Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

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weil ein Praktikum für mich Arbeitslosigkeit ist ^^
An dem guten Ruyven sieht man aber genau was ich meine.
 
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Nun, Praktika sind als Teil der Ausbildung keine Arbeitslosigkeit, solange sie nicht zum Selbstzweck werden.

Während vieler Studien ist ja ein bzw. mehrere Praktika von insges. 26 Wochen vorgeschrieben - jedenfalls war es zu meiner Zeit so, als man auch noch einen "richtigen" Abschluss machen konnte. Ich habe damals 32 Wochen gemacht, davon waren 8 beim Daimler für umme und die anderen wurden wenn ich mich recht erinnere ganz ordentlich vergütet (500 - 1200 DM / Monat), bei uns erhält ein Praktikant aktuell - wenn ich das richtig weiß - 550€ / Monat

Wenn man nach der Ausbildung nicht über unbezahlte Praktika herauskommt, dann hat man offenbar nicht gerade den am meisten gebrauchten Abschluss gemacht...

Ich habe gerade mal nach "Biologe Stellenanzeige" gegoogelt und bin überrascht was da alles gesucht wird. Ob man jetzt aber 5S Workshops durchführen möchte (wenn es das 5S ist was ich meine - von dem ich nicht weiß was es mit Biologie zu tun hat), dass weiß ich auch nicht...
 
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Das erzähl mal der Agentur für Arbeit. ;)
Für die fällt ein Hartzer aus der Statistik wenn er ein Bewerbungstraining macht. :D

Und je nach Praktikum fällt er auch aus der Stütze heraus - und wenn nicht, dann haben die sogenannten "Bewerbungs""trainings" oftmal vorrang.
 
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Ich persönlich würde das als verdammt viel bezeichnen und wäre, nach 1er Studium, mit 1k netto schon sehr zufrieden.

Für nach dem Studium finde ich 1k netto schon extrem wenig, da bekomme ich im 3. Jahr BA Studium mehr netto.

Wobei ich sagen muss so eine Geldfrage ist immer schwierig zu beantworten, ich finde die 3,5kdie OLG angesprochen hat schon extrem viel für ostdeutsche Verhältnisse. Das wäre zu vergleichen, wenn man in stuttgart oder münchen 4-4,5k bekommt.

Aber da wir leider in einer Geiz ist Geil Gesellschaft leben und die niedrigen Preise ja irgendwo herkommen müssen, ist der Schritt zu niedrigen Löhnen leider nachvollziehbar :(
 
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Also, so langsam bin ich echt froh, dass ich etwas studiere, was definitiv (leider) immer gebraucht wird. Auch wenn der Lohn für die Arbeit am Anfang mit sicherheit nicht dem geleisteten ensprechen würde.

@ruyven: Bei der Biotechnologie sieht es auch so schlecht aus? Das hätte ich nicht gedacht. Gerade die Pharmakonzerne können solche Leute doch immer gebrauchen. Weil das hatte ich neben Medizintechnik auch mal in der engeren Auswahl! :what:
 
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Für nach dem Studium finde ich 1k netto schon extrem wenig, da bekomme ich im 3. Jahr BA Studium mehr netto.

Wobei ich sagen muss so eine Geldfrage ist immer schwierig zu beantworten, ich finde die 3,5kdie OLG angesprochen hat schon extrem viel für ostdeutsche Verhältnisse. Das wäre zu vergleichen, wenn man in stuttgart oder münchen 4-4,5k bekommt.

Hängt halt auch immer vom Bereich ab.
3,5k (brutto) wären in meinem Bereich n guter Postdoc mit 1-2 Jahren Berufserfahrung.


