Ich kann schon verstehen dass man manche Regelungen für unsinnig hält. Etwa dass man pauschal alle Sportstätten geschlossen hat. Z.B. darf ich nach wie vor kein Tennis (Einzel) spielen. Da hat man locker mehr als 2m Abstand und sogar noch eine feste Trennvorrichtung namens Netz.
Mit dem einen anderen Menschen dürfte ich aber fröhlich durch die Innenstadt flanieren.
Oder man darf spazieren gehen aber dabei keine Bälle schlagen, weil das wäre ja Golf etc. pp.
Die meisten Sportclubs gehen mit gemeinschaftlichen Aktivitäten vor und nach dem Sport einher. Und sei es nur die Nutzung von Umkleideräumen/Duschen, die zwischen einzelnen Personen nicht desinfiziert werden und keine mindestens 2,5 m breiten Durchgänge für gegenläufigen Verkehr mit zwei Personen und 1,5 m Abstand haben. Desweiteren hätte es auch einen gewissen Beigeschmack, wenn es Ausnahmenregeln für klassische Bonzensportarten gegeben hätte, obwohl z.B. große Teile eines Fußballtrainings auch mit 5 m Abstand und mehr ablaufen können.
Der Hauptgrund für die erfolgten Regelungen dürfte aber ein von mir schon mehrfach angesprochener Missstand sein: Sie wurden nicht nach Infektionsgefahr, sondern nach wirtschaftlichem Bedarf ausgesprochen. Alles, was nicht akut lebensnotwendig für Privatpersonen war, wurde verboten, auch wenn keine Gefahr davon ausging. Alles, was wirtschaftlich von Bedeutung war, blieb erlaubt, außer es beinhaltete direkten Kundenkontakt. Tennis fällt ganz klar in die erstere Kategorie und wurde verboten, "Flanieren" durch die leere Innenstadt übrigens in vielen Bundesländern ebenfalls, da es keinen triftigen Grund zum Verlassen des Hauses darstellt und nicht dem körperlichen Wohlbefinden dient. (Im Gegensatz zu Spazierengehen durch den vollen Park :ulgy
Aber zu keinem einzigen Zeitpunkt haben unsere werten Politiker epidemologische Regeln für unprobelmatisches und gefährliches Handeln aufgestellt und davon ausgehend Regeln erlassen. Also zum Beispiel nicht "mindestens 2 m Abstand zwischen Menschen zu allen Zeitpunkten halten" => "Ringen ist verboten, Tischtennis erlaubt, UW-Rugby müssen wir noch erörtern". Denn so eine grundsätzliche, auf wissenschaft basierte Regel hätte ja auch bedeutet...
"mindestens 2 m Abstand zwischen Menschen zu allen Zeitpunkten halten" => "es kann nur noch ein Arbeiter pro Auto zur Baustelle fahren" => die neue Immobilie wird nicht fertig
"mindestens 2 m Abstand zwischen Menschen zu allen Zeitpunkten halten" => "Großraumbüros können nur noch mit einem Mitarbeiter pro Reihe besetzt werden" => der Umsatz von Banken und Callcenter könnte um 50-75% sinken
"mindestens 2 m Abstand zwischen Menschen zu allen Zeitpunkten halten" => "Fluggesellschaften müssen mangels Sicherheitskontrollen komplett zumachen"
"mindestens 2 m Abstand zwischen Menschen zu allen Zeitpunkten halten" => "Mitarbeiter von Supermärkten hätten Anspruch auf umfassendene Schutzausrüstung und auf Ausgleichszahlungen für die resultierenden Belastungen"
etc. etc.
Wenn du Sport treiben willst, dann brauchst du kein sinnvolles Infektionsmanagement, sondern dann musst du dafür sorgen, dass der wirtschaftlich von Bedeutung ist, dann lässt sich was machen. Z.B. Bundesliga-Fußball. Nur Wirtschaft ist wichtiger als Überleben, aber körperliches Wohlbefinden ist so unwichtig, dass es weder die Zeit unserer Politiker noch minimale Gefahr des Ausfalls zusätzlicher Arbeitskräfte wert wäre.
("Politiker" umfasst in diesem Fall übrigens nicht nur Merkel & Anhang, sondern leider auch weite Teile der parlamentarischen Opposition)
Ich glaube mich aber zu erinnern Studien/Berichte gesehen zu haben die die statistisch signifikant höhere Widerstandsfähigkeit der Isländer zum Inhalt hatten. Die Verläufe scheinen dort generell milder und die Todesraten deutlich geringer zu sein - die Ausbreitungsrate dagegen vergleichbar mit dem Rest der Welt. Warum das so ist weiß niemand. Eine Vermutung war, dass das generelle "lungenforndernde" Klima und die eher ruppigere/körperbetonte Lebensweise der Menschen dort dazu führt, dass Isländer im Mittel stärkere Lungen haben was bei einer Coronainfektion positive Auswirkungen hat.
