Was ist nur aus der SPD geworden?

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Hallo!


Inspiriert durch einen anderen Thread aber da zu sehr Off-Topic, mache ich mal einen eigenen Thread auf.
Es ging um die SPD welche schon lange nicht mehr das ist was sie mal war.
Damals unter Gerhard Schröder mit der Agenda 2010 und knallharten Reformen zu Lasten der Geringverdiener und Armen.
Das haben ihr viele Arbeiter übel genommen und ihr den Rücken gekehrt.
Aber die SPD hat über die Jahre versucht noch Fehler zu korrigieren.
Den Mindestlohn hatte sie auch durchgesetzt. Unter Merkel!
Und in ihren Parteiprogrammen stand eigentlich auch immer vernünftige Sozialpolitik.
Doch was man jetzt mitbekommt, was unter Merz als Kanzler alles durchgesetzt werden soll, fragt man sich was von der SPD und ihren Werten eigentlich noch übrig bleibt? Verrät sie sich zugunsten von Machtansprüchen jetzt total?
Ich habe 30 Jahre SPD gewählt und bin tatsächlich das erste mal am überlegen, beim nächsten mal eine andere Partei zu wählen.
 
Den selben Gedanken kann ein Haufen CDU-Wähler bei der aktuellen Konstellation auch haben.
Die SPD hat während des Wahlkampfs die Aktionen der CDU gut gekontert, nur dummerweise hat Blackrock-Fritz wohl zu viele Zugeständnisse in zu viele Richtungen machen müssen. Da man bei der CDU unter dem Motto "Verantwortung" den ganzen BS durchgedrückt hat bzw. noch durchdrücken will, ist die SPD auf den Zug aufgesprungen, wohl wissend, dass sie hinterher mitmachen und die CDU beschuldigen kann, wenn die Koalition bröckelt. Und da die CDU von den rechten 50% der Wähler die Schuld an der Misere zugesprochen bekommen wird, kann die SPD von links auch noch mitmachen und sich aus der Affäre winden, mit dem Gedanken, vielleicht den linken Anteil der CDU abzugreifen.
Aber das ist nur meine persönliche Einschätzung.
 
Ich habe meinen Blick auf die SPD und einige andere Parteien ja bereits an anderen Stellen im Forum deutlich gemacht - als letztes bspw. hier in dem Thread u.a über Gründe des Rücktritts von Kevin Kühnert. Wir beide hatten vor einer Weile ja mal bereits einen kurzen Austausch darüber, @RyzA . Für mich ist die SPD nach 1998 (genauer ab ihrem Schwenk und Ausstieg durch Lafontaine bei(?!) Regierungsbildung) abgeschrieben bzw. die SPD hat sich selbst anhand ihrer neoliberalen Politik abgeschrieben.
Doch was man jetzt mitbekommt, was unter Merz als Kanzler alles durchgesetzt werden soll, fragt man sich was von der SPD und ihren Werten eigentlich noch übrig bleibt? Verrät sie sich zugunsten von Machtansprüchen jetzt total?
Das sie das offenbar weiter toppen kann, ist in gewisserweise schon beachtlich. Die von Dir angedeuteten kürzlichen Entwicklungen und Entscheidungen, muss ich mir noch mal genauer angucken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaube das eigentlich Missverständnis ist, dass Arbeiter Geringverdiener sein wollen oder arm. Schon die Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts war nicht von ungelernten Hilfsarbeitern und Tagelöhnern getragen worden, sondern von gelernten Handwerkern und Facharbeitern. Und daran hat sich eigentlich bis heute nichts geändert. Aber da die SPD heute ja eher eine Partei der Rentner und Beamten ist, zählt halt eher was diese sich als Arbeiter vorstellen und das ist dann eher der Burgerbratende, als der teure Maschinen bedienende Facharbeiter. Und es ist eher der Mindestlohnempfänger als Menschen die Tarif bei der IG Metall bekommen. Das sind in der Regel auch keine Menschen, die sich einen Fürsorgerstaat wünschen, sondern Menschen, die eigenständig sind und soziale Gerechtigkeit eher in der Absicherung bei Arbeitslosigkeit (temporär) oder Krankheit sehen.