@ruyven: Bei der Biotechnologie sieht es auch so schlecht aus? Das hätte ich nicht gedacht. Gerade die Pharmakonzerne können solche Leute doch immer gebrauchen. Weil das hatte ich neben Medizintechnik auch mal in der engeren Auswahl! :what:

Für Biotechniker selbst sieht es vermutlich nicht schlecht aus, da wären mir keine Klagen bekannt. Aber es herrscht eben keineswegs so starker Personalmangel, dass sich Firmen nach Leuten umsehen würden, die gut in diesen Bereich quereinsteigen könnten. Wenn man das dagegen mal mit z.B. der Informatik zur Jahrtausendwende vergleich, wo es wirklich einen Mangel gab...
Ich kenne mehrere Doktoren der Biologie, die seit >1 Jahrzehnt der Softwareentwicklung sind, aber keinen einzigen Diplombiologen aus meinem Jahrgang, der in der Biotechnik oder Medizin gelandet wäre - obwohl es einge versucht haben.
(Zugegeben: Das mag selektiv sein, da ich natürlich überwiegend Leute aus meinen Fachrichtungen kenne und die Softwareler über Leute, die eben in der Softwarebranche arbeiten)
 
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Für Biotechniker selbst sieht es vermutlich nicht schlecht aus, da wären mir keine Klagen bekannt. Aber es herrscht eben keineswegs so starker Personalmangel, dass sich Firmen nach Leuten umsehen würden, die gut in diesen Bereich quereinsteigen könnten. Wenn man das dagegen mal mit z.B. der Informatik zur Jahrtausendwende vergleich, wo es wirklich einen Mangel gab...
Ich kenne mehrere Doktoren der Biologie, die seit >1 Jahrzehnt der Softwareentwicklung sind, aber keinen einzigen Diplombiologen aus meinem Jahrgang, der in der Biotechnik oder Medizin gelandet wäre - obwohl es einge versucht haben.
(Zugegeben: Das mag selektiv sein, da ich natürlich überwiegend Leute aus meinen Fachrichtungen kenne und die Softwareler über Leute, die eben in der Softwarebranche arbeiten)

Mh, dass ist immer schwierig mit dem Quereinstieg. Wobei ich sagen muss, dass ich auch nicht gerade geradlinig bei der medizin gelandet bin...

Ich kenne das von meinem Vater. Der ist eigentlich Chemiker (Zu DDR-Zeiten sogar mit Ehrendoktotitel), hat Jahrzehnte lang in der Rechtsmedizin gearbeitet und wurde dann leider um die Jahrtausendwende arbeitslos. Jetzt ist er Datenbankadministrator, weil er als Chemiker keinen Job mehr gefunden hat. Auch eine ziemliche Wendung.
 
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Wir reden hier ja nicht von einem komplett Fachfremden Quereinstieg. Wenn ich morgen z.B. Flugzeugbau machen sollte, dann wäre das ganz sicher auf lange sicht eher Lehre denn Arbeit :ugly:
Aber 50% von Bionik bestehen ja erstmal darin, zu wissen, ob es in der Natur etwas gibt, dass das Problem schon gelöst hat und herauszufinden, wie genau die Lösung denn aussieht. Das ist 100% Biologie. Nur die zweite Hälfte, die Transformation in eine technische Nachahmung, die müsste ein Biologe neu lernen - könnte dabei aber in vielen Teilen auch noch auf seine z.B. Chemiekenntnisse aufbauen.
 
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Ja, in der Tat, dass ist nicht so weit auseinander. Und mit einem abgeschlossenen Biologiestudium möchte ich dir ja jetzt mal ein allgemeines naturwissenschaftliches Verständnis unterstellen. Das ist ja generell viel Wert. Interessant, dass sich da niemand bereit erklärt so jemanden um zu schulen, oder besser einzuarbeiten.

Besteht eigentlich nicht die Möglichkeit, falls du schon im Bachlor-Master System studiert hast, einen entsprechenden Master noch zu machen?

Ich denke das größte Problem was Deutschland hat, liegt darin, dass alle Fachkräfte brauchen, sie aber niemand anständig bezahlen will --> Abwanderung ins Ausland. Den Weitblick auch Leute einzustellen, die nicht 100% auf die Stelle passen, aber dazu bereit sind sich anzupassen und umzuschulen, haben anscheinend nur ganz wenige technologie Firmen. Das ist Schade und kann Deutschland als High-TZech Standort nachhaltig schaden!


