Ist der Strafvollzug in Deutschland noch zeitgemäß?

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Nabend!


Ich habe gestern Abend diese Doku im Ersten gesehen:



Circa 58.000 Menschen sitzen derzeit in deutschen Gefängnissen. Über die Hälfte von ihnen wird nach der Entlassung wieder rückfällig. Diese Statistik lässt Zweifel am Strafvollzug aufkommen. Der Journalist Frank Seibert will wissen: Läuft etwas grundlegend schief in deutschen Gefängnissen? Er trifft sich mit Kriminellen und Opfern, Gefängnisforschern und JVA-Bediensteten. Für "ARD Wissen" stellt er sich der Frage, wie Täter besser resozialisiert werden können.


Um überhaupt zu verstehen, was Gefängnis mit Menschen macht, geht Frank Seibert freiwillig in den Knast. Für einige Stunden fällt eine Zellentür hinter ihm zu. Isolation und der plötzliche Kontrollverlust verändern alles, sagt er nach seiner „Entlassung“.


Was bringt das Einsperren? Der Jurist und ehemalige Leiter einer sächsischen Justizvollzugsanstalt Thomas Galli, sagt: gar nichts! Er würde 90 Prozent der Menschen, die hinter Gitter sind, unter Auflagen freilassen. Gefängnis ist soziale Ausgrenzung und obendrein teuer, mit 200 Euro pro Gefangenen am Tag. In Summe kostet es die Steuerzahler über 10 Millionen Euro – jeden Tag. Das Geld würde Thomas Galli lieber in Sozialarbeit und Therapie für die Straffälligen stecken.


René Müller arbeitet seit über 20 Jahren als Beamter im Gefängnis und widerspricht. Das Wegsperren von Straffälligen dient der allgemeinen Sicherheit, der Abschreckung und dem Gerechtigkeitsgefühl.


Frank Seibert geht für "ARD Wissen" der Frage nach: Wer hat recht? Um dies zu beantworten, trifft er sich mit Gefängnisforscherin Kristin Drenkhahn, die die Wirkung des sozialen Knast-Klimas auf die Resozialisierung untersucht. Der ehemalige Gefangene Thomas, der versucht hat, eine Frau zu töten, beschreibt dieses Klima aus einer sehr persönlichen Erfahrung heraus. Knast verändert - die meisten Knackis jedoch nicht zum Guten, so sein Fazit. Die Neurowissenschaftlerin Simone Kühn vom Max-Planck-Institut Berlin und der Psychiater Johannes Fuß von der Uni Duisburg/Essen untersuchen die Verhaltensweisen und damit einhergehende Hirnveränderungen von Gefangenen. Das weltweit erste Forschungsprojekt, das der Frage nachgeht, ob hinter Gittern so viel Monotonie und Reizarmut herrscht, dass sich dadurch bestimmte Hirnregionen verkleinern oder gar inaktiv werden. Macht Gefängnis also eher krank, statt fit für das Leben danach?


