Zitat: Siehe Punkt 3
"... Die klinisch-ethischen Empfehlungen der Fachgesellschaften stufen klinische Erfolgsaussicht als einzig zulässiges Kriterium ein. ..."
Dilemmata bei der Zuteilung von Beatmungsgeraeten | Verfassungsblog
...
k.
Das würde ich jetzt aber nicht zwingend so interpretieren, dass eine Priorisierung der Behandlung mittelschwerer vor leichter Fälle nicht zulässig wäre. Da steht ja nur, was das Kriterium ist, nicht was für ein Maßstab anzulegen ist. Man kann also durchaus auch die Erfolgsaussichten anderer Behandlungsmethoden berücksichtigen und zu dem Schluss kommen, dass es bei Patient A auch ohne das Beamtungsgerät geht, das Patient B (mit schlechterer Überlebenschance) dringend benötigt.
Warum sollen Ärtze nicht mit einem extrem schnellen Verfahren ihre Entscheidung transparent machen? Z.B. in dem in Zeiten, in denen Medikamente, Betten oder Geräte knapp werden, genau so ein einfacher 10 Punkteplan ausgefüllt wird. Und dann haben Patienten 4,6 oder 9 Punkte und alles ist juristisch transparent.
Weil genau diese strenge Kategorisierung bei einem komplexen biologischen Organismus, der nur kurz untersucht werden konnte, nicht möglich ist. Die Wirklichkeit ist nicht in Punkte unterteilt und die Überlebenschance hängt von dutzenden, interagierenden Aspekten ab. Ich sage nicht, dass deine moralisch-juristischen Vorstellungen falsch sind, ich sage nur dass die Ausgangslage für eine derartige Diskusison über deterministische Abläufe gar nicht gegeben ist. Statt sich zu überlegen, wieviele Punkte welchen Behandlungsschein ergeben, welche Entscheidungsgrundlage ein Arzt bei exakt gleichen Überlebenschancen heranziehen könnte oder wie eine Autosteuerung der Wert von Menschleben quantifizieren soll, sollte man erst einmal der Erfassung der Ausgangssituation widmen. Das ist der schwere Teil, für den die Ärzte in derartigen Situationen Hilfsstellungen brauchen, damit die Verantwortung über Leben und Tod nicht mehr komplett auf ihrem Gewissen liegt.
Doch, genau das passiert indirekt heute, weil Krankenhäuse z.B. keine Notfälle aus Rettungswagen oder Hubschraubern mehr annehmen und die Besatzungen dann anderes Krankenhäuser suchen müssen. Das dauert Zeit, viel Zeit in einer Phase, in der jede Sekunde wichtig sein kann.
In Fällen, in denen jede Sekunde wichtig ist, muss der Notarzt eh selbst die Behandlung übernehmen. Und niemand "sucht" ein anderes Krankenhaus. Die Krankenhäuser melden ihre Kapazitäten an die Rettungsleitstelle und die sagt dem Krankenwagen, welches das nächst liegende, bereite Krankenhaus ist. Und nein, dass sind nicht die Kapazitäten mit Einrichtungen zur längerfristigen Behandlung, um die es dabei geht (weil längerfristige Behandlung eben nicht akuter Notfall/es geht um jede Sekunde ist), sondern dass sind die Kapazitäten der Notaufnahmen. Wenn da schon drei Notoperationen laufen, dann ist halt kein Platz mehr. Wenn nicht, dann ist er da und es kommt durchaus auch vor, dass Patienten im nächstgelegenen Krankenhaus A in die Notaufnahme kommen, dann aber, sobald der Zustand das zulässt, für die weitere Behandlung in Krankenhaus B verlegt werden, wo die stationären Kapazitäten für die weitere Behandlung weniger angespannt sind. Konnte man erst vor ein paar Wochen bei den ersten Corona-Hotspots wieder in allen Nachrichten verfolgen.
Genauso wählt jeder Hausarzt auf Basis seines Budgets aus. Auch heute schon werden vielen Patienten "lebensnotwendige" Behandlungen, z.B. Logopädie nach dem Schlaganfall verweigert. Und bitte sie die Differenzierung "lebensnotwendig" und "überlebensnotwendig"
Jetzt vermischst du (vermeintlich) lebensbedrohende Kapazitätberechnungen der Kliniken mit der Leistungstabelle der Krankenkassen...
