... reflexartig ...... Und Afghanistan mit einem der beiden Weltkriege vergleichen zu wollen, mutet schon etwas ... hmm. Surreal an?
Hättest du mein Einstiegspost und den verlinkten Wiki-Artikel gelesen und realisiert .... was solls ...

Naja, und verglichen habe ja nicht ich, sondern du. Ich habe mich lediglich unter Verweis auf das Erbe des deutschen Staates darauf bezogen, dass gerade unser Land sich aus Interventionen herauszuhalten haben sollte.
Und das vor allem in dem Zusammenhang, dass das formulierte Ziel unserer Bündnispolitik in Afghanistan gleich noch mal was war???
Gestern war wieder mal mein spezieller Experte, der internationalen Militär- und Politikszene, Peter Scholl-Latour, im TV präsent.
Nicht, dass ich ihn für unfehlbar halte, aber im Bezug auf Afghanistan stimmen seine bereits langjährigen Analysen mit Natsche, Steinbach (allesamt keine Weichspüler) und anderen überein, dass unter den gegebenen Voraussetzungen Afghanistan von Anfang an für die Nato und explizit die deutschen Einsatzkräfte (wegen ihrer aufgezwungenen zweigleisigen Strategie) eine Totgeburt darstellte.
Es hätte durchaus eine Möglichkeit bestanden ... nur wäre diese weitab jedweder UN-Legitimation ... nämlich die totale Vernichtung (Ausrottung) der Taliban, ihrer Sympatisanten und Förderer in Saudi-Arabien, Ägypten, Syrien, Kuwait, etc.pp., verbunden mit gleichzeitiger Einebnung der Infrastruktur des Landes unter Inkaufnahme des Zurückwerfens einer ganzen Nation über den schon derzeitig mittelalterlich anmutenden Stand der Gesellschaft zurück zur Steinzeit.
Vielleicht ist es aber besser, einfach die bisher erreichten Ziele unseres Engagements in Afghanistan zu betrachten:
Eine von der UN und den intervenierenden Industrienationen getragene "demokratische Wahl" (gegen die die Manipulationen bei der Wahl im Iran wie Pillepalle-Rechenfehler wirken) in einem "demokratisierten", zersplitterten Land, welches wie schon zu Anbeginn von Warlords und Drogenbaronen regiert und unter sich aufgeteilt wird.
Osama ist noch da. Die Taliban sind ebenso stark wie vorher, bzw. haben ihre Aktivitäten sogar auf Pakistan und Irak ausgeweitet. Die Bildung, Sicherheit und "Freiheit" der Menschen wurde nicht verbessert.
Alles in Allem: rund 10 Jahre Bürgerkrieg und Hunderttausende Opfer (davon 90% zivil) für´n A****!
Dazu die Opfer der Inerventionskräfte, die Milliarden verschwendete Haushaltsmittel und das verlorene Ansehen in der Welt.
Und du meinst wirlich, das lässt sich jetzt mit rund 40.000 Soldaten mehr (die wissen, dass sie in 1,5 Jahren gesund nach hause könnten) noch herumreißen?

No way!
