Genau, wir reichen Landwirte. Wir wissen gar nicht mehr, wo wir unser ganzes Gold lagern sollen.
Ich sagte nicht, dass Landwirte reich sind, sondern nur dass sie eine starke Lobby bilden. Gut leben davon nur einige wenige Großbetriebe. Aber das ändert nichts daran, dass die Landwirtschaft eines der größten gesellschaftlichen Zuschussgeschäfte ist, im Gegenzug aber kaum gesellschaftlich reglementiert wird.
2003 habe ich meine landwirtschaftliche Lehre abgeschlossen, zu dem Zeitpunkt gab es knapp eine halbe Million Betriebe, heute 17 Jahre später, hat sich die Zahl der Betriebe quasi halbiert.
Und sie wird sich mindestens noch ein zweites mal halbieren. Guck etwas weiter als 17 Jahre zurück. 30, 40, 50 Jahre. Wieviel Mannstunden waren da für eine bestimmte Menge Endprodukt nötig? Wie viel ha? Die Landwirtschaft hat durch Industrialisierung die Produktivität pro Kopf und ha massiv gesteigert. Nicht unbedingt nachhaltig, nicht unbedingt auf dauerhaft tragbare Weise - aber solange der große Backlash nicht gekommen ist, bedeutet das ein extremes Überangebot. Nahrungsmittel sind aber kein Markt, wo die Nachfrage mal eben so gesteigert werden kann. Die Leute essen schon jetzt mehr, als sie sollten. Also führt das zusätzliche Überangebot einfach nur zu einem knallharten Konkurrenzkampf und es waren die großen Bauernverbände (oder vielleicht besser gesagt: Die Großbauernverbände), die die Abschaffung sämtlicher Quoten, die die Situation regulieren könnten, durchgeboxt haben. Daraus folgt nun einmal direkt eine Marktbereinigung. Wir sind, wenn deine Zahlen stimmen, mit rund 500000 Betrieben in dieses Jahrtausend gestartet und brauchen für die Versorgung der Bevölkerung bei dem heute möglichen Technologiesierungsgrad wieviele? 10000? 20000? Der Rest ist nach kapitalistischer Logik überzählig und verdammt, Pleite zu gehen. Ihn mit Subventionen durchzufüttern streckt das Siechtum, genau wie die Steinkohle Jahrzehntelang im Wachkoma gehalten wurde, aber sie lösen das Problem nicht.
Arbeitsplätze in der Landwirtschaft könnte man nur retten, in dem man den Arbeitsaufwand wieder steigert, die Automatisierung zurückfährt. Aber stattdessen investieren noch mehr Staatsgeld in 5G auf jedem Acker, um die Zahl der benötigten Arbeitskräfte unter 1 zu drücken. Und höhere Tierschutzstandards, die mehr Personal in Ställen nötig machen würden, werden von den Verbänden ebenfalls torpediert. Am Ende dieser Entwicklung steht ein vollautomatisierter Konzern, der mit ein paar wenigen Schreibttischtätern und Wartungspersonal ganz Deutschland beliefert. Wie gesagt: Ich spreche den Bauern nicht ab, dass sie Opfer dieser Entwicklung sind. Aber sie sind auch die Täter.
Wachse oder weiche. Kleine Familienbetriebe werden immer weniger, stattdessen immer Größere, gbr's etc. Und warum? Weil Lebensmittel zu Spottpreisen unter Wert verramscht werden. Wir Landwirte zahlen oft auch noch drauf. man kann sich die Preise nicht aussuchen. 2006 hatte beispielsweise der Futterroggen den Preis von Brotroggen aus dem Vorjahr. So wechselhaft. Planen kannst du nicht so wie du es gerne hättest.
Sie oben: Die Preise bilden sich frei nach Angebot und Nachfrage. Da die Nachfrage fix ist, könnte man sie nur durch Angebotsregulierung hochbekommen. Weniger produzieren, dafür hochwertiger. Aber für die Mehrheit der Bauern ist ja offensichtlich schon eine Zumutung, wenn sie nicht mehr unbegrenzt Gülle verklappen und zusätzlich Nitrat ausbringen dürfen.
Betrachte das bitte mal von der anderen Seite: Wir zahlen Subventionen dafür, dass die Betriebe offen bleiben, subventionieren Agradiesel, damit sie laufen, bezahlen Umweltschutzmaßnahmen, die die Nebenwirkungen von Pestiziden kompensieren sollen, bezahlen zunehemend mehr für die Aufbereitung von vereuchtem Grundwasser und das alles für eine Massenproduktion minderwertiger Nahrungsmittel, deren Konsumfolgen wir dann über die Krankenkassen bezahlen und jetzt sollen wir auch noch dafür Zahlen, dass die Preise künstlich angehoben und die Überschüsse vernichtet werden? Ach ja: Und wenn die Ernte mal nicht viel zu hoch, sondern nur zu hoch ausfällt, dann zahlen die Steuerzahler noch den Ausgleich für die fehlenden Erträge.
