Bundeswehr aus Afghanistan abziehen?

Bundeswehr abziehen?

  • ja

    Stimmen: 164 64,8%
  • nein

    Stimmen: 89 35,2%

  • Umfrageteilnehmer
    253
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Was glaubt ihr, würde passieren, wenn von Heut auf Morgen alle westlichen Truppen aus beiden Staaten abgezogen werden würden?!

Von Abzug habe ich nicht gesprochen.
Hatte in meinem ersten Post gesagt, dass die Ziele anders gelegt werden müssen.
Blauhelme bracht ich wegen der allein schon optisch nach außen wirkenden Neutralität in Spiel.
Aber jetzt einfach die truppen raus ist natürlich totaler Mist.
Auch wenn der Einsatz im Vorfeld als unnötig zu bezeichen gewesen ist, so muß er leider nun mal für die gesamte Dauer (unbestimmt, wie Bosnien etc.) durchgehalten werden.
 
Ich hoffe, Du findest nicht das Anbringen dieses Bsp. als obszön. Falls doch, bitte ich um Verzeihung.
Somalia ist ein krasses Beispiel für Inkompetenz und Ignoranz.

Nö, so meine ich das nicht. Nichts gegen dich.
Ich finde es nur sehr, sehr mergwürdig, wenn Hilfslieferungen geplündert werden, die Blauhelmsoldaten zum Zuschauen verdammt sind (denen juckt es sicher im Finger, sie dürfen aber nicht).
Das finde ich so absolut lächerlich.
Ich kenne keinen Soldaten, der gerne in den Krieg zieht (ist bei Generälen anders, die müssen ja auch nicht kämpfen, sondern hocken in Krisenstäben).
Aber zugucken zu müssen, obwohl Unrecht geschieht und nicht eingreifen dürfen, ist eben obszön. Da fragt sich jeder Soldat, wer das Mandat so ausgelegt hat. Die Nahrungsmittel sind ja für die Bevölkerung da und nicht für die feindlichen Truppen.

Das die Soldaten (ähnlich wie bei den ethnischen Säuberungen in Bosnien) nur daneben stehen und zuschauen sollen finde ich eine Zumutung (war selbst in Bosnien aber nicht als Blauhelm). Als deutscher Soldat bin ich auch unter anderem Kommando noch deutschen Recht verpflichtet (Dafür steht ja auch der Eid). Meines Erachtens widerspricht es dem deutschen Recht, wenn ich gezwungen werde bereits benanntes Tun tatenlos hinzunehmen.
Es gibt noch Dinge wie Nothilfe und Notwehr, zu der ich verpflichtet bin. Ebenso wie das Unterlassen derer eine Starftat ist, für die ich belangt werden muß.

Aber was passiert, wenn du als Soldat jetzt eingreifst und Dinge machst, die gegen dein Mandat sind (als Blauhelmsoldat z.B.)?
Du wird von deiner Führung bestraft.
Das mit dem Deutschen Recht stimmt aber leider nicht so, Deutsches Recht gilt nur in Deutschland, bist du in Afghanistan oder so, kannst du nicht nach Deutschem Recht eingreifen. Auch deshalb greifen deutsche Soldaten ja nicht Drogenanbauer an oder vernichten Drogenfelder, sie dürfen es schlichtweg nicht (was aber auch lächerlich ist, denn jeder weiß, dass sich die Taliban damit finanzieren).

Eigentlich muß man die Leute ,jeden Einzelnen (Mann/Frau) befragen, was sie denn nun eigentlich wollen (nein, keine Wahl und schon gar keine "gewählten Volksverräter").

Die meisten können aber nicht lesen und schreiben, kennen nichts anderes als Kriege und Warlords.
Wie willst du denen erklären, dass es noch andere Dinge auf der Welt gibt?
 
Ich finde es nur sehr, sehr mergwürdig, wenn Hilfslieferungen geplündert werden, die Blauhelmsoldaten zum Zuschauen verdammt sind (denen juckt es sicher im Finger, sie dürfen aber nicht).
So ist es, wenn Hilflieferungen örtlichen, zivilen Stellen zum Verteilen anvertraut werden.


