Bundeswehr aus Afghanistan abziehen?

Bundeswehr abziehen?

  • ja

    Stimmen: 164 64,8%
  • nein

    Stimmen: 89 35,2%

  • Umfrageteilnehmer
    253
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Weil das Ziel den Weg bestimmt, nicht umgekehrt. Genau das ist der Unterschied zwischen Politik und Ideologie.

Egal wie ich es auch betrachte, deine Aussage ist im Bezug auf meine absolut unbrauchbar, weil nicht präzise.

definiere: das Ziel, wessen Ziel, wessen Ideologie, wessen Politik,
definiere: den Weg, wessen Weg, wessen Ideologie, wessen Politik

dann können wir uns gern noch mal drüber unterhalten. :schief:

Die Aussage wir müssen aus Afghanistan abziehen, ohne konkreten Termin, ohne konkrete Abgrenzung von Ziel und Weg ist genauso sinnvoll, als würde ich dich fragen, wann fahren wir denn dieses Jahr nach Hussum in den Urlaub und du antwortest darauf: mit dem Zug.
 
Wenn Du vorher nachvollziehbar darstellst, inwieweit ein "sofortiger und bedingungsloser" Abzug "verantwortungsvoll" ist (und diese Worte hast Du im gleichen Satz gebraucht), ziehe ich das in Erwaegung. Ansonsten ist dieser Satz nichts weiter als turbopopulistisches Oppositionsgeschwaetz.
 
Ich wiederhole mich, aber: Die Taliban haben das WTC nicht eingerissen. Das war Al Qaida (oder auch El Kaida). Taliban geben Al Qaida Mitgliedern Unterschlupf, mehr nicht. Die Taliban wollen bloß Afghanistan regieren (auf schlechte Weise)
 
Das kommt drauf an, von welchem Standpunkt man es betrachtet. Für unsere Volksvertreter (bei denen ich davon ausgehe, dass nur ein Bruchteil die tatsächlichen Hintergründe und Ausgestaltungs"möglichkeiten" der BW kennen) hätte nach Bekanntwerden des Mißbrauchs des Mandats ein radikales Umdenken stattfinden müssen. Spätestens jedoch nachdem der Umfang der Kollateralschäden öffentlich gemacht wurde.

Aber nicht in Bezug auf den Einsatz, sondern in Bezug auf die Bundeswehr, die sich als unfähig erwiesen hat, politische Vorgaben in die Tat umzusetzen.
Dummerweise hat sich der zuständige Minister lieber vom Acker gemacht und sein Nachfolger ist sowieso nur fürs Schönreden bekannt.

Doch. Eindeutig. Es gibt nur einen verantwortungsvollen Weg: nämlich den sofortigen und bedingungslosen Abzug unserer Truppen.

Du findest es verantwortungsvoll, den Afghanen erst das Land das zu verwüsten und sie dann sitzen zu lassen?
:daumen2:
 
Aber nicht in Bezug auf den Einsatz, sondern in Bezug auf die Bundeswehr, die sich als unfähig erwiesen hat, politische Vorgaben in die Tat umzusetzen.
Dummerweise hat sich der zuständige Minister lieber vom Acker gemacht und sein Nachfolger ist sowieso nur fürs Schönreden bekannt.

Doch. Gerade weil der Einsatz von Seiten der Entscheidungsträger untrennbar mit der Bundeswehr verknüpft wird. Dazu auch weiter unten.

Du findest es verantwortungsvoll, den Afghanen erst das Land das zu verwüsten und sie dann sitzen zu lassen?
:daumen2:
Das geht auch an JePe:

Ich fände es (und habe das auch von Anfang an so deutlich gemacht) verantwortungsvoll, wenn sich deutsches Engagement in Afghanistan auf rein humanitären Einsatz von Hilfsorganisationen und zivilen Aufbaustäben sowie die Mittel der Regierung auf Diplomatie und Verhandlungen beschränkt hätten!
Bewaffnete Kräfte zur "Demokratisierung" oder Errichtung dringend benötigter Infrastruktur hinzuzuziehen, hat immer den Anruch von Besatzung, weshalb es immer dagegen (bewaffneten) Widerstand geben wird. Abgesehen davon waren und sind die o.g. Gründe für unseren "demokratischen Einsatz" nur vorgeschoben und insofern der Einsatz von Truppen noch illegitimer als so schon.
Edit: Nimmt man das Konstrukt des "Bündnisfalls" ernsthaft als Grundlage für unseren Einsatz, muss ich wiederum Shi vollkommen zustimmen. Warum sind unsere bewaffneten Kräfte noch immer dort?

Es ist deshalb jetzt (aber eben eigentlich bereits von vornherein) notwendig, die für den "Einsatz" in jeder Hinsicht untaugliche Bundeswehr da herauszuziehen und das wiederum am besten sofort und bedingungslos. Dumm in dem Zusammenhang, dass die Truppen, die eigentlich für den Schutz der zivilen Aufbauhelfer da sein sollten, diesen erst durch ihre zweigleisige Doktrin gefährdet haben - aber das ist nun mal geschehen. Auch das lässt sich eher auf diplomatischer Schiene geradebiegen als mit noch mehr Militär inkl. militärischem Material, was (in den falschen Händen) sowieso nur Ärger bringt.