In Norwegen stellte sich der damalige Justizminister diese Frage bereits in den späten 1980er Jahren, als dort die Rückfallquoten ebenfalls bedenklich hoch waren. Um sie zu beantworten, gründete er eine Expertengruppe. Der Jurist Are Høidal gehörte ihr an. Frank Seibert trifft Høidal in einem Gefängnis in der Nähe von Stavanger. Dieses Gefängnis arbeitet nach dem sogenannten norwegischen Normalitätsprinzip. Das heißt: Alle Kriminellen werden mit Respekt und Freundlichkeit behandelt. Die Gefangenen, die kooperieren - und das sind die meisten -, dürfen nach kurzer Zeit in eine Wohnsiedlung ziehen. Sie leben hier in kleinen Gemeinschaften, ohne Gitter. Es gibt zudem ein Ferienhaus für Angehörige, einen Laden, ein Kulturhaus, einen Sportplatz und viel Waldfläche. Die norwegische Idee funktioniert. Die Rückfallquote sank um 50 Prozent.
Wenn doch über die Hälfte aller Strafttäter rückfällig werden, muss man sich echt fragen was das überhaupt noch bringt Menschen wegzusperren? Wo ist da die Resozialisierung? In Norwegens Modell wurde durch andere Maßnahmen die Rückfallquote stark gesenkt. Natürlich sollten aber Schwerverbrecher wie (Serien)Mörder und Kinderschänder weiterhin (lebenslang) weggesperrt werden. Um die Gesellschaft vor ihnen zu schützen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das bedeutet man müsste sich ernsthaft mit dem Problem befassen und vllt sogar eigene Fehler eingestehen. Einfach wegsperren und hoffen dass sich das Problem von selbst erledigt ist da deutlich bequemer :ka:
Ja schade. Und man nimmt dann eine relativ hohe Rückfallquote und Kosten in Kauf. 10 Millionen Euro am Tag sind schon 300 Millionen im Monat. 3,6 Milliarden im Jahr. Man könnte das Geld bestimmt besser einsetzen.
Man bekämpft halt die Auswirkungen des Kapitalismus.
Hat das wirklich mit dem Kapitalismus zu tun?

In sozialistischen Ländern sind die Strafen noch drakonischer.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Frage wird schon seid Jahren unter Strafrechtlern diskutiert.
Ist halt schwierig.
Im Jugendstrafrecht gibt es weit mehr Resozialisierung und die Rückfallquoten sind geringer.

Aber auch im Erwachsenenstrafrecht sind wir meiner Auffassung nach fortschrittlicher als andere Länder wie z.B.: die USA.
Deren Strafrecht ist z.T.: absolut hanebüchen.
Und damit meine ich nicht nur die Todesstrafe, welche meiner Ansicht nach völlig aus der Zeit gefallen ist, sondern auch folgendes: https://de.wikipedia.org/wiki/Three-strikes_law

Nach der "Three Strikes Law" kann es Beispielsweise passieren, dass du nach dem dritten Diebstahl einfach mal 25 Jahre + X in den Knast wanderst.
Ganz davon abgesehen dass es in den USA 0 Resozialisierung gibt --> dort geht es einzig und allein ums wegsperren.
Das gibt es bei uns nur bei anschließender Sicherungsverwahrung.
 
Aber auch im Erwachsenenstrafrecht sind wir meiner Auffassung nach fortschrittlicher als andere Länder wie z.B.: die USA.
Deren Strafrecht ist z.T.: absolut hanebüchen.
Und damit meine ich nicht nur die Todesstrafe, welche meiner Ansicht nach völlig aus der Zeit gefallen ist, sondern auch folgendes: https://de.wikipedia.org/wiki/Three-strikes_law

Nach der "Three Strikes Law" kann es Beispielsweise passieren, dass du nach dem dritten Diebstahl einfach mal 25 Jahre + X in den Knast wanderst.
Ganz davon abgesehen dass es in den USA 0 Resozialisierung gibt --> dort geht es einzig und allein ums wegsperren.
Das gibt es bei uns nur bei anschließender Sicherungsverwahrung.
Das Justizsystem in den USA ist wirklich fragwürdig. In einen Bundesstaat Todesstrafe im anderen nicht.
Dann müssen die teilweise ihr Leben lang auf eine Exekution warten, weil die immer wieder verschoben wird.
Das finde ich absolut unmenschlich!
Oder Strafen wie 3 mal lebenslänglich oder so. Ich glaube bei denen ist ja lebenslänglich wirklich lebenslänglich.
Dazu kommt noch das Rassismusproblem. In deren Gefängnissen sitzen am meisten Schwarze und Latinos.
 
Man bekämpft halt die Auswirkungen des Kapitalismus.
Ja, ist klar.
Darum kommen beispielhaft die schlimmsten Serienmörder ja auch alle aus China, Kolumbien, Russland/UdSSR, Afghanistan, Brasilien - und Deutschland ....

