Bundeswehr aus Afghanistan abziehen?

Bundeswehr abziehen?

  • ja

    Stimmen: 164 64,8%
  • nein

    Stimmen: 89 35,2%

  • Umfrageteilnehmer
    253
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Der Westen ist da völlig gescheitert,
womöglich auch deswegen,
weil man das Land nie verstanden hat.

Ein Land mit verschiedenen Ethien zu formen hat noch niemals funktioniert.

Selbst im ehem. sozialistischen Jugoslawien,
haben sich die Leute nach dem Zerfall des Ostblocks,
gegenseitig die Rübe eingeschlagen.
 
Und dann gibt es wieder Mord und Totschlag. Der Abzug war einfach falsch, völlig unabhängig davon was der amerikanische Wähler denkt. Die Leute in Afghanistan haben besseres verdient.
Klar hat Afghanistan was Besseres verdient. aber wenn die Armee Afghanistans nach gefühlt 2 Stunden aufgibt und auch die Polizei alles wegstreckt und dazu die Regierung aus dem Land flüchtet, wieso sollten dann die Amerikaner ein Land verteidigen, das nicht mal die Einheimischen verteidigen wollen?
Und was soll das bringen, wenn man jetzt weitere 20 Jahre im Land verbleibt? Es ändert sich gar nichts.
Ob die USa nach 6 Monaten, 20 Jahren oder 100 Jahren abzieht -- das Ergebnis bleibt das gleiche.
 
Wer glaubt, dass die Taliban erneut terroristische Gruppierungen in Afghanistan dulden werden die Anschläge gegen westliche Ziele planen, der vereinfacht eine höchst komplexe Situation.

Die Taliban werden nicht noch einmal den Fehler begehen, eine internationale Terrororganisation in Afghanistan zu beherbergen, mit der Gefahr, dass Ihre Herrschaft erneut gestürzt wird. Die USA haben bereits eine Maintenance Bombing Kampagne (oder wie man auf Deutsch zynisch sagt: Rasenmähen) in Aussicht gestellt. Kurz: Wächst das Unkraut zu hoch, kommt der Rasenmäher, schneidet es wieder auf eine erträgliche Länge und geht wieder. Das ist zynisch, nicht wirklich präzise - dafür einfacher und kostengünstiger als eine Präsenz am Boden.

Anders sieht es aus im Bezug auf Gruppierungen, die z.b. in Kaschmir aktiv sind. Pre 2001 wurden Kämpfer in Afg ausgebildet, die dann gegen Indien in der umkämpften Region Kaschmir eingesetzt wurden. Hier ist zu erwarten, dass Pakistan seine Finger wieder ins Spiel bringen wird. Afg wird also durchaus wieder eine Homebase für transnationalen Terrorismus werden, nur höchstwahrscheinlich nicht mit Impact für den Westen.
 
Wer glaubt, dass die Taliban erneut terroristische Gruppierungen in Afghanistan dulden werden die Anschläge gegen westliche Ziele planen, der vereinfacht eine höchst komplexe Situation.

Die Taliban werden nicht noch einmal den Fehler begehen, eine internationale Terrororganisation in Afghanistan zu beherbergen, mit der Gefahr, dass Ihre Herrschaft erneut gestürzt wird. Die USA haben bereits eine Maintenance Bombing Kampagne (oder wie man auf Deutsch zynisch sagt: Rasenmähen) in Aussicht gestellt. Kurz: Wächst das Unkraut zu hoch, kommt der Rasenmäher, schneidet es wieder auf eine erträgliche Länge und geht wieder. Das ist zynisch, nicht wirklich präzise - dafür einfacher und kostengünstiger als eine Präsenz am Boden.

Anders sieht es aus im Bezug auf Gruppierungen, die z.b. in Kaschmir aktiv sind. Pre 2001 wurden Kämpfer in Afg ausgebildet, die dann gegen Indien in der umkämpften Region Kaschmir eingesetzt wurden. Hier ist zu erwarten, dass Pakistan seine Finger wieder ins Spiel bringen wird. Afg wird also durchaus wieder eine Homebase für transnationalen Terrorismus werden, nur höchstwahrscheinlich nicht mit Impact für den Westen.
Naja,
die meisten Taliban sind paschtunischer Herkupft,
dessen Siendlungsgebiet erstreckt sich auch bis nach Pakistan
 
Anders sieht es aus im Bezug auf Gruppierungen, die z.b. in Kaschmir aktiv sind. Pre 2001 wurden Kämpfer in Afg ausgebildet, die dann gegen Indien in der umkämpften Region Kaschmir eingesetzt wurden. Hier ist zu erwarten, dass Pakistan seine Finger wieder ins Spiel bringen wird. Afg wird also durchaus wieder eine Homebase für transnationalen Terrorismus werden, nur höchstwahrscheinlich nicht mit Impact für den Westen.
Was ich mich schon immer gefragt habe ist, wie so relativ arme Länder wie Indien und Pakistan, an Atomwaffen gekommen sind?
 