Da ist ALG2 nicht das richtige Thema, Mindestlohn auch nicht - Steuersenkungen oder Lebenshaltungskosten aber schon.

 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich glaube das eigentlich Missverständnis ist, dass Arbeiter Geringverdiener sein wollen oder arm.
Wer will bitte schön arm sein? Es gibt eben auch viele ungelernte Arbeitskräfte. Die vertritt die SPD genauso bzw sie haben sich durch die SPD lange vertreten gefühlt.
Schon die Arbeiterbewegung der 19. Jahrhunderts war nicht von ungelernten Hilfsarbeitern und Tagelöhnern getragen worden, sondern von gelernten Handwerkern und Facharbeitern.
Ja und die haben dann Gewerkschaften gegründet und Tariflöhne ausgehandelt soviel ich weiß.
Das sind in der Regel auch keine Menschen, die sich einen Fürsorgerstaat wünschen, sondern Menschen, die eigenständig sind und soziale Gerechtigkeit eher in der Absicherung bei Arbeitslosigkeit (temporär) oder Krankheit sehen.
Das sehen primär wohl die meisten Menschen so. Es sind ja nicht alle Schmarotzer welche sich nur ausruhen wollen.
Da ist ALG2 nicht das richtige Thema, Mindestlohn auch nicht - Steuersenkungen oder Lebenshaltungskosten aber schon.
Nur das jeder in ALG2 reinrutschen kann sollte man dabei auch bedenken.

Mindestlohn ist sehr wohl ein Thema. Und das steht auch im SPD Parteiprogramm. Ich bin mal gespannt ob der wirklich nächstes Jahr auf 15 Euro erhöht wird.

Arbeitnehmer und Rentner stellen bei der SPD die größte Wählerschaft da. Bei der Union sind es Selbstständige und Rentner.

Die meisten Arbeiter scheinen AfD zu wählen. Das sind die welche sich durch die SPD verraten gefühlt haben.

Bei den Linken sind es die Arbeitslosen welche die größte Gruppe ihrer Wähler darstellen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Den selben Gedanken kann ein Haufen CDU-Wähler bei der aktuellen Konstellation auch haben.
Die SPD hat während des Wahlkampfs die Aktionen der CDU gut gekontert, nur dummerweise hat Blackrock-Fritz wohl zu viele Zugeständnisse in zu viele Richtungen machen müssen. Da man bei der CDU unter dem Motto "Verantwortung" den ganzen BS durchgedrückt hat bzw. noch durchdrücken will, ist die SPD auf den Zug aufgesprungen, wohl wissend, dass sie hinterher mitmachen und die CDU beschuldigen kann, wenn die Koalition bröckelt. Und da die CDU von den rechten 50% der Wähler die Schuld an der Misere zugesprochen bekommen wird, kann die SPD von links auch noch mitmachen und sich aus der Affäre winden, mit dem Gedanken, vielleicht den linken Anteil der CDU abzugreifen.
Aber das ist nur meine persönliche Einschätzung.

Bislang sehe ich überhaupt nur grobe Ansatzpunkte für eine Beurteilung. Der Koalitionsvertrag ist wenig mehr als eine gekürzte "Wünsch dir was"-Liste beider Parteien; das Ausdiskutieren der tatsächlichen Realpolitik wurde als "Finanzierungsvorbehalt" in die Zeit nach der Merz-Wahl (und vor dem Koalitionsbruch) verschoben. Aktuell würde ich mit Sicherheit nur sagen, dass es keinem von beiden um Umwelt, Klima, Bildung, Staatsverschuldung oder andere Zukunftsthemen geht und beiden um Rentnern. Diese Schwerpunkte kann man aber auch schon vor der Wahl und alles andere ist auf dem Papier noch relativ offen.