@RyzA :
Die Kernfrage ist, was willst du mit Menschen machen, die eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen?
Ich denke da an notorische Serienvergewaltiger, Mörder etc..
Alleine um eben die Zivilbevölkerung vor Übergriffen zu schützen, müssen diese meiner Meinung nach erst mal dorthin kommen, wo sie niemanden mehr schaden können.
Dass viele Resozialisierungsprogramme dann ins Leere laufen, hat dann ja doch eher was mit den Programmen zu tun - funktionieren die nicht?

Wir leben nun mal in einem komplexen Rechtsstaat, der Regeln aufgestellt hat.
Jeder ist angehalten, diese Regeln einzuhalten.
Gibt es keine Sanktionen, werden die Regeln außer Kraft gesetzt und jeder macht gerade, was er will.

Wenn du bei Rot über die Ampel düst, fährste eben mal 1 Monat kein Auto mehr.
Das Sanktionsmaß ist immer diskutierbar, die Gesellschaft erwartet aber, dass Zuwiederhandlungen gegen die öffentliche Ordnung sanktioniert werden.
Wer sich nicht an die Regeln hält, gehört nicht mehr zur Mehrheit dieser Gesellschaft, bis eben er seine Strafe gegen den Regelverstoß verbüßt hat.

Nur weil die Resozialisierung nicht optimal läuft, kann man der Öffentlichkeit nicht zumuten, dass einer straffrei bleibt, wenn er z. B. (wie fast jeden Tage bei uns) seine Ex- oder Noch Frau nur aus (Frauen-)Haß tötet.
Das wird nicht funktionieren.
 
@RyzA :
Die Kernfrage ist, was willst du mit Menschen machen, die eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen?
Ich denke da an notorische Serienvergewaltiger, Mörder etc..
Alleine um eben die Zivilbevölkerung vor Übergriffen zu schützen, müssen diese meiner Meinung nach erst mal dorthin kommen, wo sie niemanden mehr schaden können.
Hatte ich ja am Anfang geschrieben. Die sollen weiterhin länger weggesperrt werden.
Dass viele Resozialisierungsprogramme dann ins Leere laufen, hat dann ja doch eher was mit den Programmen zu tun - funktionieren die nicht?
Scheinbar nicht. Sonst gäbe es ja nicht eine so hohe Rückfallquote.
Wir leben nun mal in einem komplexen Rechtsstaat, der Regeln aufgestellt hat.
Jeder ist angehalten, diese Regeln einzuhalten.
Gibt es keine Sanktionen, werden die Regeln außer Kraft gesetzt und jeder macht gerade, was er will.

Wenn du bei Rot über die Ampel düst, fährste eben mal 1 Monat kein Auto mehr.
Das Sanktionsmaß ist immer diskutierbar, die Gesellschaft erwartet aber, dass Zuwiederhandlungen gegen die öffentliche Ordnung sanktioniert werden.
Wer sich nicht an die Regeln hält, gehört nicht mehr zur Mehrheit dieser Gesellschaft, bis eben er seine Strafe gegen den Regelverstoß verbüßt hat.

Nur weil die Resozialisierung nicht optimal läuft, kann man der Öffentlichkeit nicht zumuten, dass einer straffrei bleibt, wenn er z. B. (wie fast jeden Tage bei uns) seine Ex- oder Noch Frau nur aus (Frauen-)Haß tötet.
Das wird nicht funktionieren.
Es geht auch um die Verhältnismäßigkeit. Steuersünder bekommen teilweise genauso lange Haftstrafen wie Gewaltstraftäter.
 
Die Kosten pro Tag schaffen eine absurde Situation, in der die Allgemeinheit für Leute, die gegen die Allgemeinheit sind, mehr aufkommt, als für beispielsweise Mütter, die sich vermehrt um ihre Familie und damit indirekt für die Allgemeinheit gekümmert haben, aber zur Rente Sozialhilfe beantragen müssen.
 