Und was soll das bringen, wenn man jetzt weitere 20 Jahre im Land verbleibt? Es ändert sich gar nichts.
Ob die USa nach 6 Monaten, 20 Jahren oder 100 Jahren abzieht -- das Ergebnis bleibt das gleiche.
Das entspricht auch meinem derzeitigen Meinungsbild.

Eine Regierung, welche von ca. 20 % der Bevölkerung unterstützt wird, während 80% im Outback wohnen, und von den Errungenschaften der Demokratie und den westlichen Bemühungen, das Land wieder aufzubauen, höchstens über das Hörensagen oder nur in der Stunde am Tag etwas erfahren, in der es auch mal Strom gibt, kann nur scheitern.

Bei 80% der Bevölkerung wurden die Lebensverhältnisse nicht wesentlich verbessert. Vielmehr haben die mitbekommen, dass sie nach wie vor Ihrer Regierung nicht trauen können, was verschieden Ursachen hat (Korruption, Vetternwirtschaft, Missmanagement). Die Regierung war für die meisten weit weg und unnahbar. Rechtsprechung? Fehlanzeige. Einen halben Tag mit dem Fahrzeug, sofern man eines hat, in die nächst größere Stadt zu fahren und dann von einem korrupten Beamten gesagt zu bekommen, man möge doch erst mal einen üppigen Betrag an Schmiergeld auf den Tisch legen, bevor man sich seinem Anliegen annimmt, ist nicht das, was man als Bürger eines Landes möchte. Währenddessen sind die Taliban vor Ort aktiv, betreiben Rechtsprechung durch Korangelehrte vor Ort für 0,80 Euro (habe ich aus einer Fernsehreportage), regeln Streitigkeiten und nehmen sich direkt den Belangen der Bürger auf dem Land an. Das mag einem so gar nicht schmecken, ist aber Fakt.

Und im Gegensatz zu irgendwelchen Regierungsbeamten sind die Taliban zumeist lokal verankert, kommen direkt aus dem Ort oder aus der Region. Man kennt sich. Das sind greifbare Personen und keine abstrakten Beamten, die irgendwo kilometerweit weg sitzen. Es sind keine Fremden oder „Eindringlinge“. Die Taliban haben das schon sehr geschickt gemacht, indem sie in weiten Teilen des Landes einen parallelen Staat aufgebaut haben.

Die meiste Hilfe im medizinischen Bereich vor Ort wurde durch NGOs getätigt, welche Medikament in ferne, schlecht zugängliche Regionen bringen, Ärzte und Sanitäter aus- und fortbilden. Die werden vermutlich, je nach Lage, bleiben.

Wieso soll ich als Soldat für eine Regierung kämpfen, welche den Anliegen meiner Familie gar nicht nachkommt? Wenn sich nichts verbessert? Die meisten Soldaten sind keine Intellektuellen, sondern wurden rekrutiert als Analphabeten direkt vom Land. Bei schmalen Sold, wenn er denn mal gezahlt wurde, Überforderung mit den wesentlichen Waffensystem und einer Quote von 25% an Deserteuren kann ich nachvollziehen, dass die Arme sich bei kleinstem Druck von Außen auflöste. Weder haben die begriffen, wofür Sie kämpfen sollten (oder es wurde ihnen gar nicht vermittelt), noch sahen sie einen Sinn darin, da vor Ort bei Ihren Familien eben die Taliban das Sagen haben. Das kann man sicherlich nicht komplett verallgemeinern, aber auf einen Großteil trifft das meiner Meinung zu.

Ich glauben der Westen war zu naiv und auch etwas arrogant bei diesem Vorhaben. Einen schnellen Militärischen Erfolg zu erzielen ist das Eine, das Andere ist aber nachhaltig ein Land umzubauen und die Bevölkerung für ein neues System zu gewinnen. Mit Geld allein und militärischer Stärke kann man das nicht bewältigen. Und ich denke, dass zumindest die USA das schon lange wussten und nur den Status quo noch bis zum Tag x aufrecht erhalten wollten.