Letztere ist übrigens einer der von dir geforderten "Punkte"-Systeme: Wenn der Schlaganfallpatient halt nur 4,5 hat, aber man mindestens 5,0 für ein halbes Jahr Logopädie braucht, dann kriegt er halt keine.
(Ganz abgesehen davon, dass auch der 5,0er vermutlich ein Jahr auf einen Termin warten muss. Das liegt aber nicht daran, dass der Logopäde von fünf Geräten eins als Reserve verbucht hat, sondern an der Medizinausbildung in Deutschland.)
Hier mal wieder Berichte von Ärzten. Das liest sich schockierend und es bleibt mein Ziel, mich nicht zu infizieren:
Autor:
Prof. Dr. Klaus-Dieter Kolenda
"... Vorgestern wurde nun in der Tagesschau aus Österreich berichtet, dass Forscher in der Universitätsklinik Innsbruck bei genesenden Covid-19-Erkrankten offenbar bleibende Lungenschäden festgestellt haben. ...
... zwei Patienten zeigten bei Belastung eine deutliche Sauerstoffunterversorgung als typisches Zeichen eines persistierenden Lungenshunts. ...
****. Das würde auch erklären, warum Beatmung so verdammt wenig bringt. Wenn nicht die pulmonare Teil, sondern die Adern hinüber sind...
... Patienten kommen mit niedriger Sauerstoffsättigung in die Ambulanz, bis auf erhöhte Atemfrequenz geht es ihnen den Umständen entsprechend gut, obwohl sie bei derart schlechten Blutgasen laut Lehrbuch unverzüglich intubiert werden sollten, berichtete Hartig. "Gibt man ihnen dann zwei Liter Sauerstoff, wird zwar die Sauerstoffsättigung etwas besser, aber ein paar Stunden später liegen viele von ihnen auf der Intensivstation mit Intubation und schwerem Lungenversagen", berichtete der Mediziner. ...
Schierig zu beurteilen: Liegen solche Fälle einen Tag später auf Intensiv, weil sie kurz vor knapp eingeliefert wurden oder weil die Behandlung kontraproduktiv war? Der Naturwissenschaftler würde jetzt ein Experiment mit Kontrollgruppe fordern, aber es hat gute Gründe, dass man Mediziner in einer anderen Fakultät abschottet und das Ärzte sich bei Behandlungen oft verdammt sturköpfig an Vorgaben halten.
"Den Umständen entsprechend gut" ist bei Medizinern auch wenig sagend. Wenn dir einer das Bein mit ner Kettensäge amputiert hast und du bei der Einlieferung nen dummen Spruch hinbekommst, geht es dir auch ", bis auf die Schmerzen, den Umständen entsprechend gut" und 10 Minuten später wärst du ohne Blutransfusion (die bei Covid19 nichts bringt) ein Fall für die Kelleretage.
Fläche Bundesrepublik: 357.386 km²
mit 300 Universitätskliniken müsste jede Klinik 1200km² abdecken,
im Idealfall wäre also alle 34km ein Krankenhaus und jeder hätte mehrere davon in der Nähe.
Ziemlich gute Idee, oder?
Meinst du? Eben hast du dich noch beschwert, wenn jemand nicht zum naheliegensten Krankenhaus gebracht wird und jetzt willst du eben dieses komplett zu machen. Und das zweitnächste auch noch. Stattdessen soll eine einzige Klinik ganz Berlin versorgen. Würde ich für eine selten dämliche Idee halten, wenn sie nicht so oft wieder hochkommen würde. So muss ich das selten streichen.
Für komplexe Operationen haben wir jetzt schon verschiedene Spezialeinrichtungen, die die besser als andere hinbekommen und ich wäre auch dafür, Kliniken nicht als konkurrierende profitorientierte Einrichtungen, sondern als am Patienten interessiertes Netzwerk zu betreiben. Sodass jeder schwierigere Fall nach der Erstbehandlung möglichst in die Klink verlegt wird, die ihm am besten helfen kann, anstatt möglichst jedem Patienten die Behandlung zu verpassen, die gerade den größten Gewinn bringt. Aber warum sollen alle diese Spezialisten an einem Ort zusammengepfercht werden? Es nützt doch rein gar nichts, wenn die Gynäkologie und der Kardiologe Tür an Tür arbeiten, sondern erschwert eher noch die Logistik und verhindert eben, dass eine fein verteiltes Netz von Notaufnahmen für die dringenden Basics zur Verfügung steht. Ganz toll wird es, falls wir mal eine Epidemie haben sollten (kommt ja zum Glück nicht vor in Deutschland) und dann eines dieser Krankenhäuser schließen müssen. Oder einen Brand. Bombenfund. Bombendrohung. Streik? Probleme bei Wasserver- oder Entsorgung. ...
