Was meint ihr eigentlich zu meiner Milch-Mädchen-Rechnung? Ist die halbwegs schlüssig oder habe ich irgendwo einen Denkfehler?
Ich wollte damit nur ausdrücken, dass ich die aktuellen Maßnahmen für sinnvoll halte. Und zeigen was passiert, wenn man alles ungebremst laufen lassen würde.
Natürlich ist das alles noch viel dynamischer, aber aufgrund meiner eingeschränkten Mathematik-Kenntnisse, kann ich mich hier nicht besser ausdrücken.
Deine Überlegungen sind irgendwie überflüssig, weil sie genau die gleichen Grundlagen wie die allgemein "flatten the curve"-Strategie nutzen, aber eben weitaus weniger komplex auswerten als die offiziellen Rechnungen?
Reis und Nudeln gabs 2 Wochen lang hier gar nicht, von Klopapier wollen wir mal nicht reden.
NRG5 kostet das 7 fache (!) des normalen Preises und wird frühestens Juni geliefert (wenn ich das gewusst hätte wär ich reich geworden

).
Öl hat eine Lieferzeit von 12 Wochen aktuell, Propankartuschen sind ausverkauft
Antibiotika werden knapp, Ibuprofen, Paracetamol usw. sind regional schwer zu bekommen, Desinfektionsmittel seit vielen Wochen gar nicht.
Mehl war ebenfalls 2 Wochen vergriffen.
Okay, in deiner Region solltest du dann vielleicht doch noch das Zombie-Notfallkit bereithalten. Ich habe einmal keine Nudeln, einmal kein Mehl in den Regalen gesehen. Reis war niemals vollständig ausverkauft, wenn auch einmal knapp (Nudeln waren ebenfalls ein zweites Mal knapp). Klopapier gab es tatsächlich 2,5 Wochen lang praktisch gar nicht, das wars dann aber auch schon. Warum gerade jetzt Notnahrung kaufen sollte, ist mir vollkommen schleierhaft - das Zeug hat jetzt nicht gerade ein überlegenes Geschmacks/Kosten-Verhältnis, sondern zeichnet sich durch eine lange Lagerfähigkeit BIS ZU einer Krise in weiter Ferne aus.
Wo zum Geier wohnst du? Hier in Leipzig sind all die besagten Sachen vorhanden, Desinfektion war in der Apotheke schon im März wieder verfügbar, Klopapier ist auch wieder da und Feuchttücher für den Popo hat über Wochen keiner angefasst, mögen die Leute wohl nicht obwohl das ne super Sache ist.
Das Feedback höre ich aus dem Osten aber oft und von Leuten, die rübergemacht haben, entsprechendes Amusement über die Wessis. Wer 40 Jahre Erfahrung damit hat, eine
angemessene Menge von Dingen dann zu kaufen, wenn es sie gibt, anstatt immer nur das gerade nötige, wenn man es braucht, verfällt eben nicht in Hamsterkäufe oder Notstände, wenn irgendwas mal eine Woche lang knapp wird.
(Schlussfolgerung: Wäre der kalte Krieg jemals heiß geworden, wäre die DDR nach einer Woche erobert gewesen. Und die BRD nach zwei Wochen verhungert.

)
Im ländlicheren Bereich ist die Situation da etwas anders als in Großstädten. Hier gibts bis heute kein Desinfektionsmittel, nicht mal industriell (mein Arbeitgeber mischt eigenes nach WHO-Rezept seit Wochen für seine Angestellten!). Nahrung ist wieder fast komplett da, Klopapier ist immer noch vergriffen, wenn auch nicht mehr ganz so extrem (wenn man 2-3 Läden abklappert findet man mit Glück noch ne Packung).
Ausgerechned Desinfektionsmittel fehlte in deiner Prepper-Liste aber

