Was ist nur aus der SPD geworden?

Ja, Schröder und Hartz IV - die sinkende Arbeitslosigkeit und zunehmende Beschäftigung hielten Merkel lange im Sattel, aber die SPD hat es geschafft sich selber damit kaputt zu reden.

"Ungefähr ab 2005 habe eine nachhaltige Veränderung des deutschen Arbeitsmarkts stattgefunden. 2017 sei die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt so gut wie vermutlich seit Anfang der 1970er Jahre nicht mehr. So gab es in Deutschland noch nie so viele offene Stellen wie 2016 (fast 700.000). Der Zusammenhang von Lohn und Erwerbsindikatoren deute auf den Einfluss der Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010 hin, denn die erwerbsfähige Bevölkerung sei ab 2005 zur Teilnahme am Arbeitsmarkt aktiviert worden. Die Reform der Arbeitslosenunterstützung im Rahmen der Hartz-Reformen habe die Ausweitung des Arbeitsangebots im unteren Lohnsegment möglich gemacht, so dass die sozialversicherungspflichtige Teil- und Vollzeitarbeit zugenommen habe"
 
Schon komisch. Leute wählen eine Partei, die für sie nichts tun will und inzwischen rechtsextrem ist.
Die SPD will und tut für einfache Angestellte auch nichts, die sorgt für mehr Bürokratie, mehr Regulierung und CumEx. Das hat ein Großteil der Leute begriffen. Dazu kommt der biologische Faktor, dass die alten Wähler langsam aussterben.
 
Vor der letzten Ampel Regierung waren es vor allem Jungwähler welche sich von ihnen verar***en lassen haben.
Die FDP steht ja für Werte wie "Freiheit" usw. Aber hauptsächlich für die Freiheit der Wirtschaft!
Das Gegenteil von Freiheit ist Einschränkung, die gibt es bei den Grünen, bei der SPD und bei der CDU. Die Liste ist nicht abschließend.
 
Die FDP steht ja für Werte wie "Freiheit" usw. Aber hauptsächlich für die Freiheit der Wirtschaft!

Freiheit für die, die Geld haben.
Die FDP steht für die Freiheit jeden Bürgers. Eventuell werde ich eine Liberale Stimme im BT in dieser Legislatur vermissen. Schauen wir Mal.

Die SPD ist vieles aber leider nicht mehr im Ansatz liberal. Schade eigentlich.
 
Die Regierung Schröder war nach meinem Wissen die erste SPD-Regierung, welche solche tiefgreifenden Reformen vorgenommen hat. Und danach haben ihr viele Arbeiter (Ungelernte und Facharbeiter) den Rücken gekehrt.

Klar, dass die SPD-Oppostionen in den anderthalb Jahrzehnten keine tiefgreifenden Reformen auf Bundesebene beschlossen haben. Die waren halt nicht an der Regierung. Aber das heißt doch nicht, dass sich die SPD nicht weiterentwickelt hätte und die letzt vor-Schröder-Regierung liegt jetzt dreiundvierzig Jahre zurück.

Nur mal so als Maßstab: Wir reden dieser Tage u.a. viel über Digitalisierung, Grenzkontrollen in Europa oder Terror in Nahost. Aber als das letzte Mal eine SPD-Regierung gewählt wurde, die nicht für Soziallabbau, Privatisierung und Konzernförderung stand, da lag der (IBM-)PC noch ein Jahr in der Zukunft, der Schengenraum fünf Jahre und es waren noch sieben Jahre bis zur Gründung der Hamas. Superreiche, die die Öffentlichkeit medial beeinflussen wollten, musste damals Zeitungen drucken, denn es gab kein Privatfernsehen. "Tempo 30 innerorts" wurde gerade Thema - weil einige Leute Zonen damit wollten. Haben sie aber noch nicht bekommen. Und international korrordinierter Athmosphärenschutz nach Vorbild der FCKW-Ächtung? Man hatte noch nicht einmal das Ozonloch entdeckt.
tl;dr: Das war eine komplett andere Welt mit entsprechend anderer Politik, als das letzte Mal eine SPD mit Betonung auf "S" gewählt wurde.

Seahawk hatte ja den Link gepostet. Dort sieht man das die meisten Arbeiter heute AfD wählen.

So what? Das ist eine reine Selbstbezeichnung, die bei AFDlern vielleicht sogar anders ausfällt, aber auf alle Fälle keinerlei Bedeutung mehr hat. Die rechtlichen Unterschiede zwischen "Angestellten" und "Arbeitern" wurden in den 0er Jahren komplett aufgehoben; seitdem kann ich auch keine belastbaren Zahlen mehr dazu finden. Aber schon damals gab es ungefähr doppelt so viele Angestellte wie Arbeiter, Tendenz seit über 50 Jahren linear steigend. Interpoliert wäre man heute unter 20%, vermutlich unter 15% der Beschäftigten. Wenn die AFD in dieser kleinen Gruppe von Leuten, die sich selbst so bezeichnen, besonders große Erfolge hat, ist das in etwas aussagekräftig, wie Zahnärzte FDP wählen. Aber die SPD war und will eine Partei für die breite Masse sein und nicht für eine kleine Minderheit. Breite Masse waren "Arbeiter" zuletzt in den 70ern, eher sogar 60ern. Seitdem hat sich die (Berufs-)Welt weiterentwickelt und die Politik natürlich auch.
 
