Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

AW: Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

Nen reines BWL-Studium bringt halt nicht viel wenn man keinerlei Erfahrung in der realen Wirtschaft hat. Ist ja schön und gut wenn man theoretische Konzepte kennt und sämtliche Kennzahlen im Schlaf runterbeten kann, das nützt aber nichts wenn sich Unternehmen X nicht an den Uni-Standard hält (und das tun wohl die wenigsten).

Mit einem guten technischen Abschluss (sei es Chemie/IT/Maschinenbau/E-Technik) hat man sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt und kann sich die Stellen fast aussuchen.
 
AW: Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

Nen reines BWL-Studium bringt halt nicht viel wenn man keinerlei Erfahrung in der realen Wirtschaft hat. Ist ja schön und gut wenn man theoretische Konzepte kennt und sämtliche Kennzahlen im Schlaf runterbeten kann, das nützt aber nichts wenn sich Unternehmen X nicht an den Uni-Standard hält (und das tun wohl die wenigsten).

Mit einem guten technischen Abschluss (sei es Chemie/IT/Maschinenbau/E-Technik) hat man sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt und kann sich die Stellen fast aussuchen.

Das stimmt wohl. Sogar mein 52 Jahre alter Onkel (Maschinenbauer) hat neulich noch den Arbeitgeber gewechselt, weil er anderswo wesentlich mehr Geld angeboten bekommen hat. Wenn man die richitge Qualifikation hat, ist man also auch im Alter gefragt. Das zeigt auch, dass es in einigen Branchen sehr wohl einen Fachkräftemangel gibt, den man nicht einfach leugnen kann, nur weil der nicht auf jedwede Qualifikation und auf sämtliche Sparten übertragbar ist.
 
AW: Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

hier geht es darum, dass Unternehmen ja so Fachkräfte bedürftig sind.

Da stellt sich doch die Frage, was läuft schief in Deutschland?

Nichts geht schief, außer dem grundsätzlichen Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell.
Wir haben keinen Mangel an Fachkräften, sondern einen Mangel an billigen Fachkräften mit einschlägiger Erfahrung. Außerhalb einiger sehr weniger Gebiete (zur Jahrtausendwende war es IT, zwischendurch mal Chemie - aktuell vielleicht Maschienenbau? Die Wechsel sind auf alle Fälle schneller, als ein Studium lang...) ist der "Mangel" so lasch, dass fähiges Personal den Firmen weder nenneswert Geld noch eine gewisse Einarbeitungsphase wert ist.
Und das betrifft nicht nur BWL, was einfach ein Massenstudium ist, aus dem Leute in andere Bereiche ausweichen. Ich stehe z.B. auch mit nem 1er Diplom in Bio da, aber unsere "boomende" Biotec-Industrie ist derart gut mit "mangelnden" Fachkräften versorgt, dass man ohne ein einschlägig auf die Methoden des jeweiligen Unternehmens ausgerichtetes Hauptstudium und eine Abschlussarbeit idealerweise exakt auf dem Feld, in dem gesucht wird, gar nicht erst anzufragen braucht. Da fehlt einem dann halt Wissen, dass man in 1-2 Monaten angelernt hätte und das sowieso eine Halbwertszeit von 1-2 Jahren hat, ehe es durch neues ersetzt werden muss - aber da die Firmen eher Uniabgänger für 6 Monate durchtesten/hungerlöhnen wollen, ist halt nichts mit Einarbeitungsphase. Ein Studium ist heute keine grundlegende Qualifikation für ein Studium, sondern entweder eine 100% auf die Wirtschaft ausgerichtete, vom Steuerzahler finanzierte Lehre - oder aber die Eingangsvorraussetzung für ein (schlecht oder gar nicht bezahltes) Praktikum. In vielen Bereichen auch ein "erstes von vielen Praktika".


Wenn man etwas studiert wo ein Fachkräftemangel herrscht, kann es gut sein dass man zwischen mehreren Stellen auswählen kann.
Oder sonst muss man eben noch doktorieren oder ein zweites Studium.

Bei Doktorandenstellen ist das Bewerber/Angebot-Verhältnis noch einmal deutlich schlechter.
 
