Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

AW: Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief?

Ich bin sicher kein übertriebener Patriot, aber ich konnte im Laufe meines Lebens mir einige Länder anschauen und habe sie teilweise im Rahmen wissenschaftlicher Arbeiten mit Deutschland verglichen wobei Deutschland nicht immer besser abgeschnitten hat (z.B. bei Integrationspolitik) - letztenendes bin ich trotzdem dankbar und froh in einem Land leben zu können welches so ist wie es ist. Ich könnte eine endlose Liste an Dingen aufzählen die einem jeden klarmachen wie gut man es hier haben kann aber das geht jetzt auch am Thema vorbei.
Fachkräftemangel bedeutet z.T. ja auch dass die Wirtschaft Aufträge hat und Leute braucht was ja eigentlich ein gutes Zeichen ist, m.E. wird man in der Schulzeit zu wenig auf die Zeit danach vorbereitet - daher die ganzen 08/15 BWLer, jemand der leidenschaftlich gerne BWL macht wird sicher einen Job finden, genauso wie jeder der zumindest versucht einen Job zu lernen, hinter dem er stehen kann und ihn nicht nur macht um überhaupt irgenwas zu machen - das muss teilweise auch sein um über die Runden zu kommen aber es lohnt sich seine Idealvorstellungen nicht aus den Augen zu verlieren.
 
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SO ne dumme Antwort.
Komisch das man über liest und hört das immer mehr Akademiker aus dem Ausland geholt werden weil in Deutschland angeblich Fachkräftemangel besteht?
Komisch das es hier noch mehr als genug Leute gibt die an der Armutsgrenze leben?

Die, die hier aber an der Armutsgrenze leben, sind nicht unbedingt welche, die studiert haben, ihr abi gemacht haben oder was auch immer. Entweder sind es Menschen die schwere Schicksalsschläge hinnehmen mussten oder schon von Anfang an aus einer Sozial schwachen Gegend kamen.
Und Armut in Deutschland ist was komplett anderes als wo anders auf der Welt. Ich würde sagen, in Deutschland, Österreich/Schweiz wohl auch noch, hat man wohl die "beste Art der Armut" die man haben kann, wenn man leider nicht viel Geld hat, warum auch immer.

In Deutschland hat man genug gute Chancen was aus seinem Leben zu machen, wer nichts drauß macht, ist selber schuld und nicht irgendwelche Arbeiter die ausm Ausland kommen.
 
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Ich denke es ist eine Frage wo man studiert. Hier in der Region Nürnberg dürfte sich ein Maschinenbau-Absolvent keine allzu großen Sorgen machen um Arbeitslosigkeit, und wer hier nur 1k netto für einen Absolventen bietet, dürfte als Arbeitgeber keine einzige Bewerbung geschickt kriegen.
Außerdem gibt es viele Duale Studiengänge von Firmen ala Siemens, bei denen man eine gute Chance hat übernommen zu werden und schon während des Studiums Geld verdienen kann. Ist zwar anstrengend, aber machbar.

Natürlich braucht man Vitamin B und muss mit Überstunden rechnen, man wird allerdings irgendwann auch entsprechend mit einem hohen Gehalt belohnt.

Wer in einer Region studiert, die von Arbeitsplatz-Abbau geprägt ist, hat schon schlechtere Karten.
 
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Wer in einer Region studiert, die von Arbeitsplatz-Abbau geprägt ist, hat schon schlechtere Karten.

Ich gehe davon aus dass der Studienabsolvent dort hingeht wo die Jobs dann sind und nicht wartet bis der Job für den er studiert hat in seine Region kommt.
 
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Natürlich braucht man Vitamin B und muss mit Überstunden rechnen, man wird allerdings irgendwann auch entsprechend mit einem hohen Gehalt belohnt.

Vitamin B braucht man eigentlich überhaupt nicht und Überstunden sind in großen Betrieben oft gar nicht möglich bzw. müssen abgefeiert werden.

