Zappaesk
Volt-Modder(in)
Tritt dieser Effekt denn gleich auf, sobald ich die Lautstärke digital über Windows regle, oder erst ab einem bestimmten Prozentanteil.
Ja, der Effekt tritt im Prinzip sofort auf, hat aber mit Windows nix zu tun, sondern ist ein generelles Problem wenn auf digitaler Ebene die Lautstärke geregelt wird. Auch wenn man einen EQ auf digitaler Ebene einsetzt entsteht dieses Problem.
Hintergrund ist, dass man digital nur leiser machen kann indem man die Quantisierung reduziert. D.h. von den 2^16 (65536) möglichen Lautstärkestufen eines in "CD-Qualtität" aufgenommenen Stücks werden einfach oben welche gekappt (vereinfacht aus dem 16bit Format wird z.B. ein 12bit Format weil die bits oben geklaut werden) und das Signal entsprechend neu quantisiert. Dabei treten dann 2 negative Effekte auf. Zum einen wird die Dynamik reduziert und zum Anderen treten Rundungsfehler bei der Neuquantisierung auf, die zu einer Verfälschung des Signals führen können.
Natürlich werden diese Effekte erst bei größeren Eingriffen bemerkbar. D.h. es dürfte wohl jedem schwer fallen ein von 100 auf 90% reduziertes Signal als verfälscht zu erkennen.
Beim Rumspielen am EQ gilt dann aber dasselbe. Wenn man den Bass um 10dB anhebt (wie hier erst vor kurzem zu lesen), dann wird in echt das Signal der anderen Frequenzen reduziert. Lauter wie 100% wirds nicht, wenn man eine Frequenz jetzt anhebt, dann kann die nicht lauter werden, sondern alle anderen nur leiser - mit den oben geschilderten Folgen.
D.h. bei Pegeländerungen im digitalen Signal immer vorsichtig sein und sich bewusst sein was das für Auswirkungen hat. D.h. subtile Änderungen sind noch ok, aber mehrere dB sollte man sich 2x überlegen.
Einigermaßen vernünftig lässt sich das Problem nur dann beheben wenn vor(!) dem Lautstärkeregler bzw. EQ das Signal von z.B. 16bit auf 32bit skaliert wird. Damit hat man 2^16 mehr Dynamikstufen, so dass man auf die eine oder andere leichter verzichten kann. Es gibt Geräte die sowas tun (ich meine wadia hatte das früher bei den großen CD-Playern mit variablem Ausgang).
Man schränkt dadurch einfach die Bandbreite ein.
Nein, die Bandbreite bleibt - man schränkt die Dynamik ein! Am Frequenzgang ändert sich nix.
Windows wirklich voll aufdrehen? Ich dachte immer, das genaue Gegenteil sei der Fall, weil es sonst zu clippen anfängt?
Wo hast du denn das her?
Ich denke mal, dass das auch im PC je ach Soundchip anders ist, oder? Manche kann man ins clipping treiben, andere nicht?
Nein, ein DAC, der mit einem korrekt ausgepegelten Signal angesteuert wird clippt nicht. Ich wüsste gar nicht wie er das machen sollte. Der ist ja dafür ausgelegt z.B. ein 16bit Signal zu wandeln. Wenn dass dann tatsächlich auch bis 0dB ausgesteuert ist sollte er das auch können!
Ich vermute mal, dass das Clippingproblem beim Handy entweder ein nachgelagertes ist, weil der Verstärker dahinter mit dem vollen Ausgangspegel des DACs nicht zurechtkommt (kaum vorstellbar), ein Schaden vorliegt oder das Signal Müll war. Es gibt leider mittlerweile im Zuge des Loudness Wars Aufnahmen, die praktisch ab Werk clippen. Als Beispiel dürfte die aktuelle Metallica gelten - vermutlich der größte Pfusch, der je "professionell" gemastert wurde!
Nur um die Verwirrung komplett zu machen, gegen eine digitale Lautstärkeregelung im analogen Bereich spricht nix, solange die Stufen fein genug gewählt sind. Da gibts ne Menge guter Produkte (sog. Stufenpotis z.B.) die den Vorteil haben wesentlich präziser (Kanalgleichheit) zu sein und das vor allem über den ganzen Regelbereich als ein noch so gutes konventionelles Poti.
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