Nach ca. 14 Tagen war ich heute auch mal wieder in der Stadt zum Einkauf. (Lahn-Dill-Kreis, 238 Einwohner je km2)
Im [großen] Edeka wurde von Security kontrolliert, nur mit Wagen, nur einzeln, und immer Abstand halten. Die Wagen zum mitnehmen standen alle in der ca. 6 Meter tiefen Schleuse (Außentür, 6 Meter geradeaus gehen, Innentür) auf der (linken) Seite, und wurden einzeln desinfiziert (Griff halbherzig eingesprüht, nichts abgewischt - wie es eigentlich sein soll). Quasi alle Kunden hatten Handschuhe an, nur eine Kundin auch eine Maske im Gesicht. Klopapier (max. 2 Packungen dürfte man mitnehmen) war um 9:30Uhr schon fast keins mehr da, Küchenrolle ging auch schon aus. Und die Dame die am einräumen war meinte, der Wagen mit Nachschub da im Gang wäre der letzte Rest mit Klopapier. Gegen 11Uhr dürften die Regale leer gewesen sein. Die Kassiererinnen saßen alle hinter großen Plexiglasscheiben, und im kompletten Eingangsbereich waren Striche auf dem Boden um Abstand zu halten. Beim rausgehen musste man den Wagen dann draußen in die normalen "Häuschen" auf dem Parkplatz stellen.
Beim Lidl stand ein Security am Eingang und putzte jeden Wagen mit Küchenrolle am Griff ab, nachdem er kurz etwas drüber gesprüht hatte. Meiner laienhaften Meinung suboptimal, da Desinfektionsmittel normalerweise immer etwas einwirken muss. Rein kamen auch Personen ohne Wagen, und auch Grüppchen. Klopapier, Küchenrolle, Mehl große Teile der Aufschnitt-Kühlregale usw, hier war schon einiges nicht mehr vorhanden. Wir haben dann auch noch das letzte (abgepackte) Brot gekauft. Es war erst kurz vor 10Uhr. Auch hier alle Kassiererinnen hinter großen Scheiben. Die Kunden hier wieder quasi alle mit Handschuhen, aber jetzt schon deutlich mehr auch mit Maske im Gesicht. UNd auch wieder Klebestreifen im Eingangsbereich.
Aber: Am Ausgang stehen 5 Kassen, 2x2 in einem Durchgang, und rechts außen noch mal eine. Dazwischen jeweils eine (also insgesamt 2) große Regale mit Zigaretten usw. Man hätte also 3 Kassen öffnen können, und hätte zwischen jeder Kasse ein Regal als "Raumteiler" gehabt. Auch hier waren Striche am Boden, und Schilder von wegen 1,5 oder 2 Meter Abstand halten. Aber sie waren so geöffnet, dass die beiden Kassen zwischen zwei Regalen offen waren, man also in einem ca. 1,5 Meter breiten Gang mit 2 Schlangen stand. Das sorgte für so manchen Diskussionsbedarf unter einigen Kunden draußen auf dem Parkplatz.
Beim Aldi hing draußen ein Bündel große Plastikhandschuhe, so wie sie Tönungen für die Haare beiliegen. Desinfiziert wurde nix, Security gab es keine, und kontrolliert wurde daher auch nichts. Innen bis auf die Klebestreifen im Kassenbereich alles "normal". Außer dass die Kunden wieder alle Handschuhe (die meisten eigene), und auch wieder viele eine Maske trugen. Auch wieder Scheiben im Kassenbereich. Ach, Klopapier kannte man nur noch aus der Erinnerung, und Küchenrolle lagen noch 3 Packungen auf weiter Flur, nachdem ich meine 2 Packungen mitgenommen hatte.
3 ziemlich große Supermärkte bzw. Discounter, und nur in einem (dem ersten, morgens um ca. 9:30Uhr) gab es noch zumindest etwas Bobbespapier.
Den Vogel schoss aber der Obi ab. Und da hab ich mich dann auch aufgeregt. Die haben dort einen riesigen Eingangsbereich, rechts den Eingang durch eine Doppelschiebetür, dann gute 4 Meter Glasfront nach links, und dann eine Doppelschiebetür für den Ausgang. Perfekt also um die Kunden im Eingangsbereich und innen nach der Kassen getrennt voneinander rein- und rauszuschleusen.
Was machen die? Lassen den Ausgang zu, stellen so kleine Hütchen in der Mitte des Eingangs den Weg entlang auf, und lassen kommende und gehende Kunden eng nebeneinander bzw. aneinander vorbei durch den Eingang laufen. Die haben die Perfekte "Schleuse" dort, machen dann aber eine Seite zu, und lassen alle Kunden durch ein gut 15 Meter langes Nadelöhr aneinander vorbei laufen.
Beim Metzger meinte die Mitarbeiterin noch es kämen kaum noch Kunden, und wo sonst 4-5 Mitarbeiter den Ansturm der ganzen Arbeiter/Angestellten in der Mittagszeit kaum bewältigen können, stand ich ganz alleine mit einer Mitarbeiterin im Laden, und wartete bei einem kleinen Plausch auf meine Frikadellenbrötchen. Beim Rückweg durch die Innenstadt war fast alles geschlossen. So dürfte es da das letzte mal vor ca. 75 Jahren ausgesehen haben...
Fazit: Es gibt in keinem einzigen "Bereich" ein einheitliches Vorgehen. Bei einem von 5 oder 6 Geschäften gab es Handschuhe, bei 2 wurden Einkaufswagen "etwas" desinfiziert, in einem Laden gab es einen abgesperrten und eingezeichneten Rundweg, damit man keinem anderen Kunden zu nah kommt, bei manchen stand auf Schildern 1,5 Meter Abstand halten, bei einem 2 Meter, bei einem anderen gar keine Meter (einfach nur "Abstand halten")...
Gut, jetzt ist das bei uns eine Kleinstadt (20k Einwohner), und die Anzahl der Infizierten noch relativ gering. Trotzdem denke ich sollte es schon lange einheitliche Regeln geben, und kein "Jeder Laden macht was er will".