Bundeswehr aus Afghanistan abziehen?

Bundeswehr abziehen?

  • ja

    Stimmen: 164 64,8%
  • nein

    Stimmen: 89 35,2%

  • Umfrageteilnehmer
    253
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Die Taliban waren aber keine externen Eroberer. Sie haben sich in einem bis an die Zähne bewaffneten Land gegen eine Vielzahl von Warlords durchgesetzt - das konnten sie nur, weil es genug Leute gab, die sie mit offenen Armen empfangen haben. Und allem Anschein nach haben sie ihre Herrschaft auch später nicht durch Gewalt von ganz oben durchgesetzt, wie das Diktatoren oder einige andere extremistische Gruppen gemacht haben. Die Taliban steuern Stammesälteste, Dorfoberhäupte, Richter, Polizei, Geistliche,... nicht dazu, ihren Willen auszuführen, sondern wennn dann sind es Stammesälteste, Dorfoberhäupte und Geistliche sind diejenigen, die Zwang noch weiter unten ausüben und Gerichte und Polizei gibt es in vielen Regionen wenn überhaupt dann nur durch die Taliban. Das ist ein sehr personalintensiver Apparat voll von Leuten, die nicht unterdrückt werden müssen, sondern aus Eigenmotivation mitmachen. Deswegen war es ja auch so wirkungslos, die Talibanregierung zu stürzen: Wenn man eine Landesregierung stürzt, die von den regionalen Führern und Institutionen aktiv unterstützt wird, dann beseitigt man nicht die Ursache des Wiederstandes, sondern nur seine großflächige Koordination. Aber die lokalen Strukturen bleiben bestehen und behalten ihre Ausrichtung.
Das kann man nicht mit z.B. dem Irak vergleichen. Da hat man Hussein und seine 0,1% Führungsschicht abserviert und die Kontrolle ist zusammengebrochen, jahrzehntelang unterdrückte Kräfte konnten sich austoben.
 
Im Irak gibts auch andere Gruppen, die Einfluss auf die Bevölkerung nehmen, wie die Schiiten, die ja die Mehrheit bilden, aber trotzdem von den Sunniten (Sadam) unterdrückt worden.
In Afghanistan gibts das nicht, außerdem kennen die meisten nichts anderes als Kämpfen, sei es gegen die Russen oder gegeneinander, oder denkst du wirklich, dass die Taliban alle Warlords kontrolliert haben und es keine "innerparteilichen" Konflikte gab?
Davon hat man im Westen einfach nichts mitbekommen, ebenso wie man von Nord Korea letztendlich nichts mitbekommt, was da genau vorgeht.
Mag sein, dass die Ansichten der Taliban von Teilen der Bevölkerung geteilt wurden, aber ich tippe, dass darunter keine Frau war und somit sind das schon mal nur maximal 50% der Bevölkerung.
Zieht man dann noch die Nordallianz ab und ein paar Leute, die sich in Geheimem getroffen haben, bleibt für die Taliban nicht mehr so viel übrig, wie du annimmst.
 
In Köpfen gerechnet nicht, aber in Macht und Einfluss gerechnet schon. Denn die ersten und letzten, die sich in Afghanistan für Frauenrechte eingesetzt haben, waren die Kommunisten vor 40 Jahren. Diese 50% der Bevölkerung werden unterdrückt, egal ob Taliban oder nicht - und entsprechend hast du von der Seite keine Unterstützung weil schlicht keine geleistet werden kann. Und sicherlich sind die Warlords nicht alle einer Meinung mit den Taliban. Aber: Sie sind lieber auf deren Seite, denn auf der Seite externer Eroberer.
 
Und sicherlich sind die Warlords nicht alle einer Meinung mit den Taliban. Aber: Sie sind lieber auf deren Seite, denn auf der Seite externer Eroberer.

Sie sind auf deren Seite, die sie eher in Ruhe ihre Drogen- und Waffengeschäfte machen lässt.
Die Taliban wissen genau, dass sie die Warlords lieber nicht gegen sich aufbringen können, also lassen sie sie machen und beteiligen sich sogar noch daran (was sagt der Koran eigentlich zum Drogengeschäft und Waffenschmuggel?). Die Warlords leben mit den Taliban, weil sie nicht bei ihren Geschäften gestört wird.