(Außer du willst den Whiskeyvorrat missbrauchen)
Wie gesagt alles kein Thema, von mir aus könnten die alle noch 6 Wochen zu machen. Aber wie der Auslöser dieses Nebenthemas schon gesagt wurde oben: Man erkennt wie labil das System ist und wie wenig die breite Masse darauf vorbereitet ist wenns maln paar Wochen nix gäbe.
Die Leute sind sicherlich miserabel vorbereitet. Sowohl was die Vorräte angeht als auch was das Wissen über den Unterschied zwischen nötigen Vorräten und unnötigen Hamsterkäufen angeht. Aber vom System bin ich positiv überrascht. Die schwerwiegenste Auswirkung auf meine Grundversorgung war einmal zusätzlich Einkaufen zu gehen, um bei Beginn der Hamsterkäufe eine Packung Klopapier in der Drogerie zu holen, statt sie im Supermarkt mitzunehmen. Und einmal musste ich mich für Hackfleisch an der Theke anstellen, weil das SB-Regel leergekauft war. Ansonsten leide ich nur unter den direkten Coronaschutzmaßnahmen, wegen denen ich jetzt ungefähr doppelt so lange zum Einkaufen brauche und unter dem explodierten Informationsbedarf. #Coronaichhaltsnichtmehraus #Pandemiediesesleid #Lockerungensofortoderichrasteaus
Ja. Und jetzt wurde die Beschaffungsabteilung der BW damit beauftragt Schutzmasken zu besorgen. Der wahrscheinlich mit Abstand schwerfälligste und bürokratischste Apparat den unser Land je hervorgebracht hat.
Aber es stimmt, die Krise hat garantiert nicht nur Nachteile.
Ich wage zu bezweifeln, dass aus diesem Umdenken was längerfristiges wird. Schon jetzt ist das Thema "kompromisslose Globalisierung ist *******" aus den Nachrichten verschwunden und dank staatlicher Hilfen sind die direkten Schäden für Unternehmen klein im Vergleich zu ihren bisherigen Einsparungen und im Vergleich zu den Verlusten aus dem Marktkollaps. Somit werden weder Politik noch Wirtschaft großartig umdenken. Einsparungen im Gesundheitssystem sind die nächsten 1-2 Jahre nur noch verdeckt möglich und die Empfehlungen von Katastrophenforschern werden da, wo es billig ist, in 1-2 zusätzliche Depotfüllungen umgemüntzt werden, aber mehr verspreche ich mir nicht. Erinnert sich noch einer an die Finanzkrise? (Ja, genau die Finanzkrise, die IMMER NOCH ANDAUERT) Da wurde monatelang über dringend nötige Trennungen bei den Banken, staatliche Kontrolle oder gar Übernahme und über dutzende Maßnahmen zur Zügelung der Börsen diskutiert. Fast alle Parteien haben einige Forderungen übernommen, zivile Aktionsbündnisse sind aus dem nichts entstanden (Occupy) oder gigantisch gewachsen (Attac) und was hat das am Ende gebracht: Niente. 0. Gar nichts hat sich geändert. Im Vergleich dazu ist die politische/öffentlichkeitswirksame Wirkung von Corona gleich null, weil alle viel zu sehr mit ihrem Alltag beschäftigt sind.
Der einzige bleibende Einfluss, auf den ich hoffe: Home Office wird sich deutlich gestiegender Beliebtheit erfreuen. Ansonsten sind wird es in 3-4 Monaten fast nur noch um die Rezession gehen. Und das man die doch mit viel mehr Welthandel auffangen muss, also schnell Mercosur und TTIP in vollem oder sogar noch gestiegenem Umfange durchsetzen und viel mit den Chinesen zusammenarbeiten (die ohnehin unterm Strich massiv profitieren werden, einfach weil sie als erste aus dem Lockdown auftauchen und dann voll handlungsfähig alle sich ergebenden Gelegenheiten ergreifen können)
Diese Art von Zwangsarbeit wurde leider nicht abgeschafft, sondern nur pausiert, aber erfeulicherweise wurde das gemacht, denn es ist ein massiver Eingriff in die Freiheit jedes Einzelnen, ihn zum Militärdienst zu zwingen (man konnte da zwar auch in den Zivildienst, aber nicht so einfach).
"Nicht so einfach"? Rechtlich vielleicht nicht, da blieb der Zivildienst immer eine Ausnahme. Aber wer es seit Erfindung des Internets nicht mehr geschafft hat, zu verweigern (und auch davor gab es genug Vorlagen), der muss so blöd gewesen sein, dass ihn nichtmal das Heer als Tragtier eingezogen hätte.
Da ist fürs echte Abenteuer doch die ganze Spannung weg, wenn man sich noch Personenschutz nimmt.

