Und es gibt keine permanente Überwachung in Südkorea.
??? Natürlich hat Südkorea großflächige permanente Videoüberwachung, vollständige Erfassung digitaler Zahlungsströme und eine extrem hohe Smartphonenutzungsquote. Und all diese Parameter werden aktuell zur Erstellung von Bewegungsprofilen aller angezapft. Dazu kommen direkt vorgeschriebene Maßnahmen für Infektions-Verdächtigte.
Und noch mal: es ist sehr einfach die ansteckenden Personen zu finden und zu überprüfen und ihre Kontakte auch, aber wir testen weit weniger als Südkorea
Absoluter Bullshit. Solange das Virus in Umlauf ist, musst du jeden, der sich infiziert haben könnte, alle 3-4 Tage testen (und zwar nicht mit schnelltests), um sicherzugehen, dass er bei einer tatsächlichen Infektion niemand anderen mehr ansteckt. Dafür bräuchten wir Deutschlandweit eine Testkapazität von 50 Millionen Test pro Woche und die müssten wir über drei Wochen aufrechterhalten. Wir haben afaik nicht einmal 1% davon. Natürlich könnte man jetzt eine wandernde Grenze quer durch Deutschland ziehen und Schritt für Schritt testen, aber das würde dann eben entsprechend 300 Wochen dauern, bis man das ganze Land auf Virusfreiheit geprüft hat. (Eher das doppelte, weil ein Teil der Kapazitäten für die regulären Prüfungen und für das fortwährend zu prüfende Krankenhauspersonal benötigt wird.)
Wenn ich mich recht entsinne, ist Covid19 so ansteckend weil es sich eben nicht nur auf die Lunge beschränkt ist sondern auch in den oberen Atemwegen zu finden ist. Daher wird ja auch beim Infektionstest ein Abstrich im Mundraum gemacht.
Nicht im Mund, sondern im Rachen. Das ist physiologisch ein deutlicher Unterschied und sollte keine aktive Virenproduktion im Speichel bedeuten, der in Gegenrichtung störmt. Natürlich kann es sein, dass jemand sich selbst Viren in den Mundraum räuspert und dann mit feuchter Aussprache jemand ansteckt. Aber nach dem Bisschen, was ich weiß, ist Spucken ziemlich ungefährlich im Gegensatz zu Husten.
Wenn man Infektionsketten verfolgt hat, waren die Ursachen meist, dass viele Menschen sich zusammen in einem Raum befunden haben. Deshalb sind Infektionen im vorbeigehen zwar nicht unmöglich, aber insgesamt gesehen, zu vernachlässigen.
Naja: Es ist schlichtweg unmöglich, Infektionen "im Vorbeigehen" mehrere Tage später aufzuklären. Schon "längere Zeit im gleichen Raum aufgehalten" ist oft nicht mehr nachvollziehbar und bei vielen Fällen wird die Infektionskette auch nicht aufgeklärt. Ob das dann daran liegt, dass es eine Infektion auf eben diesem Wege war oder an anderen Sachen kann man natürlich nicht abschätzen - aber ich würde im Umkehrschluss auch keinen Gegenbeweis ableiten. Infektionskettenanalyse kann Mechanismen gut aufdecken, aber nur mit 100% Aufklärungsquote auch welche Ausschließen. Wenn wir 10% der Fälle nachvollziehen, bleiben 90% Dunkelquote, was Spielraum für hohe, ungeklärte Ansteckungsrisiken offen lässt.
Ich persönlich für die Gefahr eine Übertragung im Vorbeigehen zwar auch deutlich geringer einschätzen, weil man eben maximal 1-2 Atemzüge lang in Kontakt steht. Aber umgekehrt geht man hundert mal mehr Menschen vorbei, als bei derzeitigem Social Distancing länger kontaktiert. Und bei einem immer noch vergleichsweise seltenen Virus kann die Zahl der zufälligen Kontakt der entscheidende Faktor sein.
Das sehe ich anders. Mutti ist auf dem schrittweisen Rückzug und hat Spahn machen lassen. Spahn hatte aber nur seine Kanzlerkandidatur auf der Agenda und den Satz "Wir sind gut vorbereitet, keine Panik".
Als Mutti es zu blöd wurde, hat sie übernommen und Spahn öffentlich und massiv abgewatscht, mit der Aussage, dass man sich nicht hinter föderalen Strukturen verstecken darf. Recht hat sie, aber dann in Einzelfällen zu hart und so weitreichend agiert, in anderen nicht streng und konsequent genug.