So oder so, das Land ist ebenso gespalten wie Libyen, das ja auch eher von Clans regiert wird als von einem Diktator.
Von Somalia rede ich da lieber nicht, da hat die Regierung ja nicht mal die Kontrolle über die Hauptstadt, geschweige denn von anderen Landesteilen.
 
Sie sind auf deren Seite, die sie eher in Ruhe ihre Drogen- und Waffengeschäfte machen lässt.
Die Taliban wissen genau, dass sie die Warlords lieber nicht gegen sich aufbringen können, also lassen sie sie machen und beteiligen sich sogar noch daran (was sagt der Koran eigentlich zum Drogengeschäft und Waffenschmuggel?).

Der Koran verbietet Muslimen wohl den Konsum sämtlicher berauschender Substanzen, aber die Taliban reden sich aktuell damit raus, dass ja gar nicht für Muslime produziert wurde. Die Produktion von Haschisch haben sie laut Wikipedia unterbunden, weil das auch von Afghanen konsumiert wurde. Kurz vor Beginn der US-Besatzung hatten sie wohl auch die Opiumproduktion dramatisch zurückgedrängt, aber danach fehlten andere Einkommensquellen.
Waffen"schmuggel" dürfte wohl kaum in heiligen Schriften thematisiert werden und wenn dann dürften sie den Handel von Waren entgengen nicht-muslimischer Gesetze wohl als unproblematisch betrachten ;)

Die Warlords leben mit den Taliban, weil sie nicht bei ihren Geschäften gestört wird.

Siehe oben: Das war mal anders und die afghanische "Regierung" ist ja auch nicht gerade stark im stören.

So oder so, das Land ist ebenso gespalten wie Libyen, das ja auch eher von Clans regiert wird als von einem Diktator.
Von Somalia rede ich da lieber nicht, da hat die Regierung ja nicht mal die Kontrolle über die Hauptstadt, geschweige denn von anderen Landesteilen.

Libyen ist imho n schlechter Vergleich. Das wurde bis vor kurzem von einer Familie kontrolliert, aktuell herrscht einfach nur Chaos. Somalia ist eher vergleichbar mit den Wurzeln der afghanischen Situation (viele einzelne Interessensgruppen), aber es fehlt so etwas wie die Taliban, d.h. ein mächtiger Gegenspieler mit vielen Verbündeten neben der Regierung, die der Westen als solche unterstützt.
 
Der Koran verbietet Muslimen wohl den Konsum sämtlicher berauschender Substanzen, aber die Taliban reden sich aktuell damit raus, dass ja gar nicht für Muslime produziert wurde. Die Produktion von Haschisch haben sie laut Wikipedia unterbunden, weil das auch von Afghanen konsumiert wurde. Kurz vor Beginn der US-Besatzung hatten sie wohl auch die Opiumproduktion dramatisch zurückgedrängt, aber danach fehlten andere Einkommensquellen.
Waffen"schmuggel" dürfte wohl kaum in heiligen Schriften thematisiert werden und wenn dann dürften sie den Handel von Waren entgengen nicht-muslimischer Gesetze wohl als unproblematisch betrachten ;)

Es geht ja nicht nur darum, was sie nehmen dürfen und was nicht, es geht darum, dass sie damit Geld verdienen, also mit einer Sache, die nicht nur im Westen gegen Gesetze verstößt, oder sind Menschen anderer Glaubensrichtungen für Moslems nur Menschen 2. Klasse, bzw. eine niedere Spezies? :what:

Nun ja, Waffenschmuggel an sich gabs sicher schon immer, unabhängig davon, welche Waffen wohin gebracht worden sind, denn mit Waffen kann man einen besseren, wirkungsvolleren Krieg führen und Kriege hat man auch schon zu Mohammeds Zeiten geführt.

Siehe oben: Das war mal anders und die afghanische "Regierung" ist ja auch nicht gerade stark im stören.

Nun ja, die Afghanen bauen ihre Wirtschaft gerade auf und versuch mal einem Bauern zu erklären, dass er Getreide anbauen soll, mit dem er nur 10% von dem Verdient, was die Drogen ihn einbringen. Getreide kann er dann kaufen, denn das Zeug wird in rauen Mengen eingeführt.

Libyen ist imho n schlechter Vergleich. Das wurde bis vor kurzem von einer Familie kontrolliert, aktuell herrscht einfach nur Chaos. Somalia ist eher vergleichbar mit den Wurzeln der afghanischen Situation (viele einzelne Interessensgruppen), aber es fehlt so etwas wie die Taliban, d.h. ein mächtiger Gegenspieler mit vielen Verbündeten neben der Regierung, die der Westen als solche unterstützt.