Scheinbar nicht. Sonst gäbe es ja nicht eine so hohe Rückfallquote.
Die Frage ist im Detail, wer genau fällt zurück?
Wir ahben in D. eine verhältnismäßig gerine mordrate.
Aslo handelt es sich "maximal" überwiegend um Vergewaltigungsfälle, Körperverletzungen bei der Gewaltkriminalität.
Die Allermeisten werden vermutlich wegen Raub, Diebstahl, Drogenkriminalität etc. einsitzen.
Dein verlinkte Bericht differenziert hier überhaupt nicht.
Der Junkie bleibt, so Gesundheitsministerium, zu 80% immer ein Junkie, bis er daran stirbt.

Es geht auch um die Verhältnismäßigkeit. Steuersünder bekommen teilweise genauso lange Haftstrafen wie Gewaltstraftäter.
Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass Gewalttäter ja höhere Strafen bekommen müssten.
wenn eine rstuern in Mio. Höhe hinterzieht, wird jeder nicken, dass der eben auch für 4 Jahre einsitzen muss, oder?
 
Nur weil die Resozialisierung nicht optimal läuft, kann man der Öffentlichkeit nicht zumuten, dass einer straffrei bleibt, wenn er z. B. (wie fast jeden Tage bei uns) seine Ex- oder Noch Frau nur aus (Frauen-)Haß tötet.
Das wird nicht funktionieren.
Da gebe ich mal ein Beispiel:
Ehepaar seid 45 Jahren verheiratet, ein Partner wird oder fühlte sich unterdrückt etc.pp....dann kommt es zur Kurzschlussreaktion und Partner A tötet Partner B.
Partner A hat durchgehend gearbeitet und engagierte sich ein Leben lang ehrenamtlich, keine Vorstrafen.
Ein Risiko einer weiteren Straftat ist mehr oder weniger ausgeschlossen.

Urteil Totschlag 9 Jahre ohne Bewährung.

Das kann man gerecht finden, aber was soll die Gefängnisstrafe dort bringen? Wir bestrafen in Deutschland damit sich Menschen bessern, deshalb resozialisieren wir auch --> damit er/sie/es in der Zeit nach dem Gefängnis sich in der Gesellschaft integrieren kann.

Partner A weiß aber dass es falsch war und ist integriert.
Ich will das auch nicht zu weit führen, aber stell dir vor --> die Öffentlichkeit kann seine Tat nachvollziehen und möchte nicht vor ihm geschützt werden...

Wie oben schon mal geschrieben, es ist schwierig.
 
Die Frage ist im Detail, wer genau fällt zurück?
Wir ahben in D. eine verhältnismäßig gerine mordrate.
Aslo handelt es sich "maximal" überwiegend um Vergewaltigungsfälle, Körperverletzungen bei der Gewaltkriminalität.
Die Allermeisten werden vermutlich wegen Raub, Diebstahl, Drogenkriminalität etc. einsitzen.
Dein verlinkte Bericht differenziert hier überhaupt nicht.
Der Junkie bleibt, so Gesundheitsministerium, zu 80% immer ein Junkie, bis er daran stirbt.
Drogenkriminalität lässt sich therapieren. Und es gibt Menschen die es wirklich schaffen da raus zukommen.
Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass Gewalttäter ja höhere Strafen bekommen müssten.
wenn eine rstuern in Mio. Höhe hinterzieht, wird jeder nicken, dass der eben auch für 4 Jahre einsitzen muss, oder?
Muss er das wirklich? Oder würden nicht andere Auflagen reichen? Wie elektronische Fußfesseln und allgemeinnützige Arbeit?
 
Da gebe ich mal ein Beispiel:
Ehepaar seid 45 Jahren verheiratet, ein Partner wird oder fühlte sich unterdrückt etc.pp....dann kommt es zur Kurzschlussreaktion und Partner A tötet Partner B.
Partner A hat durchgehend gearbeitet und engagierte sich ein Leben lang ehrenamtlich, keine Vorstrafen.
Ein Risiko einer weiteren Straftat ist mehr oder weniger ausgeschlossen.

Urteil Totschlag 9 Jahre ohne Bewährung.