Aber nicht das mich hier jemand falsch versteht, ich möchte kein Loblied auf dieTaliban singen. Ich finde deren System archaisch, unmenschlich, rückwärtsgewandt und menschenverachtend. Aber Fakt ist, das weite Teile der Bevölkerung sich lieber mit diesem System arrangieren, als für ein vages Versprechen auf zukünftige Besserung Ihrer Situation zu kämpfen. Sie wurde wohl zu oft schon enttäuscht. Umso bemerkenswerter finde ich, dass es Menschen gibt, die trotz der derzeitigen Situation und der Gefahr für Ihr eigenes Leben für ein freies und demokratisches Afghanistan einstehen, demonstrieren, im Internet präsent sind und der Welt zeigen, das nicht alle resigniert haben. Diese Menschen verdienen meinen Respekt und meine Hochachtung. Ebenso wie die SoldatInnen, welche Ihren Dienst in diesem Land verrichtet haben.

Und eigentlich wollte ich gar nicht so einen Erguss schreiben…
 
Zuletzt bearbeitet:
Was ich mich schon immer gefragt habe ist, wie so relativ arme Länder wie Indien und Pakistan, an Atomwaffen gekommen sind?
Wenn ich nicht irre, haben sie Sowjet Wissenschaftler angeheuert, als die Sowjetunion auseinander fiel.
Und Geld dafür ist immer da, komischer Weise. Guck dir Nord Korea an. Praktisch seit 80 Jahren pleite mit hungernder Bevölkerung aber für Waffensysteme ist immer Geld da.
gilt ja auch woanders. Kongo oder so, auch so ein Land, das pleite ist, aber jeder hat dort eine Knarre.
 
Ich glaube du begreifst gar nicht, was der Abzug in Afghanistan überhaupt anrichtet, wenn du ihn schon so für gut befindest.
Wenn du jetzt noch benennen könntest, wo ich den Abzug für gut befunden haben soll ... :schief:

Was der Abzug anrichtet, ist mir schon absolut klar und ganz offenkundig noch klarer als dir. Darum geht es jetzt aber nicht, denn wir sind nicht bei Wünsch-dir-was.
Für den amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ist hauptsächlich von Interesse, was der Abzug für die Bürger der USA und die eigene politische Situation bedeutet. Das hat für ihn Vorrang vor dem, was es für Afghanistan bedeutet, denn auch dir sollte ja gelegentlich aufgefallen sein, dass Biden weder der Präsident Afghanistans noch die Wunschfee ist.

Bedrohlich ist dabei, dass die USA ihren Einfluss Stück für Stück reduzieren.
Das Gegenteil ist der Fall. Die USA verschieben ihren Fokus dahin, wo sie aufgrund der neuen geostrategischen Lage mehr Einfluss ausüben müssen. Weiterhin beträchtliche Truppenteile in einer für ihre Interessen nahezu bedeutungslosen Region zu parken können sie sich angesichts der Entwicklungen in Asien und Osteuropa einfach nicht leisten.

Und das ist auch keineswegs neu. Die USA - und nicht nur diese - haben ihr militärisches Engagement in den letzten 75 Jahren schon zig mal verlagert: Mitteleuropa, Südostasien, der Nahe Osten ... Such's dir aus. Sie sind nirgends länger geblieben, als zwingend notwendig war; meistens sogar nur so lange, wie es absolut unumgänglich war.


Der durchschnittliche Wähler kann gar nicht einschätzen, was der Abzug anrichtet.
Man ist sich in Deutschland weitgehend einig, dass der Abzug falsch ist.
Und das ist genau der Punkt, in dem du die Sachverhalte anscheinend nicht auseinanderhalten kannst: Die absolute Mehrheit der Deutschen ist sich klar darüber, was der Abzug der Truppen aus Afghanisstan bedeutet. Trotzdem waren und sind über zwei Drittel Deutschen für einen schnellstmöglichen Rückzug aus Afghanistan.

Ein Problem zu erkennen und sich dazu berufen zu fühlen, es zu lösen, sind zwei paar Schuhe.

Der Abzug macht wieder eine neue Baustelle auf und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die USA wieder reingehen, das schreibt unter anderem auch Lindsey Graham.
Graham ist allerdings auch traditionell Vertreter einer interventionistischen Außenpolitik. Und, wie der Zufall es will, wollte ihn niemand als Präsident haben, weshalb er vor fünf Jahren auch bereits bei den Vorwahlen ausschied.