Um ein ordentliches Gehalt zu bekommen muss man halt einfach Leistung bringen. Ganz einfach! Ist jetzt leichter gesagt als getan ich weiß und es hängt natürlich auch von den individuellen Gegebenheiten im Betrieb ab, aber im Prinzip ist es so!

Wenn man dann ne Weile arbeitet sieht man aber auch, dass das Gehalt nur ein kleiner Teil dessen ist was wirklich wichtig ist. Das Arbeitumfeld, die Aufgabe, die Kollegen, die Aufstiegschancen usw. sind mindestens ebenso wichtig und mMn wichtiger als ein paar hundert Euro hin oder her.

Wer in einer Region studiert, die von Arbeitsplatz-Abbau geprägt ist, hat schon schlechtere Karten.

Wer dann in so ner Region bleibt ist auch einfach selber Schuld! Da gibts wie ich schon geschrieben habe 3 Möglichkeiten:

- die Deutsche -> Jammern und schimpfen wie schlecht alles ist
- die Mutige -> selbst etwas aufbauen
- die Naheliegende -> dahin gehen wo es Arbeitsplätze gibt

Ich habe Kollegen aus allen Teilen Deutschlands und auch aus dem Ausland. Von denen haben sich alle für die Letztere entschieden...
 
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War auch in deine Richtung gehend gemeint: Mann muss dahin, wo es Jobs gibt.

Vitamin B braucht man eigentlich überhaupt nicht und Überstunden sind in großen Betrieben oft gar nicht möglich bzw. müssen abgefeiert werden.

Um ein ordentliches Gehalt zu bekommen muss man halt einfach Leistung bringen. Ganz einfach! Ist jetzt leichter gesagt als getan ich weiß und es hängt natürlich auch von den individuellen Gegebenheiten im Betrieb ab, aber im Prinzip ist es so!

Wenn man dann ne Weile arbeitet sieht man aber auch, dass das Gehalt nur ein kleiner Teil dessen ist was wirklich wichtig ist. Das Arbeitumfeld, die Aufgabe, die Kollegen, die Aufstiegschancen usw. sind mindestens ebenso wichtig und mMn wichtiger als ein paar hundert Euro hin oder her.

Versuch mal bei Siemens eine Ausbildung/ein duales Studium ohne Vitamin B zu kriegen. Schwierig.

Überstunden muss man in der Regel doch immer wieder machen, aber du hast Recht: ausbezahlt werden die oft nicht, mein Vater musste 250 Überstunden verfallen lassen (gesammelt in einem Quartal). Damit muss man leider auch rechnen.

Thema Aufstiegschancen: Normalerweise sind es eh die großen Unternehmen, die die höheren Gehälter zahlen, die dann auch entsprechende Aufstiegschancen bieten. Ich kenne jemanden, der mit Bachelor bei Siemens eingestiegen ist und jetzt nach 4 Jahren noch den Master machen möchte.
Sein Arbeitsvertrag wurde einfach auf 10 Stunden umgeschrieben für die Zeit seines Studiums. So etwas geht aber auch nur, wenn man eine entsprechende Leistungsbereitschaft an den Tag legt.



Wer dann in so ner Region bleibt ist auch einfach selber Schuld! Da gibts wie ich schon geschrieben habe 3 Möglichkeiten:

- die Deutsche -> Jammern und schimpfen wie schlecht alles ist
- die Mutige -> selbst etwas aufbauen
- die Naheliegende -> dahin gehen wo es Arbeitsplätze gibt

Ich habe Kollegen aus allen Teilen Deutschlands und auch aus dem Ausland. Von denen haben sich alle für die Letztere entschieden...

Wo kann ich unterschreiben? Ist leider oft tatsächlich so.
 
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Ich kenne 3 Leute, die bei Siemens einfach so angefangen haben, ohne dort jemanden zu kennen.