Das kann man gerecht finden, aber was soll die Gefängnisstrafe dort bringen? Wir bestrafen in Deutschland damit sich Menschen bessern, deshalb resozialisieren wir auch --> damit er/sie/es in der Zeit nach dem Gefängnis sich in der Gesellschaft integrieren kann.

Partner A weiß aber dass es falsch war und ist integriert.
Ich will das auch nicht zu weit führen, aber stell dir vor --> die Öffentlichkeit kann seine Tat nachvollziehen und möchte nicht vor ihm geschützt werden...

Wie oben schon mal geschrieben, es ist schwierig.
Aber... er hat einen Menschen getötet.
Aus der Ferne kann man das distanziert betrachten, aber wa sagen die Angehörigen, Bruder, Schwester, Kinder zu der Tatsache, das sie nun tot ist.
Sie, die ebenso gerne gelebt hat, wie alle anderen, wie du und ich.
Ist des dann gerecht, juristisch wie vom Gerechtigkeitsgefühl her, dass der Täter straffrei bleibt?

Wir sind wieder beim Rotlicht-Ampelverstoß.
Jeder erwartet, das der andere Verkehrsteilnehmer die Regeln einhält, wenn nicht, drohen Sanktionen.

Wenn keine Sanktionen drohen oder vollzogen werden, haste irgendwann dann völlige Willkür auf der Straße.
Jeder macht, was er will.
Und wenn er dann beim nächsten Ampelverstoß ein Kleinkind totfährt.
Yo, mei, ist ja gut integriert, macht er nie wieder - straffrei???

Das Strafsystem ist nicht auf Rache aus, nicht mal auf Gerechtigkeit, sondern, damit die Regeln unserer Gesellschaft im Großen und Ganzen funktionieren.
Es gibt keine "gerechte" Strafe, wenn ein anderer Mensch ermordet wird.
Es ist eine Sanktion, damit der Straftäter erkennt, das er gegen die Regeln des Zusammenlebens verstoßen hat und bei uns überdies in der Regel mittels Resozialisierungsprogrammen zumindest einen Türgriff in die Hand bekommt, es bei Ende der Sanktionen nicht mehr zu tun.
Drogenkriminalität lässt sich therapieren. Und es gibt Menschen die es wirklich schaffen da raus zukommen.
Die Statistik vom BKA sagt 80% der Nutzer von schweren Drogen fallen zurück, trotz augenscheinlichem erfolgreichen Entzug und Therapie.
Muss er das wirklich? Oder würden nicht andere Auflagen reichen? Wie elektronische Fußfesseln und allgemeinnützige Arbeit?
Das ist eine gesellschaftliche Entscheidung.
Eine elektronische Fussfessel wie auch gemeinnützige Arbeit hält nicht einen ab, weiterhin z. B. Betrug zu tätigen.
Ein Jurist hat mir mal erzählt, der Hauptgrund, warum Wirtschaftskriminalität annähernd gleich heftig sanktioniert wird wie Kapitalverbrechen (also Mord etc.) liegt darin, dass man mit der Haft versucht, die Geflechte und Connections zu zerstören, die bei solchen Verbrechen üblicherweise existieren.
Genau genommen wieder Schutz der Bevölkerung vor weiteren Straftaten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Statistik vom BKA sagt 80% der Nutzer von schweren Drogen fallen zurück, trotz augenscheinlichem erfolgreichen Entzug und Therapie.
Dann sollte man das Therapiesystem verbessern.
Das ist eine gesellschaftlcihe Entscheidung.
Eine elktronsiche Fussfessel wie auch gemeinnützige Arbeit hält nicht einen ab, weiterhin z. B. Betrug zu tätigen.
Ein Jurist hat mir mal erzählt, der Hauptgrund, warum Wirtschaftskriminalität annähernd gleich heftig sanktioniert wird wie Kapitalverbrechen (also Mord etc.) liegt darin, dass man mit der Haft versucht, die Geflechte und Connections zu zerstören, die bei solchen Verbrechen üblicherweise existieren.
Genau genommen wieder Schutz der Bevölkerung vor weiteren Straftaten.
Für organisierte Kriminalität mag das zutreffen aber nicht für Einzelpersonen. Wie z.B. Hoeneß oder Schuhbeck.
 