Dazu setzt das doch geradezu so etwas wie "Vorbereitung" voraus.
Der optimierungsfreudige und sparsame Deutsche sollte sich deswegen kurzerhand als Kämpfer melden. Gefahr maximiert, Vorbereitungsaufwand minimiert, Verhandlungen über Schutz durch den
lokalen Warlord absoluten Führer entfallen gänzlich und falls man überleben sollte, hat man am Ende sogar mehr Geld als vorher, anstatt für seinen Urlaub zu bezahlen!
Ich fand das damals auch ziemlich unfair, aber zum Glück hat mein Arbeitgeber und ich solange rausgezögert, das ich dann als ausgemustert gewertet wurde. Mir wurde 2 Sachen bei der Musterung angeboten...Koch und Hufschmied

...da hab ich auch gleich gesagt, das die nicht mit mir rechnen sollten.
Hufschmied? Echt?

Das hätte ich sogar amüsant gefunden, stattdessen wollten sie mir ne Pilotenlaufbahn andrehen

(Aber das Gesicht, als ich daraufhin meine fertige Verweigerung rübergereicht und mich in einen freien Nachmittag verabschiedet habe, war Gold wert

)
Mich wundert es ja schon, das Gewalttaten und Sexualstraftaten nicht durch die Decken gehen. Man darf sein Gesicht verdecken und es sind nur einzelne Personen unterwegs, die Polizei ist mit dem kontrollieren von Kontaktbeschränkungen beschäftigt...es wäre ja eigentlich der perfekte Zeitpunkt, um allerlei Schindluder zu treiben.
Die Dunkelziffer bei häuslicher Gewalt ist extrem und die Meldungen finden oft verzögert statt. Das düfte sich in einer Lage, in der das Opfer nicht einfach grundlos den Haushalt verlassen kann, noch schlimmer werden und gleichzeitig haben viele der nicht-staatlichen Hilfseinrichtungen schließen müssen. Befürchtet wird ein massiver Anstieg seit langem, aber Zahlen darüber würde ich erst im Sommer erwarten.
Musste damals auch hin.
Ich find es gut das diese mittlerweile ausgesetzt wurde, da es damals einfach richtig ungerecht war. Und ich spreche hier nicht davon, dass Frauen nicht gezogen wurden, sondern selbst 50% der Männer wurden ausgemustert. Und da war es in den meisten Fällen einfach nur Glück/Pech welchen Musterungsarzt man hatte. Kenne Leute die waren sportlich super fit, z.B. einen damalig aktiven Rettungsschwimmer. Der hatte ein Kreuz...das war mehr Muskelmasse dran als an meinem kompletten Körper. Wurde ausgemustert wegen Rückenproblemen (