Das mit den Überstunden ist so eine Sache. Meist (in praktisch allen mir bekannten Fällen) liegt es am Mitarbeiter, wenn solche Stunden verfallen. Je nach Arbeitszeitmodell nutzt die eine oder andere Firma es schlicht aus, dass manche Mitarbeiter sich nicht trauen ihre Überstunden als Freizeit oder finanziell sich entschädigen zu lassen. Der Karriere schadet das im Normalfall nicht.

In kleinen Klitschen sieht die Sache sicher anders aus, als in großen Firmen. Aber zumindest in den großen Konzernen hat sich das in den letzten 10 Jahren sehr stark gewandelt. Ich kenne Entwickler und Teamleiter in Untertürkheim, die ihre Überstunden abfeiern müssen - alle!

Ich selbst habe dadurch, dass ich keiner Arbeitszeiterfassung unterliege und meine Überzeit im Grundgehalt mit abgegolten wird, für mich ein persönliches Limit für meine durchschnittliche Arbeitszeit pro Woche definiert. Wenns mal stressig ist, dann wirds halt überschritten, dafür gehe ich halt auch mal früher - zwischen 70 und 20 h habe ich schon alles gehabt.
 
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Die, die hier aber an der Armutsgrenze leben, sind nicht unbedingt welche, die studiert haben, ihr abi gemacht haben oder was auch immer. Entweder sind es Menschen die schwere Schicksalsschläge hinnehmen mussten oder schon von Anfang an aus einer Sozial schwachen Gegend kamen.

Ich kenne genug Leute mit Studiumabschluss, die in HartzIV sind oder von etwas "leben", dass man eher als jobben denn Job bezeichnen muss. Das sind sicherlich prozentual merklich weniger, als bei z.B. Hauptschulabgängern, aber es ist keineswegs so, dass jeder, der die nötigen Fähigkeiten für ein solides Studium hat, in Deutschland auch eine angemessen bezahlte Stelle findet.
Wie weiter oben schon angemerkt: Fachkraft nützt nichts, wenn es ein gerade nicht gesuchtes Gebiet ist. In allen anderen Bereichen ist man eben auch bestenfalls ungelernter Hilfsarbeiter.


Ich gehe davon aus dass der Studienabsolvent dort hingeht wo die Jobs dann sind und nicht wartet bis der Job für den er studiert hat in seine Region kommt.

Prinzipiell nicht verkehrt, praktisch aber leichter gesagt, als getan. Denn für eine auf ein halbes oder ein Jahr befristete Stelle ans andere Ende Deutschlands (oder darüber hinaus) zu ziehen ist schlichtweg finanziell ruinös. Von Leuten, die ggf. mit einem Partner leben oder sogar schon Kinder haben ganz zu schweigen (wie war das noch mit "Akademiker bekommen zu wenig Nachwuchs"? Hat seine Gründe...)


Vitamin B braucht man eigentlich überhaupt nicht und Überstunden sind in großen Betrieben oft gar nicht möglich bzw. müssen abgefeiert werden.

Vitamin B ist definitiv sehr hilfreich, das habe ich schon oft beobachten können. Vom Praktikum bis rauf zu Professuren wird vieles mit Vitamin B geschmiert.
Und der Rest dann nicht selten mit B2 ("bares"), denn der 1A Bewerber ist man heutzutage oft nur, wenn man einiges an Kohle für zusätzliche Qualifikationsmaßnahmen übrig hat (Sprachkurse, kaum/unbezahlte Praktika, Auslandserfahrung,... - oder auch nur der oben beschriebene Umzug).

Um ein ordentliches Gehalt zu bekommen muss man halt einfach Leistung bringen. Ganz einfach! Ist jetzt leichter gesagt als getan ich weiß und es hängt natürlich auch von den individuellen Gegebenheiten im Betrieb ab, aber im Prinzip ist es so!