Ich hatte eher den Eindruck, dass Mutti übernommen hat, als es mit Söder steil bergauf ging. Ob wegen ihm (so wirklich scheint sie sich für ihre Partei ja nicht mehr zu interessieren, seitdem sie und ihr Nesthäkchen geschasst wurden) oder aus Amtspflicht weiß ich nicht, aber praktisch ist sie mit mehr Nachmachen und Nachplappern denn mit eigener Initiative am Start. Was abseits der Wirtschaftsschonung okay ist, aber eben auch ein Gesundheitsminister auf Weisung der Regierungschefin hätte machen können.
Die Urlauber werden rausgeholt. Mit Hilfe von Botschaften, Fluggesellschaften und vielen anderen Leuten die irgendwie mit denen zu tun haben.
Für Leute die nicht abgereist sind ist das allerdings noch viel schlimmer, sie haben teils ähnliche finanzielle Verluste und die bekommen keinerlei Hilfe. Weil man ja einfach alles abgesagt hat, anstatt Business-Flüge usw. noch ne Weile laufen zu lassen. Vorschlaghammer-Methode ala General im Krieg, innerhalb von Sekunden was entscheiden und dann beten das es nicht falsch war - das brauchen wir in der Demokratie ohne Krieg doch nicht.
Wer ist denn "man"? Breaking News für dich: (Ausnahmsweise) mal nicht die bösen deutschen Politiker. Die haben nur die Einreise an den Flughäfen dicht gemacht (also genau das, was du forderst, wenn auch arg spät), aber nicht das fliegen verboten. Reiner Frachtflug läuft sogar bis heute weitestgehend normal und selbst Passagiermaschinen fliegen teilweise !leer!, um die Landeslots zu sichern. Gecancellt wurde der Ticketverkauf von den Fluggesellschaften, die unter diesen Bedingungen in Deutschland keinen Flieger mehr vollbekommen bzw. bei Wahrung der Sicherheitsabstände im Flugzeug Verluste noch und nöcher machern würden, in Einzelfällen auch vor dem Problem stehen, dass einzelne Länder tatsächlich Landungen verweigern.
Und geschäftliche Flüge dürften Anfang März, weitab sämtlicher Urlaubshochzeiten, den Großteil des zu vermeidenen Personenverkehrs ausgemacht haben. Die auszuklammern wäre also komplett bescheuert gewesen.
Urlauber werden übrigens nur da rausgeholt, wo sie ausreichend hoher Dichte vorhanden sind (bzw. es wird nach der Anzahl priorisiert) und wo sich Ausreise- und Landegenehmigungen ergattern lassen. Es gibt nicht gerade wenige, bei denen es mit mindestens einem der drei Punkte hakt. Und wer dann keine Pauschalreise gebucht hat, der hat nicht nur die regulären finanziellen Verluste durch 0 Einkünfte (kann ja nichtmal Unterstützungsanträge in Deutschland stellen), sondern obendrauf auch noch laufende Hotelrechnungen. (Verschärft dadurch, dass man an vielen Orten nicht gerade mehr von Wahlfreiheit in Sachen Hotels sprechen kann.)
In Russland wird es jetzt wohl auch ernst, nachdem man das Ganze anfangs offenbar heruntergespielt hat:
https://twitter.com/ZDFheute/status/1249391391207276555
Was RT dazu wohl berichtet? Für die selbstentwickelten russischen Tests waren sie doch voller Lob und ein Heilmittel gab es in Russland auch schon...
Es gibt Schnelltests und die Leute können warten so lange wie für den Test nötig.
Die Antikörper-Schnelltests arbeiten schon in der Theorie verzögert. Wenn jemand keine Symptome zeigt und ein Antikörpertest negativ ausfällt, dann sagt das bestenfalls eins: Derjenige war bis vor zwei Wochen 100% Corona-frei. Ob er es jetzt immer noch ist, weiß man aber nicht bzw. müsste man zusätzlich durch eine 14-tägige totale Quarantäne sicherstellen. (totale. Nicht zu verwechseln mit Intensivstation-Larifari, wo man täglich Menschen mit ein Bisschen Schutzkleidung sieht)
In der Praxis kommt noch hinzu, dass diese Tests ungeprüfte Schnellschüsse sind. Spanien hatte ja schon die Pleite mit einem nicht funktionierenden Test, Falsch-Positivmeldungen sind auch schon mehrfach aufgetreten. Wenn du eine Bevölkerung an Außengrenzen schützen willst, müsstest du also 14 Tage totale Quarantäne und zusätzlich wenigstens ein halbes Dutzend verschiedener Test praktizieren.
Wo da noch ein praktischer Unterschied zu "Grenzen dichtmachen" besteht...
funktionierenden Wirtschaft (die vll mit 80% weiterlaufen kann aber nicht mit 20% wie jetzt)
Wo hast du denn die "20%" her?