Ob/was da dran ist werden wir aber wenn überhaupt erst in fernerer Zukunft erfahren.
Kann man das in Anbetracht der Testlage überhaupt zum jetzigen Zeitpunkt sagen? Es ist ja vollkommen selsbtverständlich, dass ein viel kleinerer Teil der
offiziell registrierten Infizierten schwere Verläufe hat, wenn man als einziges Land auch reihenweise Leute ohne Symptome testet. Praktisch hat Island als einziges Land eine praktisch komplette Statistik und man müsste die dortigen Ergebnisse mit der unbekannten Dunkelziffer aller anderen Länder vergleichen.
(Und das bitte jeweils Altergruppenspezifisch. Der isländische Lebenswandel erleichtert es Risikogruppen deutlich, sich abzuschotten. Da erübrigt sich ein Vergleich mit Zahlen, die deutsche oder italienische Altenheime umfassen.)
Sagt mal, bringen sie euch in der gymnasialen Oberstufe gar nichts mehr bei? Nur noch Kochen, Backen, Singen und ökologische Nutztierhaltung, oder was?
Welche Unabhängigkeit von der Bank soll das Bargeld denn bringen? Klar, wenn diese nicht mehr bar auszahlen kann, hat man noch ein paar Euro in der Hand und kann damit hantieren, so lange es anhält oder bis die Währung entwertet ist - je nachdem, was zuerst eintritt oder bereits eingetreten ist, wenn Banken nicht mehr auszahlen können.
Wenn die Banken aus rein praktischen Gründen nicht mehr auszahlen können, tritt in aller Regel erst einmal eine Deflation ein. Wir hatten bereits während der Eurokrise lokale Banken-Runs, die in Südeuropa auch problematische Folgen hatten und über mehrere Wochen anhielten. In solchen Situationen ist Bargeld mehr-als-goldwert. Genauso wenn es mal wieder großflächig Probleme mit Geldautomaten gibt, wenn Angriffe auf das eigene Online-Banking glücken, etc.. Solche Ereigenisse sind wesentlich wahrscheinlicher als ein Komplettzusammenbruch des Währungssystems und wer sie entspannt überwinden möchte, sollte Bargeld für wenigstens zwei Monate griffbereit haben. Ob man in diesen zwei Monaten dann nur die allernötigsten Lebensmittel bezahlen können möchte oder genug auf der hohen Kante hat, um selbst größere Anschaffungen tätigen zu können, muss jeder selbst wissen.
Nehme ich das Grippejahr 2016/ 17 als Vergleich, mit über 600 000 Toten weltweit, 25 000 alleine in Deutschland, sieht Corona nun doch ein wenig anders aus.
Kann man endlich mal diese Äpfel-Kohlkopf-Vergleiche steckenlassen?
2016/17 gab es keine 25000 registrierte Tote. Das ist eine geschätzte Dunkelziffer zu Fällen, an denen Ifluenza beteiligt gewesen sein könnte. Direkt nachgewiesen sind für Deutschland
1.674 Todesfälle mit Influenza. Darunter die berüchtigten "war mit X infiziert, als er beim Streit um Klopapier erschlagen wurde"-Fälle. Umgelegt auf die effektiv 25 Wochen einer Grippewelle (praktisch sind es natürlich die Toten für 12 volle Monate) also 67 Todesfälle pro Woche für eine wirklich schwere Grippewelle. Covid 19 steht in Deutschland nach 8-9 Wochen bei 6649 registrierten Toten, ist, auf den Zeitraum bezogen also mehr als 11 mal so tödlich - TROTZ der ergriffenen Maßnahmen.
Wie das Mahoy aber sehr schön erklärt hat, funktioniert das Alles nur, wenn das Geld einen WERT besitzt. Man konnte das wunderschön an der DDR sehen, mit einer riesigen schwarzen Schattenwirtschaft, die aber nur auf Tausch basierte, weil man für Geld nichts kaufen konnte (es gab keine verfügbaren Waren für Geld), selbst die Kriminellen haben ihre Geschäfte in Tausch oder harter Westwährung abgewickelt!