Das Problem mit Afrika ist ja, dass die Grenzen völlig willkürlich gezogen worden (warum sind sie wohl so gerade :ugly:), meist mitten durch Stämme oder Clans und da ist dann ein (Bürger)Krieg quasi vorprogrammiert.
Somalia ist halt ein Beweis dafür, wie die menschliche Gesellschaft als Ganzes scheitern kann, wenn Interessen weniger über das Wohl vieler gestellt werden.
 
Es geht ja nicht nur darum, was sie nehmen dürfen und was nicht, es geht darum, dass sie damit Geld verdienen, also mit einer Sache, die nicht nur im Westen gegen Gesetze verstößt, oder sind Menschen anderer Glaubensrichtungen für Moslems nur Menschen 2. Klasse, bzw. eine niedere Spezies? :what:

An vielen Stellen wird zwischen Muslimen, Missgeleiteten (Juden, Christen) und Heiden unterschieden. Wie das ursprüngliche Verbot und in die Handhabung in anderne muslimisch geprägten Staaten zeigt: Eigentlich sollte der fromme Moslem andere bei Verstößen gegen Gottes Regeln nicht unterstützen, sondern eigentlich bei der Einhaltung helfen. Aber offensichtlich sind Afghanen auch nur Menschen und wenn Geldmangel und die Option der Hintertür "Ungläubigen ist der Konsum nicht verboten" zusammentreffen, dann kommt halt die jetzige Situation dabei raus.

Nun ja, Waffenschmuggel an sich gabs sicher schon immer, unabhängig davon, welche Waffen wohin gebracht worden sind, denn mit Waffen kann man einen besseren, wirkungsvolleren Krieg führen und Kriege hat man auch schon zu Mohammeds Zeiten geführt.

Den Einsatz von Waffengewalt zur Selbstverteidigung verbietet der Koran jedenfalls nicht, in den meisten Lesarten ausdrücklich nicht.
Bezüglich "Schmuggel" stellt sich dann halt die Frage, was aus Sicht der Taliban überhaupt geschmuggelt wird. Handel wird ganz sicherlich nicht vom Koran verboten und solange die Taliban nicht explizit den Handel mit Waffen, Opium,... verbieten, handelt es sich aus ihrer Sicht um keinen Schmuggel.

Nun ja, die Afghanen bauen ihre Wirtschaft gerade auf und versuch mal einem Bauern zu erklären, dass er Getreide anbauen soll, mit dem er nur 10% von dem Verdient, was die Drogen ihn einbringen. Getreide kann er dann kaufen, denn das Zeug wird in rauen Mengen eingeführt.

Versuch einem Deutschen zu "erklären", dass Banküberfälle keine sinnvolle Beschäftigung sind.
Wenn man Handlungen als kriminell einstuft, dann erklärt man normalerweise nicht, dann unterbindet man. Und dazu, Opiumanbau zu unterbieten, ist die afghanische Regierung bis auf weiten nicht fähiger, als die Taliban willig.

Das Problem mit Afrika ist ja, dass die Grenzen völlig willkürlich gezogen worden (warum sind sie wohl so gerade :ugly:), meist mitten durch Stämme oder Clans und da ist dann ein (Bürger)Krieg quasi vorprogrammiert.
Somalia ist halt ein Beweis dafür, wie die menschliche Gesellschaft als Ganzes scheitern kann, wenn Interessen weniger über das Wohl vieler gestellt werden.

Jein. Uganda, Sudan,... sind solche Fälle - Somalia afaik nicht. Da soll nicht eine Minderheit aus einem Staat geschmissen werden, die nur deswegen Minderheit ist, weil die Grenze mitten durch ihr ursprüngliches Siedlungsgebiet verläuft. Da sind alle Parteien durchaus in großer Zahl im Land beheimatet und der Meinung, es alleine regieren zu müssen. Die deutschen Bruderkriege wären vergleichbarer, würde das ganze nicht als Bürgerkrieg ausgetragen werden. Andere Probleme, z.B. die aktuellen in Nordafrika, haben komplett postkoloniale Ursachen.
 