Deine Idealverteilung (für die du Deutschland auch noch 200 km² kleiner gemacht hast) würde in der Praxis außerdem reichlich organisatorische Probleme aufwerfen. Oder wo baust du die 34-km-Praxis für Sylt + Helgoland hin? Wielange braucht ein Krankenwagen im Münchener Berufsverkehr für 34 km Luftlinie? Wie willst du siebenspurigen Zufahrtsstraßen und ganze Klinikstädte nachträglich ins Ruhrgebiet packen? Alles unmöglich.
Und wenn man dafür korrigiert, also zum Beispiel aus einer Klinik pro Region 3 macht wegen Redundanz, nochmal 200 Einzeleinrichtungen für abgelegene Gebiete über Deutschland verteilt und in den Großstädten und Ballungsräumen 200 zusätzliche Kliniken verteilt und 300 weiteren je zwei Standorte zugesteht, dann man ist schon wieder bei 1600.
(Und um noch den Ingenieursstolz zu kränken: Die halbe Diagonale eines Quadrates mit Fläche 1200 liegt ungefähr bei 26, nicht bei 34.

. Ist, da Luftlinie und ohne Verkehrsberücksichtigung, aber immer noch für viele Fälle viel zu viel, genauso wie die volle Kantenlänge, die die kürzeste Verbindung zwischen zwei ideal quadratisch verteilten Kliniken angibt.)
Wen man die Fallzahlen sieht, werden die Lockerungen nicht lange bleiben können, oder man ist nun gewillt den Preis zu zahlen.
Wenn ich mir die heutigen Berichte über Ladenöffnungen angucke, dann wird der Preis auf alle Fälle hoch ausfallen. Wenn die zahlreichen, einheitlichen Aufnahmen repräsentativ für ganz Deutschland sind (und warum sollten sie das nicht sein?), schätze ich mal Daumen*Pi, dass heute mehreren 100000 Leute zusätzlich Kontakt <0,5 m hatten. Bis Ende der Woche werden wir locker die Million voll machen. Absolut unverantwortlich, was die Einwohner und Politik gerade veranstalten.
Das zu Optimieren hat wenig mit dem schieren Distanz zum Krankenhaus zu tun. Es spricht z.B. nichts dagegen, anstatt einem Kreiskrankhaus eine Menge Sanitärswagen zu auf Taxiständfen zu positionieren.Damit ist allen geholfen. Wer schnelle Hilfe braucht, bekommt sie schneller, wer ins Krankenhaus muss, bekommt bessere Betreuung.
Und wer die Verzehnfachung der Rettungswagen, Rettungshubschrauber und Notärzte nebst Aufenthaltseinrichtungen an jedem Taxistand (wo gibt es schon noch Taxistände?) bezahlen muss, der bekommt auch noch eine deutliche Netto-Kostensteigerung gegenüber dem bisherigen System oben drauf. Denn du willst ja scheinbar (im Gegensatz zur Leopoldina) weiterhin genauso viele Ärzte und Schwestern in den Krankenhäusern beschäftigen, sodass deine kompensierende Nahversorgung komplett zusätzlich aufgebaut wird.
Komplexes Denken ist nicht jedem gegeben, vergiss es. Manche wollen es nicht verstehen. Es wäre z.B. so einfach, mehrere Todesursachen zu dokumentieren. Notfalls noch mit einem Daumenwert zur Gewichtung dahinter. Ingenieure machen sowas. andere sind mit mehr als zwei Auswahloptionen zum Teil schon überfordert.
Versuchen Ingenieure auch, EINE bundesweite Statistik über eine Million individuelle Fälle aus 10000 verschiedenen Datenquellen zusammenzustellen?
Gibt es da eine offizielle Anordnung, dass alle Menschen die versterben und bei denen Corona nachgewiesen wurde, als Todesursache Corona angegeben werden muss?
Todesursachen legt der Arzt je nach Fall fest und die "Anordnungen" sind so lasch, das sie manchmal einer späteren Autopsie nicht standhalten. Aktuell interessanter dürfte aber die Infektionsgesetzgebung sein, die nichts mit dem Totenschein zu tun hat. Demnach müssen die Kliniken Coronafälle melden, natürlich auch verstorbene. Somit taucht vermutlich auch bei uns jeder
positiv auf Corona getestete Tote in der offiziellen Statistik auf.