Leistung bringen, wenn man erstmal im Betrieb ist, sollte eigentlich oft möglich sein. In einigen zwar deutlich schwieriger, als in anderen und je nachdem, wo man anfängt, ist "ordentlicher Stundenlohn" sehr relativ - aber wenn "Vitamin B" erstmal da ist, weil man mit seinen Kollegen und vorgesetzen eben Kontakt hat, dann kann man auch aktiv daran arbeiten, diese von den eigenen Qualitäten zu überzeugen.
Deutlich schwieriger ist es, überhaupt erst einmal in diese Position zu kommen. Denn in Bewerbungen lassen sich Fähigkeiten (außer im selbstbeweihräuchern und im erahnen-ab-wann-der-Personaler-den-Fake-erkennt) nur in Form von Abschlüssen einbringen. Und die sehen bei vielen Bewerbern dann sehr ähnlich aus.
 
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Ich kenne genug Leute mit Studiumabschluss, die in HartzIV sind oder von etwas "leben", dass man eher als jobben denn Job bezeichnen muss. Das sind sicherlich prozentual merklich weniger, als bei z.B. Hauptschulabgängern, aber es ist keineswegs so, dass jeder, der die nötigen Fähigkeiten für ein solides Studium hat, in Deutschland auch eine angemessen bezahlte Stelle findet.
Wie weiter oben schon angemerkt: Fachkraft nützt nichts, wenn es ein gerade nicht gesuchtes Gebiet ist. In allen anderen Bereichen ist man eben auch bestenfalls ungelernter Hilfsarbeiter.

Da geb ich dir Prinzipiell recht. Wobei wie gesagt technische Fachkräfte momentan davon sicher weitgehend verschont sind. Der 08/15 BWLer oder Geisteswissenschaftler hats da sicher schwerer. Aber wer z.B. Philosophie studiert, dem ist ja hoffentlich schon vorher klar, dass es da im Normalfall schwer wird...

Prinzipiell nicht verkehrt, praktisch aber leichter gesagt, als getan. Denn für eine auf ein halbes oder ein Jahr befristete Stelle ans andere Ende Deutschlands (oder darüber hinaus) zu ziehen ist schlichtweg finanziell ruinös. Von Leuten, die ggf. mit einem Partner leben oder sogar schon Kinder haben ganz zu schweigen (wie war das noch mit "Akademiker bekommen zu wenig Nachwuchs"? Hat seine Gründe...)

Hier gibts eigentlich nur die Ausrede Familie. Alles andere ist vorgeschoben. Zum Einen, weil einen typischen Studienabgänger mangels Hab und Gut ein Umzug nicht ruiniert. Unsere Praktikanten kommen auch immer in ner WG, ner günstigen Wohnung oder nem möblierten Zimmer unter. Zum anderen muss man halt auch ein wenig Einsatz zeigen, gerade wenn man vlt. eine auf dem Arbeitsmarkt z.Z. eher unpopuläre Ausbildung gemacht hat. Mit Mitte 20 schon aufzugeben ist jetzt auch nicht direkt die Einstellung mit der man Karriere macht.

Vitamin B ist definitiv sehr hilfreich, das habe ich schon oft beobachten können. Vom Praktikum bis rauf zu Professuren wird vieles mit Vitamin B geschmiert.
Und der Rest dann nicht selten mit B2 ("bares"), denn der 1A Bewerber ist man heutzutage oft nur, wenn man einiges an Kohle für zusätzliche Qualifikationsmaßnahmen übrig hat (Sprachkurse, kaum/unbezahlte Praktika, Auslandserfahrung,... - oder auch nur der oben beschriebene Umzug).

Vitamin B kann hilfreich sein, aber man braucht es eigentlich nicht. Mit dem nötigen Engagement kann man auch ohne das meiste schaffen. In Zeiten des Fachkräftemangels ist es sogar völlig unnötig - wenn man in einer Mangelbranche arbeitet / bzw. arbeiten will.