An vielen Stellen wird zwischen Muslimen, Missgeleiteten (Juden, Christen) und Heiden unterschieden. Wie das ursprüngliche Verbot und in die Handhabung in anderne muslimisch geprägten Staaten zeigt: Eigentlich sollte der fromme Moslem andere bei Verstößen gegen Gottes Regeln nicht unterstützen, sondern eigentlich bei der Einhaltung helfen. Aber offensichtlich sind Afghanen auch nur Menschen und wenn Geldmangel und die Option der Hintertür "Ungläubigen ist der Konsum nicht verboten" zusammentreffen, dann kommt halt die jetzige Situation dabei raus.

Also wird sich das letztendlich so hingebogen, wie man es braucht, damit man es nutzen kann. :(
Wenns um Profit geht, gibts keine Moral und keinen religiösen Codex.

Den Einsatz von Waffengewalt zur Selbstverteidigung verbietet der Koran jedenfalls nicht, in den meisten Lesarten ausdrücklich nicht.
Bezüglich "Schmuggel" stellt sich dann halt die Frage, was aus Sicht der Taliban überhaupt geschmuggelt wird. Handel wird ganz sicherlich nicht vom Koran verboten und solange die Taliban nicht explizit den Handel mit Waffen, Opium,... verbieten, handelt es sich aus ihrer Sicht um keinen Schmuggel.

Schon klar, aus Sicht der Taliban schmuggeln sie nicht, denn die Waffen liegen ja offen im Pick Up. :ugly:
Auch hier wieder, was dem eigenen Interesse dient, ist auch vertretbar mit den eigenen Gesetzen.

Versuch einem Deutschen zu "erklären", dass Banküberfälle keine sinnvolle Beschäftigung sind.
Wenn man Handlungen als kriminell einstuft, dann erklärt man normalerweise nicht, dann unterbindet man. Und dazu, Opiumanbau zu unterbieten, ist die afghanische Regierung bis auf weiten nicht fähiger, als die Taliban willig.

Banküberfälle sind keine sinnvolle Beschäftigung, der Aufwand ist im Vergleich zu Beute sehr hoch, die Wahrscheinlichkeit gefasst zu werden ebenso, Supermärkte zu überfallen ist da lukrativer, da dort einfach mehr Geld "frei verfügbar" ist, oder wieso gibts in Banken kein Panzerglas mehr und alles ist frei zugänglich? :schief:
Das Problem ist, dass die Taliban, bzw. die Bauern den Anbau von Opium nicht als kriminell ansehen. Wie zuvor auch, was der eigenen Situation dient, ist vertretbar.
Und die afghanische Regierung ist zu schwach (korrupt schreibe ich jetzt mal nicht offen) um die Forderungen des Westens nach einem flächendeckenden Verbot durchzusetzen. Und die westlichen Armeen sind ja nicht dazu da um gegen Warlords oder Drogenbarone zu kämpfen, das ist halt Sache der örtlichen Polizei.
Solange aber auch dort Stämme und Clans regieren, hat die Administration aus Kabul schlicht keine Staatsgewalt in allen Gebieten des Landes.

Jein. Uganda, Sudan,... sind solche Fälle - Somalia afaik nicht. Da soll nicht eine Minderheit aus einem Staat geschmissen werden, die nur deswegen Minderheit ist, weil die Grenze mitten durch ihr ursprüngliches Siedlungsgebiet verläuft. Da sind alle Parteien durchaus in großer Zahl im Land beheimatet und der Meinung, es alleine regieren zu müssen. Die deutschen Bruderkriege wären vergleichbarer, würde das ganze nicht als Bürgerkrieg ausgetragen werden. Andere Probleme, z.B. die aktuellen in Nordafrika, haben komplett postkoloniale Ursachen.

Nun ja, es gibt viele Gruppen, eben von außerhalb, die ihren Einfluss geltend machen wollen, zu welchem Zweck auch immer, eben um Terroristen auszubilden oder sonst was. Da kauft man sich dann ein und stiftet Unruhe um von der eigentlichen Sache abzulenken.
Aber um das wirklich lückenlos einzublenden, fehlt uns allen wohl die nötigen Informationen, die sicher nicht mal irgendein Geheimdienst hat.
 
Also wird sich das letztendlich so hingebogen, wie man es braucht, damit man es nutzen kann. :(
Wenns um Profit geht, gibts keine Moral und keinen religiösen Codex.

