Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Das Mehr an Flexibilität finde ich super. Mir geht es immer auf den Sack wenn an einem Tag Videokonferenzen mit Partnern in Asien und in Südamerika habe. Dann hat man immer sinnlose 3 Stunden Mittagspause um innerhalb der 10 Stunden zu bleiben. Da würde ich lieber 13 Stunden arbeiten und würde die 3 Stunden als Überstunden gutgeschrieben bekommen.
 
Und ich höre von Nachwuchsproblemen bei euch ;)
Yo, klar, wir alten Säcke aus der Babyboomerzeit halten noch 5-10 Jahre die Stellung, dann ist Schicht im Schacht.
Nachwuchs gibt es, erfreulicher Weise auch ein paar Damen nicht nur bei Architektur, sondern auch bei Statik, Bauleitung oder Haustechnik, aber eben viel, viel zu wenig.
Könnte im Büro locker 3-4 Ing. mehr beschäftigen, müsste die mir aber schnitzen.
Die große (Kooperations-)Firma, bei denen ich beratend als Angestellter noch bin, sucht derzeit deutschlandweit genau 1.552 Mitarbeiter (!!!!) nach dem Listing auf der Website (hat mich selbst überrascht).
 
Wieso sollte Familie mit Beruf bei über 10 Stunden Arbeitszeit mehr vereinbar sein? Mehr Arbeitszeit wirkt sich eher destruktiv auf Familie aus.

Mehr als 10 h pro Tag bedeutet ja eigentlich nicht, mehr Stunden pro Woche zu machen. Wer Langstrecken pendeln muss und seine Familie nur am Wochenende sieht, kann selbiges mit vier 10-h-Tagen z.B. auf drei Tage verlängern. Wenn er eine 36-h-Woche hat, schafft er vielleicht sogar sein komplettes Pensum an drei Tagen und hat dann Fr-Mo mit seiner Familie statt nur Sa/So.

Soweit jedenfalls die Theorie, in der Praxis sagt die Union doch ganz klar, dass ihr Arbeitnehmer wie immer scheiß egal sind und es mehr Gewinn für Unternehmer geht: "Fachkräftemangel" soll beseitigt werden, in dem man die gleiche oder sogar einge reduzierte Zahl von Fachkräften an genauso vielen Tagen jeweils deutlich länger arbeiten lässt, so dass die ihre Familie gar nicht mehr sehen, anstatt endlich mal Löhne zu zahlen, für die noch jemand anders bereit wäre, den Job zu machen.

Im Prinzip sollen hier Verletztungen des Arbeitnehmerschutzes, die z.B. in Bau und Gastro schon lange üblich sind, legalisiert werden.
 
Im Prinzip sollen hier Verletztungen des Arbeitnehmerschutzes, die z.B. in Bau und Gastro schon lange üblich sind, legalisiert werden.
Genau, das was in den beispielhaft oben genannten Berufsbildern Mangels Fach-Personal bzw. zur Personalkostenvermeidung sich über Jahrzehnte eingeschleift hat (wenn man es genau nimmt, eine Mittellohnreduktion auf z. T. unter gesetzlichem Mindestlohn) kann nicht zur Vorbildfunktion für jene Branchen führen, bei denen die Arbeitnehmerinteressensverbände noch erfolgreich dagegenhalten.

Allseits wird über den Fachkräftemangel beim Bauhandwerk gejammert.

Wenn aber der Lehrstellensuchende die Wahl hat zw. z. B.
Mechatroniker von 970 (erste Lehrjahr) bis 1.200 € brutto Lehrlingsgehalt und eine halbwegs warme Werkstätte mit einem Dach überm Kopf
Quelle:

oder eben Mauerlehrling zw. 905 (erstes Lehrjahr) und 1495 €. mit dem Nebeneffekt, dass der Lehrling mit den Gesellen zusammen zw. 10 und 12 h /Tag kloppen muss.
Quelle:

Braucht sich halt keiner wundern, dass der Lehrstellensuchende auf die 200 € brutto Differenz im III. Lehrjahr "scheisst" und sich für die warme Bude und geregelte 8 h/Tag entscheidet.

