Es geht halt für alle gleich prozentual nach Einkommen.
Das ist auch heute schon so
Nur bis zu einer gewissen Grenze, darüber endet (abgesehen von der Deckelung) die Solidarität und es wird auf private gewechselt.
Ich denke es ging einfach zu schnell und ohne jegliche Vorwarnung. Und Waffe ziehen im Supermarkt wenn in alle Richtungen Passanten stehen? Eher nicht.
Zudem gibt es sicherlich auch Handlungsvorgaben für bestimmte Situationen an die sich so ein Beamter halte muss.
Die Waffe dient vor allem auch der Selbstverteidigung, die war hier definitiv nötig. Allerdings war es imho richtig von den Beamten darauf zu verzichten beziehungsweise Glück, dass sie es in der Situation erst gar nicht versuchen konnten. Der Ablauf sieht nun nicht gerade nach eine Impulstat aus. Ort, schrittweise Eskalation mit genug Verzögerung bis Polizei eintrifft - erweckt eher den Eindruck eines wunderbaren Plans. Wer sich aber absichtlich aus ideologische mit der Staatsmacht anlegt, obwohl er 0 Chancen hat, ohne persönlichen Schaden zu entkommen (selbst wenn sie geflohen wären, haben sie einen gut Video überwachten Ort gewählt und sie wollten offensichtlich auch von privaten gefilmt werden), bei dem kann man sich auch nicht sicher sein, ob er vor einer Waffe kuscht. Es wäre der Worst Case für die Beamten gewesen, wenn sie mit gezogener Waffe da gestanden hätten und die Krawallos weiter versucht hätten, in Schlagweite zu kommen in der Annahme "die schießen sowieso nicht".
Schön, dass sich nach zwei Monaten auch mal wer anders als ich darüber Gedanken macht...
Wobei der Fokus auf Wanderarbeiter in meinen Augen viel zu kurz greift. Für diese vergleichsweise kleine Sondergruppe wurden in der Landwirtschaft ja schon Sonderregeulungen ergriffen und bei Fleischwirtschaft und Bau wird das sicherlich bald folgen. Aber wie in den allgemeineren Teilen des Artikels angesprochen betrifft das Problem weite Teile aller Niedriglöhner (und nicht nur die), also eine achtstellige Zahl von Werktätigen in Deutschland.
Theoretisch müsste man das früher herausfinden können. Die Hälfte aller Infizierten, die Symptome haben, haben eine Inkubationszeit von weniger als sechs Tagen. Wenn die Anzahl der Krankmeldungen und deren Ursache erfasst werden würde, müsste man schon nach wenigen Tagen, durch einen Anstieg der Atemwegserkrankungen, die Auswirkungen von Maßnahmen feststellen können. Vorausgesetzt die meisten melden sich beim Arzt krank und geben die Beschwerden an.
Sechs Tage bis zu den Symptomen, 1-2 Tage bis zum Arzttermin, 1-2 Tage bis ein Untersuchungsergebnis vorliegt, 1-3 Tage bis das vom Arzt an Landesamt und ans RKI gemeldet und in Statistiken eingeflossen ist bzw. bis politische Entscheidungsträger eine Reaktion parat haben. Mit viel Aufwand könnte man noch 1-2 Tage rausholen, aber unter 1,5 Wochen kommst du nicht und im Moment sind es, nach Lage der Wochenenden, eben eher 14 denn 10 Tage. Das heißt auch, dass man immer mindestens eine weitere Infektionsgeneration hat, ehe man was tun kann, und wenn die Nachvervollgung nicht so kinderlicht wie bei den Schlachthöfen ist, sogar mindestens zwei eher drei weitere, ehe zielgerichtete Maßnahmen möglich sind. Und bei den Deppen auf den Corona-Demos ist jegliche Nachverfolgung komplett unmöglich, weil es zu viele Leute waren, die nicht erfasst wurden und sich danach großflächig wieder verteilt haben. Zum Glück fanden/finden die meisten in Ost- und Mitteldeutschland statt, wo es dank geringerer Reisebewegungen von Anfang an weniger Infektionsherde gab und auch aktuell eher wenig -quellen gibt. Aber beim Stuttgarter Massenauflauf kann man nur hoffen, dass es sich schon in zwei Wochen deutlich genug abzeichnet. Wenn sich die Leute fein verteilt haben und erst in dritter oder vierter Generation die Häufung bemerkt wird, dann kann man die gesamte nördliche Hälfte BWs abriegeln, ggf. auch weit darüber hinaus. In Verbindung mit der 0 Einsicht und weiter anhaltenden Treffen derartiger Leute sowie der flächigen Öffnung praktisch aller Läden (unter Einhaltung praktisch keiner Sicherheitsabstände) könnte das der schlimmste Ausbruch in Deutschland überhaupt werden. Aber immerhin haben Mercedes und Porsche dann mal einen Grund, Hilfen zu verlangen, weil sie direkt von Corona-Maßnahmen getroffen sind...