Bei den meisten Menschen nicht, nein :(


Schon klar, aus Sicht der Taliban schmuggeln sie nicht, denn die Waffen liegen ja offen im Pick Up. :ugly:
Auch hier wieder, was dem eigenen Interesse dient, ist auch vertretbar mit den eigenen Gesetzen.

Das ergibt sich halt zwangsläufig daraus, dass die eigenen Gesetze den eigenen Interessen dienen ;)

Banküberfälle sind keine sinnvolle Beschäftigung, der Aufwand ist im Vergleich zu Beute sehr hoch, die Wahrscheinlichkeit gefasst zu werden ebenso,

Siehste: Das ist der Unterschied, wenn es eine Regierung gibt, die stört anstatt zu "erklären" :)
 
Siehste: Das ist der Unterschied, wenn es eine Regierung gibt, die stört anstatt zu "erklären" :)

Eben die paar tausend Euro, die erbeutet werden, wenn überhaupt, meist sind es nicht mehr als 2000€. Die kann man auch laufen lassen, Fahndung, Beweisführung, Gerichts- und Anwaltskosten stehen in keinem Verhältnis mehr zur Beute an sich, eben so nicht mehr das Verhältnis Strafmaß zur Beute. ;)
 
Erst bombt man das Land kaputt und versucht danach hoffnungsvoll eine sinnvolle Regierung zu installieren und überlässt dann die Sicherheitskräfte dem Tod. Wow, wirklich herausragende Arbeit.
Der IS wird verdrängt, die Taliban bekommen eine Einladung. Braucht man offensichtlich noch für zukünftige Schweinereien und in Pakistan lagern Atombomben.
 
Erst bombt man das Land kaputt und versucht danach hoffnungsvoll eine sinnvolle Regierung zu installieren und überlässt dann die Sicherheitskräfte dem Tod.
Hmmm...die Sache ist deutlich komplexer und der militärische Einsatz der USA und Verbündete (hatte ja einen Grund) mag überlegen aber sicherlich nicht so grausam gewesen sein, wie die Vorgeschichte des Landes:

Und hier bitte den Abriss "Afghanistan nach der Unabhängigkeit" mal durchscannen.

Unbedarft davon bin ich der Meinung, dass es sicherlich militärisch sinnvoller gewesen wäre,
nach Vernichtung von AlKaida (hat ja auch ein wenig gedauert) sich wieder zurückzuziehen.

Allerdings war man offensichtlich der Meinung, einem Land, das eigentlich keines ist, sondern ein Sammelsurium aus Stämmen und Interessenslagen in aufgezwungenen kolonialen Grenzen, die Errungenschaften der westlichen Zivilisation aufzuzwingen.
Real ging es wohl darum, die mittelalterlichen und unwürdigen Lebensumstände insbesondere von Frauen und Mädchen zu verbessern und der trügerischen Phantasie, dass hier ein demokratischer Staat entstehen könnte.

DAS ist allerdings tatsächlich kolossal gescheitert.

Ironischer Weise kommen ja zu uns nach Europa nicht schutzbedürftige Personen (also primär Familien, Frauen und Kinder), sondern primär jene, die in den afghanischen Gesellschaftsstrukturen nicht anerkannt sind und keine Möglichkeit haben, sich in der streng patriarchischen Struktur einen verdienten Namen zu machen.

Ist so, wir haben in unserer Firma mittlerweile 9 anerkannte Flüchtlinge beschäftigt.
Alle ähnliche Aussagen:
Bin 4 oder 6 Sohn, kein Erbrecht, bekomme keine Frau vom Stammesältesten zugewiesen, habe kein Geld für die Heirat, bin verstoßen worden, weil ein schlechter Krieger oder ein schlechter Muslim blabliblö.

Das die Jungs natürlich auch irgendwie ihr Glück suchen, kann man ihnen nicht verdenken.

Solange die archaischen Strukturen in Afghanistan (aber auch das stark einflussnehmende Pakistan nebenan) sich nicht aus welchen Gründen auch immer selbst auflösen, wird das nix da mit einem Leben ähnlich wie bei uns für Weiblein wie Männlein.
 
Und unter ihnen sind nicht nur durchgeknallte Amokläufer, sondern auch junge Menschen welche sich bestens integrieren: Nesar schafft Mega-Abi mit 0,8
Wobei der hier wohl eine besondere Ausnahme ist. Das schaffen nicht mal 99,9% der Deutschen. :D
Wie immer gibt es in allen Volksgruppen Licht und Schatten.
Und ich gehe schwer davon aus, dass die Meisten, die zu uns kommen, einfach nur ein friedvolles Leben leben wollen.

