Vor allem ist es ähnlich ansteckend, einer mit Alkoholismus hustet einen an und schon ist man Alkoholiker.
Die "Ansteckung" findet in solchen Fällen durch Peer Pressure, familiäre Vorbilder und durch die allgemeine Akzeptanz statt.
Soweit ist das aber auch bei tatsächlichen Infektionskrankheiten nicht weg:
"Influenza? Kennt man doch schon lange, kommt doch jedes Jahr, kann man ja behandeln, gibt ja sogar eine Impfung dagegen, die ich zwar nicht brauche, weil ich so rasend gesund bin oder Impfungen sogar für Teufelszeug halte. Zum Arzt gehe ich sowieso nicht wegen ein bißchen Grippe, das haben schon mein Vater und mein Großvater nicht gemacht und meine Kollegen machen das auch nicht - schließlich wollen wir alle vor unserem Chef nicht als weichliche Luschen dastehen, die zuerst gehen dürfen, wenn mal wieder die Bilanz nicht stimmt. Da gehe ich lieber noch mal Einen heben, das desinfiziert auch."
"HIV? Ach, davor hatten doch zuletzt meine Eltern Angst. Meine Freunde vögeln alle ohne Gummi, das fühlt sich einfach besser an und außerdem kennt man sich ja. Und selbst wenn, ist doch inzwischen gut behandelbar, womöglich demnächst heilbar und den Spaß ist mir allemal wert."
"Händewaschen? Was ist das? Kann man das essen?"
etc. p.p.
COVID-19 wäre das Beste, was zum Aufrütteln passieren könnte - wenn denn alle Leute in der Lage wären, die dabei erforderlichen Eindämmungsmaßnahmen einzuhalten und idealerweise auch auf andere, mehr oder weniger ähnliche Sachverhalte zu übertragen.