Zuletzt bearbeitet:
Klein Kriminelle
Schwarzfahren, Drogenbesitz in kleinen Mengen, Diebstahl, Sachbeschädigung
etc. sollte man zu Sozial Stunden verdonnern. Diese sollten das in einem Laden / Unternehmen abarbeiten und mit dem Lohn, den die bekommen ihre Schulden Bezahlen. Das könnte vielleicht eine Berufliche Perspektive und berufliche Chancen eröffnen.

mittelschwere Straftatäter
Gewaltkriminalität in geringem Maße (Körperverletzung): Hier würde ich den jenigen im Krankenhaus in der Notfall Klinik arbeiten lassen, mit er Sehen kann was das für ein ausmaß an den Opfern hat.
Drogenhandel: in der Suchtklinik Sozial Stunden Leisten und Thearpie.

Wiederholte Diebstähle und Einbruch: Wie oben bei den klein Kriminellen Abarbeiten lassen.

Schwerst Kriminelle
Sexualstraftäter / Kinderschänder:
Für 15 Jahre oder höher in den Bau und danach permanente Fussfessel (oder für immer in SIcherheitsverwahrung).
Schwere Gewaltverbrecher (Totschlag/Mord): hier ebenfalls 15 Jahre oder höher in den Bau und permanente Fussfessel. Für solche wünsche ich mir ein Gefängnis wie Alcatraz oder das CECOT-Gefängnis (Centro de Confinamiento del Terrorismo) in El Salvador.
 
Da gebe ich mal ein Beispiel:
Ehepaar seid 45 Jahren verheiratet, ein Partner wird oder fühlte sich unterdrückt etc.pp....dann kommt es zur Kurzschlussreaktion und Partner A tötet Partner B.
Partner A hat durchgehend gearbeitet und engagierte sich ein Leben lang ehrenamtlich, keine Vorstrafen.
Ein Risiko einer weiteren Straftat ist mehr oder weniger ausgeschlossen.

Urteil Totschlag 9 Jahre ohne Bewährung.

Das kann man gerecht finden, aber was soll die Gefängnisstrafe dort bringen? Wir bestrafen in Deutschland damit sich Menschen bessern, deshalb resozialisieren wir auch --> damit er/sie/es in der Zeit nach dem Gefängnis sich in der Gesellschaft integrieren kann.

Partner A weiß aber dass es falsch war und ist integriert.
Ich will das auch nicht zu weit führen, aber stell dir vor --> die Öffentlichkeit kann seine Tat nachvollziehen und möchte nicht vor ihm geschützt werden...

Wie oben schon mal geschrieben, es ist schwierig.
Das muss man die juristische Logik sehen.

Neben dem vollendeten Totschlag gibt es auch noch den versuchten Totschlag und unter dem gibt es die Körperverletzung.

Wenn in so einem Fall also der vollendete ohne Gefängnisstrafe geahndet wird, wäre der Logik nach auch der versuchte oder die Körperverletzung ohne Gefängnisstrafe zu ahnden und da wäre das dann noch lebende Opfer sicherlich schnell der Meinung, dass damit der Schutz vor einer Wiederholung fragwürdig ist.
 
Dann sollte man das Therapiesystem verbessern.
Sicherlich ist das eine Option.
Muss ja im Wesentlichen daran liegen, sonst hättest du nicht so hohe Wiederholungstäter-Prozentsätze.