Allerdings, das kann ich nicht verhehlen, bereitet mir die statistisch belegte höhere Kriminalitätsrate durchaus Kopfzerbrechen, insbesondere Sexualdelikte stechen da raus.
Man könnte ja eigentlich erwarten, dass wenn man Gast in einem Land ist, dass man eben nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten will.
offizielle Zahlen vom BKA:
file:///C:/Users/a.mantel/Downloads/KriminalitaetImKontextVonZuwanderung_2020.pdf
 
Jetzt ist es wieder Realität geworden nach 20 Jahren:

Fixed it for you.


Unbedarft davon bin ich der Meinung, dass es sicherlich militärisch sinnvoller gewesen wäre,
nach Vernichtung von AlKaida (hat ja auch ein wenig gedauert) sich wieder zurückzuziehen.

Allerdings war man offensichtlich der Meinung, einem Land, das eigentlich keines ist, sondern ein Sammelsurium aus Stämmen und Interessenslagen in aufgezwungenen kolonialen Grenzen, die Errungenschaften der westlichen Zivilisation aufzuzwingen.
Real ging es wohl darum, die mittelalterlichen und unwürdigen Lebensumstände insbesondere von Frauen und Mädchen zu verbessern und der trügerischen Phantasie, dass hier ein demokratischer Staat entstehen könnte.

Von diesem "realen" Ziel hat man in der Praxis nur stellenweise etwas gespürt. Der Großteil der westlichen Mittel floss nicht in den Aufbau der Zivilgesellschaft Afghanistans und die Schaffung von dem Wissensstand und der Stabilität, die für eine Demokratie nötig ist, sondern in Militarisierung. Der ganze Krieg begann mit der Weigerung der Taliban, sich den USA zu beugen und er endet auch mit der Weigerung der Taliban, sich den USA (und ihren Verbündeten) zu beugen. Und dazwischen ging es jahrelang vor allem um eins: Die Weigerung der USA (und ihrer Verbündeter), sich Islamisten geschlagen zu geben.

Wogegen ich nicht einmal etwas habe, denn Islamisten sollte man sich nicht geschlagen geben und der eigentlich Fehler war der Einmarsch ohne Konzept, was danach eigentlich aus den Afghanen werden soll. Aber das eine Macht, die für die NATO Grund genug war, einen Krieg anzuzetteln und die stark genug war, dass die NATO diesen Krieg aufgegeben hat, nicht im Sandkasten sitzt und mit Förmchen spielt, war vorhersehbar. Und das 20 Jahre Krieg gegen diese Macht eine von Krieg und nicht von Demokratie und Nächstenliebe gerprägte Gesellschaft zurückggelassen haben, sollte ebensowenig überraschen.
 
Das "reale" Ziel war jenes, dass von den Politikern als Begründung des Einsatzes (im übertragenen Sinne) für die jeweiligen Bevölkerungen des Landes gegeben worden ist.
Die Realität war in der Tat ein Vollpumpen an Waffen , Gerät und Unsummen an Geld an diverse Warlords usw. damit das Problem Taliban nicht nur von der Antiterrorallianz gestemmt werden musste.
Aber Leutz wie z. B. Dostum haben schon immer ihr eigenes Süppchen gekocht.
Mehrfach Kohle reinfahren war deren Devise, über nicht sanktionierten Drogenhandel Geld verdienen, erhaltene Waffen auch an die Taliban weiterverkloppen (man muss sich ja das Geschäftsmodell aufrecht erhalten) und die erhaltenen Gelder in die eigene Tasche stecken.

Die Enstehungsgeschichte der Taliban ist dabei interessant.
War deren "Gründung" durch Mullah Omar ja die Reaktion auf eine Verschleppung und Vergewaltigung von zwei afghanischen Mädchen durch irgend ein Milizenführer in den Chaostagen nach dem Abzug der Sowjettruppen.
Dieser ursprünglich angedachte "Schutz" der Frauen und Mädchen hat sich im Laufe der Zeit und mit dem strengreligiösen Hintergrund in eine quasi permanente Hausarrestsituation für Frauen in von den Taliban kontrollierten Gebieten weiterentwickelt.