AW: Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

Trotzdem kommen inzwischen auch Portugiesen, Spanier und Griechen nach Deutschland weil es in deren Heimatländern noch schlechter aussieht.

Ich sehe das ja überall in der Industrie. Die Gehälter stagnieren bzw. sinken. Gerade für Facharbeiter. Vor 10 Jahren hast du etwas mehr verdient als heute aber vor 10 Jahren war das Leben und Wohnen und Heizen und Auto fahren in Deutschland bei weitem nicht so teuer wie heute.
Auf den Rücken der billigen Arbeiter/Zeitarbeiter machen die Großkonzerne Rekordgewinne und zahlen ihren Top Manager Gehälter die nicht mehr vermittelbar sind. :(
 
AW: Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

Also ich weiß nicht woher ihr so Aussagen generiert nach denen es keine Firmen mehr gibt, die anständig zahlen, Leuten keine Chance zur Einarbeitung und zur Weiterbildung geben und was man hier sonst noch so lesen muss.

Nach meiner Erfahrung gibt es - zumindest in meiner Gegend - einen sehr großen Mangel an jungen Ingenieuren und sonst. technischen Berufen. Und das nicht nur seit 1-2 Jahren sondern eigentlich solange ich arbeite. Die Einstiegsgehälter sind auch sehr ordentlich, weil man sonst gar niemanden bekommt, wobei manche Absolventen - gestern habe ich mit einem diskutiert - ein wenig blauäugig rangehen und etwas an Realitätsverlust zu leiden scheinen. Viel wichtiger als das schiere Anfangsgehalt ist doch die Frage wie sich das entwickelt innerhalb der nächsten 3-5 Jahre! Dafür spielt es im übrigen keine Rolle an welcher Uni, FH oder sonstigen Einrichtung man studiert hat oder auch gar nicht - den Zahn muss ich OdlG ziehen - sondern es liegt an der Leistung die erbracht wird. Prinzipiell haben wir auch Techniker, die auf Stellen sitzen, die eigentlich für Ingenieure gedacht sind und dort ihre Leistung genauso bringen. Zu glauben, dass man ein Studium macht und sich damit für alle Zeit von den "anderen" absetzt sowohl Jobmäßig als auch von der Bezahlung her ist Unfug.

Bei uns gab und gibt es massive Probleme unsere Planstellen zu füllen, wir bekommen schlicht nicht ausreichend Leute um alle Stellen besetzen zu können. Es gab Stellen, die über Jahre nicht zu besetzen waren weil es einfach keine geeigneten Bewerber gab! Und natürlich wird eine angemessene Einarbeitung gewährleistet, ebenso wird geachtet, dass man sich regelmäßig weiterbildet und -entwickelt.

Diese Schwarzmalerei von wegen es wird alles immer schlimmer ist wirklich kaum zu ertragen und wirklich realitätsfern. Vlt. sollte man sich einfach den Realitäten stellen?!
 
AW: Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

Also ganz ehrlich ich halte das was hier beschrieben wird auch teilweise für ein hausgemachtes Problem. Wieviele junge Leute kommen aus dem Abitur und wählen aus (ich unterstelle das jetzt einfach mal) Faulheit, dem Unwillen auch mal anspruchsvollere Fachgebiete zu wählen usw. einen Studiengang der miserable Arbeitsplatzchancen bietet.

Meiner Meinung nach entzieht sich das teilweise gesundem Menschenverstand wenn zb der VDI (Verband deutscher Ingenieure) seit Jahren predigt das maschinenbau-, elektro- und Bauingenieure in den nächsten 20 Jahren derart fehlen, das Kompetenzen verlagert und fremdingenieure aus anderen Ländern ran geholt werden müssen. Hier wird eindeutig akademisches Potenzial verspielt das Deutschland bisher ausgezeichnet hat.
Wenn ich dann sehe das die BWL, IBS, Lehramtstudiengänge usw usw mehr als überlaufen sind frage ich mich ob die alle nicht mitgedacht haben oder es einfach nicht sehen wollten..
Dann gucke ich mir meinen Studiengang an (studiere im 6ten Semester Elektrotechnik und stehe kurz vor der BA) bekomme ich das kalte grauen :D was für mich gut ist kann in Anbetracht der meckereien aus anderen Fachgebieten nicht sein. Wir sind mittlerweile noch 30!!! Absolventen. Uns wird sobald die BA steht hier nahezu der rote Teppich ausgerollt.. Selbst auf der suche nach dem Thema der bachelorarbeit wird man abgeworben..