Zeigt imho das Kernproblem der SPD. Zum einem mangelt es an Glaubwürdigkeit, zum anderen treffen die Themen nicht. Versprechen für die Mittellosen können AfD, BSW und Linke besser und alles ab Facharbeiter muss sich fragen ob man Besserverdiener ist und damit die Party bezahlen darf.
Sicher mangelt es ihr an Glaubwürdigkeit. Deine Darstellung ist übrigens nicht richtig. Ginge es nach materiellen Interessen, so ist Die Linke aufgrund ihres Steuerprogrammes nicht nur die Partei für Arme sondern auch für die sogenannte Mitte. Zum Teil checken, dass viele Wähler:innen aber nicht. Zum anderen springen viele auf Angst- und Empörungsrhetorik an (Aufrüstung, "DIE mordenden Ausländer", "DIE schmarotzenden Erwerbslosen u.ä.).
Siehe auch Ausschnitt aus der Kabarettsendung "Die Anstalt - Testwahl":
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Und da ist die SPD, im Vergleich zur SPD meiner Eltern, heute imho falsch aufgestellt. Damals war die Lösung nicht die Löhne und Sozialleistungen hoch zu schrauben, damit auch Arbeitslose und Ungelernte es gut haben, damals war die Lösung ihnen Wege zur Fortbildung zu schaffen, damit sie es selber erreichen können mehr zu verdienen.
Wenn denn mal Niedriglöhne oder Sozialleistungen hoch wären. Sind sie aber nicht gemessen an der Inflation. Und die Leute wissen, was sie am Ende des Monats noch in der Tasche haben. Das ist der arroganten, selbstverliebten Angestellten Partei SPD aber relativ egal.
Dass alle durch Fortbildung in höhere Positionen kommen und wohlhabender würden, ist tendenziell Irrtum. Soll es Aufstieg geben, muss es dafür Hierarchie geben, also auch Arme. Es können nicht alle Filialleiter:innen, Meister:innen, Abteilungsleiter:innen usw.. werden.
MMn bräuchte es pragmatisch gesehen eine größere Angleichung der Einkommen, finanziert durch höhere Besteuerung der Reichen.
Die SPD könnte mensch als Prellblock für die Interessen der Reichen ansehen. Sie machen bei Allem mit und helfen letztlich, den Status Quo aufrecht zu erhalten. Auch wenn dieser Ansatz, eine andere Form anzunehmen droht, für die die SPD nicht benötigt wird. Die Alternative Autoritäres Durchregieren der Reichen durch die Rechte wird seit einer Weile quasi aufgebaut.
Zur Erinnerung - heute sehen die Verhältnisse so aus:
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Edit: bei beiden Videos werden die Quellen für die Inhalte aufgeführt -auf der ZDF Seite zur Anstalt der Faktencheck sowie in der Beschreibung des Simplicissimus Videos
 
Zuletzt bearbeitet:
Aufstieg ist schon, wenn jemand eine Berufsausbildung macht und somit nicht mehr ungelernt ist. Das Problem an Deinem Gedanken ist, dass wenn Anstrengung und Qualifizierung sich nicht mehr lohnt, es weniger qualifizierte Menschen geben wird und damit am Ende weniger Wohlstand für alle.
 
Qualifizierung lohnt sich ja. Gelernte Arbeitskräfte werden besser bezahlt.
Und wenn die Differenz zwischen Mindestlohn und Fachkraftlohn zu gering ist, dann muss die Fachkraft besser bezahlt werden.
 
Und so entsteht im gegenwärtigen System eine sich unendlich erhöhende Automatik.

Mindestlohn steigt -> Tariflohn steigt -> Preise steigen / Löhne steigen -> Grundsicherung steigt und wieder von vorne
 
Und so entsteht im gegenwärtigen System eine sich unendlich erhöhende Automatik.

Mindestlohn steigt -> Tariflohn steigt -> Preise steigen / Löhne steigen -> Grundsicherung steigt und wieder von vorne
Und wenn die Preise immer weiter steigen und die Löhne nicht, dass ist dann ok?
Dann können sich die Menschen noch weniger leisten.
 
Es geht um das System, man kann Grundsicherung und Mindestlohn an die Preise koppeln.

Man kann natürlich auch etwas Irres tun und z.B. ein Vollzeitgehalt nach Mindestlohn einkommenssteuerfrei stellen.
 
Und wenn die Preise immer weiter steigen und die Löhne nicht, dass ist dann ok?
Dann können sich die Menschen noch weniger leisten.
Das ist es ja, die Preissteigerung und bis die Löhne nachziehen, in der Zeit wird halt von den Multis, Geld gescheffelt.
Dann werden Löhne nicht ganz der Preissteigerung angehoben und da tröpfelt wieder den "Reichen" was in die Tasche.
In der Zwischenzeit, werden den Produkten Qualität oder Quantität entzogen..so ganz klammheimlich, und wieder wanderts den Reichen in die Tasche.
Und dann alles wieder von vorne.
 
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