ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Die Taliban waren aber keine externen Eroberer. Sie haben sich in einem bis an die Zähne bewaffneten Land gegen eine Vielzahl von Warlords durchgesetzt - das konnten sie nur, weil es genug Leute gab, die sie mit offenen Armen empfangen haben. Und allem Anschein nach haben sie ihre Herrschaft auch später nicht durch Gewalt von ganz oben durchgesetzt, wie das Diktatoren oder einige andere extremistische Gruppen gemacht haben. Die Taliban steuern Stammesälteste, Dorfoberhäupte, Richter, Polizei, Geistliche,... nicht dazu, ihren Willen auszuführen, sondern wennn dann sind es Stammesälteste, Dorfoberhäupte und Geistliche sind diejenigen, die Zwang noch weiter unten ausüben und Gerichte und Polizei gibt es in vielen Regionen wenn überhaupt dann nur durch die Taliban. Das ist ein sehr personalintensiver Apparat voll von Leuten, die nicht unterdrückt werden müssen, sondern aus Eigenmotivation mitmachen. Deswegen war es ja auch so wirkungslos, die Talibanregierung zu stürzen: Wenn man eine Landesregierung stürzt, die von den regionalen Führern und Institutionen aktiv unterstützt wird, dann beseitigt man nicht die Ursache des Wiederstandes, sondern nur seine großflächige Koordination. Aber die lokalen Strukturen bleiben bestehen und behalten ihre Ausrichtung.
Das kann man nicht mit z.B. dem Irak vergleichen. Da hat man Hussein und seine 0,1% Führungsschicht abserviert und die Kontrolle ist zusammengebrochen, jahrzehntelang unterdrückte Kräfte konnten sich austoben.
Das kann man nicht mit z.B. dem Irak vergleichen. Da hat man Hussein und seine 0,1% Führungsschicht abserviert und die Kontrolle ist zusammengebrochen, jahrzehntelang unterdrückte Kräfte konnten sich austoben.


), meist mitten durch Stämme oder Clans und da ist dann ein (Bürger)Krieg quasi vorprogrammiert.


