Das wäre zutreffend, wenn es die Zielsetzung der Frage wäre, eine qualitative Einschätzung abzuholen. Das gibt jedoch die Fragestellung nicht her - und als ich zuletzt nachgesehen habe, wurde eine Frage durch die Fragestellung und nicht durch die Antwortmöglichkeiten definiert.
Für eine ausformulierte Frage würde ich dir recht geben. Aber hier gab es keine ausformulierte Frage, stattdessen sollte der Satz "Jetzt geltende staatliche Corona-Maßnahmen sind" vervollständig werden. Und aus diesem Satz geht nicht hervor, dass die Umfrage eine quantitative Abschätzung haben möchte. Man hätte zum Beispiel auch mit "zu spät/rechtzeitig/zu früh umgesetzt worden" weitermachen können, wenn man temporale Aspekte interessant gefunden hätte oder mit "zu teuer/schmerzhaft aber nötig/leicht zu schultern" die ökonomische Einschätzung abfragen können, ohne dass sich die ""Frage"" verändert hätte. Der Schwerpunkt wurde in diesem Fall also tatsächlich durch die Antwortmöglichkeiten definiert - oder eben nicht, weil die eine Mischung aus qualitativen und quantitativen Einschätzungen waren. Und auch die Weitergabe des Ergebnisses reduziert die Aussage leider nicht auf den quantitativen Aspekt. Es heißt nicht "die Mehrheit der Befragten findet den Umfang der Maßnahmen passend", sondern es heißt "die Mehrheit der Befragten findet die Maßnahmen richtig". Das ist ohne Kontext der alternativen Antwortmöglichkeiten, also so wie es weitergegeben wird, endgültig eine rein qualitative Aussage, die ein großes Lob für die Regierung darstellt. Die mit dieser Intention aber von der Mehrheit der Umfrageteilnehmer überhaupt nicht geäußert worden sein dürfte.
Wie schon geschrieben, die Fragestellung definiert den Kurs. Die Unterscheidung verläuft hier zwischen:
"Kümmert sich Partei X gut genug?" (Tendenz, intensitätsabhängig) und "Wie zufrieden sind sie mit der Arbeit von Partei X?" (quantitativ).
Sicherlich ist kaum jemand der Ansicht, Partei X würde sich in jeder Sache genug kümmern, aber jeder kann entscheiden, ob sie sich in den *für ihn selbst* relevanten Sachverhalten zu viel, zu wenig oder genau richtig kümmert.
Wenn man das so, wie von dir formuliert gefragt wird, ja. (Und wenn es dann quantitativ gestaffelte Antwortmöglichkeiten gibt.) Aber das hat das Politbarometer hier leider nicht gemacht und damit die eigene Umfrage deutlich entwertet. Das einzige, was man aus dem Rest ableiten kann: Unter 32% der befragten halten sich diejenigen, die insgesamt mehr Maßnahmen wollen und diejenigen, die insgesamt weniger Maßnahmen wollen, die Waage.
Was haben wir für einen Haufen Jammerlappen.
Ein paar Minuten mit Maske wird nicht ausgehalten und als Bedrohung empfunden.
Leute wie du bekommen für sinnlose Beschränkung der Atemwege heutzutage eine kostenlose medizinische Versorgung, mindestens 13 € die Stunde nebst Vor- und Nachbereitung für die Belastung, mit etwas höherem Dienstgrad, Zuschlägen und Familie auch leicht das doppelte bis dreifache, die zugehörige Dienstkleidung gestellt und obendrauf auch noch einen vorgezogenen Ruhestand, der pro geleistete Arbeitszeit gut der doppelten Menge an Rentenpunkten eines Normalverdieners entspricht. Summa summarum würde ich mal 30 €/h Entschädigung (brutto) für die Belastung mitteln, die man als Normalbürger derzeit während 2-3 h Einkauf pro Woche erträgt. Wir sprechen uns also wieder, wenn die Bundesregierung angefangen hat, mir ein zusätzliches Gehalt von 250-300 € im Monat zu überweisen. Wenn sie nochmal 50% draufpacken, gehe ich dafür auch gerne im Vollschutz einkaufen (der hätte wenigstens eine echte Wirkung auf die Ansteckungsgefahr).
Solange die Masken aber einfach so vorgeschrieben sind und mangels ordnungsgemäßen tragem und mangels (freier) Verfügbarkeit in ausreichenden Mengen bestenfalls eine Atembremse darstellen, deren beschränkte epidemische Wirksamkeit auch noch dadurch überkompensiert wird, dass mittlerweile <60% versuchen, die Abstandsregeln einzuhalten und es <30% schaffen, weil wieder sinnlose große Gruppen in der Öffentlichkeit unterwegs sind, solange gibt es gute Gründe diese Maßnahme zu kritisieren.
Weil schon fast alles gelockert wurde.
Eigentlich zu schnell.
Und das ist jetzt ein Grund für dich, davon auszugehen, dass die Mehrheit "zufrieden ist"?

Es gibt genug Leute, die genau deswegen unzufrieden sind.
Schau mal oben. Da müsste der Trend schon sehr stark abfallen, wenn es nur noch 10% wären.
Aber alles viel zu wenig, um eine Herdenimmunität aufzubauen.
Herdenimmunität wäre zwar toll, aber es ist bei Influenza schon verdammt viel wert, wenn man eine nahezu 100%ige Impfquote bei Multiplikatoren in kritischen Bereichen, also vor allem Pflege und medizinisches Personal erreicht und das ist gegeben. Das 60% der normalen Bürger nicht gegen eine Krankheit geimpft sind, die sie ohne kurze Zeit nach oder sogar noch vor erreichen der Infektivität bemerken, ist kein so großes Problem. Sieht man ja auch an den sehr harmlosen Verläufen in Jahren, in denen die Impfung bei den 30% auf das Virus der Saison wirkt. Schwere Fälle beschränken sich bei Influenza fast ausschließlich auf Personen, die zu Hochrisikogruppen gehören und sich trotzdem nicht haben impfen lassen. Das ist dann für mich so ähnlich wie der Anteil an Verkehrstoten, der von Motorradunfällen ohne Fremdeinwirken gebildet wird:
Schade für die Angehörigen, aber wirklich nur für die.