Das mit dem Deutschen Recht stimmt aber leider nicht so, Deutsches Recht gilt nur in Deutschland, bist du in Afghanistan oder so, kannst du nicht nach Deutschem Recht eingreifen.
Stimmt so nicht ganz. Ich als Soldat werde auch im Ausland nach deutschem Recht bestraft und nur nach diesem (Dein Mitgliedsausweis als Teil der, meinetwegen KFor gibt Dir im Ausland eine Art immunität für dortiges Recht).Das STGB gilt im vollen Umfang auch im Ausland(weiterhin auf den Soldat aus der BRD bezogen), somit ist eine Unterlassen Hilfeleistung/Nothilfe auch im AUsland für mich strafbar und allein daraus ließe sich für uns eine Pflicht zum Helfen ableiten. Das es keiner Macht ist klar, würde man doch mit dem UN-Mandat in Konflikt geraten.

Auch deshalb greifen deutsche Soldaten ja nicht Drogenanbauer an oder vernichten Drogenfelder, sie dürfen es schlichtweg nicht (was aber auch lächerlich ist, denn jeder weiß, dass sich die Taliban damit finanzieren).
Meines Wissens werden doch Drogenplantagen abgebrannt, oder?



Die meisten können aber nicht lesen und schreiben, kennen nichts anderes als Kriege und Warlords.
Wie willst du denen erklären, dass es noch andere Dinge auf der Welt gibt?

Habe nicht gesagt, dass es kein heißes Eisen ist.
 
Das klappt in Afghanistan aber nicht, denn es will ([zyniker]mit Ausnahme der USA[/zyniker]) niemand Zivilisten angreifen. Kämpfe finden nur auf höherer Ebene zwischen politischen Kräften statt - mir persönlich stellt sich die Frage, ob "Bürgerkrieg" über ein angemessener Begriff ist. Eigentlich handelt es sich um einen internationalen Konflikt zwischen dem "islamischen Emirat Afghanistan" (Taliban, kaum als Staat anerkannt) und der "islamischen Repulik Afghanistan" (Nordallianz, "das" Afghanistan).

Das Islamische Emirat Afghanistan war (!) ein Phantomstaat, den die Taliban 1996 ausgerufen haben und der mit Ausnahme von Pakistan, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten von niemandem anerkannt wurde. Selbst wenn man darueber gnaedig hinwegsieht, haette dieser "Staat" 2001 mit der Verdraengung der Taliban durch die sog. Nordallianz zu existieren aufgehoert. Stattdessen wurde das heutige Afghanistan ausgerufen und international weitgehend anerkannt.

Das alles muss Dir nicht gefallen, solltest Du aber wenigstens zur Kenntnis nehmen anstatt hier entrueckten Unfug von Kaempfen auf "hoeherer politischer Ebene" zu verbreiten. Die Taliban-Ebene versucht ihre Politik mit Selbstmordattentaten durchzusetzen und nimmt dabei das Verletzen und Toeten jedweder in der Naehe befindlicher Personen -Frauen (die bei den Taliban seit je her keine besonders hohe Wuerdigung erfahren haben), Kinder, Einheimische eingeschlossen- in Kauf. Aber ach, das kann ja gar nicht sein. Schliesslich sind da ja auch Amerikaner im Land. Und die, wie jedes Kind aus der TAZ weiss, sind ja schliesslich mit dem Boese-Gen auf die Welt gekommen und getrieben von dem Plan, selbige zu zerstoeren. Selbst wenn die Taliban boese waeren - die Amerikaner sind auf jeden Fall boeser.

Manchmal frage ich mich wirklich, ob wir auf demselben Planeten leben.
 
Stimmt so nicht ganz. Ich als Soldat werde auch im Ausland nach deutschem Recht bestraft und nur nach diesem (Dein Mitgliedsausweis als Teil der, meinetwegen KFor gibt Dir im Ausland eine Art immunität für dortiges Recht).Das STGB gilt im vollen Umfang auch im Ausland(weiterhin auf den Soldat aus der BRD bezogen), somit ist eine Unterlassen Hilfeleistung/Nothilfe auch im AUsland für mich strafbar und allein daraus ließe sich für uns eine Pflicht zum Helfen ableiten. Das es keiner Macht ist klar, würde man doch mit dem UN-Mandat in Konflikt geraten.