In den letzten Jahren gab es auf Seiten der Amerikaner kaum noch Verluste.
Die Verluste werden beim nächsten Kriegseinsatz wieder größer werden.
Und du meinst, sie wären nicht größer geworden, wenn man den Taliban erklärt hätte, man habe sich das mit dem Abzug noch einmal überlegt und würde lieber doch weiterhin die Regierung unterstützen, welche sich inzwischen - inklusive panikartiger Flucht des Präsidenten ins Ausland - zusammengebrochen ist?

Mein Problem? Die gespielte Alternativlosigkeit und die Tragik der derzeitigen Situation.
Biden führt Trumps Fehlentscheidung fort und dann hat man es auch noch gut zu finden.
Man muss es nicht gut finden. Aber man sollte erkennen können, dass es keine tragfähigen Alternativen zum Abzug gab. Auch du hast dich bisher nur in Vorwürfen und Wunschdenken ergangen, jedoch keinen Gegenentwurf formuliert, den man zumindest auf Durchführbarkeit abklopfen könnte.
 
Wie immer ist die Welt kompliziert. Die Taliban und der islamische Staat verstehe sich gar nicht und die Taliban haben sogar vor dem Abzug des Westens bereits gegen die ISKP (lokaler Ableger des IS) gekämpft. Und zum IS haben auch die meisten Unterstützer der Taliban eher keinen Draht.
 
Aber man sollte erkennen können, dass es keine tragfähigen Alternativen zum Abzug gab.
Dann gibt man eben Iran, Russland und China die Chance ihren Einfluss massiv auszudehnen.
Der nahe Osten ist scheinbar geostrategisch nicht wichtig, gut, dass du das erklärst, aber nachvollziehen kann ich es nicht. Dieser Artikel greift das auf. Die USA ziehen sich als Weltpolizei zurück.
 
Dann gibt man eben Iran, Russland und China die Chance ihren Einfluss massiv auszudehnen.
Oder verleitet sie somit dazu, ihre Kräfte ebenso ergebnislos zu zerfasern, wie man es selbst in den vergangenen Jahren noch getan hat.

Der Kreml kann sich allerdings an das letzte russische Afghanistan-Abenteuer noch gut erinnern und wird eher Wodka verbieten, als noch einmal Fuß in die Region zu setzen. Die beabsichtigen das, was auch die Amis vorhaben, nämlich sich etwaig bildende Nester von Terror exportierenden islamistischen Gruppierungen aus möglichst großer Entfernung/Höhe beharken und ansonsten aufpassen, wer oder was rein- und rausgeht. Dafür haben sie bereits vorbereitend den Schulterschluss mit Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan vollzogen.

China schielt bereits auf die Rohstoffe, über deren Abbau sich womöglich mit den Taliban einigen kann. Aber dir wird sicherlich auch schon mal aufgefallen sein, dass China sogar friedliche heimische islamische Minderheiten rigoros unter die Fuchtel bringt und folglich noch weniger ein Diffundieren von Islamismus aus Afghanistan dulden wird.

Und der Iran ist schiitisch, während die Taliban Sunniten sind. Da wird es keine Freundschaft geben, sondern bestenfalls ein halbwegs friedliches Nebeneinander, wobei es den Taliban um einen dicken Puffer nach Westen und dem Iran um den Schutz der schiitischen Minderheit in Afghanistan und um die Vermeidung von Flüchtlingsströmen in ihre Richtung geht.

Der nahe Osten ist scheinbar geostrategisch nicht wichtig, gut, dass du das erklärst, aber nachvollziehen kann ich es nicht. Dieser Artikel greift das auf. Die USA ziehen sich als Weltpolizei zurück.
Nur seltsam, dass die USA ihre Präsenz im Persischen Golf und im Pazifik (insbesondere im Südchinesischen Meer) verstärken, noch enger mit den Arabern kuscheln (die in dem Zuge neuerdings sogar auf Schmusekurs mit Israel gehen) und in Osteuropa an Russlands Grenzen mit dem Säbel rasseln.

Das ist im Wesentlichen eine Frontverkürzung: Für die USA unwichtige Regionen werden außen vor gelassen und die frei werdenden Kapazitäten dort eingesetzt, wo man tatsächlich Interessen hat. Afghanistan ist ein klassisches Bauernopfer auf dem politischen Schachbrett. Das muss (bzw. sollte) man nicht mögen, aber man kann es durchaus als Realität akzeptieren.
 
