AW: 23 Milliarden Euro Subventionen für Energiesünder (Energiepolitik die dritte)
Ja, das will ich gar nicht leugnen, aber gegen die USA halte ich es für ein Witz, die sind in der Lage Raketen die von Nordkorea auf die USA abgeschossen werden sollten frühzeitig zu erkennen und vom Himmel zu holen. Um Südkorea mache ich mir da mehr sorgen.
In beiden Fällen gilt: Es wäre sehr unangenehm für die betroffenen Städte - und das zählt. So verrückt, dass sie denken, gegen die USA zu gewinnen, sind nichtmal nordkoreanische Diktatoren. Aber sie wissen, dass sie gerade ausreichendes Potential haben, damit es zwei Verlierer gibt - und damit haben sie sich ziemliche Narrenfreiheit erkauft. Denn es gibt in Nordkorea nichts, was den USA so wichtig wäre, dass sie dafür die Innenstadt von New York riskieren würden.
Für diesen Thread wiederum bedeutet das: Die Nutzung von Atomkraft hat enorme Bedeutung für die internationale Politik und jede weitere Verbreitung sollte unterbunden werden. Um das diplomatisch vertreten zu können, muss man aber auch selbst darauf verzichten.
Noch eine Anmerkung: Ich weiß jetzt nicht inwieweit das auf die anderen Franz. Reaktoren zutrifft, aber Fessenheim zum Bsp. wird nur mit Rheinwasser gekühlt. die meisten anderen Reaktoren haben noch einen Kühlturm.
Ich hab auch keinen Überblick, aber auf Bildern französischer Reaktoren sieht man eigentlich immer Kühltürme. Nützen tut denen das aber auch nichts, wenn der Fluß in einem trockenen, heißen Sommer zu wenig Wasser führt.
Ja sicher muss man da mehr Geld rein Stecken, weil es einfach ein klein wenig komplexer als ein Windkraftwerk ist (Ja ich weiß das auch ein Windkraftwerk eine hochtechnische Anlage ist^^)
Naja - entsprechende Lager zu bauen ist eine Wissenschaft für sich. Der Rest ist eigentlich ziemlich banal. Selbst ein Kohlekraftwerk dürfte komplexer sein, von AKWs ganz zu schweigen. Aber das ist ja eben das schöne: Einmal konzipiert ist der Rest Formsache und Robust gegenüber Fehlern.
Wer redet denn von zu teuer? Eine Investition in die Zukunft kann niemals zu teuer sein. Viele Wissenschaftler sind sich sicher, dass es sich in Zukunft rentieren wird
Abgesehen davon, dass Investitionen in die Zukunft sehr wohl ZU teuer sein können und Wissenschaftler dazu tendieren, den Wert ihrer eigenen Forschung zu überschätzen (was ich denen nicht übel nehme, aber wenn es um größere Summen als in der zweckfreien Grundlagenforschung geht, muss ihnen halt jemand auf die Finger schauen), geht es hier um die Frage, welche von
zwei möglichen Investitionen in die Zukunft diejenige ist, sich insgesamt eher lohnt.
Und eine dieser Investitionen wird eben erst in 30-40-50 Jahren überhaupt etwas bringen, bis dahin ettliche Milliarden in der Forschung verschlingen und dann steht man erstmal vor dem Problem, die großtechnische Umsetzung zu finanzieren.
Die andere Investition bringt innerhalb weniger Monate etwas, denn es fehlt nur noch die flächendeckende Umsetzung. Wenn man sich jetzt noch anguckt, dass der primäre Anlass für die Energiewende ein Prozess ist, in dem man eigentlich schon vor 1-2 Jahrzehnten hätte reagieren können, erübrigt es sich imho, über die Halb-Jahrhundertsoption nachzudenken.
Wir brauchen eine Energieversorgung für die nächsten Jahrzehnte und
- Fossile kommen nicht in Frage
- bestehende AKWs sind marode und nicht auf dem geforderten Sicherheitsstandard, sie können die Zeit nicht überbrücken (von der geringen Gesamtkapazität ganz zu schweigen)
- neue AKWs sind schweine teuer und vergrößern das massive Problem des Atommülls weiterhin, dazu kommt die Geopolitik (s.o.)
- erneuerbare sind billiger und haben keine (großen, geschweige denn irreparablen) Folgenschäden
- Fusion steht im fraglichen Zeitraum nicht zur Verfügung
Fazit:
Es gibt nur eine Option. Man könnte jetzt darüber philosophieren, ob man für die ferne Zukunft zusätzlich Fusionsforschung betreiben will, aber mal ganz ehrlich: Wozu? Es kostet definitiv viel Geld und daran mangelt es uns derzeit. Und wieso sollten wir 2050 bestehende, vollfunktionsfähige erneuerbare Kraftwerke gegen Fusionsanlagen austauschen? Von wachsendem Energieverbrauch müssen wir uns bis dahin sowieso verabschieden.