Du mit deinen Aktionen schon, aber du kannst kein Deutsches Recht für Bewohner eines anderen Landes anwenden, wenn du in diesem fremden Land bist.
Das Deutsche Recht gilt hat für Deutsche (auch Soldaten), ebenso für den deutsche Tüv (bzw. das Pendant der Bundeswehr) Fahrzeuge in Afghanistan stilllegt, wenn sie nicht mehr den Vorschriften entsprechen (auch wenn es zum Teil lächerliche Ursachen hat).
Wenn ich mich nicht irre, wurde seinerzeit ein gepanzertes Fahrzeug stillgelegt, weil irgendein Dokument fehlte, deshalb musste die Soldaten mit normalen Fahrzeugen losfahren, was sie angreifbarer macht. Die Taliban sehen ja, obs ein gepanzertes Fahrzeug ist oder nicht.

Meines Wissens werden doch Drogenplantagen abgebrannt, oder?

Amerikanische und kanadische Soldaten machen das im Süden, Deutsche aber nicht, die sagen immer, dass das Sache der örtlichen Polizei ist und dass sie nur Terroristen (Taliban) verfolgen, aber keine Verbrecher (Clan Leute, Drogenbarone).
Aber meiner Meinung nach kann man das nicht einfach so trennen.
 
Aus seinen Überzeugungen zieht man auch seine Motivation. Also ja.
Nein, bin kein Freund vom Krieg. Aber einer muß meine Familie schützen also mache ich das lieber selbst ehe ich es anderen überlasse.
Für meine Familie würde ich sterben - das heißt nicht, dass ich den Tod suche.
Und am Ende sterben wir doch eh alle.
 
Genau genommen gibt es den originalen Staat Afghanistan nicht mehr (dieser war buddistisch).
Mit der Kolonialisierung durch die Briten wurde es zu einem Spielball größerer Staaten (Briten->Russen->Taliban->wer auch immer denen folgt).
Es wäre streng betrachtet keine Invasion durch Blauhelme, sondern eine Befreiung des Landes von Fremdmächten (Invasoren/Rebellen), die das Staatsgefüge dort verändert haben.

Zwischen Briten und Russen gab es eine kurze Phase der ""Eigenständigkeit"". Die war auch tatsächlich dabei, in einen Bürgerkrieg zu münden (in dem einheimische Kommunisten die zwischenzeitliche Monarchie stürzten, sich dann aber -typische Revolutionäre- nicht einig wurden, wer der nächste totalitäre Herrscher "im Namen des Volkes" werden soll), aber dann haben sich statt Blauhelmen eben USA und damit natürlich auch UdSSR eingemischt.

Aber die historische Perspektive wird einen imho zu keiner Lösung bringen. Ähnlich wie in Israel/Palästina sind die ursprünglichen Positionen in Jahrzehnten des Krieges restlos aufgerieben worden. Die Zukunft muss aus dem jetzt entstehen, so schwer das auch wird.


Das Islamische Emirat Afghanistan war (!) ein Phantomstaat, den die Taliban 1996 ausgerufen haben und der mit Ausnahme von Pakistan, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten von niemandem anerkannt wurde. Selbst wenn man darueber gnaedig hinwegsieht, haette dieser "Staat" 2001 mit der Verdraengung der Taliban durch die sog. Nordallianz zu existieren aufgehoert. Stattdessen wurde das heutige Afghanistan ausgerufen und international weitgehend anerkannt.

Das heutige Afghanistan steht in direkter Nachfolgerschaft des Afghanistans, dass als Nachfolger der britischen Kolonie entstand und dass international anerkannt und in der UNO vertreten war, ehe an die Taliban überhaupt zu denken war.
Selbige wurden aber nie restlos durch die Nordallianz und ihre Allierten verdrängt und üben mitlerweile wieder in großen Teilen des Landes Einfluss aus. Entsprechend besteht auch weiterhin ihr Anspruch, eine Staat zu sein - ein Staat, der sein Territorium in einem Eroberungsskrieg gegen die Nordallianz erweitern will.
Das der Staat international nicht anerkannt ist und mein Gedankengang somit nicht den UN-Vorgaben zum Thema Völkerrecht entspricht, habe ich selbst geschrieben.
Das ändert aber nichts daran, dass die realen Zustände in Afghanistan wenig mit einem herkömmlichen Bürgerkrieg (wie in vielen Afrikansichen Staaten) gemeinsam haben, sondern eher denen eines herkömmlichen Krieges entsprechen. Da kämpft nicht eine Ethnie gegen die andere, sondern da fällt die politische Gruppierung aus einer Gegend in eine andere ein.
An diesen realen Bedingungen muss sich auch die Lösung vor Ort orientieren, denn dem Durchschnittsafghanen ist es ziemlich Wurscht, auf welchem Papier (das er eh nicht lesen kann) steht, welcher der potentiellen Herrscher denn nun ein echte Regierung sein darf.
Was zählt ist, wer die Kalaschnikow an seine Schläfe hält.
 