Wie immer ist die Welt kompliziert. Die Taliban und der islamische Staat verstehe sich gar nicht und die Taliban haben sogar vor dem Abzug des Westens bereits gegen die ISKP (lokaler Ableger des IS) gekämpft. Und zum IS haben auch die meisten Unterstützer der Taliban eher keinen Draht.
Das ist gut so! Sollen die sich untereinander fertig machen.
(solange keine Unschuldigen mit reingezogen werden)
 
Das ist im Wesentlichen eine Frontverkürzung: Für die USA unwichtige Regionen werden außen vor gelassen und die frei werdenden Kapazitäten dort eingesetzt, wo man tatsächlich Interessen hat. Afghanistan ist ein klassisches Bauernopfer auf dem politischen Schachbrett. Das muss (bzw. sollte) man nicht mögen, aber man kann es durchaus als Realität akzeptieren.
Okay, ich gebe dir recht, was das angeht. Der Abzug halte ich dennoch für einen Fehler Bidens.
Der Islamische Staat ist schon in Afghanistan.
 
Eine Vortrag von Dr. Peter Scholl-Latour vom 3. Dezember 2009, welcher auch in weiten Teilen heute genauso gehalten werden könnte.

Leider sind es 5 Teile, welche Ihr Euch selbst zusammensuchen müsst, ich verlinke mal den 1. Teil:

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Und das ist genau der Punkt, in dem du die Sachverhalte anscheinend nicht auseinanderhalten kannst: Die absolute Mehrheit der Deutschen ist sich klar darüber, was der Abzug der Truppen aus Afghanisstan bedeutet. Trotzdem waren und sind über zwei Drittel Deutschen für einen schnellstmöglichen Rückzug aus Afghanistan.
Du meinst, die absolute Mehrheit der Deutschen hat sich seit 2001 einen Dreck um den Einsatz der BW in Afghanistan gekümmert, außer mit Fragen wie "muss das soviel Geld kosten" und "müssen unsere Soldaten dort sterben" und jetzt, da die Mediale Aufmerksamkeit so gravierend geworden ist - auch dank des Umstandes dass so ziemlich jedes deutsche Verlagshaus lokale Angestellte vor Ort hat die akut bedroht sind - bildet man sich ad hoc eine Meinung und erkennt für ca. 3 Minuten den Humanisten in sich, aber auch nur so lange, bis klar wird, dass wir zigtausend mehr Soldaten hätten schicken müssen, statt uns innerhalb einer selbst auferlegten Obergrenze immer wieder selbst die Hände auf den Rücken zu binden.

Der Wähler hatte spätestens seit Merkels Amtsübernahme die Möglichkeit, Afghanistan zum Wahlthema zu machen, stattdessen, Flaute. Die SPD war mal so lustig von der Schwarz Gelben Regierung eine Liste mit gemachten Fehlern anzufordern und selbst hier hat es niemanden interessiert, der die SPD mal auffordern würde, den Anfang dieser Liste seit 2001 zu liefern.

Jetzt werden alle Afghanistan Experten und kommen einem mit "ach die Armen Menschen". Also helfen können wir ihnen ja nicht, weil Deutschland wird ja nicht am Hindukusch verteidigt. Aufnehmen wollen wir im Grunde auch keine, denn, da könnte ja jeder kommen. Also sind wir uns einig, das was getan werden müsste, nur halt von jemand anderem.

Oder anders gesagt: Die Mehrheit der Deutschen darf mal bitte die Fresse halten wenns um Afg geht und einfach akzeptieren, dass es im Interesse der USA und in unserem Interesse war unsere Präsenz dort zu beenden.
Das "wie" ist entscheidend. Man kann so abziehen wie wir es getan haben und alle unsere Helfer einfach im Stich lassen, oder man hat nen ordentlichen Plan in der Tasche und zwar nicht erst nachdem die Taliban in Kabul einmarschiert sind.


Und wie oft noch: Biden ist das letzte Glied in einer Entwicklungskette dieses Abzugs.
Ja, er wird der Präsident sein, der aus Afghanistan abgezogen ist, nur mal zur Erinnerung, Obama wollte schon raus, Trump wollte schon raus - beide haben darauf hingearbeitet. Obama mit einer zeitlich begrenzten massiven Aufstockung der Truppen (Surge), Trump indem er die Präsenz immer weiter verringert und einen Friedensvertrag mit den Taliban "ausgehandelt" hatte.
 
