Berlin | Er sei "bestürzt" über Wodargs Beiträge in Zeitungen und Sozialnetzwerken, sagte Karl Lauterbach im Gespräch mit shz.de. "Ich bitte ihn, sofort damit aufzuhören, und ich bitte die Bevölkerung, Herrn Wodarg kein Gehör zu schenken!", appellierte Lauterbach.
Wolfgang Wodarg (73), Lungenarzt, Ex-Amtsarzt von Flensburg und langjähriger SPD-Bundestagsabgeordneter, verbreitet im Netz die These, Covid-19 sei nicht gefährlicher als andere Coronaviren und Virologen wie Christian Drosten hätten die Entdeckung des Virus genutzt, um Aufmerksamkeit zu heischen und an Fördergelder zu kommen.
"Da ist ein Netz gesponnen worden in Fachkreisen, und die Politik hat sich das Netz angezogen", behauptet Wolfgang Wodarg in einem weitverbreiteten Youtube-Video. Im Netz stößt er auf große Resonanz.
Lauterbach: Wodarg handelt unverantwortlich
Natürlich gab es schon immer Coronaviren, aber ein so gefährliches Coronavirus wie Covid-19 mit einer so hohen Sterblichkeit und einer so hohen Ansteckungsgefahr hat es noch nie gegeben.
Karl Lauterbach
"Es ist vollkommen unverantwortlich und völlig daneben, wie er sich jetzt an die Öffentlichkeit wendet. Das ist in keiner Weise haltbar. Das entspricht nicht dem Stand der Forschung."
Es sei "schlimmer Unfug, zu behaupten, Virologen würden Panik schüren, um an Aufmerksamkeit und an mehr Forschungsgelder zu kommen, kritisierte Lauterbach. Es tue ihm leid, dass jemand, den er immer sehr geschätzt habe, jetzt einen solchen Weg einschlage. "Die Annahmen sind falsch, Herr Wodarg kennt sich offensichtlich nicht aus und vertritt krasse Außenseiterpositionen."
– Quelle:
Lungenarzt aus SH: Bitte nicht zuhoeren! Karl Lauterbach warnt vor Wolfgang Wodargs Verharmlosung von Corona | shz.de ©2020