Ich kenne zugegebenermaßen keine deutschen Zahlen zur Wirtschaftsleistung, aber selbst in Italien war von 70% laufender Produktion die Rede und Arbeitslosen- sowie Kurzarbeiteranstiege klingen für mich auch in Deutschland nicht nach mehr als 30-40% Stillstand. Und die gehen noch größtenteils auf Firmen zurück, die sich für extreme internationale Abhängigkeit entschieden haben und jetzt ohne Ausgangsmaterialien oder Abnehmer dastehen. Aber daran kann die deutsche Regierung auch nichts ändern, das sind unternehmerische Entscheidungen und unternehmerisches Risiko, die diesen Unternehmen jetzt auf die Füße fallen. Direkt geschlossen wurden eigentlich nur der stationäre Einzelhandel und ein paar Dienstleister. Aber letztere sind in der Dienstleistungswüste Deutschland nicht die Welt und ersterer... 2018 hatten wird 311 Milliarden Gesamtumsatz und davon gingen locker
70% auf Lebensmittel und typische Baumarktwaren zurück, die in allen respektive vielen Bundesländern 1:1 weitermachen. Selbst wenn man noch großzügig was für Friseure & Co drauf packt (und in der Realität machen die wirklich
wenig Umsatz) reden wir hier von 100-150 Milliarden Geschäftseinbußen direkt durch die nationalen Maßnahmen. Das sind 1-2% der BIP, aber auch erst wenn die Schließungen 12 Monate anhalten. "80% weiterlaufen lassen" wäre ein Rückschritt gegenüber dem aktuellen Stand...
Wir hatten so wenig Physik, da hat man quasi nichts gelernt. Es gibt Strom, Wasser und Feuer, Stunde vorbei ab nach Hause! Hatte ja auch keiner Bock drauf, obwohl das meiner Meinung nach eins der wichtigstens Fächer überhaupt ist.
Kann nicht für Realschulen sprechen, aber an Gymnasien sollte Physik wenigstens 5 Jahre lang mit wenigstens 2 Wochenstunden Pflicht sein. Umgekehrt kann ich aber nicht wirklich sagen, dass irgendwas des dort gelehrten wichtig wäre. Den anwendungsnahen Teil der Basics, also was Schwerkraft und Massenträgheit so mit einem anrichten können, bringt manch Youtube-Fail-Video in 5 Minuten besser rüber. Und alles komplexere muss erst interpretiert werden, wozu die meisten Leute aber zu faul/auch mit deutlich mehr Unterricht unfähig sind. Selbst als mündiger Bürger begegnet einem Physik als erst als angewandte Technik: Niemand muss verstehen, wie Kernspaltung funktioniert (=Physik), sondern wenn dann die Risiken weiterer Nutzung der Atomkraft (=Technik. Und Soziologie. Und vor allem sehr viel BWL)
Diese Folgen der Physik werden aber so oder so nicht im Physikunterricht behandelt.
Soll ich dir was sagen? Ich hab wesentlich mehr Angst vor einem Erdbeben. Oder vor HIV. Oder vor Krebs. Oder von einem Vollidioten der eine Atomrakete abfeuert - egal aus welcher Richtung. Als vor dem Mist.
Ängste sollten schon allgemein keine Entscheidungsgrundlage für Politik sein, deine Ängste im speziellen erst recht nicht.
(Mal ehrlich: HIV mit einer nicht behandelbaren, tödlichen Epidemie vergleichen? WTF? Abgesehen davon, dass es wirklich leicht ist, sich zu beinahe 100% vor einer HIV-Ansteckung zu schützen, ist auf Niveau des deutschen Gesundheitssystems mittlerweile auch für HIV-Positive ein normales und normal langes Leben möglich.)
Grippe hat eine bestätigte Sterberate von 0,2%. Trotzdem juckt sich kein Schwein und wir verteilen sie fröhlich auf allen Messen, Festivals, Konzerten und Stadtfesten.
Bestätigt durch wen? Quelle?
Für Deutschland wird von im Schnitt um die
10 Millionen Infektionen im Jahr ausgegangen (eben wegen null Isolationsmaßnahmen) und wir kommen im Schnitt auf vielleicht 5000 Tote jährlich. Das sind nicht 0,2%, sondern 0,02%. Corona dagegen steht, wenn man die jetzt schon dreimal bestätigte Untertestung von Faktor 3 berücksichtigt, bei 0,06% (Südkorea) bzw. 0,07% (Deutschland), WENN man derart drastische Maßnahmen und reichlich Intensivmedizin betreibt und 4% (Italien), wenn man das eben nicht mehr leisten kann. Und: Während die Grippetoten zu erheblichen Teil auf eigene Dummheit zurückgehen, da sich fast jeder impfen lassen kann, trifft Corona jeden.