Coronavirus: Behandlungsmethoden und Maßnahmen

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Und die Branche ist weit gefächert. Jemand der überwiegend mit Messen, Tagungen und anderen Großevents zu tun hat, wird einen Clubbetreiber oder DJ kaum verstehen - die Welten sind zu unterschiedlich. Selbst die Vorschriften die an die Location gestellt werden sind verschieden. Jeder von uns hat seinen eigenen Bereich.

Mach dir da mal keine Sorgen, ich bin genug herumgekommen, um zu wissen, wie es dort Läuft. Ich verfüge allerdings auch über den theoretischen Background, um verkünden zu können, dass die baurechtlichen Vorschriften für jede Location in der VStättVo festgehalten sind. Sofern es sich bei den von dir aufgesuchten Clubs nicht um Kirchen oder vergleichbare Orte der Andacht handelt, gilt die ab 200 PAX auch dort. Weitere für den Clubbetrieb relevante Regelwerke und Richtlinien wären mindestens die DIN 15905-5, ASR 2.2, DGUV Vorschrift 17, DGUV Information 215-310 sowie die gute alte DGUV Vorschrift 3.
Hinzu kommen weitere Auflagen im Bezug auf den Gastronomiebetrieb (IfSG) und den Jugenschutz (JuSchG).

Ich habe zwar nie als DJ gearbeitet, aber möglicherweise weiß ich auch gerade deshalb über die Realitäten des Betriebs einer Veranstaltungsstätte bescheid.

Ich denke, jeder kann DJs und Clubbetreiber durchaus verstehen, denn ihre Situation unterscheidet sich nicht vom Rest der Branche. Stillstand herrscht gerade überall, die Betroffenen brauchen jetzt aber keine Party, die brauchen Geld um ihre Betriebe zu stützen und eventuell den Lebensunterhalt zu sichern. Das ist nämlich unter den aktuellen Bedingungen nicht mit der Öffnung ihrer Betriebe zu verdienen. Man kann sich da jetzt solidarisch zeigen, oder auf Partymachen drängen, deine Entscheidung hast du scheinbar getroffen.
 
Kein Thema. Solange ich es dir gleichtun darf sind wir cool ;-)

Have fun. Ich werde ggf. von Zeit zu Zeit mal nach Quellen fragen, aber mehr gibt es da nicht zu befürchten.

Dann waren deine Erwartungen eben falsch. Sowas passiert und das ist auch nicht schlimm.
Du übersiehst bei deinen Ausführungen, dass du eine Vielzahl der an einer Veranstaltung beteiligten Personen auf der Veranstaltung selber oder auch nur in deren Umfeld überhaupt nicht zu Gesicht bekommen wirst. ...
Das funktioniert im Prinzip also wie in jedem anderen Gewerbe auch, warum sollte dies auch nicht so sein? Lediglich die Berufsbezeichnungen lauten an manchen Stellen halt anders. Ich habe keine Ahnung in welcher Branche du selbst arbeitest, in der das großartig anders Abläuft.

Also in allen Branchen, in denen ich bislang gearbeitet habe und auch in allen Einblicken, die ich in die Veranstaltungsbranche habe (u.a. Organisation studentischer Veranstaltungen, längere Zeit ein "neben"beruflicher Veranstaltungstechniker im Freundeskreis, Security Dienst in der Bekanntschaft, Einblick in Messe-Personalplanung) macht dieser planende und organisierende Teil weniger als 20% der Arbeit aus, zum Teil weniger als 10%. Und in Personen ist das Verhältnis noch extremer, weil der eigentliche Betrieb, Auf- und Abbau von verschiedenen Personen ausgeführt werden, die jeweils nur einen halben Tag oder weniger am Stück arbeiten, sodass hier rund die doppelte Menge an Arbeitskräften pro Arbeitsstunde betroffen ist. Wenn ich meine Einblicke einseitig auslege, komme ich so sogar auf ein Verhältnis von versicherungspflichtig angestellten zu Kleinstselbstständigen und Hilfskräften von 1:10 bis 1:20, die von mir im letzten Post angelegten 1:2 bis 1:4 waren aus meiner Sicht eher die untereste Grenze. Ich bezweifle nicht, dass es in Teilen der Branche auch ganz anders aussehen kann, da beispielsweise reine B2B-Veranstaltungen mit einfacher physischer Präsentation die Umsetzung dramatisch vereinfachen können und aufgrund der geforderten Qualität mehr erfahrene Leute haben wollen, allerdings muss ich in Anbetracht der Größe solch geschlossener Veranstaltungen verglichen mit den großen Publikumsmessen, Unterhaltungsbetrieben und der Party-Szene anzweifeln, dass das den Gesamtschnitt komplett ins Gegenteil verkehren kann. Bei den Umsätzen vielleicht - aber bei der Zahl der tätigen Personen? :hmm:

Hast du vielleicht belastbare Quellen, die objektive Zahlen zur Personalzusammensetzung im Branchenschnitt liefern?

Aushilfskräfte sind allerdings genau das: Geringfügig Beschäftigte. Die sind derzeit auch nicht in Kurzarbeit, sondern jetzt entweder in anderen Branchen geringfügig beschäftigt oder eben nun beispielsweise vollständig von Transferleistungen abhängig. Diese Leute sind nicht in den Branchenzahlen zu den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten enthalten. Es mögen zwar viele sein, aber wie viele kann ich dir auch nicht sagen. Aushilfskräfte sind aber im Zuge der Krisenbewältigung allerdings Branchenübergreifend momentan auch nicht unbedingt im Fokus der Maßnahmen.