Hier geht es die ganze Zeit um den Abzug der Bundeswehr nicht um ein Heraushalten oder Entzug deutschen Engagements. Soweit sollte das doch eigentlich schon klar gewesen sein.

Noch´n edit @ JePe:
Mir hier populistisches Geschwätz zu unterstellen, obwohl ich mich die ganze Zeit bemühe realistische Vorschläge zu bringen, ist ja mal sowas von unterstes Niveau, gerade wenn man sich im Gegenzug auf´s Phrasen dreschen limitiert. Wir sind hier nicht im Plenarsaal, ich bin kein Mitglied der Linkspartei, meine persönliche Einstellung zu politischen Themen ist meine Sache und überschneidet sich evtl. manchmal mit der politischer Parteien, was aber nicht heißt, dass ich meine Meinung von Parteien vorgeben lasse!
Die einzige Überschneidung besteht darin, dass die Linkspartei eben die eine Partei ist, die einen sofortigen, bedingungslosen Abzug der BW aus Afghanistan fordert, wie es auch meiner Einstellung und der der Mehrheit der deutschen Bevölkerung zu diesem Konflikt entspricht. Daran hat auch die tagtägliche, konfliktbeschönigende Heimatfront-Medienshow und alles Politikergeschwätz der regierenden Kriegsbefürworter nix geändert. Die Mehrheit (also umso weniger Opposition) ist weiterhin dagegen! Und das ist gut so!
 
Zuletzt bearbeitet:
Du findest es verantwortungsvoll, den Afghanen erst das Land das zu verwüsten und sie dann sitzen zu lassen?

Klingt ja fast so als ob Deutschland es ihnen kaputt gemacht hat... -.-


Ich hab ja nix gegen humanitäre Hilfe, aber wenn unsere Soldaten wegen der Sturheit unserer Politiker sterben, kann ich das nicht aktzeptieren...

Bisher kamen über 1700 Koalitionssoldaten ums Leben, darunter 43 Soldaten der Bundeswehr und drei deutsche Polizisten
 
Doch. Gerade weil der Einsatz von Seiten der Entscheidungsträger untrennbar mit der Bundeswehr verknüpft wird.

Diese Schlussfolgerung teile ich nicht. Nicht im geringsten.

Dazu auch weiter unten.

Da finde ich nichts.

Ich fände es (und habe das auch von Anfang an so deutlich gemacht) verantwortungsvoll, wenn sich deutsches Engagement in Afghanistan auf rein humanitären Einsatz von Hilfsorganisationen und zivilen Aufbaustäben sowie die Mittel der Regierung auf Diplomatie und Verhandlungen beschränkt hätten!

Blöd, dass es nicht um eine "hätte" geht, sondern um ein "wird".
Irgendwelche Vorschläge, die auch zur momentanen Situation passen?
Sonst brauchst du dich nicht zu wundern, wenn deine Zeilen nicht als realistischer Vorschlag aufgefasst werden.

Edit: Nimmt man das Konstrukt des "Bündnisfalls" ernsthaft als Grundlage für unseren Einsatz, muss ich wiederum Shi vollkommen zustimmen. Warum sind unsere bewaffneten Kräfte noch immer dort?

Unsere Truppen kamen dort hin im Rahmen eines Bündnissfalls und sie sind da, um einen Wiederaufbau zu ermöglichen.
Die Diskrepanz zwischen dieser Theorie und der Praxis ist kaum zu leugnen, aber der historische Ablauf ist es genauso wenig:
- Warst du am 13.9.2001 der Meinung, man sollte der USA den Stinkefinger zeigen und notfalls aus der NATO austreten (ich glaube ein Mitglied kann im Bündnissfall nicht einfach seine Teilnahme verweigern?) und sämtliche US-Militärbasen in Deutschland besetzen? (=Krieg)
- (ich wiederhole mich) Hast du einen verantwortungsvollen Vorschlag für die jetzige Situation?

Auch das lässt sich eher auf diplomatischer Schiene geradebiegen

Preisfrage: Diplomatie mit wem? Es ist nicht wirklich so, als hätten "die Afghanen" einen Ansprechpartner, mit dem man verhandeln kann.

Hier geht es die ganze Zeit um den Abzug der Bundeswehr nicht um ein Heraushalten oder Entzug deutschen Engagements. Soweit sollte das doch eigentlich schon klar gewesen sein.

Ohne Alternatives Konzept sind diese beiden Teile schwer voneinander zu trennen. Trotz aller Probleme ist die Bundeswehr immer noch der Teil des deutschen Engagements, der am handlungsfähigsten ist.
 
Diese Schlussfolgerung teile ich nicht. Nicht im geringsten.

...

Und da das so ist, werden wir in diesem Disput auf keinen grünen Zweig kommen. Du siehst das so - ich eben anders... weswegen unsere Ansicht von Verantwortung im vorliegenden Fall wahrscheinlich ebenso differiert.

