Ist der Strafvollzug in Deutschland noch zeitgemäß?

Das kann man gerecht finden, aber was soll die Gefängnisstrafe dort bringen? Wir bestrafen in Deutschland damit sich Menschen bessern,

Verhindern, dass die Angehörigen von Person A Person B und die verantwortlichen Politiker und Richter umbringen?

Ich glaub dir ist nicht ganz klar, welche Funktionen eine Strafe besitzt. Ein Anreiz zum Bessern ist nur ein kleiner Teil davon.

Abschreckung oder Vergeltung gehören auch mit dazu.
 
Wie will man auch rückfällig werden, wenn man gar nicht erst entlassen wird? Da sitzen 84% der Eingeknasteten viel länger im geschlossenen Vollzug als hier. Nach Zeiten zu denen hier im Schnitt längst eine Entlassung ansteht, kommen die Häftlinge dort noch nicht mal in den offenen Vollzug.
Zudem gibt es hier ja nur zwei Stufen.
 
Die lassen aber niemanden frei, die haben nur die Bedingungen verbessert. Es ist halt ein mehrstufiges System mit am Ende einem sehr guten offenen Vollzug. https://bachrauf.org/strafvollzug-norwegen-bodo-halden-bastoy/

Wie will man auch rückfällig werden, wenn man gar nicht erst entlassen wird? Da sitzen 84% der Eingeknasteten viel länger im geschlossenen Vollzug als hier. Nach Zeiten zu denen hier im Schnitt längst eine Entlassung ansteht, kommen die Häftlinge dort noch nicht mal in den offenen Vollzug.
Zudem gibt es hier ja nur zwei Stufen.
Die Rückfallquote bezieht sich auf die Zeit ab der Haftentlassung!
 
Ja, ist klar. Was auch sonst. Nur wenn man in Deutschland Mist baut und bekommt 10 Jahre, nach sechs Jahren aber Bewährung und schon nach eineinhalb Jahren offenen Vollzug, dann erscheint dem Straftäter vielleicht das Risiko erwischt zu werden vielleicht weniger schlimm, als wenn er in Norwegen dafür erstmal neun volle Jahre im geschlossenen Vollzug sitzen muss.
 
Ja, ist klar. Was auch sonst. Nur wenn man in Deutschland Mist baut und bekommt 10 Jahre, nach sechs Jahren aber Bewährung und schon nach eineinhalb Jahren offenen Vollzug, dann erscheint dem Straftäter vielleicht das Risiko erwischt zu werden vielleicht weniger schlimm, als wenn er in Norwegen dafür erstmal neun volle Jahre im geschlossenen Vollzug sitzen muss.
In Deutschland ist es genau umgekehrt! Wird auch in der Doku gesagt.
Die Rückfallquote ist höher umso länger sie einsitzen!
 
Ich verlass mich was da angeht nicht auf Dokus. Ich bin selbst oft genug in Schweden und Norwegen und weiß was ich da so höre. Die Ausbildung zum internationalen Schweißer, im Zuge der Haftmaßnahme gehört dort für viele Kommunen dazu. Ich versichere dir, in den offenen Vollzug kommt man nur sehr kurz, am Ende eines sehr viel längeren geschlossenen Vollzug als in Deutschland. Ich kann die verlinkte Doku ja heute Abend mal schauen, aber meine vor Ort Gespräche schildern es anders.
 
Norwegen ist dreistufig

Start: ein relativ vergleichbares System
bei guter Führung: Unterkunft in Kleingruppen, weniger strikte Sicherheitsregeln, teilweise Freigang
bei guter Führung zum Ende der Haft: offener Vollzug mit bereits eigener Arbeit in entsprechenden Wohngruppen