Exakt das hatte ich schon geschrieben: Die meisten Leute, die vorher von der Branche abhängig waren, stehen meiner Schätzung nach jetzt schon auf der Straße und kriegen gar nichts. Ohne das ein Hahn danach kräht. Deswegen frage ich mich auch, wie groß die Zahl derjenigen, die von weiteren Pleiten betroffen sein könnten, wirklich ist, also wer derzeit überhaupt noch in Lohn und Brot ist. Und wie viele davon im Gegensatz zu den wirklich armen Schweinen auch selbst hätte vorsorgen können und müssen.

Eventflächen jetzt aufzugeben kommt für die betreibenden Unternehmen allerdings einer Aufgabe des Betriebs gleich. Das kann man natürlich machen, aber das ist dann eben auch keine Einsparungsmaßnahme mehr.
Mietverträge für Gewerbeflächen werden in der Regel über eine vertraglich festgelegte Laufzeit, häufig 10 Jahre, abgeschlossen. Das kurzfristige Beenden dieser Mietverhältnisse ist häufig schon deshalb nicht so einfach möglich. Ferner sind die Flächen, um sie überhaupt als Veranstaltungsflächen nutzbar zu machen (Stichwort VStättVo), in der Regel aufwendig umgebaut, und müssen bei der Beendigung des Mietverhältnisses wieder in den Ursprungszustand versetzt werden. Kurzfristig funktioniert das also auch daher eher nicht, um von den Kosten mal ganz zu schweigen.

Okay, wenn die Flächen als nackter Raum langfristig angemietet und dann groß umgebaut wurden, wird es in der Tat schwierig. Bei den wenigen Einblicken, die ich in solche Arrangements bislang hatte, war allerdings das genaue Gegenteil der Fall: Entweder waren es Locations für Einzelevents, die zum Teil sogar relativ kurzfristig in Übergangsnutzung angemietet wurden oder aber allgemein praktisch gar keine unbeweglichen Einbauten hatten, weil man sie für verschiedenartige Veranstaltungen flexibel halten will. So etwas lässt sich binnen weniger Tage komplett räumen. Schlimmstenfalls braucht man 1-2 Möbelwagen und einen billigen Abstellraum am Arsch der Welt für die Zeit in der man (ja, darauf läuft mein Ansatz hinaus) den Laden mangels Nachfrage vorübergehend dicht macht. In die gleiche Kategorie fallen auch alle Messen und Veranstaltungshallen, wenn da überhaupt ein Mieterverhältnis besteht. Der andere, exakte Gegenentwurf bei regelmäßig geöffneten Etablissements war oft mit einem Teil der Grundausstattung (Küchenräumlichkeiten,...) angemietet, zumindest aber von der Bausubstanz her (keine Fenster, dicke Wände ;)) recht speziell veranlagt. Auch hier beschränkte sich das Investment des Veranstalters jenseits von Personal, Name, Marketing und Verbrauchsmaterialien auf die Deko und vielleicht noch die Unterhaltungselektronik, wobei die teuren Baugruppen von letzterer meist schon aus Wartungsgründen mobil sind. Auch hier könnte man den Laden binnen kurzer Zeit räumen, ohne dabei mehr als vielleicht 10% der Werte zurücklasse/zerlegen zu müssen und der Vermieter stünde anschließend mit dem Gerippe eines Clubs dar, den derzeit niemand braucht.

Ob Eventflächen tatsächlich zu Büroflächen werden oder anderer gewerblicher Nutzung zugeführt werden ist unerheblich. Ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass derartige Flächen am Markt sehr wohl gefragt sind und sich in entsprechenden Preislichen Lagen befinden.
Abgesehen davon habe ich persönlich regelmäßig mit Locations zu tun, welche sich tatsächlich in Penthouse Lage ansonsten als reinen Bürogebäuden genutzter Immobilien zu tun. Völlig abwegig ist der Gedanke also auch wieder nicht ;-)

Kenne ich auch ein paar Beispiele von, sind aber praktisch durchgängig Hochpreisetablissements, die halt einfach in irgendwas mit mindestens 20 Stockwerken rein wollten. Wer bei den da möglichen Preisen keine Rücklagen angelegt hat, bekommt mein Mitleid nicht. ;)

Allerdings liegen auch die in Städten beziehungsweise Vierteln, in denen (zehn-)tausende m² Büroflächen vergeblich einen Nutzer suchen, selbst wenn in unmittelbarer Nachbarschaft beispielsweise Wohnungen zu Premiumpreisen gehandelt werden und Ladengeschäfte nur noch durch Erbschaft erhältlich sind. Aber ein Laden braucht eben (im Gegensatz zu einer Szenebar. Oder einem Büro) direkten, leichten Zugang von außen samt Schaufenster, Wohnungen eine komplett andere Bausubstanz und auch eine entsprechende Grundbucheintragung. Dazu kommen zum Teil noch sehr starke lokale Gefälle. Ich habe schon leerstehende Einkaufszentren wenige Blocks von Hochpreis-Flaniermeilen gesehen - wenn die Ströme der Laufkundschaft keinen Umweg machen, ist die vermeintlich zentrale Lage trotzdem wertlos. Und niemand mag in eine Wohnung an Hauptverkehrsstraßen ziehen oder mit einer Bildfüllenden Betonwand gegenüber. Wenn einem die eine Art Mieter abspringt kann man also nicht automatisch auf andere wechseln und in einer allgemeinen Rezession sinkt zudem die Nachfrage in allen Segmenten. Ein paar Beispiele werden wir wohl bald mit schließenden Karstadtfilialen sehen - die dürften ohne große Umbaumaßnahmen maximal das Erdgeschoss und die erste Etage einer neuen Nutzung zuführen können.

