ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Falls es wer nicht mitbekommen hat (ich habe es auch erst, als das Ding eben auf meinen Schreibtisch flatterte): IFO und Forsa haben erste Ergebnisse aus einer Umfrage unter 30000 Leuten zu den Auswirkungen von Corona und -Maßnahmen veröffentlicht. Vollversion hier: https://www.ifo.de/DocDL/bmg-corona-bund-studie-erste-ergebnisse.pdf
Meiner Meinung nach wichtige Punkte:
- 78% der Angestellten haben unverändert weiter gearbeitet. Soviel zum "Jobkiller" und soviel auch zu verantwortungsvollem Umgang mit Arbeitern... . 17% wurden (teilweise) freigestellt, was sich mit 13% deckt, die Kurzarbeitergeld bekommen haben. Nur 4% haben ihren Job verloren und das waren, wie zu erwarten/beobachten, primär die Haushalte mit <2000 € Netto. Also diejenigen, die sich sowieso von einem Scheißjob zum nächsten hangeln und für die es jetzt keinen nächsten mehr gab.
- Die Arbeitszeit ist insgesamt (Arbeistlose ausgenommen) praktisch gleich geblieben. Während 18% weniger arbeiteten, arbeiteten 20% wegen Corona sogar mehr. Auch hier sind es die ärmeren, die Einbußen hinnehmen mussten, während bei Haushalten mit >4000 € diejenigen mit Mehrarbeit deutlich zahlreicher als diejenigen mit weniger Arbeit sind.
- Interesanterweise kam es insgesamt trotzdem zu einer Gehaltsverschlechterung, mit deutlich geringerer Abhängigkeit von der Gehaltshöhe. Vermutlich mussten also auch hochqualifizierte Abstriche bei Jobwechseln machen.
- Bei Selbstständigen sind die Auswirkungen erwartungsgemäß schwerer, aber auch hier trifft es praktisch nur die Ich-AG-Selbstausbeuter/Scheinselbstständigen. Von den Selbstständigenhaushalten mit <2000 € Netto (also viel zu wenig, damit sich die Selbstständigkeit lohnt/die nötigen Reserven und Versicherungen finanziert werden können) waren ein Drittel ganz ohne Auftrag und nur ein Viertel konnte unverändert weitermachen, bei denen >4000 € Netto (was ich als unterste Grenze für die meisten Tätigkeiten ansehe, die nicht eigentlich in Angestelltenhände gehören) hat dagegen fast die Hälfte unveränderte weitergemacht und nur 13% mussten eine unfreiwillige Pause einlegen.
- Bei denen, die eingeschränkt wurden, waren die Anti-Corona-Maßnahmen mit 57% zwar die häufigste Ursache, aber nur knapp vor betrieblichen Gründen mit 45%. Bei denen >4000 sind es sogar 55 und 50%, mit Infektionssorgen und Kinderbetreuung auf den Plätzen 3 und 4. Von den sinnvoll Selbstständigen war also knapp die Hälfte gar nicht durch die Corona-Maßnahmen beeinträchtigt, ein weiteres Viertel hätte auch ohne Maßnahmen kürzer treten müssen und im letzten Viertel stecken noch viele mit drin, die ohne Maßnahmen erst recht nicht mehr hätten aktiv werden können.
- Gut ein Viertel der Selbstständigen hat Corona-Hilfen erhalten.
Soviel also zum "Selbstständigen Killer" Corona-Maßnahmen. Ohne die wäre es wohl weitaus schlimmer für die Wirtschaft gekommen...
- Entsprechend sehen 65% der Deutschen die Maßnahmen als richtig und je 17% als zu lasch oder zu hart an. Auch wenn die Studie erneut nicht berücksichtigt, dass man die Maßnahmenmenge genau richtig, aber trotzdem jede einzelne Maßnahme falsch und somit nicht "die Maßnahmen gerade richtig" finden kann, ein unter demokratischen Gesichtspunkten sauberes Ergebnis.
- Und zwar gesamtheitlich demokratisch: Die einzigen beiden Parteien, deren Anhänger die Maßnahmen merheitlich zu hart fanden, sind FDP und AFD (24:16 und 48:20, rest jeweils "richtig"). Anhänger aller anderen Parteien, insbesondere der Groko hätten sich eigentlich konsequentes Durchgreifen gewünscht.