Sprich, gerade in Mangelberufen muss dafür gesorgt werden, dass geregelte Arbeitszeiten herkommen und nicht noch alle anderen Branchen auf den Irrsinn drufhüpfen.
 
mit dem Nebeneffekt, dass der Lehrling mit den Gesellen zusammen zw. 10 und 12 h /Tag kloppen muss.
Ich hab letztens von einem (Dachdecker?) Betrieb gehört der den Azubis ne 4 Tage Woche bietet
und jetzt keinen Mangel an Bewerbern mehr hat.
Wohl bemerkt bei selber Wochenarbeitszeit.

Damit schafft man ja auch mehr Arbeit in der selben Wochenarbeitszeit wie an 5 Tagen.
 
Ich hab letztens von einem (Dachdecker?) Betrieb gehört der den Azubis ne 4 Tage Woche bietet
und jetzt keinen Mangel an Bewerbern mehr hat.
Wohl bemerkt bei selber Wochenarbeitszeit.

Damit schafft man ja auch mehr Arbeit in der selben Wochenarbeitszeit wie an 5 Tagen.
Wobei aber wieder die Realität gespiegelt wird.
40 h/Woche ist die Regelarbeitszeit.
Die in 4 Tagen bedeutet, dass die Azubis /Tag eben auch die 40 h bzw. 10 h/Tag kloppen sollen/dürfen/müssen und nicht die gesetzlich vorgeschriebenen 8 h/Tag.
Im Prinzip Augenwischerei von dem Herrn Dachdecker.
Interessant wäre dann doch eher:
8h/Tag und nur 4 Tage = 32 h bei gleicher Entlohnung, Freitag zum lernen für Berufsschule grundsätzlich frei.
DAS wäre ein Lockdeal...
 
Bei meinem alten Arbeitgeber waren Schichten von 10,75 - 12,25 Stunden ganz normal ^^
Dafür gabs dann halt zwischendrin nen Tag mehr frei oder andere Schichten gingen dann nur so ca. 6 Stunden ;)

Wo kein Kläger, da kein Richter. :ka:

Wobei nun die Arbeitszeiten alle elektronisch erfasst werden müssen.

Und in der Regel gibt es eine Höchstgrenze von 10 Stunden für Tarifbeschäftigte.

Bei Schichtarbeit muss dann entsprechend durch freie Tage ausgeglichen werden.
 
Sprich, gerade in Mangelberufen muss dafür gesorgt werden, dass geregelte Arbeitszeiten herkommen und nicht noch alle anderen Branchen auf den Irrsinn drufhüpfen.
Die viel beschworenen Mangelberufe sind gerne und oft auch die, wo absolute Choleriker Chef sind. Da kann man den Leuten keinen Vorwurf machen, dass sie sich soetwas nicht antun wollen.
 
Die viel beschworenen Mangelberufe sind gerne und oft auch die, wo absolute Choleriker Chef sind.
Mein Ex-Chef (Malermeister) war auch so einer. Da sind vor Wut gerne mal die Brillengläser beschlagen. :devil:

Dazu kommt noch der rauhe Umgangston auf dem Bau im Allgemeinen. Viele wollen sich sowas nicht mehr antun.
Ganz früher (vor meiner Zeit) hat´s auch mal was hinter die Ohren gegeben.
Im Kochberuf soviel ich weiß auch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das kann doch nicht so allgemein sein, dann bekommen das auch die, die einfach wegen dem Ticket o.Ä. eingeschrieben sind oder Leute wie ich die über 2,5k überwiesen bekommen.

Naja dann freue dich doch auch ;)

Bei den Angestellten gab es auch keine Einkommensgrenze, da gab es die 300€ (Brutto) auch für alle. Aber vermutlich muss man es bei der Steuer angeben.

Die Frage ist nun, ab wann das Onlineportal online ist.
 
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