OT
Es gibt auf dem ganzen afrikanischen Kontinent fast keinen funktionierenden Staat im eigentlichen Sinne(...)
Wohl eher
nach unserer Definition. Das zu bewerten steht aber weder Dir noch mir zu.
(...)weil die Stammesgesellschaft bis jetzt nicht überwunden wurde, Stammes - Famillien -Religions-Interessen stehen immer im Vordergrund und führen zwangsläufig zu Korruption und Ausbeutung(...)
Das ist, freundlich formuliert, Bloedsinn. Da, wo die Indigenen in Ruhe gelassen wurden - ja, ich weiss; solche Orte sind rar - ist Ausbeutung meistens voellig unbekannt. Ausbeutung, Korruption und Krieg sind eher Errungenschaften, die von aussen dort hingebracht werden. Von netten Konzernen und Regierungen - und mit Billigung, mindestens aber unter Inkaufnahme der ach so aufgeklaerten Buerger. Von wem sind die Reifen an Deinem Auto -
Firestone? Trinkst Du gerne
Kakao oder traegst Hemden aus Baumwolle? Hast Du was
auf die hohe Kante gelegt?
Schau Dir mal den afrikanischen Kontinent auf einer Landkarte an - Grenzen, viele davon wie mit dem Lineal gezogen. Komisch, oder?
Die Ausbeutung Afrikas ist so umfassend, durchdringend und fuer die Aufrechterhaltung unseres entgrenzten Lebenswandels alternativlos, dass sie von den meisten als normal hingenommen wird. Das ist schon schlimm genug - aber nun auch noch "selbst schuld!" zu rufen, ist geschmacklos. Wie Du schon sagtest: die Welt ist grau. Und ziemlich oft auch noch grausam. Wobei -
die Welt ist eigentlich nur ein großer Stein im Weltall. Das Problem sind die Menschen auf ihr.
Gut zu vergleichen ist das mit dem Medizin- und Pflegepersonal in Deutschland, die schaffen es auch nicht, sich zu einer starken und damit mächtigen Gewerkschaft zusammenzuschließen, genau das gleiche trifft auf Afrika und seine einzelnen Länder zu, Abstammung von einem Stamm, und persönliche Interessen stehen meistens immer im Vordergrund, das wurde und wird halt bestraft.
Yeah. Wenn Du abends um 22 Uhr am Balkon stehst und die anderen klatschen, kannst Du dem medizinischen und Pflegepersonal ja zurufen, was fuer ein inzestuoeser Haufen von Egoisten sie doch alle sind.
Die Huerden fuer die Gruendung einer Gewerkschaft sind hoch; der Grad an Tarifbindung ist dagegen seit Jahren im freien Fall und mittlerweile bei ~ 50% angekommen (ich bin gerade zu faul, die genauen Zahlen zu recherchieren). Selbst wenn man also eine Gewerkschaft etabliert und einen Tarifabschluss erstreitet, fuehrt das eben gerade nicht zwingend zu Ponyhofverhaeltnissen in den Krankenhaeusern und Pflegeheimen. Und mit Blick auf die Unternehmensstruktur im Pflegebereich - Klein- und Kleinstbetriebe - halte ich jede Wette, dass Du die 50% da nicht mal ansatzweise erreichen wuerdest.
Fun Fact - ein Ganove wie Winterkorn vernichtet mit seinen "Abschalteinrichtungen" Milliarden an Boersenwerten, tritt vom Vorstandsposten zurueck ... und kassiert trotzdem bis ans Lebensende 3.100 Euro. Am Tag. Das ist mehr, als die meisten an ihrer Situation selbst schuldigen Heulsusen in der Pflege im Monat bekommen. Weisst Du, in welcher Gewerkschaft Herr Winterkorn ist? Genau. In gar keiner.
Wie waere es denn damit: wir nennen die Veranstaltung nicht nur
soziale Marktwirtschaft, wir praktizieren das auch so? Zum Beispiel koennte man die Hoehe des Arbeitgeberanteils an den Abgaben ja daran koppeln, ob der Tarifpartner ist oder nicht. Oder man koennte praezisieren, ab wann ein gezahlter Lohn sittenwidrig ist und fuer diesen Fall Sanktionen vorsehen, die auch spuerbar sind. Oder man unterwirft Abfindungsvereinbarungen mit "Leistungstraegern" wie Herrn Winterkorn einer Billigkeitspruefung. Allerdings winken dann keine tollen Beraterposten mehr, wenn man sein Mandat verliert.
Fun Fact 2.0 - als wir mit Wums aus der Krise gekonjunkturpaketet sind, da ist fuer die Pflegekraefte, denen man zuvor noch eine Praemie in Aussicht gestellt hat, was genau rausgesprungen? Wie jetzt, gar nichts?
Hattest Du Nachtschicht und bist gerade erst mit dem falschen Fuss aufgestanden?
/OT
EDIT: Typo gefixt.