Würden sich viele Leute auch einfach mal zusammen reissen und nicht den Weg des geringsten Widerstandes gehen dann kämen sie auch auf dem Arbeitsmarkt besser an..
Da aber keiner mehr wirklich was für eine berufliche Zukunft tun will.. Bekommen sie halt die Quittung.. Man sollte sich halt vorher dazu Gedanken machen inwiefern die jobchancen bei Abschluss stehen ;)
Ich finde man kann immer viel meckern und auf Politiker und die Regierung schimpfen. Aber so wirklich was dafür tun das man für sich besser weg kommt tun die wenigsten..
Meckern ist halt immer einfacher als machen :D

In diesem Sinne.. Höre ich jetzt mal weiter Leistungselektronik :D
 
AW: Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

Dafür spielt es im übrigen keine Rolle an welcher Uni, FH oder sonstigen Einrichtung man studiert hat oder auch gar nicht - den Zahn muss ich OdlG ziehen - sondern es liegt an der Leistung die erbracht wird. Prinzipiell haben wir auch Techniker, die auf Stellen sitzen, die eigentlich für Ingenieure gedacht sind und dort ihre Leistung genauso bringen. Zu glauben, dass man ein Studium macht und sich damit für alle Zeit von den "anderen" absetzt sowohl Jobmäßig als auch von der Bezahlung her ist Unfug.
Ich habe nicht behauptet, dass die namhafte Uni einen zum besseren Menschen macht. Man bekommt nur viel mehr Wissen auf den Weg, was einen am Anfang enorm vor andere Bewerber katapultiert. Natürlich können sich mit der Zeit erst echte Stärken und Schwächen herauskristallisieren. Mein Onkel ist Direktor bei Kjellberg und hat mir auch gesagt, dass sie dort bei ausreichenden Bewerbern auch auf die Uni schauen. Denn eine TU Dresden steht wirklich meilenweit vor einer FH Lausitz (tut mir Leid, dass ich nur dieses Beispiel fundiert nennen kann). Mein Kumpel, den ich bereits erwähnte, hat auch als Beleg bei einer Firma eine Webmaschine energetisch optimiert (Wärmefluss, elektrische Energie -> Isolierung, Schaltkasten, ...) und hat so viele Schwachpunkte gefunden, dass 30% Kostensenkung möglich war. Dem Vorstand, dem es präsentiert wurde, konnte das gar nicht glauben, bis er es vorgerechnet hat. Offensichtlich waren in der Firma dort nur Typ "FH Lausitz" Absolventen gewöhnt und daher erstmal skeptisch. Übrigens war der Vorstand dann ganz begeistert von den vielen Ideen ;)
 
AW: Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

Das Problem ist doch, dass es keine guten und schlechten Unis an sich gibt. Es gibt an allen mir bekannten Unis sowohl sehr gute Institute, als auch sehr mäßige Institute. Als Beispiel mal die Uni Stuttgart. Da konnte man zu meiner Zeit als Maschinenbauer im Hauptdiplom 2 aus 46 Hauptfächern bei über 50 Instituten wählen. Da gab es als Profs echte Koryphäen mit z.T. Weltruhm genauso wie echte Pfeifen. Z.T. hat das dann noch mit dem Wechsel eines Professors ein Institute nach vorne oder eben eher nicht gebracht (prominente Beispiele der Wechsel von Prof. Tennberge vor einigen Jahren von Chemnitz nach Bochum, der in Dresden nicht gleichwertig besetzte Stuhl von Prof. Linke, ein Vergleich zw. den Professoren Höhn und Winter bzw. Niemann als dessen Vorgänger in München schließt sich auch eigentlich aus,...). Dann gibt es neben den Großen eben auch kleine Unis mit auf bestimmten Fachgebieten sehr guten Instituten (z.B. in Clausthal - wobei wer will schon in ner Stadt studieren, die man wegen des alkoholfreien Biers kennt?), die echte Spezialisten hervorbringen.

