Neben all den medienwirksamen Scharlatanen, die ohne große Leistung für die Gesellschaft zu erbringen große Besitztümer anhäufen könnten was man wirklich als ungerecht ansehen kann sollte man all diejenigen nicht vergessen, die ihr vergleichsweise großes Vermögen nur deswegen haben, weil sie und ggf. ihre Angehörigen vor ihnen Jahrzehntelang geklotzt haben.
Wenn Angehörige rangeklotzt und dann vererbt haben, ist das garantiert keine Leistung des heutigen Besitzers. Und bei 10% Sparquote in Deutschland entspricht ein Freibetrag von 2,5 Durchschnittsjahreseinkommen einer Sparzeit von 25 Jahren. Ehe jemand 1/4 seines selbst erwirtschafteten Gesamtvermögens abgegeben muss, müsste er 50 Jahre gespart haben was zzgl. Kindheit ein Alter von wenigstens 70 Jahren und eine verdammt bescheuerte Lebensplanung bedeutet. Oder wann wollte der Sparer nochmal was von seinem Geld haben? Du hast recht, dass so ein simpler Mechanismus nicht alle Eventualitäten abdecken kann und deswegen für Ungerechtigkeiten sorgt. Das gilt für alle simplen Mechanismen. (Wieso muss z.B. jemand, der zwei Jahre lang voll ranklotzt, damit er danach ein Jahr durch die Welt reisen kann, insgesamt mehr Einkommenssteuer zahlen als jemand, der drei Jahre lang 2/3tel der Leistung liefert?)
Aber die gezogene Grenze ist bereits so hoch, dass sie praktisch nur noch von Leuten mit klar überdurchschnittlichen Lebensverhältnissen überschritten wird. Leute also, die mehr von unserem System profitieren und von denen man somit auch verlangen kann, dass sie mehr als andere zu dessem Erhalt beitragen.
Und das geht nur durch den Besitz. Besitze ich Boden, kann ich den an andere vermieten und mit der Einnahme mehr Boden kaufen.
Das betrifft nicht nur Boden, das gilt im Kapitalismus für praktisch alles. Unser System belohnt mehrheitlich nicht, was jemand macht, sondern was jemand hat - was direkt dazu führt, dass Leute denen es schon gut geht, sich weiter verbessern können, während arme Leute auf der Stelle treten oder sogar weiter absacken.
Ich zahle doch Steuern für meinen Boden.
Wieso zahle ich überhaupt für etwas, das mein Eigentum ist?
Wieso maßt du dir eigentlich an, Teile dieses Landes als "dein Eigentum" zu bezeichnen? Wo liegt die Gerechtigkeit darin, dass du diesen Boden nutzt, anderen aber verbietest, das Gleiche zu tun? Bist du gleicher als andere Menschen?
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Oder bezahlst du die Gesellschaft für dieses Privileg?
Ich hab mir ein Elektroauto gekauft. Ich "muss" überhaupt keinen Sprit mehr tanken.
Elektroauto? Noch besser. Dann hast du nicht nur dreimal so oft die Ausrede, dass dein Energiespeicher leer ist, sondern du musst fürs Auffüllen sogar zweimal so oft raus, damit nach drei Stunden umparken kannst
Warum sind Betriebe weiterhin offen, aber keine Schulklassen? In der Oberstufe kann man das den Kindern sehr gut erklären, dass sie Abstand halten müssen. Man könnte z.B. auch den Unterrichte dritteln. Anstatt 30 Kinder pro Klasse nur noch 10 im rotierenden System. Das zusammen mit viel Hausaufgaben und täglichen gemeinsamen Videounterricht wäre durchaus besser, als die Kinder Monate lang alleine zu lassen.
Es geht nicht nur um den Unterricht in den Klassen. Um den eigentlich am allerwenigsten, denn in Anbetracht der überall leerstehenden Veranstaltungsräume wäre es da vermutlich sogar möglich, 30er Klassen unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes zu unterrichten. (Aufwendig in der Organisation zwar, aber ehe man den Hoteliers pauschal Hilfen zahlt, kann man ihnen doch lieber auf diesem Wege Aufträge verschaffen)
Es gibt aber auch Schulpausen und Schulwege. Hier sind die Kinder ohne Aufsicht und normalerweise in sehr engem Kontakt. Und während man die Situation Oberstüflern durchaus erklären kann, ist es leider nicht so, dass Teenager rund um die Uhr das machen, was man ihnen erklärt hat. 50, unter den aktuellen Bedingungen vielleicht sogar 80% würde es machen. Aber die anderen 20% machen schon aus Prinzip was anderes, sobald du wegguckst und gefährden damit alle. => Schulen wieder aufmachen ist sehr aufwendig und heikel. Den jetzt gewählte Weg mit Klassengrößen oft sogar <1/3, gestaffelten Stundenplänen, etc. würde ich als die einzig praktikable Lösung bezeichnen und den kannst du z.B. nicht auf Theater übertragen.
Wobei ich persönlich dafür wäre, Veranstaltungen bis zu einer handhabbaren Größe von 20-40 Leuten bald wieder zu erlauben, solange der Veranstalter den Veranstaltungsraum in einzelne Bereiche mit mindestens 3 m Abstand zueinander und mindestens 1,5 m Abstand zu gemeinsam genutzten Zugangswegen teilt und solange der Einlass zeitlich gestaffelt erfolgt. Dann könnten zumindest Kinos wieder öffnen und Bühnenveranstaltungen mit Einzeldarstellern.
Die Gegenfrage, warum all diese Überlegungen für Betriebe nicht gelten, die ihre Mitarbeiter weiterhin ohne jegliche Schutzkleidung auf 1,5 cm zusammenbringen dürfen, ist eine andere. Ich denke, ich habe sie in den letzten Wochen oft genug gestellt, damit sich jeder eine Antwort dazu gedacht hat, die er bei der nächsten Wahl gebührend berücksichtigt...
Auch in der DDR gehörte das Land nicht dem Volk und gab es immer Menschen die Land besaßen z.b. Grundstück mit Eigenheim) und solche die keines hatten (Mieter in einer Stadt). Das einzige was "Volkseigentum" war, waren Betriebe,
Du weißt doch, dass die Leute hier damit überfordert sind, auch nur Theorie und Praxis zu unterscheiden und jetzt willst du denen die Unterschiede zwischen Sozialismus und Kommunismus näher bringen? No Chance.
