Doch, es macht einen großen Unterschied ob der Staat nur im Krankheitsfall eine Beihilfe zahlt (wie bisher) oder ob er jeden Monat Arbeitgeberanteil + höheres Bruttogehalt (Bürgerversicherung) zahlen muß.
Wieso sollte er ein höheres Bruttogehalt zahlen, wenn die Versicherungszahlrungen im Mittel über die gesamte Lebenszeit niedriger ausfallen, als die privaten Beiträge und Zuzahlungen, die der Beamte vorher aufbringen musste? Höher ist nur die Kombination aus Arbeitgeberanteil und Brutto und zwar genau um den umgelegten Betrag, der vorher als Beihilfe fällig wurde.
Klar, und die Energiewende kostet auch nur soviel wie eine Kugel Eis im Monat...
Meine Antwort ist ebenso offensichtlich wie der Bezug zum Thema...
Wenn mehr Geld durch die Bürgerversicherung in das Gesundheitssystem geleitet wird werden die dort Beschäftigten auch mehr Geld wollen.
Die Leute da wollen -wie alle Leute- schon jetzt mehr Geld haben. Das heißt aber nicht, dass sie es bekommen. Genausowenig wie die Mitarbeiter der PKK jetzt die Yacht haben, die sie sich wünschen.
Vor allem die Ärzte denen die Privatpatienten wegfallen werden dafür höhere Vergütungen von der Bürgerversicherung verlangen.
Deiner Logik zu Folge haben sie bislang von den Privatpatienten weniger Geld bekommen (weil die Privatpatienten deinen Ausführungen zu Fogle weder hohe Beiträge noch hohe Eigenanteile zahlen, sondern bei niedrigem Brutto einen hohen Lebensstandard haben). Verlangen werden sie natürlich trotzdem, das machen Ärzte ständig, aber erneut gilt: Bekommen steht auf einem anderen Blatt.
Was glaubst Du denn wie hoch die Dividenden sind, die von den bösen Konzernen ausgeschüttet werden - höher als das was die Gesetzlichen für ihre Bürogebäude in bester Lage und "standesgemäßer" Bezahlung für ihre Angestellten (also soviel das die sich privat versichern können) bezahlen ?
Ich wüsste nicht, dass die gesetzlichen ihren Angestellten (nicht Beamten) übermäßig hohe Gehälter zahlen und wenn die privaten noch weitaus weniger zahlen, dann wäre eine Bekämpfung dieser Dumpinglöhne gesamtgesellschaftlich wohl nichts negatives. Gebäude in bester Lage haben die alteingessenen Gesellschaften übrigens aus Zeiten, als diese billige waren. Neubauten in der Innenstadt wären zumindest mir nicht als typisch bekannt.
Bezüglich Dividenden finde ich spontan für die HanseMerkur 2015 eine Ausschüttung in Höhe von 2,5% der Beitragszahlungen, die Allianz hat letzte Jahr 4,3% Dividende gezahlt, die Axa (Mutterkonzern) sogar 5,53%. Ich weiß nicht, was bei dir passieren würde, wenn du deinen Chef um eine Gehaltserhöhung in dieser Höhe bitten würdest - aber ich weiß, wie die Antwort bei mir lautet. Und zwar nicht "Peanuts".
Vieleicht sollte man das auch in eine Staatliche Bürgerversicherung überführen, um die Dividenden zu vermeiden ?
Das Grundprinzip einer jeden Versicherung ist die Verteilung zufälliger Einzelereignisse auf lange Zeiträume und viele Personen - die Übergabe an eine Institution, deren Aufgabe langfristige Planungen für alle ist, passt wie die Faust aufs Auge. Ich persönlich sehe den Staat aber nur für die Grundversorgung zuständig, in diesem Fall also für Versicherungsbereiche die jeder haben muss um die Gemeinschaft nicht zu belasten (Krankenkasse, Rente, Unfall, Sozial/Arbeitslosenversicherung, ggf. Hausrat und Rechtsschutz. Wobei der Staat letztere ja eigentlich überflüssig machen sollte)
Und ja, ganz sicher wird der Staat die Differenz zur Aufwertung der Leistungen verwenden.
Z.B. jetzt schon für die Mitversicherung der Kinder und Ehepartner eines gesetzlich Versicherten.
Oder für die gesetzliche Versicherung von Hartz IV Empfängern - da zahlt Vater Staat bislang einen Beitrag, den kann man ja senken wenn die Bürgerversicherung kommt...
Man kann sich staatliche Zuschüsse, staatliche Übernahmen und ähnliches samt dem gesamten Bürokratieungetüm, dass hinten dran hängt, schlichtweg schenken, wenn der Staat sowieso alle Leistungen übernimmt. Eine Bürgerversicherung stellt eine Bürgerversichertenkarte an jeden Bürger aus und begleicht die darauf anfallenden Leistungen - scheiß egal ob der Bürger gerade Kind, arbeitslos oder Manager ist. Die individuellen Möglichkeiten spielen nur bei der Beitragsberechnung eine Rolle, nicht aber bei den Leistungansprüchen.
Genau so, wie es sein sollte!
Und nicht wie jetzt, wo der Wert eines Menschenlebens an der Burschenschafts-Mitgliedschaft, dem Arschkriechtalent und dem Handicap festgemacht wird
Und nicht zu vergessen die ganzen alternativen Heilmethoden die bislang von der Bösen Schulmedizin unterdrückt werden... warum die nicht auch von der Bürgerversicherung bezahlen lassen... ?
Welche Leistungen jeder Mensch braucht und welche nicht ist ein von der Versicherungsform unabhängiger Aspekt. Im Bereich Bildung und psychologischer Versorgung hat Deutschland bekanntermaßen Nachholbedarf, daran ändert sich auch nichts wenn beide Aspekte in die Verantwortung des Staats gegeben werden.