D.h. bei den zig Unis in Deutschland mal hochgerechnet gibt es ein paar hundert Institute an den deutschen Maschinenbau Unis (die FHs sind da dann noch aussen vor) und jetzt sag du mir wie ein Personalsachbearbeiter da entscheiden soll ob einer jetzt besonders viel weiß bzw. kann oder nicht?!

FHs bilden mit einem anderen Schwerpunkt aus als Unis, daraus zu schließen deren Absolventen würden weniger können ist nicht nur arrogant, sondern auch schlicht falsch! Deinem Freund sei sein Erfolg gegönnt, aber ob der an seiner Ausbildung oder an was anderem lag, das wird durch das Beispiel nicht klar.

Die Ausbildung ist wichtig, das ist klar, was man dann daraus macht ist jedem selbst überlassen. Für beruflichen Erfolg und Karriere ist die Ausbildung aber nur untergeordnet. Dafür sind andere Skills mindestens ebenso wichtig! Nach 2 Stunden in einer Firma interessiert es kein Schwein mehr wo du studiert hast!

Ich habe regelmäßig mit Studenten, Praktikanten zu tun und schon so manche Abschlussarbeit betreut. Von diversen Unis, FHs, BAs,... einen Unterschied der verschiedenen Einrichtungen in den Leistungen der Studenten, der sich deren Ausbildungsform zuordnen ließe habe ich nicht feststellen können. Gerade eben habe ich einem Praktikanten der RUB ein wirklich mieses Arbeitzeugnis ausstellen müssen, weil er trotz Top Uni und auch Top Institut (Tennberge) einfach nur schlecht und völlig ohne Engagement war...
 
AW: Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

Natürlich haben verschiedene Universitäten ihre Schwerpunkte und besonders gute Institute, die, für sich genommen, Weltspitze sind. Aber ich meine, dass es bezüglich der Lehre deutliche Unterschiede zwischen den akademischen Einrichtungen gibt. Zum Beispiel ist es in der Psychologie sehr interessant: Das Fach kann alls Geistes- und Naturwissenschaft aufgefasst werden. Je nach Ausrichtung haben sich da verschiedene gute Unis in Deutschland herausgebildet. An der TU gehen übrigens die Geisteswissenschaften völlig unter zugunsten der Ingenieure, was man aber vielleicht auch vorher vermuten können dürfte. Auf jeden Fall ist es nunmal so, dass die Lehre im gesamten deutliche Unterschiede aufweisen kann. In Aachen werden garantiert bessere Ingenieure herangezogen als in Senftenberg. Darauf wette ich auch gern ;)

Ich habe übrigens nie behauptet, dass eine FH weniger wert wäre als eine Uni ;) Ich wollte nur darauf hinaus, dass meine Abikollegen im 6. Semester an der FH Lausitz nicht annähernd so viel Ahnung vom Maschinenbau haben wie TUDler im 3./4. Semester. Wenn die mir von ihren Veranstaltungen erzählen, überrascht mich das auch nicht. Die HTW Dresden z.B. begeistert mich mit den unglaublich hohen Ansprüchen, aber auch den großartigen Angeboten für Studenten.

Aber wie dem auch sei, das ist eben einfach meine Erfahrung und mir unbekannte Zustände kann ich leider nicht beurteilen.
 
AW: Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

Also...

Ich kann ja mal eine Geschichte erzählen, die ich selbst erlebt habe:

ich habe nach meinem Abi ein Praktikum in einem Ortsansääsigem, mittelständischem Unternehmen gemacht. Der Carl Zeiss Microscopy GmbH Jena. Ich war dort 8 Wochen in der Elektronikentwicklung. Die Ingenieure da wussten gar nicht, wie sie die ganzen Aufträge abarbeiten sollten. die sind schon seit Jahren ausgelastet! Die Unternehmen gehen mittlerweile Aktiv an die Unis UND, so war es zu mindest in dem Unternehmen, besonderst gerne an die FH´s, weil die Leute viel näher an der Industrie ausgebildet werden. Das Studium ist in keinem Fall schlechter! Aber zurück zur Geschichte...
Ich bin dann also fertig gewesen mit meinem Praktikum, da meinte der Abteilungsleiter zu mir: "Hey, du musst umbedingt in den Semesterferien wiederkommen, wir brauchen noch Werkstudenten." Ein indirektes Jobangebot habe ich noch obendrauf bekommen. Er schaute mich denn ziemlich doof an, als ich meinte, ich gehe aber nach Dresden... "Viel zu Theoretisch, langweilig und ohne Praxisbezug" bekam ich da von Leuten, die vor nicht all zu langer Zeit an der TU studiert haben an den Kopf geworfen...
Damals dachte ich mir: lass sie reden. Mittlerweile bin ich schlauer und bereue, nicht doch an der FH in Jena geblieben zu sein.