In meinen Augen ist es Augenwischerei ein Konzept zu verfolgen, dass anscheinend hinten und vorne nicht funktioniert. Wo sind denn die neuen "Stromautobahnen"?
"Stromautobahnen" sind ein Buzzword, dass du in jedem zweiten Merkelpapier finden wirst.
Fallst du fragst, wo ein leistungsfähiges Stromnetz ist (dass du übrigens mit Fusionsgroßkraftwerken erst recht brauchst): Frag mal unsere werte Regierung und die von ihr mit dem Ausbau der Netz beauftragten Atomkonzerne, was gemacht wurde.
Warum will man den Bürgern immer noch erzählen, dass Solarzellen in Dtl. auf jedem Hausdach sinnvoll sind?
Wer will das? Alle Statistiken und Hochrechnungen, die ich kenne, beschränken sich auf das Potential auf günstig ausgerichteten Dachflächen. Und warum die Installation dort sinnvoll ist, braucht man wohl hoffentlich nicht zu erklären.
wie will man in Zukunft ohne fossile und atomare Energieträger den steigenden Strombedarf decken?
Zum Glück ist unser Stromverbrauch stagnierend (dank unser tollen Bankenregulation seit einigen Jahren sogar fallend). Und das muss er auch irgendwann sein - egal mit welcher Kraftwerkstechnik. Exponentielles Wachstum wie Mitte des letzten Jahrhunderts ist einfach nicht tragbar. Wenn das fortgeschrieben hätte, hätte die Menschheit in ein paar Jahrhunderten mehr Energie umgesetzt, als der Planet derzeit abstrahlt. Solange niemand einen wahnsinnig originellen Grund findet, warum man den Verbrauch ausgerechnet auf einem anderen höheren Niveau stoppen soll, als auf dem, das wir gerade haben, können wir also ebensogut jetzt lernen mit dem auszukommen, was da ist.
noch mehr Windräder vor die Küsten bauen?
"Noch mehr?" Wir haben genau ein (Ex-)Versuchsprojekt und einen halben Windpark vor deutschen Küsten stehen. (und ein paar Möwenständer)
was passiert bei einem ausreichend starken Sturm, einem Tsunami damit?
Was soll passieren? Die strömen um eine im Meeresboden verankerte Säule bzw., im Falle des Sturms, steigern im günstigsten Fall die Stromproduktion. (Eine Frage der Netze. Heutige Windkraftanlagen werden so gebaut, dass sie bei sehr starken Stürmen nicht betrieben werden können, weil das, was die Atomkonzerne an Netzen hinterlassen haben, eh mit dem Strom aus den Randgebieten des Sturms überlastet ist)
Da ist für mch überhaupt nichts fließend.
Tjo - ich glaube, wir hatten kürzlich erst das Thema "schwarz-gelbe Inkonsequenz in der Energiepolitik und ihre Folgen".
Man sollte aber keine Lobbypolitik mit technischen Schwierigkeiten verwechseln.
So? das ist mir neu. Dass sie AUCH in erneuerbare Energien investieren wusste ich, aber die können gar nicht ohne neue Atom- oder konventionelle Kraftwerke.
Sage ich auch nicht. Aber China hat nach Fukushima alle AKW-Neuplanungen eingefroren und afaik nicht wiederaufgenommen, die in Bau befindlichen Anlagen sollten gründlich auf ihre Sicherheit geprüft werden. Ergebnisse wurden zwar afaik nicht veröffentlicht, aber da es sich für eine Staatswirtschaft wie China nicht lohnt, Risiken zu Lasten der Zukunft einzugehen, wurde und wird allgemein erwartet, dass die Dinger deutlich aufwendiger und damit unattraktiver werden - und ggf. die letzten ihrer Art bleiben. Eine eigene Nuklearindustrie hat China schließlich eh noch nicht, nur ein paar militärische Anlagen. Das Land hat erst zur Jahrzehntenwende wirklich mit der Atomkraft angefangen und steht jetzt vor der ja/nein Frage.
Und da ist das Gegengewicht zum Einfrieren der Atomprojekte ein von Jahr zu Jahr immer weiter steigendes Investitionsbudget in Erneuerbare.
Und was tun die? fleißig CO2 in die Athmosphäre blasen. Der Klimawandel freut sich. liebe die Kohlekraftwerke abschalten und die Atomkraftwerke ihre Arbeit machen lassen...
Diese moralische Frage muss letztlich jeder für sich entscheiden:
Ist es besser, diese und die nächsten 3-4-5 Generationen mit den Folgen unseres CO2-Ausstoßes zu belasten, oder ist es besser, sich jetzt ein schönes Leben zu machen und die nächsten 3000-4000-5000 Generationen mit unserem Atommüll zu belasten?
Meine Antwort fällt eindeutig auf ersteres.