so entspannt war wie die letzten Wochen (Coronaunabhängige Einzelschicksale mal ausgenommen). Ich muss viel weniger Arbeiten, habe Zeit für die Familie zu Hause, es geht mir beim einkaufen keiner mehr auf die Eier, der Verkehr bzw. die Zeit die ich zur Arbeit brauche hat deutlich nachgelassen, es gibt keine Partys und nölende besoffene Halbstarke am Wochenende in der Nachbarschaft und so weiter. Wenn all das nicht solche wirtschaftlichen Schäden verursachen würde können wir das gerne noch ne Weile weiter so haben.
/partially sign-. Während ich verstehen kann, dass man Geselligkeit vermisst, so muss ich ganz klar sagen: Wer vorher jedes Wochenende Party gemacht hat, hatte eh einen an der Schüssel. Und wer nur alle 4 Wochen gefeiert hat (was imho immer noch viel ist), der sollte auch mal 8-12 Wochen aushalten, ohne gleich am Rad zu drehen. Noch sind wir lange von einem 3-Quartals-Lockdown entfernt, bei dem einen dann einfach soziale Kontakte entgleiten, die man früher nie auf Remote-Wegen gepflegt hat.
/partially not sign: Was deine Glückseligkeit dagegen massiv von anderen Leuten abhebt, ist das offensichtlich weiterhin überwiesene Gehalt fürs Nichtstun. Klar ist das geil. Hätte ich auch sehr, sehr gern.
Wer dagegen zur afaik Mehrheit (!) der Deutschen gehört, die weiterhin normal arbeiten muss, hat dagegen im Moment mehr Stress, weil er eben keine zusätzliche Freizeit hat, aber diverse unverzichtbare Dinge (Arbeitswege, Einkaufen, etc.) jetzt deutlich länger dauern, wenn man sicher bleiben will. Dazu kommt der direkte Stress, weil man sich ständig sorgen macht, etc.. Umgekehrt haben vor allem viele bislang prekär Beschäftigte einfach gar keinen Job mehr und keine Aussicht, dass ich das ändert. Ebenfalls eine sehr belastende Situation, HartzIV ist nicht auf wohlfühlen eingestellt und während JEDER ein paar Wochen überbrücken können sollte, ist die Aussicht auf ettliche Monate dann doch erschreckend. Zumal die allgemeine Rezessionserwartung ja nicht gerade einen boomenden Jobmarkt kurz nach Ende der Krise erwarten lässt.
Man könnte sich ja auch noch unbeliebter machen: Was mir gar nicht innen Kopf geht sind die Diskussionen dass es ja sooo schlimm für die Leute ist wenn man jetzt 24/7 mit Frau und ggf. Kind(ern) zu Hause ist weil das ist ja soooo anstrengend wenn die Kitas zu sind und ohgottogott.
Oh, bei den Leutchen könnte ich mir auch unbeliebt machen. So unbeliebt, das die vielleicht für ein paar Stunden sogar ihren innerfamiliären Zwist vergessen

Aber da habe ich sowas von null Mitleid, wenn jemand jetzt mehrere Wochen 24/7 mit den von ihm zu verantwortenden Kackbratzen zusammengesperrt wird, die ich nicht einmal 24,7 Minuten in öffentliche Verkehrsmitteln ertragen kann, aber vor Corona regelmäßig ertragen musste.
Abwrackprämie ist ja okay, wenn der Ersatz ökologisch nachhaltig ist.
Abwracken von etwas, das noch gut ist, ist pratisch nie ökologisch nachhaltig. Und gerade im KFZ-Bereich, wo dieses Greenwashing schon mal verbrochen und jetzt erneut gefordert wird, ist eine Kombination aus "ökologisch" und "Wirtschaftsförderung" kurzfristig einfach unmöglich. Wir haben nicht die Infrastruktur und auch nicht die Technik für großflächige Elektromobilität und der durchschnittliche Verbrauch der im Einsatz befindlichen Autos in Deutschland ist niedriger als das was, die deutschen Hersteller durchschnittlich
verbrechen verkaufen. Wenn man zwecks Konjunktur Geld in den Verkehr stecken möchte, soll man den Nahverkehr kostenlos machen, seinen Ausbau endlich umsetzen und die DB sanieren. Da fehlen seit Jahren Milliarden und die würfen mehrheitlich an deutsche Unternehmen bzw. Bürger gehen, also direkt in Deutschland zirkuliert werden. Die vorhandenen Autos gegen Priusse zu tauschen hätte wohl kaum diese Wirkung und sie gegen X6, Q7 und GLS zu ersetzen, wie sich die Prämien-Forderer erträumen, ist wohl alles andere als ökologisch.
Sagt ein Experte aus Schweden, dann muss es ja stimmen.
Ergänzung: Sagt ein Experte aus Schweden im BILD-Interview. Das heißt nicht mal, dass er das so gesagt, geschweige denn so gemeint hat und erst dann stellt sich die berechtigte Frage, ob ein Experte aus einem Land mit der aktuelle Fallentwicklung Schwedens unser Vorbild sein sollte.