- Diese Balance gilt nicht für die Lockerungen. Die kamen für 34% der Leute zu früh, nur für 15% zu spät. Was interessanterweise bedeutet, dass nicht einmal alle, die die Maßnahmen zu streng fanden, sich eine frühere Lockerung gewünscht hätten. (Siehe letzten Abstatz zur Matschbirnenquote
)
- Das gilt auch für jedes einzelne Bundesland, immer Tendenz zu "später = besser" (wenn auch in Sachen mit 20:25 knapp. Am vernünftigsten ist NRW mit 11:41). Welche die einzige Partei ist, in der eine Mehrheit für eine frühere Lockerung gewesen wäre, brauche ich wohl nicht zu sagen, nur dass es tatsächlich eine Mehrheit, beinahe sogar eine absolute ist, also auch viele für "richtiger Zeitpunk" gestimmt haben, wie bei den demokratischen Parteien.
Seine Hypothese war "Corona ist ungefährlich", belegt hat er das Gegenteil, die Nullhypothese.
Man beachte, dass die Daten bis Mitte Mai ausgewertet wurden. Damals wurde Covid19 noch mehrheitlich als reine Lungenkrankheit betrachtet. Kann also gut sein, dass von den 4,6% "Kreislauf" noch ein paar zu den 89% hinzu kommen, weil Corona das Herz angegriffen oder Blutgerinsel verursacht hat. Die getrennte Aufführung von "Atembeschwerden" bei Corona-Erkrankten als nicht-Corona-bezogene Todesursache finde ich auch merkwürdig.
Es geht nicht um seine Unterarme, sondern um Leute, die vorschriftsmäßig zwei Armlängen abstand einhalten sollten, einem aber so nahe kommen, dass man eher von zwei Genitallängen sprechen könnte...
Der von mir persönlich bevorzugte Maßstab für 1,5 m: Eine Armlänge plus ein Beutel mit langen Henkeln. 1-2 Glasflaschen und etwas schwung helfen dabei, diesen Maßstab auf Kopfhöhe horizontal ausrichten, um den optischen Abgleich mit dem tatsächlich gehaltenen Abstand zu erleichtern.
Meiner Meinung nach wichtige Punkte:
- 78% der Angestellten haben unverändert weiter gearbeitet. Soviel zum "Jobkiller" und soviel auch zu verantwortungsvollem Umgang mit Arbeitern... . 17% wurden (teilweise) freigestellt, was sich mit 13% deckt, die Kurzarbeitergeld bekommen haben. Nur 4% haben ihren Job verloren und das waren, wie zu erwarten/beobachten, primär die Haushalte mit <2000 € Netto. Also diejenigen, die sich sowieso von einem Scheißjob zum nächsten hangeln und für die es jetzt keinen nächsten mehr gab.
- Die Arbeitszeit ist insgesamt (Arbeistlose ausgenommen) praktisch gleich geblieben. Während 18% weniger arbeiteten, arbeiteten 20% wegen Corona sogar mehr. Auch hier sind es die ärmeren, die Einbußen hinnehmen mussten, während bei Haushalten mit >4000 € diejenigen mit Mehrarbeit deutlich zahlreicher als diejenigen mit weniger Arbeit sind.
- Interesanterweise kam es insgesamt trotzdem zu einer Gehaltsverschlechterung, mit deutlich geringerer Abhängigkeit von der Gehaltshöhe. Vermutlich mussten also auch hochqualifizierte Abstriche bei Jobwechseln machen.
- Bei Selbstständigen sind die Auswirkungen erwartungsgemäß schwerer, aber auch hier trifft es praktisch nur die Ich-AG-Selbstausbeuter/Scheinselbstständigen. Von den Selbstständigenhaushalten mit <2000 € Netto (also viel zu wenig, damit sich die Selbstständigkeit lohnt/die nötigen Reserven und Versicherungen finanziert werden können) waren ein Drittel ganz ohne Auftrag und nur ein Viertel konnte unverändert weitermachen, bei denen >4000 € Netto (was ich als unterste Grenze für die meisten Tätigkeiten ansehe, die nicht eigentlich in Angestelltenhände gehören) hat dagegen fast die Hälfte unveränderte weitergemacht und nur 13% mussten eine unfreiwillige Pause einlegen.
- Bei denen, die eingeschränkt wurden, waren die Anti-Corona-Maßnahmen mit 57% zwar die häufigste Ursache, aber nur knapp vor betrieblichen Gründen mit 45%. Bei denen >4000 sind es sogar 55 und 50%, mit Infektionssorgen und Kinderbetreuung auf den Plätzen 3 und 4. Von den sinnvoll Selbstständigen war also knapp die Hälfte gar nicht durch die Corona-Maßnahmen beeinträchtigt, ein weiteres Viertel hätte auch ohne Maßnahmen kürzer treten müssen und im letzten Viertel stecken noch viele mit drin, die ohne Maßnahmen erst recht nicht mehr hätten aktiv werden können.
- Gut ein Viertel der Selbstständigen hat Corona-Hilfen erhalten.
Soviel also zum "Selbstständigen Killer" Corona-Maßnahmen. Ohne die wäre es wohl weitaus schlimmer für die Wirtschaft gekommen...
- Entsprechend sehen 65% der Deutschen die Maßnahmen als richtig und je 17% als zu lasch oder zu hart an. Auch wenn die Studie erneut nicht berücksichtigt, dass man die Maßnahmenmenge genau richtig, aber trotzdem jede einzelne Maßnahme falsch und somit nicht "die Maßnahmen gerade richtig" finden kann, ein unter demokratischen Gesichtspunkten sauberes Ergebnis.
- Und zwar gesamtheitlich demokratisch: Die einzigen beiden Parteien, deren Anhänger die Maßnahmen merheitlich zu hart fanden, sind FDP und AFD (24:16 und 48:20, rest jeweils "richtig"). Anhänger aller anderen Parteien, insbesondere der Groko hätten sich eigentlich konsequentes Durchgreifen gewünscht.
- Diese Balance gilt nicht für die Lockerungen. Die kamen für 34% der Leute zu früh, nur für 15% zu spät. Was interessanterweise bedeutet, dass nicht einmal alle, die die Maßnahmen zu streng fanden, sich eine frühere Lockerung gewünscht hätten. (Siehe letzten Abstatz zur Matschbirnenquote
)- Das gilt auch für jedes einzelne Bundesland, immer Tendenz zu "später = besser" (wenn auch in Sachen mit 20:25 knapp. Am vernünftigsten ist NRW mit 11:41). Welche die einzige Partei ist, in der eine Mehrheit für eine frühere Lockerung gewesen wäre, brauche ich wohl nicht zu sagen, nur dass es tatsächlich eine Mehrheit, beinahe sogar eine absolute ist, also auch viele für "richtiger Zeitpunk" gestimmt haben, wie bei den demokratischen Parteien.
Da wollte sich einer beweisen das corona ein Schwindel ist
Corona-Krise in den USA: 30-Jaehriger in Texas stirbt nach "Covid-19-Party" - DER SPIEGEL
Als Naturwissenschaftler muss ich die gründliche Arbeit zur Belegung der Nullhypothese loben![]()
Ja so viel Einsatz für die Wissenschaft ist selten.
Allerdings hat er doch die Null-Hypothese "Corona ist nicht gefährlich" nicht belegt, sondern widerlegt, was zur Annahme der Alternativ-Hypothese "Corona ist gefährlich" führt.
Eventuell hast du dich da verschrieben, oder ich hab da einen Denkfehler.
Seine Hypothese war "Corona ist ungefährlich", belegt hat er das Gegenteil, die Nullhypothese.

"Studie aus Italien: Covid-19 unmittelbare Todesursache bei 89 % der Corona-Toten"
"Bei 89 Prozent der Toten war Covid-19 die direkte Ursache für ihr Ableben.
In den restlichen Fällen waren Kreislaufbeschwerden (4,6 Prozent), Tumore (2,4 Prozent),
Atembeschwerden, Diabetes, Demenz und Verdauungs-Krankheiten die überwiegende Todesursache."
Quelle: derstandard.at
Link zum Artikel
Schön. Dann wäre die Frage auch geklärt. Und die Corona-Maßnahmen Gegner haben wieder ein "Argument"...
("Na und? Man weiß doch gar nicht, wie viele am Virus selbst gestorben sind und wie viele an Grunderkrankungen.")
...weniger.
Österreich steht übrigens vor Verschärfungen der Maskenpflicht. Und zwar im ganzen Land.
Man beachte, dass die Daten bis Mitte Mai ausgewertet wurden. Damals wurde Covid19 noch mehrheitlich als reine Lungenkrankheit betrachtet. Kann also gut sein, dass von den 4,6% "Kreislauf" noch ein paar zu den 89% hinzu kommen, weil Corona das Herz angegriffen oder Blutgerinsel verursacht hat. Die getrennte Aufführung von "Atembeschwerden" bei Corona-Erkrankten als nicht-Corona-bezogene Todesursache finde ich auch merkwürdig.

Welcher VW-Bus ist 1,5m lang? Selbst in der Breite sind es mehr als 2m.
Und was hast du für Unterarme??
Es geht nicht um seine Unterarme, sondern um Leute, die vorschriftsmäßig zwei Armlängen abstand einhalten sollten, einem aber so nahe kommen, dass man eher von zwei Genitallängen sprechen könnte...
Der von mir persönlich bevorzugte Maßstab für 1,5 m: Eine Armlänge plus ein Beutel mit langen Henkeln. 1-2 Glasflaschen und etwas schwung helfen dabei, diesen Maßstab auf Kopfhöhe horizontal ausrichten, um den optischen Abgleich mit dem tatsächlich gehaltenen Abstand zu erleichtern.

Krasse Logik.