Insbesondere sehe ich so gut wie keine Zugeständnisse an den jeweiligen Koalitionspartner. Stattdessen zeigen (Nicht-)Vereinfachungen der Forderungen und Personalauswahl nahe, dass beide Parteien an den Interessen ihrer jeweiligen Wirtschaftsflügel festhalten und die der Stammwähler als zweitrangig betrachten: Billige Energie für Großverbraucher, Absatzförderung für Autokonzerne, längst überfällige Modernisierungsmaßnahmen auf Staatskosten, Infrastruktur für Wirtschaft statt Menschen ausgerichtet, Geschenke für Landwirte etc. sind deutlich wahrscheinlicher, als eine positive Gesamtbilanz für Tarifbeschäftigte respektive Häuslebauer. Aber letzteres eben nicht, weil die andere Partei da per se dagegen wäre, sondern weil man sich selbst im klaren darüber ist, dass da trotz des heftigsten Tritts in die Eier zugkünftiger Steuerzahler nichts mehr realistisches draus werden wird. Sowas hebt man sich bis kurz-vor-der-Wahl auf und beschließt dann schnell ein paar Versprechen, deren Last aber erst die nächste Regierung tragen muss. Wie mittlerweile eigentlich üblich. (Letzte Wahl war halt die Ausnahme, weil sich die FDP nach Versorgung ihrer nachtragenderen Lobby-Klientel geweigert hat, im Gegenzug so Sachen wie Kindergrundsicherung, Klimageld oder Mindestlohnaktionen mitzutragen.)

(Anm.: Fremdenfeindlichen und anderen Populismus klammere ich an der Stelle mal auf. Heiße Luft, die nichts bringt/deren Umsetzbarkeit unabhängig von den Finanzen anzuzweifeln ist, gab und gibt es reichlich. Die kostet halt nichts und bringt nichts, also ist sie auch kein hartes Hindernis bei Koalitionsverhandlungen.)


Hallo!


Inspiriert durch einen anderen Thread aber da zu sehr Off-Topic, mache ich mal einen eigenen Thread auf.
Es ging um die SPD welche schon lange nicht mehr das ist was sie mal war.
Damals unter Gerhard Schröder mit der Agenda 2010 und knallharten Reformen zu Lasten der Geringverdiener und Armen.
Das haben ihr viele Arbeiter übel genommen und ihr den Rücken gekehrt.
Aber die SPD hat über die Jahre versucht noch Fehler zu korrigieren.
Den Mindestlohn hatte sie auch durchgesetzt. Unter Merkel!
Und in ihren Parteiprogrammen stand eigentlich auch immer vernünftige Sozialpolitik.
Doch was man jetzt mitbekommt, was unter Merz als Kanzler alles durchgesetzt werden soll, fragt man sich was von der SPD und ihren Werten eigentlich noch übrig bleibt? Verrät sie sich zugunsten von Machtansprüchen jetzt total?
Ich habe 30 Jahre SPD gewählt und bin tatsächlich das erste mal am überlegen, beim nächsten mal eine andere Partei zu wählen.

Also ich teile diese Sicht ehrlich gesagt nicht. Wie du selbst sagst: Die SPD war schon vor 30 Jahren keine Partei für eine breite Masse gelernter Facharbeiter (die es damals so auch schon nicht mehr gab). PPP, Bahnveruntreuung, Riester - Schon Schröder hat systematisch von der Gemeinschaft in die Kassen der Finanzindustrie und Anleger umgeleitet. HartzIV war da nach am ambivalentesten, da im ursprünglichen Ansatz überwiegend eine Verwaltungsreform mit tatsächlich positiven Ansätzen ("und fördern"!), die erst später versemmelt wurde, weil die fest geplanten Korrekturen eben ausblieben oder in die falsche Richtung gingen - unter reger SPD-Beteiligung. Trotz der Lichtblicke "(leicht umgehbarer, Inflation anheizender) Mindestlohn" und "Pflegereform" ist die Gesamtbilanz in den Merkeljahren da eine lineare Fortsetzung der 90er-Jahre-Politik, und schon die kam nicht aus dem nichts, ebenso wie nach Merkel geradlinig weiter gescholzt wurde.

Also was sollte da eine "alte SPD" sein, gegenüber der sich plötzlich etwas ändern sollte? Für harte Kontraste muss man 50-60-70 Jahre zurückblicken und dass die Genossen von heute nicht die gleichen wie damals sind, ergibt sich schon rein aus der Biologie.


Aber da die SPD heute ja eher ein Partei der Rentner und Beamten ist, zählt halt eher was diese sich als Arbeiter vorstellen und das ist dann eher der Burgerbratende, als der teure Maschinen bedienende Facharbeiter.

Die SPD ist, ähnlich wie andere erfolgreiche Parteien auch, eine rückgratlose Hure auf Stimmenjagd. Möglichst viele Wahlstimmen auf sich zu vereinen geht schon lange vor irgendwelchen idealistischen Überlegungen bezüglich des Wohlergehens einer "Arbeiterschaft" (oder jeder beliebigen anderen Zielgruppe) oder gar "aller". Also schlagen sich, neben Lobbyeinträgen, die Forderungen (nicht einmal Interessen: Forderungen wider eigener Interessen sind auch okay) der zahlenstärksten Wählergruppen im Programm nieder. Und das sind Rentner und Pensionäre. (Im Dienst befindliche Beamte zunehmend abnehmend.)

Imho steuert Deutschland insgesamt auf eine Diktatur der knappen Mehrheit hin, welche die verbleibende Minderheit (in den meisten Fällen jüngere Generationen) ausbeutet. Die Politik reflektiert hier nur das Versagen des Wählers: Wer ohne sich zu informieren und ohne nachzudenken da sein Kreuz macht, wo ihm das meiste zu Lasten anderer versprochen wird, der bekommt Regierungen, die ohne Informationen und ohne Nachzudenken bei den einen nehmen, um den anderen zu geben. ("Geben" genau so viel, wie für Wahlerfolge nötig ist. Also heiße Luft für diejenigen, die jedem Dampfplauderer hinterherlaufen; Milliarden für knallharte Lobbyisten mit Medieneinfluss.)

Das ist aber kein SPD-spezifisches Problem, tatsächlich ist die CDU da imho spätestens seit Merkel tonangebend und die AFD hat sowieso nie was anderes als Partikulärinteressen hinter Populismusfassade geliefert. Wähler und Politiker mit verschiedenen Idealen findet man heute gegebenenfalls noch bei den Grünen (zunehmend widerwillig), bei der Linken (konstant/überwiegend widerwillig, weil die auf Bundesebene schon immer einige sehr harte Brocken zum schlucken gegeben haben) und halt außerparlamentarisch.

Aber die großen? Zur Wahl stand 2025 "Hauptsache nicht Merz oder gar AFD", "Schluss mit Scholz und keinesfalls wieder Habeck" sowie "Nieder mit linksgrünversifft, also mit allem". Oder kann sich jemand daran erinnern, dass irgendwo offen FÜR ein ZIEL eingestanden wurde? Sowas gibt es nur noch bei den Hinterzimmerthemen; auf offener Bühne würde es viel zu viele Idiotenstimmen kosten, wenn der einzelne Wähler realisieren sollte, dass es in einer Demokratie nicht ganz allein SEIN Wohlergehen DAS Ziel ist, sondern am Ende auch das seines Nachbarn. Also nennt man besser gar keins, sondern wirbt nur noch damit, GEGEN was man so alles ist. Beim dagegen sein sind sich die Deutschen nämlich wesentlich einiger.
 
Arbeitnehmer und Rentner stellen bei der SPD die größte Wählerschaft da. Bei der Union sind es Selbstständige und Rentner.
Spannend wäre der Anteil der Rentner. Dem Gefühl nach sind beides Altenheimparteien.
Die meisten Arbeiter scheinen AfD zu wählen. Das sind die welche sich durch die SPD verraten gefühlt haben.
Was auch nachvollziehbar ist, wenn ich mir so angucke, was die SPD so treibt (Inflation, Cum-Ex, Migration, Gender, Bürokratie), kann ich gut nachvollziehen, dass Arbeiter darauf keinen Bock mehr haben.
Bei den Linken sind es die Arbeitslosen welche die größte Gruppe ihrer Wähler darstellen.
Das macht mir Angst, denn wenn die größer wird, kann es schnell in Richtung Sozialismus kippen.
 
Mindestlohn ist sehr wohl ein Thema. Und das steht auch im SPD Parteiprogramm. Ich bin mal gespannt ob der wirklich nächstes Jahr auf 15 Euro erhöht wird.
Für die Partei, nicht für tarifbezahlte Arbeiter. Denen ist mehr geholfen, wenn sie nicht in solchen Jobs arbeiten müssen. Also die Betriebe in Deutschland überleben und Stellen schaffen.

Das Gleiche gilt für ALG2, die SPD hat Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe zusammengeführt und es dann zum Bürgergeld "reformiert". Man hat mit jedem Schritt bewusst die Leistungen für Arbeitssuchende, Arbeitsunfähige und Arbeitsunwillige sowohl faktisch als auch begrifflich immer weiter angeglichen.

Aber das ist halt die moderne Auslegung der Solidarität, die heute bedingungslos sein muss.
 
Also ich teile diese Sicht ehrlich gesagt nicht. Wie du selbst sagst: Die SPD war schon vor 30 Jahren keine Partei für eine breite Masse gelernter Facharbeiter (die es damals so auch schon nicht mehr gab). PPP, Bahnveruntreuung, Riester - Schon Schröder hat systematisch von der Gemeinschaft in die Kassen der Finanzindustrie und Anleger umgeleitet. HartzIV war da nach am ambivalentesten, da im ursprünglichen Ansatz überwiegend eine Verwaltungsreform mit tatsächlich positiven Ansätzen ("und fördern"!), die erst später versemmelt wurde, weil die fest geplanten Korrekturen eben ausblieben oder in die falsche Richtung gingen - unter reger SPD-Beteiligung. Trotz der Lichtblicke "(leicht umgehbarer, Inflation anheizender) Mindestlohn" und "Pflegereform" ist die Gesamtbilanz in den Merkeljahren da eine lineare Fortsetzung der 90er-Jahre-Politik, und schon die kam nicht aus dem nichts, ebenso wie nach Merkel geradlinig weiter gescholzt wurde.

Also was sollte da eine "alte SPD" sein, gegenüber der sich plötzlich etwas ändern sollte? Für harte Kontraste muss man 50-60-70 Jahre zurückblicken und dass die Genossen von heute nicht die gleichen wie damals sind, ergibt sich schon rein aus der Biologie.
Die Regierung Schröder war nach meinem Wissen die erste SPD-Regierung, welche solche tiefgreifenden Reformen vorgenommen hat. Und danach haben ihr viele Arbeiter (Ungelernte und Facharbeiter) den Rücken gekehrt.
Seahawk hatte ja den Link gepostet. Dort sieht man das die meisten Arbeiter heute AfD wählen.
Das macht mir Angst, denn wenn die größer wird, kann es schnell in Richtung Sozialismus kippen.
Vor den Rechten sollte man mehr Angst haben.

Für die Partei, nicht für tarifbezahlte Arbeiter. Denen ist mehr geholfen, wenn sie nicht in solchen Jobs arbeiten müssen. Also die Betriebe in Deutschland überleben und Stellen schaffen.
Es gibt auch ungelernte Arbeitskräfte. Für die ist ein Mindestlohn wichtig.
 
Das macht mir Angst, denn wenn die größer wird, kann es schnell in Richtung Sozialismus kippen.
Achso, da hast du Angst vor? Ich glaube viel weiter als aktuell könnten wir vom Sozialismus kaum weg sein. Zusätzlich bewegen wir uns immer weiter nach rechts.

Also keine Sorge, bevor wir im Sozialismus landen gibt es hier schon längst eine Diktatur ganz nach Hitlers Vorbild.
 
Es gibt auch ungelernte Arbeitskräfte. Für die ist ein Mindestlohn wichtig.
Aber damit gewinnt man keine Stimmen bei "Arbeitern".

Sieht man schön in dem Interview.


Da liegt jeder Arbeiter in der Metallindustrie, der Tarif bekommt, über dem was Walter-Borjans als "Mitte" bezeichnet.
 
Aber damit gewinnt man keine Stimmen bei "Arbeitern".
Ich weiß ja nicht was du als "Arbeiter" definierst? :ka:

Wikipedia schreibt dazu:

Ein Arbeiter ist ein unselbständig beschäftigter Arbeitnehmer, dessen Arbeitsinhalt überwiegend aus körperlicher Arbeit mit hoher Arbeitsschwere durch überwiegend mittlere bis schwere Muskelarbeit besteht, wofür vom Arbeitgeber ein Arbeitslohn als Gegenleistung gezahlt wird.
und

Arbeiter verrichten aus physiologischer Perspektive jedenfalls überwiegend mittlere bis schwere körperliche Tätigkeit, sie erhalten einen Arbeitslohn, dessen Lohnniveau meist unterhalb des Einkommensniveaus eines Angestellten liegt.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeiter

Du meinst "Facharbeiter" also gelernte Arbeitskräfte. Aber ungelernte Arbeitskräfte sind genauso Arbeiter.
 
Wo hat der denn überhaupt die Zahlen her?

Jemand der 70000€ Brutto verdient hat ca 43000€ Netto. In meiner Welt gebe ich da knapp 39% ab und nicht 28,5%.

Ob die Abgaben jetzt durch die Lohnsteuer oder Sozialabgaben kommen kann mir erstmal völlig Latte sein.

Außerdem ist die Zahl jetzt auch noch völlig verzehrt weil das nur der Arbeitnehmer Teil ist. Mit dem Arbeitgeberteil kommen da ganz andere Werte bei rum.

Ansonsten ist das Interview doch völlig Weltfremd. Das Problem sind nicht die paar Hansel die 100 oder 200k verdienen. Das Problem sind deutlich dickeren Fische. So hetzt er die Bevölkerung doch nur völlig unnötig gegeneinander auf.
 
So sehen die neuen SPD-Ministerien aus:

Die SPD hat sich abschließend auf ihr Regierungsteam verständigt. "Erfahrene Persönlichkeiten aus Bundes- und Landespolitik treffen auf neue Gesichter, die für den Generationswechsel in der SPD stehen", heißt es in einer Erklärung der Parteivorsitzenden Lars Klingbeil, Saskia Esken und des Generalsekretärs Matthias Miersch. Die neun Kabinettsposten der SPD würden von sechs Frauen und drei Männern übernommen:
  • Lars Klingbeil: Bundesminister der Finanzen, Vizekanzler
  • Bärbel Bas: Bundesministerin für Arbeit und Soziales
  • Boris Pistorius: Bundesminister der Verteidigung
  • Verena Hubertz: Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen
  • Stefanie Hubig: Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz
  • Reem Alabali-Radovan: Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Carsten Schneider: Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
  • Elisabeth Kaiser: Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
  • Natalie Pawlik: Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland
Neben sieben Bundesministern und Bundesministerinnen stellt die SPD die zwei Staatsminister für Migration und Ostdeutschland.
Quelle: https://www.zdf.de/nachrichten/poli...sterien-regierungsteam-kabinett-merz-100.html

Dafür das sie bei der Wahl so schlecht abgeschnitten hatten sind das doch recht viele.
 