Deutlich schwieriger ist es, überhaupt erst einmal in diese Position zu kommen. Denn in Bewerbungen lassen sich Fähigkeiten (außer im selbstbeweihräuchern und im erahnen-ab-wann-der-Personaler-den-Fake-erkennt) nur in Form von Abschlüssen einbringen. Und die sehen bei vielen Bewerbern dann sehr ähnlich aus.

Wie schwer es ist irgendwo rein zu kommen regelt der Markt. Wenn es Mangel gibt (wie gesagt in vielen Branchen), dann ists natürlich einfacher, wenn es ein Überangebot gibt wirds schwerer. Dann muss man sich was einfallen lassen.

Was man aber nicht vergessen sollte, die Abschlüsse sind zwar schön und gut, aber sie sagen nichts (!) über die Eignung eines Kandidaten für eine Stelle aus. In Realität sind andere Dinge wie z.B. Auftreten, soziale Kompetenz, Kreativität usw. z.T. mindestens genauso wichtig! Dafür ist dann das Bewerbungsgespräch (ja ich weiß man muss erst mal eingeladen werden - da gilt das was ich oben geschrieben habe) da. Ich habe schon das eine oder andere Gespräch von der Arbeitgeberseite aus geführt und eigentlich entscheidet man sich vor allem auch nach dem Verlauf und weniger nach den Noten.

Wenn ich mal fragen darf, was machst du denn eigentlich außer hier zu moderieren?

Und an alle hier, wer etwas technisches (v.a. Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik, Kybernetik, Luft- und Raumfahrttechnik,...) studiert und Praktika oder auch einen Job braucht, der wende sich einfach mal per PN an mich...
 
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Moderieren ist ein vollständig brotloses Hobby. Den Rest des Tages verhelfe ich Leuten zu einer besseren Platzierung in der lokalen Suche, übersetze Texte ins Englische oder schreibe Artikel, jeweils für hier nicht zu nennende Auftrags- bzw. Arbeitgeber. Und versuche jemandem zu finden, der einen studierten Biologen mit meiner Ausrichtung brauchen kann / bezahlen will.
 
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OK, ich glaube als Biologe, der offenbar nicht auf Lehramt studiert hat, ist die Jobsuche momentan vermutlich nicht so trivial, wie bei nem ingenieurwissenschaftlichen Abschluss...
 
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das würde mich mal interessieren. Bekommt man als ein Biologe keine Jobs oder schlecht bezahlte? Und was heißt schlecht bezahlt? Mit 2k kann man ja leben, zusätzlich zu dem anderen Kram was du machst. Und in welche Richtung bist du spezialisiert?
 
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Man bekommt keine (bzw. nur mit einigen wenigen Spezialisierungsrichtungen und da auch nicht gerade alle). "Bezahlen will" heißt, dass es jede Menge Institutionen gibt, die Bedarf hätten, die aber nicht mehr anbieten können, als ein unbezahltes Praktikum.
Und die paar bezahlten Stellen, die ausgeschrieben werden, liegen auch nicht bei 2k, sondern bei 1-1,5k. Brutto versteht sich. Beschränkt auf typischerweise 1 Jahr oder kleiner (ausgenommen Doktorandenstellen, die meist auf 3 Jahre - was dann auch ein durchaus angemessenes Angebot ist, aber eben in einer Anzahl, bei der sich die Institutionen zwischen einer Reihe von 1,0er Kandidaten entscheiden können)
 
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Naja son unbezahltes Praktikum mit einer Top Bewertung macht sich doch sicher gut im Lebenslauf und für einen bessern Job. Aber gut. Wäre ein Pädogogik Studium nichts um Lehrer zu werden? Und dann noch Chemie etc.. ranhängen, aber gut, du kennst dich sicher besser aus als ich.
 