Zuletzt bearbeitet:
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Aber die historische Perspektive wird einen imho zu keiner Lösung bringen. Ähnlich wie in Israel/Palästina sind die ursprünglichen Positionen in Jahrzehnten des Krieges restlos aufgerieben worden. Die Zukunft muss aus dem jetzt entstehen, so schwer das auch wird.

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Das der Staat international nicht anerkannt ist und mein Gedankengang
An diesen realen Bedingungen muss sich auch die Lösung vor Ort existieren, denn dem Durchschnittsafghanen ist es ziemlich Wurscht, auf welchem Papier (das er eh nicht lesen kann) steht, welcher der potentiellen Herrscher denn nun ein echte Regierung sein darf.
Was zählt ist, wer die Kalaschnikow an seine Schläfe hält.

Klingt brutal ist aber so.
 
Also ganz ehrlich:
Wenn wir (und andere) die Truppen abziehen, wird 'das Böse' die Oberhand gewinnen.
Entsprechend müssen wir alles was wir haben, nach Afghanistan und in den Irak schicken, um die Ordnung widerherzustellen bzw zu garantieren, was allerdings etwas dauern kann.

Entsprechend darf man sich allerdings auch nicht als Besatzer aufspielen.

Das ist ja auch das Problem, das man nicht einfach so die Leute da abziehen kann.
Was glaubt ihr, würde passieren, wenn von Heut auf Morgen alle westlichen Truppen aus beiden Staaten abgezogen werden würden?!
Das Böse das klingt doch woll nach Bush Junior:motz:.
Die gute Nachricht: Es gibt keine bösen Menschen nur Menschen, die manchmal Böses tun.Die schlechte Nachricht: JEDER Mensch kann Böses tun.
 
Die gute Nachricht: Es gibt keine bösen Menschen nur Menschen, die manchmal Böses tun.Die schlechte Nachricht: JEDER Mensch kann Böses tun.

Ist eine Frage der Sichtweise.
Aus Sicht der Palestinenser sind das keine Terroristen, die Israel angreifen, sondern Freiheitskämpfer.
Die Talibanen sehen sich sicherlich genauso und sehen den Westen als das ultimative Böse, da sie deren Regeln einem aufzwingen wollen.
 
Hä, wohl noch nie bei der Bundeswehr gewesen. Deutschland ist zur Zeit von Freunden umgeben. :D
Auch wenn die Politik von einem Krisengebiet spricht, bin ich der festen Meinung das in Afghanistan ein Krieg ist, und zwar zwischen einer religiösen westlich abgeneigten Gruppe (Taliban) und einer Gruppe von Ländern die glauben mit einem "friedenserzwingenden Einsatz", so nennt es die UNSC, dort die Demokratie zu sichern, auf Wunsch der neuen Regierung in Afghanistan. Für mich ist es laut Definition einfach nur ein Angriffskrieg, so wie in damals auch die UdSSR gegen Afghanistan führte und was daraus wurde ist bereits Geschichte. Deutschland hat in einem Angriffskrieg, auch im Deckmantel der UNSC, einfach nichts verloren.
Also keine weiteren tote deutsche Soldaten ... raus aus Afghanistan. :daumen:
 
Eindeutig abziehen... lieber den eigenen Staat sicherer machen... z.b. hätte ich nichts gegen verschärftere waffenkontrollen in öffentlichen gebäuden o.ä.

aber es verschlingt unmengen an geldern und menschenleben und bringt nichts,...

ich bin der meinung der terrorismus wird dadurch noch getärkt... taliban und co. werden dadurch nicht zerschlagen... sie werden enger zusammengeschweißt... noch überzeugter davon dem westen den hintern zu versohlen...
 
Ich frage mich schon seit Jahren, wo die christilichen Fanatiker sind, die, mit Sprengstoffgürteln um den Hals, nach Mekka fahren und die Kaaba wegsprengen. :D :ugly:
 
ooooooh das wär böse...

aber der christl. fanatismus war weitaus schlimmer als der islamistische... siehe kreuzzüge, hexenhammer, inquisition...

christen waren am ende viel schlimmer (beschränkt auf Katholiken)...

aber du hast recht... es scheint als hätten sies aufgegeben :lol:
 
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