Edit: Rechtschreibung bekomme ich heute Abend nicht mehr auf die Reihe, tut mir leid. Die organik treibt mich noch in den Wahnsinn, um mal zur Biologie zurück zu kehren :ugly:
 
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Mich treibt BIo in den Wahnsinn weil ich mein ABi darin Mitwwoch schreibe^^

Aber unsere Firman haben doch die Kohle, deshalb bin ich ja so verwundert.
 
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Ich denke das größte Problem was Deutschland hat, liegt darin, dass alle Fachkräfte brauchen, sie aber niemand anständig bezahlen will --> Abwanderung ins Ausland. Den Weitblick auch Leute einzustellen, die nicht 100% auf die Stelle passen, aber dazu bereit sind sich anzupassen und umzuschulen, haben anscheinend nur ganz wenige technologie Firmen. Das ist Schade und kann Deutschland als High-TZech Standort nachhaltig schaden!

Das stimmt doch so gar nicht! Nenne mir mal Länder in denen wirklich mehr gezahlt wird wie bei uns? Wieviele Menschen kennst du, die wegen zu geringer Bezahlung ins Ausland sind? Ich kenne genau einen, der in die Schweiz ist, aber nicht wegen dem Geld, sondern aus privaten Gründen.

Quereinsteiger finden sich zuhauf, sowohl bei mir im Unternehmen als auch im Bekanntenkreis.
 
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OK, das war vielleicht ein wenig zu allgemein formuliert. Sagen wir mal so, es kommt sehr stark auf den Fachbereich an. Da scheint es zum einen die Biologen, Geologen, Ärtzte und Pflegepersonal an öffentlichen krankenhäusern etc. zu geben, die definitiv ein Problem hier zu Lande haben und auf der anderen Seite dann natürlich die ganzen Dipl. Ing´s der technischen Berufe, die sich in aller Regel keine Gedanken machen müssen.

Ärtzte und Pfleger(innen)kenne ich zum Beispiel 5 oder 6 (und das sind nur die, die ich persönlich kenne) die ins Ausland gegangen sind weil sie hier einfach nichts für ihre Arbeit bekommen. letztes jahr erst wieder. Die Mutter von nem Kumpel ist nach Norwegen gegangen, weil sie dort als Krankenschwester das 3 oder 4 fache verdient und noch dazu viel weniger arbeiten muss, weil die dort kein Mangel an solchem Personal haben!
In Deutschland sieht das ganz anders aus. Ich sehe das ständig bei meiner Mutter. Es gibt einfach kein Personal. Weder Ärtzte, noch Fachpersonal. Und schlecht bezahlt werden sie auch noch. Stattdessen geht man seit einigen Jahren dazu über statt Krankenschwestern/Pflegern Hilfskräfte einzustellen, die 1 oder 2 jahre Ausbildung gemacht haben und nichts können, aber fast das Selbe verdienen, wie eine Krankenschwester mit fast 40 Jahren Berufserfahrung.
Hinzu kommen noch die ganzen Verwaltungsdeppen, die noch nie im Klinikalltag gearbeitet haben, aber alles besser wissen. Irgendwas läuft da schief... :what:
 
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Das stimmt doch so gar nicht! Nenne mir mal Länder in denen wirklich mehr gezahlt wird wie bei uns? Wieviele Menschen kennst du, die wegen zu geringer Bezahlung ins Ausland sind? Ich kenne genau einen, der in die Schweiz ist, aber nicht wegen dem Geld, sondern aus privaten Gründen.

Sowas wird immer von den Dax Unternehmen vorgeschoben wenn sie erklärenm müssen wieso der Manager 10 Millionen Boni bekommt.
Woanders würde er ja mehr bekommen. :ugly:
Allerdings kenne ich nicht viele ehemalige Dax Vorstände die in den USA Karriere gemacht haben und nun dort irgendwo CEO von was wichtigem sind. :ka:
 
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Besteht eigentlich nicht die Möglichkeit, falls du schon im Bachlor-Master System studiert hast, einen entsprechenden Master noch zu machen?

