Ich habe selbst vor kurzer Zeit an einem freiwilligen Corona-Screening teilgenommen, da hieß es "nach 1-2 Wochen wenn infiziert". Bei dem bayrischen Tests geht es hoffentlich schneller, weil sie ja Grenzschutz bieten sollen, aber das Grundprinzip, dass man nicht Nachfragen kann und bei einem negativen Befund gar nicht informiert wird, gilt in Deutschland offenbar immer noch. Wenn man dem Hamburger also gesagt hat "Nachricht in fünf Tagen oder wir haben nichts gefunden", dann wäre es vollkommen okay, sich am sechsten Tag gesund zu wähnen. (Nicht am vierten, wie hier...)
Das macht die Pleite in Bayern ja so peinlich: Wenn man "sie hören nichts von uns" als Signal für "sie sind gesund" praktiziert, dann muss 101% sicherstellen, dass Positivbefunde schnellstmöglich benachrichtigt werden.
Macht doch einfach Urlaub in Deutschland, hier gibt es auch wunderschöne Ecken.
Aber die sind voll mit Deutschen
Wann reift bei den Politikern eigentlich die Erkenntnis, dass diese Urlaubsreisen innerhalb von Europa und um Europa herum eine ganz miese Idee war?
Gar nicht? Weil es das nicht war? Nur ein Bruchteil der zusätzlichen Neuinfektionen in Deutschland geht auf Auslandsreisende zurück und davon dann auch noch mehrheitlich Balkan und Türkei. Also vor allem Personen mit Migrationshintergrund, die von Familienfesten zurückkehren und eben nicht am regulären Tourismus teilgenommen haben. Aber der die Allermeisten Neuinfizierten haben sich in Deutschland angesteckt. Das Problem besteht nicht darin, WO die Leute Urlaub machen, sondern WIE. Das Risiko beim Gruppenkuscheln an Nord- und Ostseestränden dürfte größer sein, als in den abgelegeneren Ecken von Mallorca. Als erneute Risikogebiete wurden bislang auch ausschließlich Costa Brava, Ballermann und Istrien ausgerufen, also weithin bekannte Ziele von Party-Touristen. Bei denen potentiert sich das Ganze ggf., wenn sie sich zusammen mit Briten betrinken, die traditionell genau die gleichen Saufregionen bereisen und im Juni ein weitaus höheres Infektionsniveau als Deutschland hatten. Aber im Großen und Ganzen hätten sich die Leute, die sich beim Eimersaugen auf El Arenal angesteckt haben, sich genauso beim Eimersaufen in Düsseldorf angesteckt.
Zu meiner eigenen Überraschung mussten bislang auch keine kompletten Fliegerladungen in Quarantäne. Rückverfolgung und Ermittlung der Infektionsorte sind zwar Lückenhaft wie eh und je, aber die auch von mir befürchtete enorme Häufung bei Wiederaufnahme von Flugreisen ist bislang ausgeblieben. (Oder die Leute reisen auch innerhalb Deutschlands mit dem Flugzeug, sodass man den Anstieg den Faktor Flugreisen nicht aus anderen Zahlen ableiten kann. Aber auch dann würde das Fazit lauten: Nicht die Zielorte sind das Problem, sondern die gemeinsamen Aktivtitäten. In Deutschland genauso wie außerhalb Deutschlands.)
Jein, wenn jemand weg ist, stört auch siene Ansteckung hier niemanden. Wichtiger wäre es natürlich sowohl bei der An- wie Abreise zu testen. Und dann müssen im nächsten Schritt die Tests billiger werden. Ich bin für: Testen, Testen, Testen und Quarantäne, Quarantäne, Quarantäne. Und ansonsten sollen alle machen, was sie wollen.
Was sie
alleine machen wollen bitte. Wer bock auf Gruppenaktivitäten hat, schaufelt bitte als erstes gemeinsam eine große Grube und die wird dann die nächsten 14 Tage nicht mehr verlassen.
Ja. Aber wie sind die geographisch verteilt?
Der Großteil davon dürfte auf Bayern entfallen und wie man sieht, hat man selbst dort inzwischen Probleme
gleichzeitig die eigene Bevölkerung und zahllose (durchfahrende) Urlauber auf einmal zu testen.
