Ich habe auch die Ehrendoktorwürde in Pangea

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Mal im ernst selbst als popeliger Techniker wurde mir beigebracht wie man was zu schreiben hat bezüglich Zitate und Co. Bei Guttenberg war die doch damals an forderster Front als Moralapostel. Weg damit wie den Rest ohne Gnade. War ja aber schon oft in der Geschichte so das wer am lautesten schrie auch den größten Stein in der Tasche hatte.
Mir hat niemand das Zitieren beigebracht, würde mich auch nicht wundern, wenn damals einige Studiengänge so einen "Kleinkram" nicht im Curicculum hatten

Aber: Man zitiert nicht nur passagenweise falsch und lehnt sich dann noch in anderen Fällen aus dem Fenster.
Mir kommt es so vor, dass ihr weniger Gegenwind entgegen schlägt als damals Herrn Guttenberg. Mag das an der sympathischeren Erscheinung liegen? Schavan nette "Oma-Typ" und Guttenberg der "arrogante Adelige"? Gut er war auch etwas präsenter in den Medien und hat wahrscheinlich dreister betrogen.
Ich tippe deutlich auf letzteres. Zudem hat Guttenberg große Teile "seiner" Arbeit schlichtweg kopiert. Sie hat "nur" Passagen ohne Kennzeichnung übernommen - es verbleibt aber noch einiges an eigener Arbeit. Keine Ahnung, ob die Uni dazu was gesagt hat, wie der verbleibende Rest wissenschaftlich zu bewerten wäre, aber bei Guttenberg war es de facto Fälschung der Doktorarbeit, hier ist es eher Betrug in der Doktorarbeit. Vielleicht sogar etwas, womit sie durchgekommen wäre, wenn sie ihre Fehler selbst eingestanden hätte - so nach dem Motto "ich hab da im Zuge Guttenberg nochmal nachgelesen und muss mich korrigieren".
Muss bei der Bewertung der Diss. wohl am besten immer ein unabhängiger dritter Dr. mitbewerten. Sich einstellende Freundtschaften zwischen Doktorvater und Doktorand, nach Jahren der Zusammenarbeit, sind vielleicht auch problematisch bei der späteren allzu kritischen Bewertung?!
Es gibt schon weitere Prüfer, aber "unabhängig" ist so ne Sache. Aus Praktikabilitätsgründen wird es jemand von der Uni sein und selbst wenn man den Aufwand externer machen würde: Man kennt sich ja. (Gerade in den Geisteswissenschaften soll es da z.T. auch sehr dicken Filz geben)
Und bei Arbeiten auf niedrigerem Rang wäre man teilweise schon froh, wenn der Zweitgutachter mehr als 10 Seiten gelesen hätte. Nur jemanden beauftragen reicht also nicht.
Also ohne Titel kommt Sie im öffentlichen Dienst z.B. eigentlich maximal in A9 was ~18€ Studenlohn ausmacht A5-A8 sind schon nur noch 13€ und bei A2-A4 sogar nur 11€. Die Frage ist vor allem auch, ob Sie je nachdem welchen Posten überhaupt bekommen hätte. Als Doktor fängst du mit A10+ meines Wissens nach an Das sind also minimum die ~18€/h und ab A13 gibts dann ~25€/h...
Das sind aber afaik typische Einstellungsmuster/Bezahlung für eine Stelle - nicht Bezahlungen, die an den Bildungsstand gekoppelt sind. Ohne den Doktor die für A10+ (je nach Bereich sinds übrigens komplett andere Kategorien) ausgeschriebene Stelle bekommen hätte. Aber wenn ja, hätte sie trotzdem A10+ dafür erhalten.
Und die Gastprofessur dürfen wir auch nicht vergessen. Ohne den Titel hätte Sie die ja eventuell gar nicht bekommen dürfen. Das muss dann wohl eh noch ein Gericht klären. Es stellt sich für die Studenten dann auch die Frage, ob Sie überhaupt Prüfungen hat abnehmen dürfen und Scheine ausstellen usw usw usw usw.
Das zieht so einen krassen Rattenschwanz hinterher. Jetzt überlegmal, ein Student muss jetzt 1-2 Semester länger studieren, weil Studienleistungen eventuell nicht anerkannt werden. DANN mal gz zu schönen Zivilprozessen
Ich finde es eh erschreckend, das dieser Punkt noch völlig ausgeklammert wird.
Ich bin es gewohnt, dass Gastprofessoren gar keine Prüfungen abnehmen (weil sie auch gar nicht die Zeit hätten), sondern eher höherklassige Gastdozenten sind. (also: Gastprofessoren aus nicht-universitären Kreisen. Es gibt natürlich auch Gäste von anderen Unis, die für eine gewisse Zeit an einer Uni forschen)