Womit dann auch dieses Standbein des lokalen Gastronomiebetriebes, nämlich Eventgastronomie, zumindest dem erweiterten Kreis der Veranstaltungswirtschaft zuzurechnen wäre.

Dem erweiterten, ja. Deswegen sage ich ja auch: 1,5 Millionen inkl. Anhang kann ich mir gut vorstellen. Allerdings muss man stark zwischen Unternehmen unterscheiden, die AUCH der Eventbranche zuarbeiten und Unternehmen, die NUR in dieser tätig sind. Ein Restaurant, dass bislang 30 mal im Jahr ein großes Buffet angeliefert hat, verliert eben nicht 100%, sondern vielleicht nur 10% seines Umsatzes. Das ist auch unangenehm, aber bei solider Unternehmensführung noch nicht existenzbedrohend. Und es ist bei 5% Wirtschaftsschrumpfung auch schlichtweg unvermeidbar. Einnahmen werden auf breiter Front runtergehen und wir können unmöglich alles ersetzen. Es können nur punktuelle Spitzen abgemildert werden und absehbar kurze, aktue Krisen überbrückt werden.

Das mag deine persönliche Meinung sein, aber meiner persönlichen Meinung nach wiederrum scheint dein Idealbild des Unternehmertums dann entweder in der Mitte des 20. Jahrhunderts stehen geblieben zu sein, oder aber es war schon immer Fantasie.

Es ist das Bild eines Unternehmertums, dass sich nicht auf Kosten der Gesellschaft bereichert. Dass das sehr idealistisch ist, ist mir klar. Aber wer mit dem moralischen Anspruch, dass ihm unangemessenes Leid wiederfährt, Hilfe von anderen verlangt, der muss sich an Idealen messen lassen und wenn das moderne Unternehmertum daran scheitert: PECH GEHABT.
Wenn man sich den Umfang vieler Hilfspakete anguckt, dann geht es in aller Regel nur zu einem kleinen Teil um die kleinen Arbeitnehmer. Denen könnte der Staat ebensogut auf direktem Wege ein angemes Leben garantieren. (Rechenbeispiel Lufthansa: Rund 100000 Mitarbeiter in Deutschland, rund 9 Milliarden Steuergeldgeschenk. Bedeutet bei einem Nettomedian von 2000 € im Monat eine Finanzierung für die nächsten 3,75 Jahre. Auf ALG-Niveau doppelt so lang. Und es ist ja nicht so, als würde der Laden ohne Steuerzahlerhilfe komplett verschwinden, die Hälfte der Jobs würde sowieso erhalten bleiben. 50 bis 75% der Förderung dient also nicht der Sicherung von Arbeitsplätzen und damit der Vermeidung von personeller Härten.) Sondern es geht um die Unternehmer und die sollten Hilfen der Gesellschaft auch verdient haben. Das heißt: Gleiches Recht für alle. Und wer z.B. privat in Notlage gerät, weil er ein teures Haus auf Pump gekauft und dann seinen Job verloren hat, dem zahlt auch niemand seinen Tilgungsraten weiter. Eine Firma, deren Eigenwert zum Großteil durch ihre Kreditverpflichtungen aufgehoben wird, ist für mich genauso zu veranschlagen.

Wie lange nun die Reserven tatsächlich reichen, wird je nach Unternehmen höchst unterschiedlich aussehen. Fakt ist, dass wir uns deiner unteren genannten Grenze von 6 Monaten mit großen Schritten nähern

Aktuell sind wir bei etwas über 2 Monaten, also nicht einmal der Hälfte beziehungsweise weniger als einem Drittel des Mittelwerts von "6 bis 12" und es gab und gibt mit Soforthilfen sowie mit erweiterten Hilfsarbeitergeld bereits eine sehr umfangreiche Hilfsmaßnahmen. Das heißt nicht, dass man nicht über den Ernst der Lage sprechen kann, aber existenzbedrohenden Zustände (und das ist noch nicht das gleiche wie existenzvernichtende Zustände) wären, wenn man den genannten Reserven ausgeht, erst im Verlaufe von 2021 zu erwarten. Und das ist ein verdammt langer Zeitraum in hochdynamichen Zeiten. Denke einfach mal 3 Monate zurück.

allerdings geht es um diese hier auch nicht. Die befinden sich gegenwärtig nämlich bereits in der Obhut des Jobcenters und werden somit bereits auch "von der Allgemeinheit durchgefüttert", wobei man fairerweise sagen muss, dass das für Millionen Kurzarbeiter gegenwärtig ebenso zutrifft. Dafür sind diese Systeme aber nun mal auch vorhanden, und ich für meinen Teil bin froh in einem Land zu leben, in dem Soziale Sicherungsnetze Existieren.

Ich ebenfalls. Aber eben weil diese Netze existieren und schwere Schicksale komplett verhindern sollen*, ist kritisches Fragen berechtigt, wenn einige Menschen noch mehr von der Allgemeinheit haben wollen.

*: Ich bin der erste, der zugibt, dass HartzIV diesem Anspruch nicht wirklich gerecht wird. Aber das ist ein Grund etwas an HartzIV zu ändern, kein Grund ein paar zuvor priveligierte gesondert vor HartzIV zu schützen.

Gesellschaftliche Veränderung ist ein laufender Prozess, dem sich unsere gesamte Wirtschaft ausgesetzt sieht. Normalerweise besteht die Herausforderung für alle Marktteilnehmer darin, hierauf zu reagieren, beziehungsweise im besten Fall an der Spitze dieser Veränderungen mitzumischen. Normalerweise gibt es hier allerdings auch die Möglichkeit zu handeln. In dem aktuellen Stillstand, welcher sich aus gerechtfertigten Verordnungen des Gesetzgebers zur Eindämmung einer Jahrhundertpandemie begründet, vermag ich diesen Prozess allerdings nicht so recht wiederzuerkennen.