Der Hauptkern ist, dass in Norwegen viele Häftlinge am formalen Haftende bereits einen Job haben und eine Wohnung. Damit ist die wirtschaftliche Stabilität gegeben und die soziale Integration bereits vorbereitet.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Sarkasmus hilft uns auch nicht weiter. Wie sähe dein Ansatz aus?
Abschreckendere Strafen. Unser Rechtssystem/Strafen sind für eine zivilisatorischen Stand ausgerichtet, welcher in den letzten Jahren immer weiter zurückgeworfen wurden. Evtl. werden dann Staat und Gesetz wieder mehr respektiert.
Dazu gehören auch mehr Befugnisse für die Polizei. Es kann einfach nicht sein, dass Polizisten zögern ihre Waffe zu ziehen, nur weil sie dann mit harten Konsequenzen rechnen müssen. Es kann auch nicht sein, dass bei Demonstrationen Polizisten schwer verletzt werden, und diese weiterhin nur zuschauen dürfen.
Es gibt mittlerweile fast wöchentlich Meldungen von Itensivtätern, die auch noch frei rumlaufen, bis sie dann mal jemanden töten. Erinner mich noch an einen Fall, wo der Typ tatsächlich vorher u.a. über 100 Ladendiebstähle, neben gefährlicher Körperverletzung, auf dem Kerbholz hatte, bis er dann mal jemanden abgestochen hat. Erst dann wurde er tatäschlich in Haft genommen.
In Deutschland ist es genau umgekehrt! Wird auch in der Doku gesagt.
Die Rückfallquote ist höher umso länger sie einsitzen!
Einfach die Haftbedingungen für schwere Straftaten an die Grenze des zumutbaren bringen machen. Zelle ohne Fernseher oder anderen Schnickschnack. Mal schauen ob die Person dann rückfällig wird.
 
Am besten Mördern und Pädophilen einfach 1 Jahr auf Bewährung geben.
Nach eurer schwachsinnigen Logik dürften sie ja dann kaum mehr rückfällig werden, ist ja nur ne kurze Haftstrafe :wall:
 
Junge, Junge: https://www.tagesschau.de/inland/re...erangriff-lebensgefaehrlich-verletzt-100.html

Der 28-Jährige wurde festgenommen, ist inzwischen aber wieder auf freiem Fuß, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Sebastian Büchner, dem rbb bestätigte. Derzeit werde davon ausgegangen, dass er nicht gezielt zugestochen habe. Es "liegen keine gesicherten Erkenntnisse für einen gezielten Messereinsatz des Beschuldigten vor", konkretisierte die Staatsanwaltschaft am Samstagmittag in einer Mitteilung. Daher bestehe aktuell "kein dringender Tatverdacht für ein versuchtes Tötungsdelikt".

Die Voraussetzungen für einen Haftbefehl hätten nicht vorgelegen, sagte Staatsanwaltschaft Michael Petzold am Samstag dem rbb. Der Beschuldigte sei in Berlin wohnhaft und gemeldet. Es sei nicht davon auszugehen, dass er sich dem Strafverfahren entzieht, hieß es weiter. Daher sei er auf freiem Fuß.

Offenbar ist der Strafvollzug in Deutschland nicht mehr zeitgemäß, wenn man einen Menschen lebensgefährlich verletzen darf und ein paar Stunden später wieder frei rumläuft. Warum hatte der Typ überhaupt ein Messer dabei und warum demoliert er Polizeiautos und sticht dann "versehentlich" einem Polizisten in den Hals? Verrückte Welt...
 
Abschreckendere Strafen. Unser Rechtssystem/Strafen sind für eine zivilisatorischen Stand ausgerichtet, welcher in den letzten Jahren immer weiter zurückgeworfen wurden. Evtl. werden dann Staat und Gesetz wieder mehr respektiert.
Dazu gehören auch mehr Befugnisse für die Polizei. Es kann einfach nicht sein, dass Polizisten zögern ihre Waffe zu ziehen, nur weil sie dann mit harten Konsequenzen rechnen müssen. Es kann auch nicht sein, dass bei Demonstrationen Polizisten schwer verletzt werden, und diese weiterhin nur zuschauen dürfen.
Es gibt mittlerweile fast wöchentlich Meldungen von Itensivtätern, die auch noch frei rumlaufen, bis sie dann mal jemanden töten. Erinner mich noch an einen Fall, wo der Typ tatsächlich vorher u.a. über 100 Ladendiebstähle, neben gefährlicher Körperverletzung, auf dem Kerbholz hatte, bis er dann mal jemanden abgestochen hat. Erst dann wurde er tatäschlich in Haft genommen.