Was ich damit sagen will: Nur weil die von der FH vielleicht weniger theoretisches Wissen haben, sind das nicht die schlechteren Ingenieure.

Und das hier einige so schwarz malen, kann ich absolut nicht verstehen. Von allen Unternehmen, in die ich einblick habe/hatte, haben massive Probleme offene Stellen zu besetzen. Die fangen teilweise schon an, die Leute vor der bachlorarbeit zu werben...
Ich war auch mal bei VW für ein Duales Studium... Die haben sich die Hände geleckt nach halbwegs geeigneten Abiturienten. Und die zahlen richtig, richtig gut!
 
AW: Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

Nur noch die kurze Anmerkung (da das auch nicht direkt mit dem ursprünglichen Thema zusammenhängt) um das nochmal klar zu stellen:

Ich glaube, dass alle Sorten von akademischen Vereinen sehr gut sein können, nur ist die FH Lausitz (Betonung auf Lausitz, nicht auf FH) nunmal ein Negativbeispiel im Vergleich zu den Erfahrungen, die ich und ein paar Freunde an der TU Dresden gemacht haben. Damit meine ich auch nicht jeden Dozenten dort, sondern einfach den durchschnittlichen Fertigkeitenlevel meiner alten Schulfreunde.
 
AW: Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

Um mal auf die Ausgangsfrage zurückzukommen. Es läuft schief, dass das Anspruchsdenken bei vielen einfach zu hoch ist. Gerade Absolventen meinen sehr oft, dass sie es geschafft hätten und jetzt überzogene Ansprüche stellen können. Das Gegenteil ist der Fall. Natürlich ist es toll, wenn man ordentlich verdient, aber das muss man sich eben auch verdienen!

Mit nem akademischen Abschluss in der Tasche hat man erst mal noch gar nichts - wenn ich dann lese, dass 2k€ zu wenig Geld seien, dann muss ich einfach mal lachen! Viele Leute müssen mit dem Geld oder weniger netto eine Familie durchbringen und schaffen das komischerweise auch problemlos!

Es gibt einen Fachkräftemangel (man darf dabei nicht vergessen, dass nicht nur Akademiker Fachkräfte sind) und wenn man ein wenig bei der Berufswahl nachdenkt und nicht einfach das macht was alle machen, dann kann man daraus Kapital schlagen. Allerdings muss man dafür auch was tun. Zufliegen tut einem das normalerweise nicht.

Aber es ist nunmal so, dass in Deutschland am liebsten darüber sinniert wird wie schlecht es uns geht. Aber Überraschung, tuts gar nicht! Wir haben aktuell eine sehr niedrige Arbeitslosigkeit, niemand muss hungern oder auf der Straße schlafen und der Wirtschaft gehts auch Größtenteils gut. Es ist natürlich nicht alles Gold was glänzt und es gibt bei uns wie überall Schattenseiten aber im Großen und Ganzen ist das Niveau bei uns sehr hoch! Das nicht alle BWL Absolventen sofort eine Stellung finden trübt dabei das Bild nicht wirklich!

Um das Niveau zu halten brauchen wir aber in Zukunft eben einfach mehr Fachkräfte, weil den Mangel kann man einfach nicht wegdiskutieren. Und wenn das dann eben Spanier oder Griechen sind die da Lücken Füllen spielt da erst mal gar keine Rolle.
 