Den Prozess erkenne ich auch nicht, wohl aber die Auslöser, die ihn eigentlich starten sollten. Das heißt der Bedarf und der Anlass für Handeln ist da, aber anstatt die Anpassungsprozesse vorzunehmen, schreit ein Teil nach dem Staat, der das bisherige Leben mit allem Komfort solange weiter ermöglichen soll, bis alles wieder "normal" ist. Interviewte aus Ostwestpfahlen haben sich ernsthaft beklagt, dass ihr Urlaub jetzt ins Wasser fällt bzw. zu Hause verbracht werden muss, nachdem sie dieses Jahr schon 10 Wochen untätig bei 80% Lohnbezug zu Hause (das wohlgemerkt mit einer sonnigen Terrasse und nenneswerter privater Wiesenfläche ausgestattet war) verbringen muss. Da fällt mir ehrlich gesagt nur noch eins ein:
SAGT MAL GEHTS NOCH?????!!!

Jahrelang haben Leute, deren bisherige Tätigkeit aus genausowenig selbst verantworteten Gründen nicht mehr gefragt war, nur ein "dann such dir halt einen neuen Job" an den Kopf geknallt bekommen. Millionen von Arbeitern haben und tun während der Krise unter persönlicher Gesundheitsgefahr und erhöhter Belastung sowie weniger Freizeit wegen der Maßnahmen weiter ackern, ohne auch nur einen Cent mehr zu bekommen. Das ist die breite Masse. Aber sobald mal ein paar Belastungen für diejenigen, denen es bislang überdurchschnittlich gut ging, aufziehen, gilt es auf Kosten aller eine Katastrophe zu verhindern? Ein Verkauf des durchschnittlichen deutschen Neuwagens (und die meisten Unternehmer schaffen einen deutlich überdurchschnittlichen an) würde genug erlösen, um zwei Jahre lang das Leben eines echten Opfers der Umstände zu finanzieren. Nur mal so einen Maßstab zu nennen, was "harte Zeiten" sind und was nicht.

Ansonsten bin ich mir recht sicher, dass, bezogen auf deine Ausführungen zur Messelandschaft, sowohl die ausstellenden Unternehmen als auch die ausrichtenden Messegesellschaften recht genau über die Reichweiten der jeweiligen Veranstaltungen Bescheid wissen dürften. Mögliche Veränderungen dieser Verhältnisse sind selbstverständlich dem normalen unternehmerischem Risiko zuzuordnen, diese Einschätzung teile ich durchaus, allerdings bin ich mir nicht so sicher dass bis vor einigen Monaten Irgendjemand den monatelangen, behördlich verordneten Stillstand ganzer Wirtschaftszweige dazugezählt hätte.

Das sicherlich nicht. Allerdings sehe ich mehrheitlich auch keinen behördlich verordneten, sondern einen von der Bevölkerung und von internationalen Partnern gewünschten Stillstand.

Ich weiß nicht, woran du dich hier orientierst, aber der Weltmarkt für Kongresse und Konferenzen wird sich sicherlich aus anderen Teilnehmern zusammensetzen als beispielsweise der Weltmarkt für Eisenschrott. Warum man jedoch von sehr realen Maßnahmen nicht betroffen sein sollte, nur weil man Marktführer ist, erschließt sich mir ebenfalls nicht.

Ich sage nicht "nicht betroffen", sondern ich sage "nicht übermäßig hart". Wenn man 98% seines Umsatzes im Rest der Welt macht, der von deutschen Maßnahmen nicht beeinflusst ist, dann haben die deutschen Maßnahmen kaum Einfluss auf das Geschäft. Das ist logisch, oder? Und es macht einen sehr großen Unterschied, ob Unternehmen wegen der globalen Lage in Schieflage sind oder wegen deutscher Maßnahmen.

Aus letzteren lässt sich gegebenenfalls ein moralischer Anspruch auf Unterstützung ableiten, denn es ist letztlich der Staat der in Deutschland sehr einseitige Maßnahmen verhängt hat, die nur einen kleinen Teil der Unternehmen traf, die somit (zusammen mit sämtlichen Privatpersonen) die Epidemieeindämmung zu tragen hatten, von der alle Unternehmen profitiern. Hier könnte man also durchaus argumentieren, dass diese unter den Maßnahmen leidenden Unternehmen ebenso, wie alle unter den Maßnahmen leidenden Privatpersonen, einen (moralischen) Anspruch auf Ausgleichszahlungen aus den Steuern derjenigen Unternehmen haben, die dank nicht-Regulierung fleißig weiter kassieren.

Ganz anders sieht das aus, wenn ein Unternehmen einfach nur Opfer der allgemeinen Umstände ist, was in meinen Augen teilweise auf die Veranstaltungsbranche und vollständig auf deren international orientierten Teil zutrifft. Deren Situation ist nicht von der deutschen Politik verursacht, sondern unvermeidbar. Hier besteht kein moralischer Anspruch auf gesellschaftliche Stütze, sondern maximal ein Interesse der Gesellschaft, vernünftig wirtschaftende, bald wieder beliebte Leistungen anbietende Unternehmen am Leben zu erhalten. Das sind aber Kriterien, die bei weitem nicht alle jetzt klagenden Unternehmen erfüllen.

Ich möchte an dieser Stelle ein für alle Mal klarstellen, dass eigentlich niemand aus der Branche, mich eingeschlossen, die beschlossenen Maßnahmen grundsätzlich kritisiert. Warum auch, wir sind schließlich keine Mediziner. Kritisiert wird lediglich, dass es bislang keinerlei Dialog mit der Branche gab um über die Auswirkungen dieser Maßnahmen zu diskutieren. Angesichts der äußerst misslichen Lage der Branche, wird man doch wohl behaupten dürfen, bisher sehr entspannt damit umgegangen zu sein.