Einfach die Haftbedingungen für schwere Straftaten an die Grenze des zumutbaren bringen machen. Zelle ohne Fernseher oder anderen Schnickschnack. Mal schauen ob die Person dann rückfällig wird.
Ah, du meinst das extrem erfolgreiche Modell aus den USA? :ugly:

Am besten direkt noch die Gefängnisse privatisieren :daumen:
Am besten Mördern und Pädophilen einfach 1 Jahr auf Bewährung geben.
Nach eurer schwachsinnigen Logik dürften sie ja dann kaum mehr rückfällig werden, ist ja nur ne kurze Haftstrafe :wall:
Und das hat hier noch gleich wer verlangt?
 
Junge, Junge: https://www.tagesschau.de/inland/re...erangriff-lebensgefaehrlich-verletzt-100.html

Der 28-Jährige wurde festgenommen, ist inzwischen aber wieder auf freiem Fuß, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Sebastian Büchner, dem rbb bestätigte. Derzeit werde davon ausgegangen, dass er nicht gezielt zugestochen habe. Es "liegen keine gesicherten Erkenntnisse für einen gezielten Messereinsatz des Beschuldigten vor", konkretisierte die Staatsanwaltschaft am Samstagmittag in einer Mitteilung. Daher bestehe aktuell "kein dringender Tatverdacht für ein versuchtes Tötungsdelikt".

Die Voraussetzungen für einen Haftbefehl hätten nicht vorgelegen, sagte Staatsanwaltschaft Michael Petzold am Samstag dem rbb. Der Beschuldigte sei in Berlin wohnhaft und gemeldet. Es sei nicht davon auszugehen, dass er sich dem Strafverfahren entzieht, hieß es weiter. Daher sei er auf freiem Fuß.

Offenbar ist der Strafvollzug in Deutschland nicht mehr zeitgemäß, wenn man einen Menschen lebensgefährlich verletzen darf und ein paar Stunden später wieder frei rumläuft. Warum hatte der Typ überhaupt ein Messer dabei und warum demoliert er Polizeiautos und sticht dann "versehentlich" einem Polizisten in den Hals? Verrückte Welt...
Diese Entscheidung und Begründung haben wir auch nicht verstanden. :ka:

Und das hat hier noch gleich wer verlangt?

Genau! Dazu hatte ich am Anfang geschrieben:

Natürlich sollten aber Schwerverbrecher wie (Serien)Mörder und Kinderschänder weiterhin (lebenslang) weggesperrt werden. Um die Gesellschaft vor ihnen zu schützen.
 
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Nabend!


Ich habe gestern Abend diese Doku im Ersten gesehen:




Wenn doch über die Hälfte aller Strafttäter rückfällig werden, muss man sich echt fragen was das überhaupt noch bringt Menschen wegzusperren? Wo ist da die Resozialisierung? In Norwegens Modell wurde durch andere Maßnahmen die Rückfallquote stark gesenkt. Natürlich sollten aber Schwerverbrecher wie (Serien)Mörder und Kinderschänder weiterhin (lebenslang) weggesperrt werden. Um die Gesellschaft vor ihnen zu schützen.
Die Doku habe ich ignoriert. Es heißt Strafvollzug, nicht Resozialisierungsmaßnahme. Gewalttäter jedweder Art gehören in den Strafvollzug. Man stelle sich mal vor, es wird noch laxer für grausame Täter. Als würde das helfen. Das wahre Problem scheint eher darin zu liegen, daß solche Taten aus immer dem selben Spektrum stammen und das entspricht nicht dem verbreiteten Narrativ von der bunten heilen Welt.
 
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