Und? Trotzdem zählen ihre Stimme genauso wie jede andere auch, da gibt es nichts zu diskutieren.
Es gibt mittlerweile Politwissenschaftler die genau das als großen Problem der heutigen Demokratie sehen.

Dies ist eine Folge des gesellschaftlichen Wandels, quasi keiner heute will sich noch grob mit sowas trockenem und langweiligen wie Politik beschäftigen, mit ein Grund, warum die Zahl der alten Wähler in Relation zu den jungen so hoch ist. Wir leben in einer Entertainment-Gesellschaft, in der kaum noch Kompromisse eingegangen werden wollen und jeder möglichst schnell "Spaß" haben und keine Einschnitte machen will. Ein Symptom davon sind z.B. auch die ganzen, widerlichen Gaffer an Unfallorten, die es früher zwar auch schon gab, heute aber keinen Hehl draus machen, das ganze auch noch widerrechtlich zu filmen und ins Internet zu stellen.
Jason Brennan hat dazu ein Buch geschrieben, seiner Meinung nach gehört die Demokratie gehörig umgestellt.
Es existieren seiner Ansicht nach in Demokratien drei Gruppen von Bürgern; Die "Hooligans", die immer an den gleichen Meinungen, u.U. von ihrer Vorgängergeneration abhängend, vertreten, politisch befangen sind und Fakten zu bestimmten Themen übergehen (meiner Erfahrung nach der typische CSU-Wähler).
Dann gibt es die "Hobbits" welche eben kaum Interesse an Politik hegen, keine feste Meinungen zu Themen haben, zufrieden mit dem Status Quo sind und aktuelle Vorgänge und Ereignisse größtenteils ignorieren. Eher der Nicht-Wählertyp.
Die "Vulkanier" dagegen, sind nahezu völlig objektiv, bestens über sämtliche Themen informiert, rational, nur so weit überzeugt sind, wie es die Fakten erlauben und Verständnis für die Meinungen anderer aufbringen, solange diese ebenfalls auf Fakten beruht. Also der "Idealwähler", der einzige, der wählen "sollte".
Solche Ideen gab es schon früher, wäre quasi eine Form der Technokratie, in der nur Akademiker und Wissenschaftler die Vorgänge bestimmen, in diesem speziellen Fall jedoch auf eine Sicht auf alles "Kleine" haben.
Wir haben da oben überall Rechtsanwälte und Wirtschaftsvertreter hocken, hin und wieder mal einen Arzt (von der Leyen) oder Physiker (Merkel).
Mehr Wissenschaftler täten der Politik gut, wie Neil DeGrasse Tyson mal gesagt hat (und wären in DE dort womöglich sogar noch besser bezahlt

). Nur ist halt die Frage, wer wählt wen? Die Erstwähler tendieren tatsächlich nun mehr zu SPD, viele Rentner aber auch. Wirtschaftlich Abgehängte wählen überwiegend die Linken, die Grünen werden häufig von Frauen gewählt.
Und meinst du ernsthaft, die ganzen grauhaarigen CDU-Wähler, die die Partei "schon immer wählen", wüssten was in deren Parteiprogramm drinsteht?
Ich glaube nicht, dass die CDU-Wähler alles "Grauhaarige" sind, wenn natürlich der Anteil deren Wähler sehr hoch ist.
Die Union wird eben von den Typen gewählt, die sich von Merkels Ausstrahlung und dem Springer und Bertelsmann-Verlag um den Finger wickeln lassen und vom Status Quo mit die wenigsten Nachteile haben. Oder halt, weil das schon die Vorgänger-Generation gemacht hat, selber politisch nicht immer entschlossen oder Selbstständige sind.