Bezogen auf alle Äußerungen hier im Text muss ich leider sagen, dass ihr mindestens einen in der Branche habt, der die beschlossenen Maßnahmen in erheblichen Ausmaß kritisiert. ;)
Daraus leitet sich auch einen Teil meiner Argumentation ab, die nicht eine reine Antwort nur für dich ist: Ich stimme dir definitiv zu, dass man über die Situation reden sollte und du hast auch Recht, dass da bislang -im Vergleich zu traditionell zu stark aufgestellten anderen Lobbys- wenig passiert ist. Aber im Gegensatz zu einem anderen hier vertretenen Zeitgenossen bin ich der Meinung, dass am Ende dieser Gespräche für einen großen Teil der Branche wenig bis keine zusätzlichen Hilfen und definitiv keine Maßnahmen-Lockerungen stehen sollten, wenn es um eine faire Behandlung gehen würde.
(Anm.: "Fair" im Vergleich zur breiten Bevölkerung. Nicht fair im Vergleich zu Lufthansa, Automobilbranche oder Landwirtschaft.)

Ich darf an dieser Stelle vielleicht einmal daran erinnern, dass einige Landwirte auf dem Höhepunkt des Pandemieverlaufs in Deutschland so lange Druck gemacht haben, bis sie ihre osteuropäischen Billigkräfte zum Spargelstechen einfliegen durften. Auch dort ging es weniger um die Grundversorgung der Bevölkerung, als vielmehr die Sorge vor Umsatzeinbußen, sollte das erntereife Luxusgemüse nicht zeitig aus dem Acker kommen. Ich möchte das an dieser Stelle auch gar nicht verurteilen, auch Landwirte müssen Geld verdienen, sondern lediglich diesen Vorgang als das Meisterstück der Lobbyarbeit präsentieren, welches der Veranstaltungswirtschaft bisher noch nicht gelungen ist.

Das war in der Tat ein Meisterstück aus der Rubrik "wie es nicht laufen darf", das ich auch entsprechend verurteilt habe (obwohl die Ausgestaltung der Ausnahmeregelung eines der wenigen Beispiele ist, wo halbwegs ein halbwegs logisches Auflagenpaket geschnürt wurde). Von daher stimme ich dir zu, dass die Veranstaltungswirtschaft weit von derartiger Lobbyarbeit entfernt ist, ich bin aber dafür eher das Niveau der Bauernerfolge auf das der Veranstalter zu senken denn letzteren ähnliche Geschenke zu machen. Wir können uns die nämlich schlichtweg nicht für jeden leisten und am Ende muss der Rest diese Last zusätzlich tragen.

[Cryon1cs Lockerungswünsche]
Ist das wirklich eine Diskussion, die es wert ist, geführt zu werden?

Eigentlich nicht :)
Aber da sie aktiv in diesen Thread gedrückt wird und ich hier keine Privatunterhaltung führe, fließt diese Ansicht teilweise in die Beurteilung der Stimmung ein. D.h. es gibt neben der berechtigten Forderung nach Gesprächen über überrückende Maßnahmen auch unberechtigte Forderungen, denen definitiv nicht nachgegeben werden sollte.


Das ist in der Tat der Fall, und erste Veranstaltungen (oder eher die Letzen die noch nicht abgesagt oder ins nächste Jahr geschoben wurden) haben bereits Genehmigungen der zuständigen Gesundheitsämter erhalten.

Nice. :)
Das ist das, was ich weiter oben meinte mit "bis durch Maßnahmen gestreckte 6-12 Monate vorbei sind, kann es schon wieder ganz anders aussehen". Stadionkonzerte und miefige Discos werden sicherlich noch eine ganze Zeit geschlossen bleiben, aber zwischen einer Businesskonferenz mit gemeinsamen Abendessen und einem Restaurantbesuch sehe ich jetzt keinen großen Unterschied. Da wird man nur die globale Lage abwarten müssen, ob überhaupt beruflich gereist wird. (Wobei ich allgemein eine dauerhafte Reduktion erwarte, nachdem jetzt viel mehr Leute an Videokonferenzen gewöhnt sind. Ist ja auch eine Kostenfrage.)

Allerdings ist die Koelnmesse nicht nur Immobilien Verwerter, sondern eben der Erbringer aller für die Aussteller anfallenden Dienstleistungen. Realisiert werden diese zwar von Partnerunternehmen in den jeweiligen Gewerken, mit denen hier jeweils Exklusivverträgen bestehen (manchmal nur für Teile des Geländes), bezahlen muss sie aber trotzdem Jemand. Das Leistungsspektrum umfasst unter anderem die Herstellung der Energieversorgung, Trinkwasserversorgung zzgl. Entsorgung des Abwassers, Einbau der Brandschutztechnik in den durch den Kunden erbauten Messestand (nötig bei mehrstöckigen Aufbauten), Anschluss an das Breitbandnetz, Logistische Dienstleistungen aller Art (ich habe schon 100t Kräne in Messehallen gesehen – mehrmals pro Jahr), Herstellung der Deckenabhängungen, wahlweise Aufbau des gesamten Rigs inklusive sämtlicher Veranstaltungstechnischer Einrichtungen sowie der Müllentsorgung. Wenn das alles berechnet ist, steht da noch lange kein Messestand, eigenes Personal ist auch noch nicht vor Ort, aber an den Preis für den nackten m² Ausstellungsfläche denkt da schon lange niemand mehr ;-)
Ich komme übrigens nicht aus Köln, aber das Prinzip ist überall gleich.

Das all das von irgendwem (spielt ja jetzt für die Diskussion auch keine Rolle ob Kölnmesse selbst oder ein anderer, darauf spezialisierter Betrieb) geleistet werden muss, ist klar. Aber die Frage im Rahmen des "Branche einfrieren" ist: Was für laufende Kosten hat derjenige, wenn er das nicht macht? Und die Frage im Falle von "Messen unter entzerrten Bedingungen" ist: Wie viel Kosten hat er, um das gleiche auf größerer Fläche zu macehn? Energie, Frisch- und Abwasser werden von den Versorgern in solchen Größenordnungen eigentlich komplett verbrauchsbezogen berechnet, die Grundgebühr für Infrastruktur ist vernachlässigbar. Solange die Messe also kein eigenes Klärwerk vorhält gilt: Kein Verbrauch, keine Kosten. Und wenn sich die Leute auf größerem Raum verteilen steigt auch nur der Strombedarf der Beleuchtung minimal. Brandschutz ist typischerweise "pro Halle" dauerhaft eingebaut und verursacht nur bei Änderungen kosten, die am Stand fälligen Maßnahmen sollten nicht durch Freiflächen, sondern durch die Komplexität von Aufbauten und die Besucherdichte bestimmt werden. Lässt man einfach größere Lücken, entstehen keine zusätzlichen Kosten; führt man gar keine Veranstaltungen durch, kostet sowas gar nichts. Ähnliches gilt für Breitband, Logistik, Messebau im weiteren Sinne (Decken hat auf der Gamescom niemand, außer die der Halle selbst): Das alles verursacht nur Kosten für eine bestimmte, gewünschte Funktionalität. Nicht für eine bestimmte Fläche und auch nicht während einer Ruhephase.

Das ist eine Frage mit der nicht wir, sondern die Politik sich beschäftigen muss und das möglichst schnell, denn sonst wird ihr diese Entscheidung sehr wahrscheinlich abgenommen werden. Ich weiß wofür ich bin, aber das liegt möglicherweise auch nur daran, dass der Gedanke, Zukunftstechnologien in die Hände von Agenturmitarbeitern zu legen, mir einen kalten Schauer den Rücken runter treibt ;-)

Es gibt genug Biologen, die Taxi fahren und ihren Job an die Agenturmitarbeiter abgeben können, wenn sie die Biotechbranche voranbringen können. :)

Und nein, mit der Frage müssen wir uns nicht beschäftigen. Aber ich denke nicht wenige sind in diesem Thread, weil sie sich trotzdem damit beschäftigen WOLLEN.



Was mich (positiv) überrascht: Die Zahlen gehen nicht in den Demonstrationshochburgen durch die Ecke, sondern eher bei den "Kung Flu"-Anhängern.


Ist die Frage, ob er sich dran hält.

Der hält sich doch sonst auch nicht an das, was Richter sagen. Warum gerade in dem Punkt?


Maskenpflicht ist aber deutlich einfacher und kostengünstiger umzusetzen.
Desinfektionsmittel oder zumindest Seife sollte aber wirklich auf jedem öffentlich WC vorhanden sein.

Allein die von ihm beschriebene Tatsache, dass selbst jetzt keine Desinfektionsmittel bereitgestellt werden, zeigt doch offensichtlich, wem man keinerlei Eigenverantwortung zutrauen kann.


Damit Events mit Mindestabstand wirtschaftlich werden, müssten Konzerte über 100€ kosten, Festivals locker 400€ und Club-Eintrittspreise um die 50€. Das zahlt keiner.

Ach nee? Ich dachte, es gebe einen unglaubliche Nachfrage? Einen geradezu animalischen Drang, keiner würde es mehr zu Hause aushalten? Da sind 50 € Eintritt eigentlich nichts. Zählt man Getränke und Taxi hin und zurück mit dazu, ergibt sich nicht einmal eine Verdoppelung der Kosten. Man könnte also 50% der bisherigen Partymenge zu dem Tarif weiterfeiern (was weit unter den verfügbaren Kapazitäten liegt, wenn die Personendichte auf 1/4 bis 1/16 reduziert wird). Null Problemo also - es sei denn, deine Hirngespinste davon, was Menschen dieser Tage wollen, wären komplett realitätsfremd.


Gesetze müssen von der Bevölkerung akzeptiert werden und bei Corona hat niemand mehr Bock auf die Einschränkungen.

Ein Glück dann, dass Deutschland zu 80% aus "Niemand"en besteht.
(Schade, dass es nicht >99% sind, sonst wäre Corona längst Geschichte.)


KEK

Ich rede von Menschlicher Ressource namens Medizinisches Personal die waren schon vor corona aus dem letzten Loch am pfeifen.
(Intensiv stationen noch schlimmer)

Intensivstationen sind i.d.R. sogar entspannter, weil sie deutlich bessere Personalschlüssel haben. Kein Wunder: Wenn es da nicht passt, kratzen die Leute ab und die daraus resultierenden Kosten mögen kommerzielle Krankenhausbetreiber gar nicht. Bei mangelnder Versorgung auf anderen Stationen verschlechtert sich nur der Zustand und im Worst Case resultiert ein längerer Aufenthalt, eine Verlegung auf die Intensivstation oder ein bleibender/länger andauernder Schaden, der Folgebehandlungen erfordert. Also lauter Dinge, die kommerzielle Krankenhausträger als "Umsatzsteigerung" bezeichnen würden.
 
Möglicherweise gibt es in den USA bereits 20 Millionen Infektionen.

US-Gesundheitsbehörde: Deutlich mehr Infektionen als bekannt

21:07 Uhr
In den USA haben sich nach Schätzungen der Gesundheitsbehörde CDC wohl rund zehnmal mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert als bislang bekannt. "Für jeden Fall, den wir verzeichnet haben, gab es wahrscheinlich zehn weitere Infektionen", sagte CDC-Direktor Robert Redfield. Das sei vor allem auf asymptomatische Infektionen zurückzuführen und darauf, dass in den USA in den ersten Monaten des Ausbruchs deutlich weniger getestet worden sei als jetzt. "Mit den Methoden, die wir im April und Mai benutzt haben, haben wir wahrscheinlich rund zehn Prozent der Infektionen verzeichnet." Die steigende Zahl der Neuinfektionen vor allem in südlichen Bundesstaaten besorge ihn sehr, sagte Redfield. Die Behörde gibt derzeit für die USA mehr als 2,3 Millionen bekannte Corona-Infektionen an - mehr nachgewiesene Fälle als jedes andere Land der Welt.

Corona-Liveblog zum Nachlesen: ++ 45 Faelle in Wiesenhof-Schlachtbetrieb ++ | tagesschau.de
 
Mach dir da mal keine Sorgen, ich bin genug herumgekommen, um zu wissen, wie es dort Läuft. Ich verfüge allerdings auch über den theoretischen Background, um verkünden zu können, dass die baurechtlichen Vorschriften für jede Location in der VStättVo festgehalten sind. Sofern es sich bei den von dir aufgesuchten Clubs nicht um Kirchen oder vergleichbare Orte der Andacht handelt, gilt die ab 200 PAX auch dort. Weitere für den Clubbetrieb relevante Regelwerke und Richtlinien wären mindestens die DIN 15905-5, ASR 2.2, DGUV Vorschrift 17, DGUV Information 215-310 sowie die gute alte DGUV Vorschrift 3.
Hinzu kommen weitere Auflagen im Bezug auf den Gastronomiebetrieb (IfSG) und den Jugenschutz (JuSchG).

Ich habe zwar nie als DJ gearbeitet, aber möglicherweise weiß ich auch gerade deshalb über die Realitäten des Betriebs einer Veranstaltungsstätte bescheid.

Ich denke, jeder kann DJs und Clubbetreiber durchaus verstehen, denn ihre Situation unterscheidet sich nicht vom Rest der Branche. Stillstand herrscht gerade überall, die Betroffenen brauchen jetzt aber keine Party, die brauchen Geld um ihre Betriebe zu stützen und eventuell den Lebensunterhalt zu sichern. Das ist nämlich unter den aktuellen Bedingungen nicht mit der Öffnung ihrer Betriebe zu verdienen. Man kann sich da jetzt solidarisch zeigen, oder auf Partymachen drängen, deine Entscheidung hast du scheinbar getroffen.

Die betroffenen Musiker und DJs wollen aber wieder Auftritte.
Weil die Soforthilfe bei denen nicht dazu gedacht ist, deren Lebensunterhalt und deren laufende Kosten als Privatperson (denn bei einem DJ oder Musiker lässt sich Privat nicht klar vom Geschäftlich trennen!) nicht von den Soforthilfen abgedeckt werden.
Die ganzen Vorschriften bezüglich Gebäuden kenne ich, es gibt aber weiteres was eben den Lärmschutz betrifft etc. Und das ist der Bereich wo ich eher das Wissen habe, ist doch was anderes als die Grundlagen um die Location überhaupt betreiben zu können. Schallschutz, Laserinstallationen usw. sind doch was anderes, weil sie bestimmte Veranstaltungen und nicht die Location an sich betreffen.

Fakt ist - in der Schweiz sind gerade alle unterwegs die irgendwas in der Szene zu sagen haben, alle Headliner sind dort. Gut, das sind nicht unbedingt Leute die jetzt das Geld brauchen, aber alle rammeln dahin.

Die Realität ist wie immer unterschiedlich. Während die einen das eine wollen, sind es die anderen die was anderes wollen. DJs und Musiker fühlen sich für die Gäste nicht so verantwortlich wie die Betreiber und die Security, entsprechend sind auch die Ansichten. Der Musiker ist heute da und morgen schon im Flieger und nächstes Wochenende ist der im anderen Land.
Solidarisch zeigen ist nicht alles. Auch die Night of Light hat bislang nix gebracht - schöne Aktion, aber der Erfolg bleibt aus, es tut sich nichts. Klar sitzen wir alle im selben Boot, aber die Auswirkungen sind leicht anders weil die Umstände anders sind. Die Solo-Selbstständigen sehen halt keine Chance was zu verdienen, es sei denn die dürfen wieder vernünftig und normal ihr Ding machen. Musiker in Bands ebenfalls.
Clubbetreiber oder einfach Besitzer der Locations die untervermietet werden sehen das leicht anders, weil sie ihre Location und entsprechend den Ruf und die Stammgäste haben.

Aber einen richtigen Ausweg ohne Papa Staat anzuschnorren oder Kredite anzuhäufen gibt es nur in einer Öffnung zusammen mit dem positiven Image in den Medien - damit die Bevölkerung diese Sachen auch nicht als tickende Zeitbomben ansieht, die nur darauf warten um Biowaffen auf 2 Beinen in die freie Wildbahn loszulassen.
Und das gilt für alle - vom Solo-Selbstständigen und internationalen Künstlern bis hin zu Dienstleistern rund um die Events.

Ach nee? Ich dachte, es gebe einen unglaubliche Nachfrage? Einen geradezu animalischen Drang, keiner würde es mehr zu Hause aushalten? Da sind 50 € Eintritt eigentlich nichts. Zählt man Getränke und Taxi hin und zurück mit dazu, ergibt sich nicht einmal eine Verdoppelung der Kosten. Man könnte also 50% der bisherigen Partymenge zu dem Tarif weiterfeiern (was weit unter den verfügbaren Kapazitäten liegt, wenn die Personendichte auf 1/4 bis 1/16 reduziert wird). Null Problemo also - es sei denn, deine Hirngespinste davon, was Menschen dieser Tage wollen, wären komplett realitätsfremd.


Gibt es auch. Aber nicht um jeden Preis.
Bedenke das Kurzarbeit, gestiegene Arbeitslosigkeit und andere Faktoren auch existieren. Wo statt 5-6€ Eintritt jetzt auf ein Mal 50€ dransteht, da geht keiner hin.
Der Einzelhandel bekommt z.B. die 3% Märchensteuer als Entlastung, gleichzeitig erwartet man das die Bevölkerung das 10-fache für das Nachtleben übrig hat?
Das haben die oberen 10% der Bevölkerung und viele von denen sind im Nachtleben nicht als Gäste unterwegs.
Nachtleben muss für alle zugänglich sein, auch Studentenclubs mit Bier für 1,50 müssen sich über Wasser halten können.

Ich könnte die 50€ Eintritt stemmen paar Mal im Monat, einige meiner Freunde nicht. Studenten - gar nicht. Die sparen n ganzes Jahr lang auf 2-3 Festivals.

Und ich weiß nicht wo du wohnst das bei dir Getränke und Taxi so teuer ausfallen das die Kosten sich nicht mal verdoppeln, aber nicht jeder geht im Nachtleben edlen Wein trinken und zahlt 20-30€ Eintritt.
War jetzt erst in ner Absinthbar, die hat auch Probleme ist aber als Gastronomie gemeldet - ergo hat sie wenigstens etwas machen können. Die Betreiber kotzt das alles natürlich an, die beugen sich selbstverständlich den aktuellen Regeln und Gesetzen, sie wissen aber nicht ob sie das überleben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die einzige Lösung ist die Beschränkungen aufzuheben. Niemand schließt Clubs wenn Grippewelle war, warum also jetzt? Die Leute müssen wieder ein normales Leben führen können und Party gehört da essentiell dazu.
 
Die einzige Lösung ist die Beschränkungen aufzuheben. Niemand schließt Clubs wenn Grippewelle war, warum also jetzt? Die Leute müssen wieder ein normales Leben führen können und Party gehört da essentiell dazu.
Gut getrollt. Falls Du den Quatsch tatsächlich ernst meinen solltest, dann vergiss meinen Post. Dann hast Du ganz andere Probleme.
 
Die einzige Lösung ist die Beschränkungen aufzuheben. Niemand schließt Clubs wenn Grippewelle war, warum also jetzt? Die Leute müssen wieder ein normales Leben führen können und Party gehört da essentiell dazu.
Nur dass die Ausbreitung von Corona etwas stärker ist als von Grippe und damit wesentlich mehr Leute erkranken.
 
Gut getrollt. Falls Du den Quatsch tatsächlich ernst meinen solltest, dann vergiss meinen Post. Dann hast Du ganz andere Probleme.

Welche Optionen gibt es sonst. Auf einen Impfstoff warten, der möglicherweise nie kommt? Und wenn ich mir hier die Grünanlagen ansehe, dann können die Clubs auch aufmachen, mehr Menschen werden da auch nicht dicht an dicht abhängen. Die ganzen Maßnahmen laufen ins Leere wenn sich 25-30% der Menschen nicht daran halten und dem Punkt nähren wir uns.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Sozialistischer Bullshit.
Wenn keine neue Wertschöpfung entsteht (Wirtschaft) ist auch das irgendwann zu Ende, so wie die DDR.
Und ja, Bußgelder sind dann auch nicht mehr da, denn die können dann nicht mehr bezahlt werden von den Leuten.
Ergo: Ende des Staates.


Ich werfe jetzt mal etwas persönlich. Zieh doch aus jobbe neben der Schule. Kannst du ja machen.
 
Ich werfe jetzt mal etwas persönlich. Zieh doch aus jobbe neben der Schule. Kannst du ja machen.

Wieso sollte ich das tun, ich bin nicht auf Geld vom Staat angewiesen und beginne im September die Ausbildung. Wieso sollte ich ich für einen Apple und ein Ei irgendwelche Jobs wie Werbeausträger ausüben?
 
Wieso sollte ich das tun, ich bin nicht auf Geld vom Staat angewiesen und beginne im September die Ausbildung. Wieso sollte ich ich für einen Apple und ein Ei irgendwelche Jobs wie Werbeausträger ausüben?

Weil du während deiner bisherigen und deiner zukünftigen Ausbildung dem Staat auf der Tasche gelegen hast bzw. weiterhin liegen wirst.

Und wenn ich sehe, wie teilweise fruchtlos bereits deine schulische Ausbildung leider war, solltest du dich selbst berufen fühlen, deine weitere Ausbildung komplett privat zu finanzieren, statt weiterhin sozialistisch bei fleißigen Steuerzahlern (wie beispielsweise mir) zu schmarotzen. :D
 
Die betroffenen Musiker und DJs wollen aber wieder Auftritte.

Und ich haette gerne einen Bagger mit Blaulicht. Wie lange werden wir uns noch Deine "ich will saufen, ich will f*cken"-Rants durchlesen muessen?

Die Berufsschulen natürlich vom Staat, aber der wird auch von den Bürgern bezahlt.

... was nach Deiner Formaldefinition ja quasi DDR 2.0 ist. Runter von meiner Brieftasche, verdammter Sozialschmarotzer!
 
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