Subventionen sind das nicht, sondern Ausgleichszahlungen. Die gleichen die Verluste aus. Viele Betriebsinhaber leben ungefähr auf Hartz4-Niveau.
Ausgleich wofür? Für betriebswirtschaftliche Unfähigkeit? Für die Leitung eines Betriebes, den niemand braucht? Wie gesagt: Wir hatten bis in die 90er hinein eine regulierte Landwirtschaft. Die Preise waren höher, man konnte besser davon leben, aber man durfte eben nicht die Produktion steigern, um mit anderen in einen Verdrängungswettkampf zu treten. "Wachse oder weiche"? Je mehr wachsen, desto mehr müssen halt weichen.
Wenn du unsere heimische Landwirtschaft so sehr hasst, kauf unseren Kram nicht, konsumier ihn nicht. Problem gelöst.
Das würde das Problem wohl eher noch steigern.
"Muss meine Meinung bekunden": Drosten bestuerzt ueber Bilder aus Deutschland - FOCUS Online
Eigentlich gibt es bei den Virologen zwei Lager.
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Da soll mal der Normalbürger noch wissen wenn er glauben soll.
Der mündige Bürger soll nicht glauben, sondern er soll sich Wissen aneignen und rational handeln. Wir leben nicht in einer Theokratie, die jemand Vorgaben macht und jeder läuft blind hinterher.
Dann wird es in der Region also kaum Infektionen gegeben haben und die Bevölkerung wird weitestgehen schutzlos die zweite Welle erleben. Es ist schön, dass es in Rostock keine neuen infektionen mehr gibt, will man die Stadt jetzt abriegeln und keinerlei Besuche oder Fahrten der Bürder in andere Regionen mehr erlauben, bis es einen Impfstoff gibt?
Es ist und bleibt schwierig. Ich nehme die Maßnahmen weiterhin sehr ernst.
Wir sind weit von einem Durchseuchungsgrad entfernt, bei dem Immunvorbereitungen in der Bevölkerung eine größere Rolle spielen. Meck-Pomm hat zusammen mit anderen Ländern innere Maßnahmen eingeführt, hatte aber aus sozioökonomischen Gründen einen viel, viel kleineren Kreis von Erstinfektionen. Und dann haben sie zusätzlich die Grenzen dicht gemacht. Im Prinzip siehst du in Meck-Pomm was möglich wäre, wenn bundesweit schon im Februar konsequent gehandelt worden wäre. Aber um den Rest von Deutschland soweit runterzubringen, wären viel konsequentere Maßnahmen nötig und stattdessen haben wir die Durchseuchung jetzt massiv beschleunigt.
Das genau so verallgemeinernd falsch wie zu sagen das sie überhaupt nichts bringen.
Es mag durchaus Menschen geben die die Maske erinnert worum es geht, beobachten kann ich aber genauso immer wieder mal hier bei uns das es auch genügend Menschen gibt die mit Maske wesentlich leichtsinniger agieren und Abstände nicht mehr einhalten, als die die keine Masken tragen.
Außerdem verhindert die Maske nicht das du die Viren in kritische Bereiche verteilst, wenn du dir auch mit Maske mehrmals am Tag ins Gesichts grabschst (wie man es auch oft genug bei Maskenträgen beobachten kann).
Also mittlerweile beobachte ich deutlich weniger Rücksicht und einen immer höheren Anteil von Maskenträgern unter denen, die sich gefährlich verhalten. Ob da ein Zusammenhang besteht oder einfach beide Gruppen deutlich größer werden, kann ich nicht genau sagen, aber gefühlt tippe ich auf ersteres. Und Masken, die nicht sachgemäß angewandt (vor allen Dingen alle paar Stunden sterilisiert werden), können meiner Meinung nach rein gar keinen Fremdschutz bieten, sodass diese Leute heute mit Maske heute eine viel größere Gefahr sind, als vor zwei Wochen ohne.
Sicher nicht.
Weitere Lockerungen kann es nur geben, wenn die Neuinfektionen im einstelligen bzw. niedrigen zweistelligen Bereich liegen.
Davon sind wir sehr weit entfernt:
Neuinfektionen: 2.357
Datum: 22.04.2020
Also in dem Bereich, wo sie kurz vor Inkrafttreten der Ausgangssperre lagen:
Neuinfektionen: 1.985
Datum: 17.03.2020
Neuinfektionen: 3.070
Datum: 18.03.2020
Neuinfektionen: 2.993
Datum: 19.03.2020
Und: Die obere Zahl ist MIT Maßnahmen. Die untere ist OHNE. Wir kombinieren gerade die Zahl der Infektionsquellen, die für 2500 Neuansteckungen pro Tag MIT Maßnahmen nötig sind mit Verhaltensweisen, bei denen ein Zehntel oder weniger an Infektionsquellen für die gleiche Zahl an Neuansteckungen gereicht hat. Das Produkt aus beidem dürfte dann also mittelfristig 25000 Neuansteckungen pro Tag bedeuten. Vielleicht durch die Latenz (wir haben 2500 Neuansteckungen unter den Maßnahmen vor 2 Wochen, d.h. in 10 Tagen werden wir vermutlich nur 1500 Ansteckungen unter den Maßnahmenstand von Ende letzter Woche haben) und Reaktionen auf wiederansteigende Zahlen weniger, sagen wir 10000 als Peak, aber die nächste Runde wird imho noch schärfere Maßnahmen als Strafe für die jetzige Dummheit mit sich bringen. Ob es auch ausgeglichenere und damit wirkungsvollere Maßnahmen sein werden, ist noch abzusehen...