Aber die Unfallbeispiele sind trotzdem Bullshit. Wir haben normalerweise rund 93 Tote durch äußere Einwirkungen pro Tag und laut JHU gerade knapp 150 tausend bestätigte Fälle bei 83 Millionen Einwohnern. Unter der Annahme, dass Corona-Kranke nicht häufiger mit Klopapier erschlagen werden, als andere, komme ich auf gut 1 Gewalt-/Unfallopfer mit Corona pro Woche. Das macht bei über 1700 "Corona-Toten" wohl auch keinen Unterschied mehr, ob man den einen mitzählt oder nicht.
Nice in der Türkei geht es auch aufwärts was KH angeht, heute vorgestellt:
...
8 weitere Krankenhäuser werden noch dieses + nächstes Jahr eröffnet.
Die haben das Ziel Istanbul zur Medizin Hauptstadt zu machen, sieht auf jeden Fall gut aus.
Na werden aber
alle Einwohner der Türkei ihrem Gott Erdogan
dieses Jahr aber ganz besonders dafür huldigen, dass er
nächstes Jahr damit anfängt,
Istanbul auf eine Epidemie vorzubereiten. Fertigstellung dann gleich nach dem Kanal durchs einzige Naherholungsgebiet der gleichen Stadt, mit denen er seinem Spekulationskumpels ihre Ramschimmobilien auf Staatskosten vergoldet?
Wie profitabel ist eigentlich das weltgröße Luftfahrtdrehkreuz, dass er gebaut hat, gerade? Hat die Lira dank dieser Geldquelle schon wieder den Stand von 2010 erreicht?
Wenn sich alle an grundlegende Hygiene halten würden und zusätzlich aktuelle Verhaltensregeln wie Abstand halten einhalten würden und noch jeder im öffentlichen Raum ne Maske/Schal/Stoff über der Nase hätte bräuchte man bis auf ganz wenige Ausnahmen wo körperliche Nähe nunmal Programm ist (Clubs, Bordelle usw.) gar nix zuzumachen. Nebenbei gäbs dann auch grundsätzlich nie mehr Grippewellen.
Die ganzen aufgezwungenen Einschränkungen sowie deren Durchsetzung gibt es ausschließlich deswegen, weil die Leute zu dämlich sind sich den Umständen entsprechend [von sich aus] passend zu verhalten. Der Horizont vieler Leute ist dafür einfach zu klein weil sie auch keinerlei Hintergründe verstehen (wie viele Leute hab ich beispielsweise gesehen die jetzt Einmalhandschuhe tragen im Laden nur um sich dann mit Handschuhen ins Gesicht fassen - super). Und genau daran musste auch die Regeln anpassen (also die, die Leute verstehen sollen - die komplizierten hebste fürs Steuerrecht auf das die Leute eben nicht verstehen sollen). Ein "x Personen pro y Quadratmeter" ist da wohl schon zu komplex.
Ich will nicht abstreiten, dass die Leute dämlich sind, aber Infektionen sind nicht in halb leeren Läden möglich. Sondern auch auf Bürgersteigen und Radwegen, die ein passieren in 1,5 m Abstand komplett unmöglich machen, in Bussen und Bahnen die bislang eher 0,15 m Abstand boten, an Arbeitsplätzen mit 50 cm Abstand oder an Ampeln, deren Wartebereich kleiner als 100 m² ist. Von sämtlichen linearen Fortbewegungen mit weniger als 0,5-15 Minuten Abstand zwischen Aufeinanderfolgenden (je nachdem, welche Studie man heranzieht) ganz zu schweigen. Und all diese Infektionswege können auch noch so intelligente Leute nur teilweise meiden, solange sie gezwungen sind, täglich das Haus zu verlassen.
Eigentlich spricht es schon für im Schnitt erstaunlich vernünftiges Verhalten, dass wir von 500 bis 1000 Infektionen/Tag zu Beginn des politischen Eingreifens nur auf 2500-3000 hoch sind, obwohl 50-75% der Infektionsmöglichkeiten unreglementiert sind und nur durch indirekt und oder vernünftiges Verhalten eingeschränkt wurden.
Leider wurde ein Teil der indirekten Infektionsbeschränkungen zusammen mit der Aufhebung der direkten ebenfalls beendet.