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Sicher sind ein zwei zusätzliche Praktika, am besten im Ausland oder zumindest in einem Umfeld, in dem man wirklich zusätzliche Qualifikationen erhält, ein handfester Pluspunkt. Aber das ist es halt, was ich mit Vitamin B2 meine:
Mal eben für 3-6 Monate *sonstwohin* ziehen, auf eigene Kosten und ohne Einkommen in dieser Zeit bedeutet unterm Strich Ausgaben von 3000-6000 €. Die muss man erstmal haben. Genauer: Übrig haben, denn auch wenn man seine Chancen deutlich verbessert, hat man keine Garantie für die Zeit danach.
Gibt aber nun einmal (viele) Leute, die haben das nicht übrig.
 
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Warum kostet ein Umzug für 3-6 Monate 1k im Monat? Sicherlich, die Umzugskosten hat man, aber wohnen und leben muss man ja auch da wo man davor war. Ggf. tritt eine gewisse Differenz auf, wenn man z.B. von Detmold nach Stuttgart zieht, weil dort die Mieten höher sind, aber 1k pro Monat mehr braucht man üblicherweise eher nicht.
 
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Wo ich vorher war habe ich aber eine Möglichkeit zu jobben (oder wenn nicht zumindest stütze). Wenn ich ein unbezahltes Praktikum mache habe ich i.d.R. weder die Zeit, am zugehörigen Ort aber garantiert nicht auf Anhieb die Möglichkeit, etwas dazu zu verdienen. Neben den Kosten für das Leben vor Ort und die Ortsveränderung als solche kommen also auch noch Einkommensausfälle hinzu. Und wer kein soziophober Psychopath ist, der wird ggf. auch nicht sein soziales Umfeld nur für ein Praktikum aufgeben wollen, sondern danach erstmal zurückkehren, bis er irgendwo einen Job hat. D.h. für den Zeitraum fallen auch noch doppelte Mietkosten an. (wer gleich komplett umzieht hat halt um so höhere Umzugskosten :ka: )

Die Kosten verstadenn sich bei mir aber nicht direkt als "pro Monat". Ein weiterer wichtiger Faktor ist auch einfach die Entfernung, bei >500 km kommen einfach nenneswerte Reisekosten hinzu und z.B. in meinem Fall wären die wirklich interessanten Sachen sogar auf anderen Kontinenten ;) . Im Optimalfall ist ein 3 Monatspraktikum vielleicht auch mit 1,5k zu realisieren, zumindest für Alleinstehende.
Aber man muss sich das trotzdem mal auf der Zunge zergehen lassen: Man soll, als qualifizierte, studierte Fachkraft, 1.500 Euro investieren? Nicht um einen besseren Job zu bekommen. Nicht um einen Job zu bekommen. Nicht um eine gute Chance auf einen Job zu bekommen. Sondern um die Chancen auf ein Bewerbungsgespräch zu verbessern. Und so ein Praktikum ist dann schon der "Optimalfall", nach dem man seinerseits erstmal suchen und sich darauf bewerben muss?
Irgendwas läuft da imho mit der "Arbeitgeberei" falsch.
Und wir reden hier nicht von einem Philosophiestudium, sondern von einem Fach, dass zu jeder zweiten Boombranche unserer Zeit einen gewissen Bezugspunkt hat (Sei es Biotechnik direkt, die Grundlage für Bionik, Biochemie sowieso, die komplexen ökologischen Prüfungen bei Großbauprojekten, gerade im Umfeld der erneuerbaren,......). In nicht wenigen davon wird über "Fachkräftemangel" gejammert. Aber dafür, Naturwissenschaftlern (ja Gerüchten zu Folge zu logischem Denken und Problemelösen fähig) aus nah verwandten Disziplinen auch nur den von einigen Parteien geforderten Mindestlohn zu bieten, damit sie quereinsteigen, dafür ist der Mangel, den die Politik so dringend beheben soll, offensichtlich noch nicht groß genug.
 
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Nur am Rande:
Aber wieso heißt der Thread "Fachkräfte Mängel und Akademiker Arbeitslosigkeit, was läuft schief" und nicht "Fachkräfte Mangel und Akademiker im Dauerpraktikum, was läuft schief?"
 
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