Ich weiß ja nicht was du als "Arbeiter" definierst? :ka:

Wikipedia schreibt dazu:

und

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeiter

Du meinst "Facharbeiter" also gelernte Arbeitskräfte. Aber ungelernte Arbeitskräfte sind genauso Arbeiter.
Ich meine hier primär die Wähler der SPD und die kommen nun einmal historisch aus der Arbeiterbewegung, die eben eher aus gelernten und qualifizierten Arbeitern bestand.


Zeigt imho das Kernproblem der SPD. Zum einem mangelt es an Glaubwürdigkeit, zum anderen treffen die Themen nicht. Versprechen für die Mittellosen können AfD, BSW und Linke besser und alles ab Facharbeiter muss sich fragen ob man Besserverdiener ist und damit die Party bezahlen darf.

Und da ist die SPD, im Vergleich zur SPD meiner Eltern, heute imho falsch aufgestellt. Damals war die Lösung nicht die Löhne und Sozialleistungen hoch zu schrauben, damit auch Arbeitslose und Ungelernte es gut haben, damals war die Lösung ihnen Wege zur Fortbildung zu schaffen, damit sie es selber erreichen können mehr zu verdienen.
 
Zeigt imho das Kernproblem der SPD. Zum einem mangelt es an Glaubwürdigkeit, zum anderen treffen die Themen nicht.
Glaubwürdigkeit und Politik sind oft widersprüchlich.
Versprechen für die Mittellosen können AfD, BSW und Linke besser und alles ab Facharbeiter muss sich fragen ob man Besserverdiener ist und damit die Party bezahlen darf.
Klar zahlen die die Party. Die Großkonzerne und Superreichen haben Steuersparmodelle, der Mittelstand und die Angestellten nicht. Die Inflation tut den Rest.
 
Und da ist die SPD, im Vergleich zur SPD meiner Eltern, heute imho falsch aufgestellt. Damals war die Lösung nicht die Löhne und Sozialleistungen hoch zu schrauben, damit auch Arbeitslose und Ungelernte es gut haben, damals war die Lösung ihnen Wege zur Fortbildung zu schaffen, damit sie es selber erreichen können mehr zu verdienen.
Will man mehr gelernte Arbeitskräfte, muss man mit dem Bildungssystem und den Schulen anfangen.
Da läuft schon lange vieles schief.
 
Will man mehr gelernte Arbeitskräfte, muss man mit dem Bildungssystem und den Schulen anfangen.
Da läuft schon lange vieles schief.
Ja, da leisten wir uns aber keine ehrliche Debatte.


Je mehr Verantwortung wir auch Schulen und Lehrende packen, desto schlechter wird das Ergebnis.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
SPD? Wo fangen wir da an?
Papenburg. Wie das ausging, wissen wir.
Brandt. Staatliche Rücklagen versemmelt, die Hose nicht zugehalten und ausspioniert.
Schmidt. Vllt der beste Kanzler, den wir jemals hatten. Quasi von den eigenen Leuten mit abgesägt.
Schröder. Mehr Lobbyist, wie alle CDU-ler zusammen vor ihm.
Scholz. Noch frisch, da bedarf es keiner Erläuterungen.
Im Kleinen: Hessen -SPD und Ypsilanti. Ein echtes Armutszeugnis.
Usw.
Gruß T.
 
Was auch nachvollziehbar ist, wenn ich mir so angucke, was die SPD so treibt (Inflation, Cum-Ex, Migration, Gender, Bürokratie), kann ich gut nachvollziehen, dass Arbeiter darauf keinen Bock mehr haben.
Schon komisch. Leute wählen eine Partei, die für sie nichts tun will und inzwischen rechtsextrem ist.
Und Boris Palmer relativiert das natürlich sofort, genauso wie Linnemann.
Das macht mir Angst, denn wenn die größer wird, kann es schnell in Richtung Sozialismus kippen.
Der Witz war gut.
Sozialismus wäre schon gut, passiert aber leider nicht.
 
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