AW: Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

Ich denke die ganze Problematik kann man nicht verallgemeinern. Jeder hier arbeitet woanders, überall sehen die Bedingungen und Anforderungen anders aus.
Alleine ob man in einem Großunternehmen oder einem Kleinunternehmen arbeitet ist entscheidend. Da liegen Welten dazwischen. Finanziell (laut diversen Gehaltsvergleichen im Inet sind das alleine bei Absolventen der Ingenieuswissenschaften durschnittlich(!!!) 800 Euro Brutto Unterschied pro Monat), strukturell, bei den Arbeitsbedingungen und auch bei der Problemlösung.

Ich seh es selber an mir und nem Kumpel von mir. Ich ETler(Uni), er MBler(FH). Wir arbeiten quasi in zwei unterschiedlichen Welten. Und damit mein ich jetzt nicht den fachlichen Aspekt oder die unterschiedliche Hochschulausbildung.
 
AW: Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

Natürlich gibt es Unterschiede in der Bezahlung, die Tarife in den einzelnen Bundesländern sind halt auch unterschiedlich - die Lebenskosten aber auch, so dass man davon ausgehen kann in Gegenden mit geringeren Gehältern die Miete im Mittel auch niedriger ist.

Dann gibt es natürlich einen Unterschied zwischen den verschiedenen Branchen. Im Maschinenbau zahlt z.B. die Automobilbranche am Besten - das sind aber überwiegend auch große Betriebe und keine kleinen Klitschen. Da kommt dann z.B. so ein Unterschied her. Gute Arbeitsbedingungen und Gehälter gibt es aber generell in jeder Betriebsgröße. Ein Chef wird auch angesichts des Fachkräftemangels gut beraten sein solche Bedingungen zu schaffen bzw. die Gehälter wettbewerbsfähig zu halten, sonst bekommt er halt gar keine Leute.

Es ist aber auch niemand gezwungen dort zu wohnen wo es kaum Arbeitsplätze und geringe Löhne gibt. Wenn man z.B. irgendwo im Harz oder der Uckermark (2 willkürliche Beispiele von denen ich ausgehe, dass es niedrige Gehälter gibt) wohnt, dann kann man entweder jammern wie schlecht alles ist oder dahin ziehen wo es besser ist oder mit ner guten Idee selbst was aufziehen und sein Glück versuchen... Ersteres ist am einfachsten und leider typisch deutsch und letzteres ist zugegeben nicht für jeden was und sicher auch nicht einfach.
 
AW: Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

Mit nem akademischen Abschluss in der Tasche hat man erst mal noch gar nichts - wenn ich dann lese, dass 2k€ zu wenig Geld seien, dann muss ich einfach mal lachen! Viele Leute müssen mit dem Geld oder weniger netto eine Familie durchbringen und schaffen das komischerweise auch problemlos!
.
Sind die 2k Netto oder Brutto?
Aber imho sind 2k nach einem Studium etwas wenig.
 
AW: Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

Die 2k sind netto und für nen Berufsanfänger sicher nicht schlecht. Egal ob er studiert hat oder nicht. Man wird ja nach Leistung bezahlt und nicht nach der Ausbildung.

Interessant ist ja wo man nach ein paar Jahren steht. Da trennt sich die Spreu vom Weizen...
 
AW: Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

Ich persönlich würde das als verdammt viel bezeichnen und wäre, nach 1er Studium, mit 1k netto schon sehr zufrieden.
 
Ich persönlich würde das als verdammt viel bezeichnen und wäre, nach 1er Studium, mit 1k netto schon sehr zufrieden.

Es hängt natürlich von der Branche und der Region ab. Ich habe die 2k ja auch nur von weiter vorne aufgegriffen.

Aber wenn hier z.T. das als zu wenig eingestuft wird, dann zeigt das einfach einen gewissen Realitätsverlust beim einen oder anderen.

Es ist ja nicht so, dass einen ein Studium automatisch aller Geldsorgen enthebt und man schon allein deswegen aus gesorgt hat!

Momentan ist aufgrund des Fachkräftemangels das Einstiegsgehalt eher höher als es das sonst wäre. Aber schaffen muss man deswegen trotzdem!
 
AW: Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

Ein NFL Schiri soll ab 2019 mehr als 200.000 $ verdienen pro Jahr!
Ziemlich viel Geld und für 2k Netto würde ich nach einem Studium nicht anfangen zu arbeiten zumindest nicht in DE.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück