Damit wirst du in der Regel nicht auskommen. Wenn die Abstandsgebote eingehalten werden sollen, sprechen bei den genannten Anlässen eher von 1/20 der ursprünglichen Kapazitäten, wenn wir dort konsernativ von 2 PAX/m² ausgehen. Der Preis würde sich also auch eher in den Regionen des 20-Fachen bewegen
All das ändert nichts daran, dass ausmahmslos jedes Hygienekonzept für Veranstaltungen in nächster Zeit welches mir untergekommen wäre, die Einhaltung von Mindestabständen als eine der wichtigsten Maßnahmen vorsieht. Gewährleistet wird dies unter anderem durch Entzerrung der Einlasssituation, geringere Belegung der Flächen, bei beweglichem Publikumsverkehr Bodenmarkierungen oder Abschrankungen sowie bei statischem Publikum Bestuhlung mit zugewiesenen Plätzen.
Weitere Hygienemaßnahmen wie duchgehende Toilettenreinigung, Aufstellen von Desinfektionsspendern, Kontaktverfolgung und Erfassung der Publikumsbewegungsdaten kommen noch hinzu.
Für sehr viel geringere Maßnahmen ist es leider einfach noch deutlich zu früh.
Im Falle der meisten Livemusik-Clubs muss man einfach sagen, dass sie sich vermutlich noch nicht einmal die Desinfektionsmittel oder Toilettenreinigung leisten könnten - häufig gibt es in den sanitären Einrichtungen nicht einmal warmes Wasser. Dort über die Installation von Wunderwerken der Klimatechnik zu fantasieren, ist leider deutlich jenseits der Grenze zur Träumerei. Viele Clubs begreifen sich viel eher als Kultureinrichtung denn als kommerzielles Unternehmen, und fahren daher häufig auf +-0 - vielleicht mit geringer Rücklage für Unvorhergesehenes. Die Pandemie war halt noch unvorhergesehener...
Ich möchte das auch nicht angreifen. Eine öffentliche Trägerschaft gibt es für die meisten eben nicht, sie haben also keine andere Wahl.
Dennoch würde ich die Clublandschaft als kulturell wertvoll sehen. Was da jetzt verschwindet wird auch nicht mehr wiederkommen, daher wäre es sinnvoll dort zu retten was zu Retten ist. Das erreiche ich allerdings nicht durch eine überstürzte Öffnung, sondern durch gezielte finanzielle Unterstützung der betroffenen Einrichtungen.
Wer jetzt nach Öffnung schreit, will nicht die Clubs retten, sondern einfach nur feiern.