(Und die daten zeitnah an die Betroffenen weiterzuleiten)
Die Proben kannst du relativ leicht landesweit verschicken, wo die Kapazitäten stehen ist also egal. Und die Bayern sind wohl auch nicht in der Lage, Ergebnisse zuzumailen - aber getestet und als erkrankt identifiziert hatten sie die Leute nach kurzer Zeit.
Trotzdem halte ich Bevölkerungsweite Tests ebenfalls für nicht praktikabel, solange es nicht wieder einen Lockdown gibt. Testen bringt nur Sicherheit für die Vergangenheit und solange man nicht vom Moment des Tests bis zum Ende aller Tests jede Neuinfektion 101%ig ausschließt, gewinnt man dadurch keine Sicherheit für die Zukunft. Das ist aber unmöglich, solange die Leute viele Kontakte untereinander haben und mobil sind - womit ich keine Urlaubsreisen meine, sondern z.B. ganz banal Pendelstrecken über Kreisgrenzen hinweg. Die einzige Möglichkeit für Kompletttest wäre es, die Grenzen zu schließen und jeden innerhalb seiner Gemeinde festzusetzen und sich dann von einem Ende Deutschlands bis zum anderen durchzutesten. D.h. im Prinzip reicht eine geschlossene Grenze um das schon getestete Gebiet: Alle, deren Testergebnis vorliegt, dürfen sich untereinander beliebig rumtummeln und alle, bei denen die Probennahme noch aussteht, ebenfalls. Aber JEDER Kontakt zwischen beiden Gruppen muss absolut ausgeschlossen werden und in der wandernden Übergangszone muss für 1-2 Wochen jede Mobilität unterbunden werden, damit nicht eine untestbare Infektion 1 Tag vor Probennahme möglich ist und auch um Leute, die während des unvermeidbaren Kontaktes bei der Probennahme infiziert worden sein könnten (Tester müssten täglich getestet werden) quarantänisieren zu können, bevor sie sich wieder unters Volk mischen.
Aber auch dieser Aufwand, der in meinen Augen praktikabel wäre und bei einer konsequenten Durchführung im Mai/Juni nicht einmal sonderlich viele Nach-, aber sehr viele Vorteile gebracht hätte, bringt nur etwas, wenn man danach die Grenzen komplett geschlossen hält bzw. mit einer vergleichbaren Testwelle durch ganz Europa den "cleanen" Raum immer weiter ausdehnt. Eine derartige konsequente Abschottung nach außen haben aber bislang nur Nordkorea und Neuseeland umgesetzt. Für alle anderen gäbe es eigentlich Plan B:
Kontakte soweit minimieren und schützen, dass die Infektionsrate durchgängig <<1 liegt. Das belastet zwar deutlich länger als die 1-2 Wochen beim Durchtesten, aber nach ein paar Monaten kann man das Virus auch auf diesem Wege ausrotten. Wenn man will. Wenn man aber, wie Deutschland Mitte Mai, konsequent beschließt, dass man tödliche Krankheiten umarmen möchte, dann sollte man sich halt auf Stress, eingeschränktes Sozialleben, geschlossene Branchen und kriselnde Gesamtwirtschaft bis zur Verbreitung eines guten Impfstoffes einstellen. Ich verstehe zwar nicht, wieso alle für so ein Horrorszenario sind, aber dem allgemeinen Verhalten nach ist das offensichtlich der Fall.
Der Reiseverkehr nach Süden ist zur Zeit definitiv ein Problem. Ist in Österreich auch nicht besser.
Hauptsächlich betroffen sind bei uns Tirol (Route zwischen Bayern und Italien) und Südost-Kärnten (Route auf den Balkan).
Das Virus springt nicht an der ersten Autobahnraststätte hinter der Grenze aus dem Fenster und setzt sich dort fest. Wenn allgemeiner Reiseverkehr das Problem wäre, dann wäre flächendeckend das ganze Land betroffen. Dass es nur die Regionen mit besonders kurzen Anfahrtswegen sind, legt nahe, dass es weniger die Jahresurlauber und eher die Ausflügler und Wochenentripper sind, die das Problem sind.
Derweil hat UK versucht die Abschlussnoten wegen ausgefallener Prüfungen über Statistik zu bilden und dezent Ärger damit.