Und wie oft noch: Biden ist das letzte Glied in einer Entwicklungskette dieses Abzugs.
Ja, er wird der Präsident sein, der aus Afghanistan abgezogen ist, nur mal zur Erinnerung, Obama wollte schon raus, Trump wollte schon raus - beide haben darauf hingearbeitet. Obama mit einer zeitlich begrenzten massiven Aufstockung der Truppen (Surge), Trump indem er die Präsenz immer weiter verringert und einen Friedensvertrag mit den Taliban "ausgehandelt" hatte.
Genau so ist es. Die Amerikaner wollten ursprünglich schon im Laufe des Jahres 2011 raus aus Afghanistan.
 
Deutschland sollte dabei helfen die ganzen afghanischen Flüchtlinge in die USA zu evakuieren.
Die Amis bauen immer die Sche... und wir dürfen es ausbaden bzw. in erster Linie natürlich die Menschen dort.
Geld und vor allem Platz haben die USA mehr.
Da können sie auch locker 5Mio+ aufnehmen für das Geld, was sie jetzt durch den Abzug sparen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und was die Taliban so machen, widerspricht eigentlich auch dem Glauben wie er meines Wissens im Koran steht. Da steht bestimmt nicht drin, dass man einfach andere Menschen quälen, verstümmeln und ermorden soll. Und bestimmt auch nicht das man sein Geld mit Drogen verdienen soll. Geschweige denn diese konsumieren.

Die Taliban sind gegen Drogen? Zur Jahrtausendwende spielte Afghanistan kaum noch eine Rolle bei der Drogenproduktion. Erst nachdem die NATO dafür gesorgt hat, dass die Scharia nicht mehr gilt und kapitalistische Bereicherung für jeden einzelnen gut heißen, boomt der Mohnanbau wieder. Bislang sind die Taliban in den eroberten Gebieten noch nicht dagegen vorgegangen, weil sie das Geld natürlich auch gebrauchen können, aber es ist durchaus glaubwürdig, dass sie das mittelfristig wieder machen können. Auf alle Fälle sind sie sich bewusst, dass sie eine Hintertür im Koran nutzen: Der verbietet den Konsum von Drogen, sagt aber nichts zu deren Anbau, weil zu Mohammeds Zeiten / vor der Globalisierung natürlich niemand auf die Idee gekommen wäre, dazwischen zu Unterscheiden.

Verstümmelungen & Co kann man dagegen direkt beim Propheten nachlesen. Der Koran ist voll Körperstrafen in Teils übelster Form, wie sie damals halt weithin üblich waren. Für seine Entstehungszeit ist er relativ modern hinsichtlich der Frage, wann und gegen wen solche Strafen verhängt werden sollten und ob überhaupt Alternativen denkbar sind (z.B. wenn jemand ernsthaft bereuht, konvertiert und wieder gut macht), aber da ist man dann ganz schnell bei der Einzelfallentscheidung und der Auslegung des Rechtsrahmens, die bei den Taliban sicherlich nicht die softeste ist. Das Maximum, was man von "zahmen" Taliban erwarten könnte, ist ein langwieriger, gründlicher Prozess, um sicherzustellen, dass ein Verurteilter tatsächlich ein Dieb ist, aber der landet dann ganz sicher nicht im Knast, sondern bekommt wie in den 90ern (und bei unseren Freunden in Saudi Arabien auch in den 0ern und 10ern) die Hand abgehackt. Afaik haben die Taliban bislang auch keine Verbesserung in dieser Hinsicht angekündigt, sondern sich ausdrücklich auf die Scharia bezogen und die baut nun einmal auf gebräuchliche Strafen von vor 16 Jahrhunderten auf.

Andere Versprechen, vor allem zu Frauen, würde ich übrigens auch unter diesem historischen Gesichtspunkten lesen: Natürlich werden die Taliban Frauen nicht alle Ausbildungswege verbieten. Die gehören nicht zu den Leuten, die "Hebamme" durchgendern und der Koran kennt durchaus ein Hand voll Rollen für Frauen jenseits von "Hausfrau". Aber das ist halt nicht das Gleiche wie "Freiheit" oder "Grundrechte" und es gibt ja schon wieder erste Hinweise auf die alte Tradition, im Zuge von Kriegshandlungen verwitwete/verwaiste zwecks Versorgung zwangszuverheiraten...
 
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