Und so entsteht im gegenwärtigen System eine sich unendlich erhöhende Automatik.
Mindestlohn steigt -> Tariflohn steigt -> Preise steigen / Löhne steigen -> Grundsicherung steigt und wieder von vorne
Diese Inflationsspirale ist der Grundgedanke des Mindestlohns. Realen Nutzen entfaltet der nur insofern, als das direkt nur Löhne steigen und das in voller Höhe auch nur die Mindestlohn-nahen, aber keine Kapitaleinkünfte oder einzeln verhandelte Managerboni. So staucht man die Lohnpyramide von unten her zusammen respektive man schiebt zumindest das untere Ende etwas nach oben, auf das die Spitzeneinkommen nicht ganz so schnell entwachsen.
Die imho sinnvollere, definitiv aber zielstrebigere und weniger disruptive Methode, wäre es natürlich, einfach am oberen Ende auf die Einkommen zu drücken. Aber Steuern sind ja böse, Gelder rausschmeißen ist besser...
Qualifizierung lohnt sich ja. Gelernte Arbeitskräfte werden besser bezahlt.
Und wenn die Differenz zwischen Mindestlohn und Fachkraftlohn zu gering ist, dann muss die Fachkraft besser bezahlt werden.
Wir haben in Deutschland mittlerweile einen auf-dem-Papier-Qualifizierungswahn, der sehr oft wenig reale Kompetenz widerspiegelt und nur noch in der Hoffnung auf respektive für rein formelle Lohnsteigerungen läuft, aber unsummen kostet. Natürlich verdienen höherqualifizierte im Schnitt mehr, aber das heißt nicht, dass das Philosophiestudium des Kassierers dem Supermarktbetreiber mehr nützt, als das Abi des Regaleinräumers.
Die Diskussion ist ja müßig.
In der Tat. Ausgansaussage klar falsch, Diskussion überflüssig.
Jene, die Eigentum erworben haben/gebaut haben, haben ja schon ordentlich Steuern abgedrückt.
Und ordentlich von der Gesellschaft profitiert.
Es gibt eine klare Regelung (siehe
@RyzA ), dass im Erbfall von größeren Vermögen da up to 43% Steuern anfallen.
Intel garantiert auch "upto" Gigglehertz.
Die Realität sieht leider anders aus und die effektive Steuer auf große Erben liegt nahezu bei null. Mal so als Rechenbeispiel: 2021 ist rund 1/80tel der Bevölkerung verstorben, es sollte also rund 1/80tel des Bestandsvermögens vererbt werden. Das wären, aus dem Durchschnittsvermögen hochgerechnet, rund 320 Milliarden Euro, wobei die Durchschnittsschätzungen bekanntermaßen große Lücken bei den Superreichen aufweisen. Könnten also auch 400 Milliarden gewesen sein.
Erbschaftsteuern gezahlt wurden 9 Milliarden. Also nicht einmal 3% und das liegt bestimmt nicht am Basisfreibetrag/nicht daran, dass 1 Million Mal ein 400000 € Haus vereerbt wurde.
Daran gehen übrigends auch die meisten Mittelständler darüber Pleite bzw. werden an irgendwelche Chinesen verschachert.
Wenn ein Unternehmen zumacht, weil es eine zusätzliche Belastung von 0,2% des Unternehmens pro Jahr (3% durchschnittliche Erbschaftssteuer über 20 Jahre Rückzahlung + ein paar Kreditzinsen) nicht verkraftet, dann ist es nicht durch die Erbschaftssteuer pleite gegangen. Dann war es vorher schon Pleite und der Erbe hatte, im Gegensatz zum illusorischen Firmengründer, nur als erster den Mumm, es zuzugeben.
Wenn der Erbe das gutgehende Unternehmen nach China verkauft, anstatt einen Kredit von den sprudelnden Einnahmen abzustottern, dann hat der Erbe offensichtlich keinen Bock, den Laden weiterzuführen und es findet sich auch kein anderer Investor in Deutschland, der das machen möchte. Das kann man nicht ändern, aber man kann der deutschen Gesellschaft, dank der der Laden überhaupt existiert, wenigstens einen Teil zurückgeben, bevor ein Chinese zuschlägt.
Warum sollen Kinder von fleissigen Eltern nicht was ordentlich abbekommen?
Gegenfrage: Warum sollten sie? Das nichts weiter als eine euphemistische Formulierung für "Kinder weniger erfolgreicher Eltern werden nochmal richtig in die Scheiße gestoßen".
Und davon abgesehen: Wer bite schön schafft es mit ""Fleiß"", also mit Arbeit seiner eigenen Hände ohne von den Leistungen anderer zu profitieren, mehr als 400000 € in einem Leben anzuhäufen?
Das geht in aller Regel nur mit Genie, mit Glück oder durch Ausbeutung. Ersteres soll ruhig mit einem schönen Leben belohnt werden, aber wir reden hier über den Zeitraum nach dem Lebensende. Mittleres meinetwegen ebenfalls, auch wenn eine gerechte Gesellschaft versuchen sollte, das Glück einiger und das Pech anderer gegeneinander auszugleichen. Und letzteres gehört bestraft.
Womit wir auch den Bogen zur SPD geschlagen hätten, denn die hat mal als Vertretung derjeniger angefangen, die von gut Situierten ausgebeutet wurden. Damals waren es Arbeiter, heute wären es überwiegend Angestellte, aber es waren noch nie Leute mit großem Erbe.
Je stärker man das besteuert, desto interessanter werden Steuersparmodelle. Oder halt keine Investitionen mehr, weil das am Ende alles vom Staat aufgefrühstückt wird.
Kaum einer hat Bock, für umme für den Staat zu arbeiten.
Als hätte irgendjemand vermögendes jemals eine Möglichkeit zum Steuern ganz einsparen ausgeschlagen, nur weil die Steuer etwas niedriger war.