Wie ich heute gehört habe, sollen in Deutschland wohl die Abiprüfungen in den nächsten Jahren vereinfacht werden (die diesjährigen Abiturienten waren kaum betroffen, da der vorbereitende Unterricht bis Mitte März in den meisten Bundesländern eh fast fertig ist) und die Noten für die mittlere Reife wurden wohl schon schöngerechnet. Da kommen also 2-3-4 Jahrgänge mit Schmalspurabschlüssen auf uns zu und wenn man bedenkt, dass mangelnde Anforderungen schon seit Jahren kritisiert, aber nicht korrigiert werden, dann dürfte das wohl der Einstieg ins dauerhafte Ramschabi sein. Immerhin hat sich damit der Streit ums gegliederte Schulsystem erledigt
Dann hoffe ich mal dass es dort genauso ist wie hierzulande, wo sich (nach meiner persönlichen Erfahrung) keine Sau mehr jemals für deine Abschlussnoten interessiert.
Ich hab damalsn Abi mit 2,6 gemacht weil ich stinkfaul war (/bin^^) und was hatte es für Konsequenzen? Das Zeugnis hab ich später bei der Uni innen Briefkasten geschmissen zum Nachweis dass ich überhauptn Abi hab und studieren darf. Das wars. Weder die Uni hat sich für die Note interessiert (obwohl der NC 2,5 war!), noch hat sich der spätere Arbeitgeber für die Abinote interessiert, dem war sogar die Abschlussnote der Uni relativ egal.
Typisch Ingenieur: Horizont von einem Punkt und keine Ahnung, wie es dem Rest der Gesellschaft geht

In der Mehrheit der Branchen, in denen es keinen Bewerbermangel gibt und in denen das Einstiegsgehalt sogar unter dem Median liegt (Iiii!), sind die letzten Noten extrem wichtig. Zwar stellt niemand wegen einem guten Zeugnis ein, aber mit einem schlechten bekommst du einfach kein Vorstellungsgespräch, Ende. Natürlich interessiert bei einem Job, der ein Studium voraussetzt, dann nicht mehr das Abizeugnis, aber bei einer Ausbildung eben schon. Und bei einem zugangsbeschränkten Studienfach eigentlich sowieso. Das ist extrem ungewöhnlich, dass da bei dir nicht weiter drauf geachtet wurde - aber mit 0,1 schlechter war der Abstand auch eher gering und NC 2,5 ist ja allgemein schon fast ein "frei für alle". Der Zugang zu Naturwissenschaften wäre die so aber schlicht vor der Nase zugeknallt worden.
Falsche Angaben mithilfe des Ausweises...das hat man Gesundheitsministeriumsmäßig selbst verbockt. Kann natürlich auch sein, das die Sprachbarriere bei Deutsch-Bayrisch, Bayrisch-Deutsch für Verwirrungen gesorgt hat.
Die Einreisetests in Bayern sind
freiwillig. Welcher Depp nimmt sich 1-2 Stunden Zeit für einen
freiwilligen Test und will dann das Ergebnis nicht erhalten? Wesentlich wahrscheinlicher sind Verständnissprobleme. Nicht zwischen Bayern und Leuten die Deutsch sprechen, aber Hieroglyphisch <-> lateinische Schrift. Das Debakel mit den fehlenden Benachrichtigung Infizierter beruht ja auch nur darauf, dass man in Södistan offensichtlich nicht in der Lage ist, die Tests digital zu verwalten. Also werden da auch die Personeninformationen handschriftlich erfasst worden sein und da sind einige wenige dutzend, die man nicht mehr dechrifieren konnte, eigentlich schon ein gutes Ergebnis. Zumal in einer Umgebung, in der jede Menge Desinfektionsmittel eingesetzt wird, also ständig die Gefahr von Verwischen besteht, da auch "wasserunlösliche" Stifte/Kuli eben hervorragend mit Alkohol gelöscht werden können.
Vollfail...
Warum wird nach Erkennung einer potentiellen Annäherung nicht einfach ein Handshake mit Laufzeitmessung ausgetauscht? Ich dachte genau für sowas haben wir drei Monate auf eine App samt neuer Schnittstelle gewartet, die eben nicht einfach nur umliegende Beacons nach ihrer Signalstärke scannt, was eigentlich schon immer möglich war und sogar die Gesundheit von Leuten geschützt hätte, die sich kein aktuelles Apple/Android leisten.
Da muss man halt mal zeigen, dass die Bußgeldbestimmungen und Straftatbestände im IfSG nicht nur Deko sind, sondern auch konsequent durchgesetzt werden.
Sowie beim Zuparken von Verkehrswegen?