Mit diesem Wissen um den Ursprung der Bewegung ist nachvollziehbar, dass die Taliban niemals in eine Art Regierung eintreten werden, in der Vertreter von Milizen oder Warlords sind (wie faktisch immer der Fall).
Nein, dass Bestreben der Taliban war und ist die völlige Vernichtung dieser Warlordstrukturen und die Erschaffung eines eigenen strengreligiösen Staates.
Dabei haben sie schon immer die latente oder auch offene Unterstützung der Ältesten in den Dörfern und den "Nachfolgern" der Mujahedin genossen.
Warum bricht die "hochgerüstete" afghanische Armee zusammen?
Ganz einfach, die Stammesältesten geben den Befehl an ihre in der Armee dienenden Söhne und alle (dass sind die Meisten), welche dass hehre Ziel der Demokratisierung nicht im Kopf haben, verbunden mit der miserablen Bezahlung (weil sich die noch aktuellen Machthaber selbst dieses Geld unter den Nagel reissen) geben auf oder laufen im schlimmsten Falle über.
Die strategische Fehlentscheidung der westlichen Allianz war im Grunde nach die Bindung an die falschen Partner.
Insbesondere die USA wollten nach 9/11 zwingend und sehr schnell Al-Qaida vernichten und mit der Weigerung der damaligen Talibanregierung hier zusammenzuarbeiten begann der Lauf der ganzen Geschichte.
Mit etwas mehr Geduld und strategische Weitsicht und Gesprächen mit den Taliban auf Augenhöhe hätte das Ganze anders ausgehen können.
 
Mit etwas mehr Geduld und strategische Weitsicht und Gesprächen mit den Taliban auf Augenhöhe hätte das Ganze anders ausgehen können.
Das glaube ich nicht. Es gibt Gruppierungen, mit denen du nicht verhandeln und auf einem Nenner kommen kannst.
Guck dir Boko Haram an. Mit denen kannst du nicht verhandeln. Man muss sie militärisch und gesellschaftlich besiegen. Ihnen die Grundlage nehmen.
Die nächste Flüchtlingswelle kommt. Davor wird man sich nicht verschließen können.
 
Hmmm... die Taliban waren damals faktisch DIE Regierung in Afghanistan und eben nicht irgendeine Gruppierung.
Unbedarft, welche steinzeitliche Regierungsform sie inne hatten, wie hätten sie denn reagieren sollen?
Die damalige Ansage der USA war glasklar formuliert:
Entweder ihr gebt uns das Placet, das wir auf eurem Staatsgebiet mit massiven Truppeneinsatz Terroristen jagen dürfen oder wir suchen uns andere Verbündete (z. b. Dostum) und jagen euch ebenso aus dem Land.

Diese sinngemäße Wiedergabe der Wortwahl kannst du bei Bedarf im Netz finden.

Ideologisch ist es eben schon ein Unterschied, ob du mit oder über die Taliban "redest" oder mit/über Al-Qaida bzw. deren Afrika-Dependance Boko Haram.
Die Motivation zwischen Ersterem und Letzteren sind deutlich anders gelagert.

Und natürlich stimme ich dir zu, dass reine Terrorgruppen wie eben Al-Qaida oder Boko Haram mit Sicherheit keine diplomatische Bühne gegeben werden darf und im besten Fall militärisch vernichtet wird.

Die nächste Flüchtlingswelle ist schlichtweg das Resultat der Außenpolitik unserer Regierung.
Und per Wahl hatten wir alle miteinander die letzten 20 Jahre "ja" gesagt.
Logische Konsequenz: Wir müssen auch zu den Flüchtlingen ja sagen.
 
Das glaube ich nicht. Es gibt Gruppierungen, mit denen du nicht verhandeln und auf einem Nenner kommen kannst.
Guck dir Boko Haram an. Mit denen kannst du nicht verhandeln. Man muss sie militärisch und gesellschaftlich besiegen. Ihnen die Grundlage nehmen.
Naja, die Taliban waren eigentlich auch militärisch besiegt und aufeinmal kriechen sie wieder aus ihren Löchern.
Die kommen vermutlich größtenteils aus Pakistan.
Die nächste Flüchtlingswelle kommt. Davor wird man sich nicht verschließen können.
Schäzte ich auch. Außerdem gibt es einen Abschiebestopp für afghanische Flüchtlinge. Selbst Kriminelle dürfen erstmal hier bleiben.
 
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