Wie soll die Gastronomie das komplette Jahr überbrücken?
"Außer Haus"? Es lässt sich nicht vermeiden, dass die Gastronomie in einer Rezession Probleme bekommt. Wer weniger Geld und mehr Zeit hat, kocht halt eher selten. Das wäre selbst ganz ohne Infektionsrisiko so. Dazu meiden vernünftige Leute von sich aus die Öffentlichkeit, auch das bekommst du mit Restaurantöffnungen nicht gelöst. Aber wer einfach nur zu faul zum kochen ist, dem kann man weiterhin Angebote machen.
Das große Problem ist der fehlende Mieter-/Pächterschutz. Im Prinzip könnten gerade Gaststätten recht flexibel auf den geringen Umsatz skalieren, aber sie müssen halt weiterhin die Miete für Räumlichkeiten bezahlen, die sie auf absehbare Zeit gar nicht nutzen können. Hier fehlt einfach die konsequente Weitergabe eines Teils der Corona-Folgeschäden an die Immobilienbesitzer, die bei insgesamt gesunkener Wirtschaftsleistung einfach 1:1 weiter kassieren.
Begleitperson für Behinderte zählt aber normalerweise als Ausnahme. Wie es einer Begleitperson mit/für zwei Behinderten aussieht, weiß ich nicht.
Da die beiden Behinderten nicht aus dem gleichen Haushalt sind, dürfen sie eh nicht zusammen raus und somit auch keine gemeinsame Begleitperson beanspruchen. Brüder sind keine Verwandte in gerader Linie. (Eine Regel, die auch ich für unnötig hart halte, da die meisten Geschwister ohnehin über ihre Eltern eine Infektionsgemeinschaft bilden. Aber hey, irgendwie muss man das Laissez Faire gegenüber der Wirtschaft ja mit sinnlos harten Regeln für das Privatpersonen kompensieren. Der Deutsche lebt nicht, er arbeitet! Oder zählt Geld, je nachdem welcher Sorte Deutscher er angehört...)
Zum Desinfizieren musst du das Desinfektionsmittel aber auf den Oberflächen verteilen.
Ich les überall, dass Corona auch diverse innere Organe angreift und bislang kann mir niemand garantieren, dass der Magen sicher ist. Also behandle ich vorbeugend mit Whisky, Ouzo, Rum, ...
Jeder hat das Recht, Dinge zu behaupten, die andere widerlegen können (oder auch nicht).
Es gibt hier kein Wahrheitsministerium und das soll bitte auch so bleiben.
Wenn jemand meint, Unsinn zu behaupten, soll er das doch einfach tun.
Die Erde ist ein Quader ist laut unserer aktuellen Erkenntnis nicht richtig, trotzdem nicht strafbar.
Es gibt kein Wahrheitsminiesterium, aber es gibt so etwas wie Diskussionskultur. Und für Leute wie dich, die diese nicht haben, gibt es Forenregeln beziehungsweise moderative Maßnahmen.
TheLAW schrieb:
...
Jeder Benutzer darf seine Meinung grundsätzlich frei äußern. Dabei gilt es nach kommunikativen Grundsätzen, auch die Meinungen anderer zu beachten, zu akzeptieren und gegebenenfalls kontrovers zu diskutieren. Diskussionen sind im Rahmen dieser Regeln und denen des allgemeinen Anstandes zu führen. Das Recht an einer persönlichen Meinung endet dort, wo Rechte eines anderen verletzt werden.
...
Beiträge, die nichts zur Diskussion beitragen („Spam“), sind unerwünscht. Dies sind insbesondere Beiträge, die
... den Diskussionsverlauf stören (z. B. pauschale und/oder provozierende Aussagen ohne adäquate Begründung/Argumentation).
Ergänzend kann man an Posts, die neue Diskussionsstränge eröffnen wollen, wenn man sie nicht als Offtopic direkt ausblendet, zumindest die Maßstäbe anlegen, die für Startpost gelten.
moreLAW schrieb:
Der Startbeitrag sollte einen Diskussionsansatz sowie für diesen benötigte Informationen/Informationsquellen enthalten (z. B. vollständige Systemkonfiguration in Hilfe-Threads, ggf. Bilder bei Modding oder Fragen zur Kühlung, Hintergründe zu politischen/wissenschaftlichen Diskussionsthemen
Werden kontroverse Quellen als Diskussionsgrundlage herangezogen (z. B. umstrittene Benchmark-Ergebnisse, politisch einschlägige Webseiten), so ist auf etwaige nicht offensichtliche Schwachstellen hinzuweisen, beziehungsweise sind Gegenpositionen angemessen zu repräsentieren.