Man muss aber auch zur Kenntnis nehmen, dass es Menschen gibt (Narzisten, Egomaniker keine Ahnung, wie man die im Einzelnen benennt) , denn andere Menschen völlig egal sind.
Ich habe, zum Glück in sehr ferner Verwandtschaft, so einen.
Der war notorischer Ladendieb, hat sich zu einem Tankstellenüberfall "hochgearbeitet" und wurde dabei erwischt.
Jo, fast 5 Jahre auf Raub, Sozialisierungsprogramm. Nach 2,5 Jahren wieder raus, Wohnung von Vater Staat gestellt bekommen, Geld, Wunschausbildungsplatz als Mechatroniker, volles Programm.
Auf ner Familienfeier, bei der ich nicht dabei war, sagte er im Suff, das nächste mal gibts keine Zeugen.
Nur 4 Monate nach Entlassung wieder ne Tankstelle überfallen. Ne junge Frau mit > 10 Messerstichen so schwer verlezt, dass die jetzt mit Hirnschaden im Krankenbett den Rest ihres Lebens verbringt.
10 Jahr bekommen (2020) und das Einzige, was er bei der Verhandlung sagte war, dass er es bedauert, die Zeugin nicht gänzlich kalt gemacht zu haben.
Ja was genau hat so einer in unserer Gesellschaft noch frei herumlaufend zu suchen?
Ich habe echt kein Problem damit, dass der jetzt mal 10 Jahre weggespert ist, ehrlich.

Auf organisierte Kriminalität mag das zutreffen aber nicht auf Einzelpersonen. Wie z.B. Hoeneß oder Schuhbeck.
Sie haben auf Kosten anderer Millionen erschwindelt, Existenzen ruiniert, Leid über viele andere Menschen (Arbeistplatzverluste etc.), einschließlich ihrer Familie gebracht.
M. A. waren/sind die Strafen viel zu gering ausgefallen.
Die haten beide einen Prominentenbonus erhalten.
 
Sicherlich ist das eine Option.
Muss ja im Wesentlichen daran liegen, sonst hättest du nicht so hohe Wiederholungstäter-Prozentsätze.

Man muss aber auch zur Kenntnis nehmen, dass es Menschen gibt (Narzisten, Egomaniker keine Ahnung, wie man die im Einzelnen benennt) , denn andere Menschen völlig egal sind.
Ich habe, zum Glück in sehr ferner Verwandtschaft, so einen.
Der war notorischer Ladendieb, hat sich zu einem Tankstellenüberfall "hochgearbeitet" und wurde dabei erwischt.
Jo, fast 5 Jahre auf Raub, Sozialisierungsprogramm. Nach 2,5 Jahren wieder raus, Wohnung von Vater Staat gestellt bekommen, Geld, Wunschausbildungsplatz als Mechatroniker, volles Programm.
Auf ner Familienfeier, bei der ich nicht dabei war, sagte er im Suff, das nächste mal gibts keine Zeugen.
Nur 4 Monate nach Entlassung wieder ne Tankstelle überfallen. Ne junge Frau mit > 10 Messerstichen so schwer verlezt, dass die jetzt mit Hirnschaden im Krankenbett den Rest ihres Lebens verbringt.
10 Jahr bekommen (2020) und das Einzige, was er bei der Verhandlung sagte war, dass er es bedauert, die Zeugin nicht gänzlich kalt gemacht zu haben.
Ja was genau hat so einer in unserer Gesellschaft noch frei herumlaufend zu suchen?
Ich habe echt kein Problem damit, dass der jetzt mal 10 Jahre weggespert ist, ehrlich.
Das ist sehr tragisch!:(
Sie haben auf Kosten anderer Millionen erschwindelt, Existenzen ruiniert, Leid über viele andere Menschen (Arbeistplatzverluste etc.), einschließlich ihrer Familie gebracht.
M. A. waren/sind die Strafen viel zu gering ausgefallen.
Die haten beide einen Prominentenbonus erhalten.
Alfons Schuhbeck bekommt keinen Prominentenbonus:


Der hat über 3 Jahre bekommen. Musste sich einer schweren OP unterziehen und war oder ist wohl kurzzeitig zu Hause. Und meinte dann aber noch dazu:

Schuhbeck wünsche sich jedoch, "so schnell wie möglich wieder in die JVA zurückkehren zu dürfen". Denn jeder Tag, um den die Haft für die medizinisch notwendige Behandlung unterbrochen werden muss, werde an seine Haftstrafe hinten angehängt. "Ihm wird nichts geschenkt", wird sein Freund zitiert.
 
Zurück