Es gab zwar eine ansehnliche Schattenwirtschaft, aber soweit ich es aus meinem Bekanntenkreis (der genauo unrepräsentativ wieder jederandere Einblick sein dürfte) weiß, keine Ersatzwährung. Selbst unter der Hand importierte Schallplatten konnten problemlos in Mark bezahlt werden. Natürlich hat man trotzdem gerne Bezahlung in Naturalien angenommen,
wenn etwas verfügbar war, dass man gebrauchen konnte, genauso wie man dieses etwas auch einfach direkt in Mark gekauft hätte, sobald man von der verdeckten Verfügbarkeit erfahren hat. Warum auch nicht? Aber niemand hätte sich mit 20 Trabant-Benzinpumpen entlohnen lassen, weil man trotz gewissem Mangel viel Aufwand gehabt hätte, diese (unbemerkt) wieder loszuwerden und in für einen selbst nützliche Dinge umzuwandeln. Der DDR-Schwarzmark lief mit normaler Währung und ist nicht mit Ersatzwährungen wie z.B. Zigaretten in der 20er-Jahre-Krise vergleichbar.
Auch DM waren zwar beliebt, weil sie einem Intershops öffnete, aber afaik blieb der Schwarzmarktkurs meist nahe am offiziellen (Unterschied Faktor 2-4), nicht wie in Ländern mit kollabierender Währung wie z.B. Venezuela, wo offizielle Eintauschmöglichkeiten auf lächerliche Summen reglementiert werden und Dollar auf dem Schwarzmarkt das zehn- bis hundertfache kosten. In der DDR gab es halt nur allgemeine Umtauschbeschränkungen um das Reisen zu erschweren (auch für Ostblockwährungen) und jeder wusste, dass er sein Privatleben auch gleich abschaffen konnte, wenn er offiziell versuchte, an DM zu kommen für die es ja von Seiten des Systemes praktisch keinen Bedarf gab.
Was interessiert es die eigentlich, wenn eine GmbH ihre AGBs ignoriert?
Heißt "verdient" Geld oder Tausch?
Ich stimme ja Nightslaver in der Theorie zu, aber nach meinem Wissenstand konnte man von DDR Geld eben nicht alles kaufen was man wollte, weil es eben aus Mangel nicht vorhanden war. (Autos auch Stereoanlagen, Fernsehen etc)
Vieles wurde doch eher zugeteilt und nicht "frei" verkauft!
Afaik sehr, sehr, sehr wenig. Mir fällt nur das Zuteilungssystem für Neuwagen ein, das wars. Für einige Dinge, die als reines "B2B"-Produkt vorgesehen waren, gab es aber schlicht keine privaten Bezugsquellen. In einem Land, in dem jedem eine sozialistisch angemessen geplante Wohnung zugedacht wurde (sobald in ausreichender Zahl fertiggestellt

), war beispielsweise auch privat-Bedarf an größeren Mengen Bautmaterial nicht vorgesehen und musste als Ausnahme beschafft werden. Und das in einer Planwirtschaft, die den instutionellen Baumaterialbedarf schon für die nächsten fünf Jahre vorgeplant hat. Ein Haus auf offiziellem Wege zu bauen, war also verdammt schwierig und der Schwarzmarkt sehr hilfreich, aber nicht weil ein "freier" Verkauf von Baumaterial verboten worden wäre, sondern weil es einfach keinen Baumarkt gab und Privatkunden beim staatlichen Bauhof genauso wenig eingeplant sind, wie sie das heute bei einem Großbauunternehmen wären.
Steroanlagen, Fernseher, etc. waren jedenfalls definitiv nicht limitiert. Da gab es zu geringe Produktionskapazitäten, ja, aber das wurde dann entweder durch Glück kompensiert (mal gab es nichts in den Läden, mal war was da - und dann hat jeder auch im Hinterkopf gehabt, was die Bekannten seit längerem vergeblich suchen und es für diese normal gekauft), wenn die Preise staatlich niedrig festgesetzt wurden, oder aber die Preise wurden so hoch geschraubt, dass die Nachfrage sich von selbst anpasste. Der erwähnte Farbfernseher zum Mitnahmepreis für 4000 Mark entsprach zum Beispiel klar der letzteren Kategorie, ein Trabant für 8000 Mark zum gleichen Zeitraum (Preisfrage: Wer von euch kauft heute Fernseher zum halben Preis eines durchschnittlichen Golfs, also für 15000 bis 20000 €?) klar in die erstere.
Bei Autos gab es laut Wiki wohl zusätzlich auch keinen freien Gebrauchtwagenhandel, wobei ich das aus meinem Umkreis nicht wirklich bestätigen kann. Wenn ein FDJ-Verweigerer ohne reichere Bekanntschaften von einem Käfer auf einen anderen wechselt, dann gab es wohl Mittel und Wege, um zu normalen Preisen selbst an Westfahrzeuge zu gelangen
