Du hast nicht von "Arbeitslosen" gesprochen, sondern von Hartz IV Empfängern.
Und die haben in der Regel ihren 100,-€ Nebenjob am prekären Ende. Und die
Suche nach günstigen Lebensmitteln dauert länger. Es kann aber auch andere
Gründe geben, natürlich
Ganz zu schweigen von Amtsterminen und den armen Schweinen, die in Maßnahmen festhängen. Ich habe zu meiner HartzIV-Zeit im Schnitt locker alle 3 Tage rausgemusst. Das ist im Vergleich zu Arbeitern wenig, aber im Vergleich zu Home Office und Kurzarbeitern viel. Und durchgängig mit Situationen verbunden, in denen viele Leute in enge, nicht unbedingt gut gelüftete Räume gepfercht wurden. Dazu noch das Risiko im privaten Umfeld (im ländlich-bürgerlichen Heinsberg wurden erstaunglich wenig Infektionen innerhalb von Haushalten gefunden; wenn man zu viert auf 60 m² wohnt sieht die Sache anders aus) und es erscheint sehr plausibel, dass ALGIIler etwas häufiger betroffen sind. Genaugenommen fällt mir umgekehrt keine Beschäftigungsgruppe ein, die schlechtere Voraussetzungen hatte und die nicht komplett nach Hause geschickt wurde.
100€ Nebenjobs sind unrealistisch. Das wären gerade mal 10 Stunden im Monat.
Der Mindestlohn liegt bei 9,35 €.
In den meisten Branchen sind es nach Tarif mindestens 10€.
LOL. In welchen Branchen wird denn bitte schön nach Tarif bezahlt? Und welcher Billiglohnversklaver hält den Mindestlohn ein? Das einzige, wo du recht hast: Für 100 € stellt auch praktisch kaum jemand ein. Hat man ja mehr Arbeit mit als von dem Arbeitnehmer. Reale 40 Stunden für 300 € sind plausibler, bringen einen aber auch nicht aus ALGII raus, sondern ersparen einem nur die Nachmittagshälfte von Zwangsmaßnahmen.
Yeah. Doof nur, dass Tarifloehne nur bei Clubmitgliedschaft (Arbeitgeberverband) zu zahlen sind (und der Anteil liegt insgesamt bei ca. 50% und bei geringfuegig Beschaeftigten nochmal bei weniger als der Haelfte, wobei es da - wie eigentlich immer - ein Ost-West-Gefaelle gibt), der Leistungsempfaenger sich aber normalerweise weder die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft und erst recht keine Rechtsschutzversicherung leisten kann. Aber Ja, er kann ja kuendigen. Womit sich die Einnahmen auf €0,00 reduzieren wuerden, aber immerhin wird er dann ja nicht mehr ausgebeutet.
In Gewerkschaften kommt man als ALGIIer spottbillig rein. Aber was nützt einem das, wenn die Gewerkschaften in diesem Bereich gar nicht aktiv sind?
Insoweit helfen dort nur intelligente und überzeugende Schritte, aber nicht Forderungen a la Greta, das führt dann nur zu sehr hässlichen Bildern und Auseinandersetzungen.
Äh: Ursache und Wirkung verpeilt? Seit 25 Jahren ist bekannt, das was gegen Klimawandel getan werden muss, die Umweltbewegung wirbt seit 50 Jahren für dringende Anliegen. FfF ist das Resultat vom Versuch, sowas wie Bildung zu verbreiten, was aber halt nur die letzten 10-15 Jahre in den Schulen geklappt hat, weswegen die jetzt fordern, dass das Wissen endlich mal umgesetzt wird. Diejenigen, die Maßgeblich für die Umweltzerstörung verantwortlich sind, haben dagegen weiterhin eher Bock auf RTL2/Pro7/Bundesliga/Mutantenstadl und lassen die Welt hinter ihrem Allerwertesten zu Grunde gehen.
Natürlich geht das nicht mit Klimaleugnern!
Aber mir kommt es manchmal so vor, das die "Urbane Avantgarde" meint, "alle Menschen hätten so zu leben wie sie", ohne sich vor Augen zu führen, bezogen auf Deutschland, das nur 31% in einem Urbanen Umfeld leben und das so tun können.
Und die restlichen 69% sind auch eher weniger davon begeistert, das überwiegend sie sich einzuschränken haben und auch noch zur Kasse gebeten werden.
Was soll der Scheiß mit "urbaner Avantgarde"? Ich lebe in einer Stadt und das weitaus schlechter aus als diverse Leute in den Vororten und dem umliegenden Land und das zu einem nicht unerheblichen Teil WEGEN den Leuten in den Vororten und dem umliegenden Land.
Genauso wenig wie es schon immer nicht funktioniert hat, wenn sich Salon Bolschewisten bei einer 100€ Flasche Rotwein, über die Befreiung des "einfachen Volkes" ausgetauscht haben, funktioniert es auch nicht, wenn urbane Ökoaktivisten, der restlichen Bevölkerung ihren Lebenstil aufdrängen wollen, den die aus infrastrukturellen Gründen gar nicht führen können, oder sich gefälligst für das "große" Ziel einzuschränken oder zu zahlen hätten.
Da müssen schon andere Lösungen her.
Tjo. Das ist deine Sichtweise. Die andere ist, dass es noch nie geholfen hat, wenn Sklaven versucht haben, Unterdrücker darüber zu belehren, dass Sklaverei doch irgendwie schlecht ist und man vielliecht mal seinen Lebenswandel ändern sollte. Bitte. Wenn es keine Umstände macht.