Und ja, ich bin bereits seit dem Jugoslawien-Konflikt für den Austritt aus der Nato. Andere Nato-Mitgliedsstaaten verweigern ihre Teilnahme sehr wohl und ich habe sie auch bereits genannt.

Die Afghanen haben regional genügend Ansprechpartner. Die verstecken sich auch nicht (mal abgesehen von ein paar Opiumbossen). Dass die Regierung in Kabul nix zu melden hat und deswegen auch nur für die Region Kabul verhandeln kann, ist ja inzwischen und nicht erst seit der "demokratischen" Wahl sicherlich jedem klar (die selbe Vasallen-Regierung übrigens, die uns um Hilfe gebeten hat, um das UN-Mandat zu ermöglichen).

Das alternative Konzept ist und bleibt in meinen Augen ziviler Aufbau ohne Militär. Das wird nicht immer hundertprozentig klappen, aber auf jeden Fall eher, als mit unserer Taliban jagenden Gurkentruppe. Handlungsfähig? Na klar. Leider müssen wir auch mit den Konsequenzen dieser Handlungen leben. Tote, Verwundete, Kollateralschäden, immer weiter sinkendes Ansehen bei den Einheimischen...netter Teufelskreis.
Aber immer mal schön weiter so. Am besten noch ein drittes vollständiges Regiment da runter und noch ein Rudel Panzerhaubitzen. Schade, dass uns unsere tolle U-Boot-Technik da nix nutzt, die müsste ja auch mal wieder "gassi".
:ugly:
 
Ich habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen.

Meiner Meinung nach kann man dort nichts gewinnen solange das Land von einer korrupten Regierung geführt wird. Der Afghanische Präsident greift regelmäßig die Nato Truppen an ohne die er wahrscheinlich schon längst an die Wand gestellt worden wäre.

Entweder man sorgt für eine fair gewählte Regierung oder man lässt es am besten gleich bleiben.

Ich sehe es zumindest nicht ein Soldaten dafür zu opfern um so einen Idioten an der Macht zu erhalten.
 
Die deutschen Truppen sollen Afghanistan verlassen. Russland hat dort 10 Jahre lang gekämpft und nichts gewonnen außer tausender, toter, junger Soldaten. :(

mfG
sanQn
 
[x] nein

Du hast sicherlich Recht sanQn, aber wenn man so ,mittendrinnen aufhört wird das mit der Vernichtung der Taliban nie was. Allerdings ist es auch wahrscheinlich ,dass wenn die Taliban ausgerottet sind (oder wie man das nennen will) sich neue Terrorgruppen bilden. Trotzdem finde ich die Bundeswehr soll ihren Dienst dort machen ,Afghanistan helfen und wer weiß vll. wird Afghanistan ja mal Deutschland helfen...
 
[x] JA!
ich denke es sind keine weiteren Worte nötig, weil der gesunde Menschenverstand (vor allem von einem deutschen) muss automatisch ja sagen , es gibt einfach nur gute gründe für den abzug ;)
 
ja sollte es.Natürlich ist die Lage dort unsicher,doch die Welt muss lernen ohne Deutschland klarzukommen.Oder sind wir das Weltspendenland.Außerdem vermute ich,dass Köhler völlig recht hat.das ganze dient auch wirtschaftlichen Zwecken.

Lg schub97
 
[X] Ja

Das ist für mich eine ganz klare und eindeutige Entscheidung! Zum einen war es niemals irgendwie in Ordnung dort überhaupt hinzugehen, da jede Begründung unglaubwürdig und an den Haaren herbei gezogen war. Deutschlands Sicherheit ist in keinster Weise durch Afghanistan gefährdet gewesen. Damals nicht und heute auch nicht. Mir hat noch kein Politiker glaubhaft klar machen können, warum Deutschland dort sein muss. Was rechtfertigt bitte die Milliarden und Menschenleben, die "wir" dort (meiner Meinung nach) verschwenden?

Dazu kommt noch, dass ich keinen Vortschritt sehe. Das kann natürlich daran liegen, dass es keine sicheren Informationen darüber gibt, was dort wirklich geschafft/verbessert wurde und in Wirklichkeit wird dort alles ständig besser und ist bald ganz toll aber irgendwie zeigt mir die Erfahrung mit solchen Einsätzen, dass dies nie der Fall war. Man muss einfach erkennen können, wenn man einen Fehler gemacht hat und es sich nicht lohnt weiter auf etwas drauf rum zu reiten. Darum: Ja, Deutschland sollte seine Armee aus Afghanistan abziehen!
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ist ja nicht nur so, dass uns die Lage nichts angeht. Selbst wenn wir sagen, dass wir aus rein humanitären Gründen dort wären (was ja durchaus einleuchten könnte), gäbe es zig Länder, die wesentlich dringender auf diese Hilfe angewiesen sind, als es Afghanistan je war, und um die wir uns einen Scheißdreck kümmern.
 
Hat einer von euch vielleicht eine Umfrage unter der afghanischen Bevölkerung wie sie zur Hamas-Regierung steht?
 
Nö aber du konntest ja eine machen, wenn es dich interessiert wie sie dazu stehen! :schief:
 
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