). Verschmitzt hat er zugegeben, dass seine Eltern im Bekanntenkreis nen Arzt hatten der das richtige Attest ausgestellt hat...naja sowas war für mich als reines Arbeiterkind, der in der kompletten(!) Familie der erste mit Abi und dann später Studium war natürlich nicht in Reichweite...
Heute im Job hab ich als Akademiker zu 95% nur mit anderen Akademikern zu tun. Und egal wann ich mit wem über diese Zeit spreche, der andere wurde aus irgendwelchen, teilweise willkürlichen, Gründen ausgemustert. Da fühl ich mich halt schon langsam richtig verarscht.
Hinzu kommt: die brauchten damals eigentlich nur Leute mit abgeschlossener Berufausbildung. Mit uns frischen Abiturienten wussten die nichts anzufangen. Die Zeiten von kostenlosem Führerschein waren damals auch schon vorbei, d.h. Fahrer konnte nur derjenige werden, der eh schon nen Lappen hatte (was natürlich von uns Abiturienten nahezu niemand hatte).
Das wurde aber schon lange vor Aussetzung der Wehrpflicht besser. In diesem Jahrtausend wurde T3 praktisch gar nicht mehr gezogen und ein Mangel herrschte praktisch nur noch an Abiturienten für die anspruchsvolleren Laufbahnen. Entsprechend musste man ein fake-Attest oder Drogenkonsum-Lügen nur noch auffahren, wenn man auf eine komplette Ausmusterung auswar. Wer einfach nur nicht hin wollte, konnte durch Simulation entsprechender Unfitness, dummes Anstellen und ein paar könnte-ja-sein Wehwechen die Chance auf Einzug leicht unter 10% drücken. War halt nur blöd, dass man dann jahrelang keine Sicherheit hatte.
Ich bleibe weiterhin dabei, wir müssen nicht alle "einsperren", sondern die besonders gut schützen, die besonders anfällig sind.
Also alle über 65 und alle jüngeren mit Diabetes, Asthma, Lungenvorerkrankung, starkem Tabakkonsum, etc.? Das dürfte dann mindestens 1/3 der Bevölkerung, möglicherweise sogar die Hälfte sein.
Und die müsste man dann natürlich wirklich einsperren, also voller Grundrechteentzug für 30-40 Millionen Menschen, denn wenn alle anderen infektiös und frei rumrennen, funktionieren Vorsichtsmaßnahmen auf heutigem Niveau nicht mehr.
Ich sagte ja nicht komplett lockern, ich sagte, dass unterschiedliche Quarantäne Umfänge für unterschiedliche Gruppen sinnvoll wären.
Wir haben keine Quarantäne. Wir haben Kontakteinschränkungen und diese basieren auf Gegenseitigkeit. Die können nicht einseitig nur für einen Teil der Bevölkerung umgesetzt werden, weil sie eine Leerung des öffentlichen Raums als Kernelement nutzen.
Mal eine ganz andere Frage. Kann es eigentlich Rentensenkungen geben?
Das normale Rentengesetzt erlaubt nur 0-Hebungen, aber keine Senkungen. Das heißt wenn das Durchschnittseinkommen dieses und nächstes Jahr niedriger ausfällt, wovon auszugehen ist, bekommen Rentner dafür 2022 keine Abzüge, sondern müssen nur auf weitere Anhebungen verzichten, bis die Löhne wieder so hoch sind, dass sich ein höheres Rentenniveau als das bereits erreichte rechtfertigen. Afaik wird nicht mal die Delle dazwischen eingepreist, dass die zeitweilig "zu hohen" Renten werden den Steuerzahlern aufgelastet und nicht durch eine folgende Phase mit "zu niedrigen" Renten kompensiert.
Hast du nach 15 Jahren Unionsregierungen ernsthaft erwartet (nicht das die SPD nenneswert besser wäre in dieser Hinsicht), dass Rentnern in Deutschland irgend ein Haar gekrümmt wird? Es wäre zwar allerhöchste Zeit dafür, die vom Souverän der 60er, 70er und 80er verursachten Probleme auf die Renten anzurechnen, aber die sind das heilige Lamm der deutschen Politik.
War ich, aber das ist lange her. Lösungsansatz sind getrennte Bereiche:
Straßenbahn: Wagen bis 20, Wagen von 20-65 und ein Wagen für Menschen über 65, so als Diskussionsbasis, bei Bussen entsprechend mit mehreren Bussen
Ebenso könnte man in Geschäften z.B. die Teit von 10.00 - 11.00 und 14.00 - 15.00 exklusiv für Menschen über 65 reservieren.
Heißt also es fährt für jede Altesgruppe nur noch alle 1,5 Stunden ein Bus statt alle 30 Minuten? Und bei Straßenbahnen mit Durchgang dürfen 2/3tel der Leute nicht mehr mitfahren? Schichtarbeiter müssen künftig von Luft und Liebe leben, weil sie nicht mehr einkaufen können?
Bei mir sind 4 Busse (20min takt)die ins Stadtzentrum fahren und man tritt schon auf die Füsse, Arsch am Arsch..wortwörtlich.
Und wir sind nur eine 210 000 Städtchen
Das ist beinahe unabhängig von der Stadtgröße. Erst in Gegenden, wo nur noch 3-4 Busse am Tag als "Grundversorgung" und Rücksicht auf Fahrgastzahlen fahren, gibt es viel leerere Verkehrsmittel. Aber sonsten wird nach Bedarf geplant, ich habe auch schon bei 5-Minutentaktung auf das nächste Verkehrsmittel warten müssen.
Die Ausbreitung in den USA begann sehr früh, es wurde nur nicht getestet. Darum werte ich Zahlen.
Die Situation in Guayaquil geht trotzdem schon seit zwei Wochen durch die Medien.
Bei den bestätigten Fällen liegt die Todesrate bei 2,36%.
(3022 / 127916)
Ja ok. WHO hatte vor ein paar Tagen noch 1,98% genannt für Deutschland.
Und in Italien ist es viel schlimmer und in Spanien. In den USA auch.
In manch anderen richtig armen Land wird das Verhältnis wohl leider noch schlechter.
Ich habe mit den geschätzten Gesamtinfiziertenzahlen gerechnet, da die Dunkelziffern von Influenza und Corona nichts gemeinsam haben. Man muss also die Gesamtsterblichkeit betrachten und da schneidet Corona eben je nach Behandlungsniveau und Betroffenengruppe um Faktor 3 bis 20 schlimmer ab.