Die meisten Unis dürften auch n Diplom als Zugang zu nem Master anerkennen - aber für ein Zweitstudium gibts kein Bafög, das wären dann 2-3 Jahre, die man finanzieren müsste. Und: Man wird auch nicht jünger. Ich habe schon die volle Latte (13er Abi, Zivi, Ba/Ma-Verzlögerungen im Studium) im Lebenslauf.
Was nützt es mir, wenn ich in der zweiten Hälfte des Jahrzehntes halbwegs passende Qualifikationen (und nen Berg Schulden) habe, aber fast 10 Jahre älter bin, als andere mit vergleichbarer Berufs"erfahrung"?


Das stimmt doch so gar nicht! Nenne mir mal Länder in denen wirklich mehr gezahlt wird wie bei uns? Wieviele Menschen kennst du, die wegen zu geringer Bezahlung ins Ausland sind? Ich kenne genau einen, der in die Schweiz ist, aber nicht wegen dem Geld, sondern aus privaten Gründen.

Neben der Schweiz wärens noch Dänemark, Schweden, Norwegen. Eine Stufe höher in meinem Bereich meist auch die britischen Inseln und Österreich. (außerhalb West-/Mitteleuropas kenne ich die Lohnlage gerade nicht)

Ich glaube aber auch nicht, dass es am Gehalt liegt. Das wäre nur bei absoluten Spitzenkräften ein Problem - bei normalen Facharbeitern müsste Deutschland finanziell sogar recht attraktiv auf dem internationalen Markt sein. Das die Leute nicht hierher kommen, liegt eher am kulturellen...
Und das man unter den Einheimischen keine passenden Kräfte findet eben an den hochspezifischen Anforderungen und der oft fehlenden Bereitschaft, jemanden in seine Arbeit hineinwachsen zu lassen.
 
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bei normalen Facharbeitern müsste Deutschland finanziell sogar recht attraktiv auf dem internationalen Markt sein.

Ist es auch.
Die Anzahl der Bewerber aus dem südeuropäischen Ausland -- Griechenland, Spanien, Portugal -- ist in den letzten 2 Jahren deutlich gestiegen -- also bezogen auf meine Branche.
Wer auch nur einigermaßen Deutsch spricht kommt jetzt hier her und versucht hier einen Job zu bekommen -- innerhalb der EU ja kein Problem -- und das merkst du jetzt einfach.
Gerade bei uns in der Automobil Zulieferer Branche wo wir immer mal wieder für einen kurzen Zeitraum mehr Leute benötigen hast du nun die Bewerber aus dem Süden.
Sogar Uni Absolventen bewerben sich bei uns um Handlager Arbeit einfach um erst mal einen Fuß nach Deutschland zu bekommen.
 
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Neben der Schweiz wärens noch Dänemark, Schweden, Norwegen. Eine Stufe höher in meinem Bereich meist auch die britischen Inseln und Österreich. (außerhalb West-/Mitteleuropas kenne ich die Lohnlage gerade nicht)

Gut, dann nehmen wir die entsprechenden Lebenshaltungskosten hinzu. Da kommt unterm Strich für die skandinavischen Länder, UK und die Schweiz einiges an Zusatzkosten hinzu, die das Plus gleich wieder auffressen. Es mag da in verschiedenen Branchen größere Unterschiede gaben, aber unterm Strich glaub ich nicht, dass in den genannten Ländern der Lebensstandard signifikant über dem unseren liegt.

Aber für Biologen könnte die Schweiz dann doch ein interessantes Pflaster sein. Bei der Ansammlung von Pharmaunternehmen die es da gibt. Die brauchen ja nicht nur Chemiker?!
 
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Nö. Die Brauchen auch Pharmazeuthen (komplett eigenes Fach), Mediziner, Biochemiker und ab und zu vielleicht noch mal einen Genetiker. ;)
 
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