Bundeswehr aus Afghanistan abziehen?

Bundeswehr abziehen?

  • ja

    Stimmen: 164 64,8%
  • nein

    Stimmen: 89 35,2%

  • Umfrageteilnehmer
    253
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Woher kommt diese eklatant falsche Ansicht?
Die Taliban waren nicht immer da, woher kommt also die Ansicht, dass 70% der Afghanen unter Herrschaft der Taliban leben würden? Das ist doch Quatsch.
Auch wenn in den ländlichen Regionen die Staatsgewalt quasi nicht existent gewesen wäre heißt das doch nicht automatisch, dass die Taliban dort geherrscht hätten. Also wirklich WTF wie kommt man auf so einen Mist.
Guck dir mal die Karte von AFG vor 2001 an, die Taliban haben nicht alles kontrolliert, da haben sich auch in den ländlichen Regionen andere gehalten und das auch ohne westliche Hilfe.
Deine Argumentation scheitert also schon an der Realität.
Es gab ein paar Regionen die von lokalen Warlords beherrscht wurden, aber auch die wurden wiederum größtenteils von der Taliban bezahlt, so sind sie ja überhaupt erst 1996, im Bürgerkrieg, an die Macht gekommen und es gab seit 1998 die Nordallianz, die im Osten, hinter Kundus, Gebiet hielt und aus einem losen Bündnis verschiedener Warlords bestand, die gegen die Taliban kämpften.

Ohne die westliche Intervention 2001 hätten die Taliban und die von ihnen bezahlten und verbündeten Warlords aber recht sicher die Nordallianz geschlagen.

Letztlich spielt es also keine Rolle ob die Taliban irgendwo die direkte Herrschaft ausübten, oder Warlords die von der Taliban bezahlt werden, deren Interessen vertreten / durchsetzen.
Die Taliban hatten bis 2001 die direkte wie indirekte Kontrolle über etwa 80-90% Afghanistans, wo ihre Regeln und Gesetze galten.

Das ist doch wieder eine absolut haltlose Behauptung die an der Realität scheitert.
Grade in Ostasien haben wir fabelhafte Beispiele dafür wie man nach westlichen Vorbild fabelhaft funktionierende Staaten hat. Besonders Japan hat sich in Jahrzehnten von einer mittelalterlichen abgeschotteten Gesellschaft zu einem Staat entwickelt der durchaus mit den europäischen Großmächten mithalten konnte und immer noch kann.
Natürlich sind diese Staaten durchaus noch asiatische Gesellschaften und anders als unsere, aber so fremd sind diese nicht.

Aber auch der Iran hat trotz allem religiösen mittelalterlichen Schwachsinn durchaus noch westliche gesellschaftliche Züge und die dortige Stammesgesellschaft spielt auch kaum noch eine Rolle weil sie zunehmend verwässert.
Stimmt deine Beispiele scheitern, wie die gesamte Äußerung, schon an der Realität!

Das Gebiet von Afghanistan war in den letzten 2000 Jahren quasi 99% der Zeit nie ein Staat mit einer Gesellschaft in dem Sinne was wir unter Staat, staatlicher Struktur und Gesellschaft verstehen.

Die allermeiste Zeit war es entweder Teil des teritorialen Besitzes persischer, sassanidischer und Hindu Königreiche, wo es immer munter hin und her wechselte und wo die dort lebenden Stämme gerne auch regelmäßig gegen die Herrschenden rebellierten.

Erst um 1747 gab es überhaupt das erste eigene unabhängige paschtunische Königreich auf einem Teil des Gebietes des heutigen Afghanistan, das aber auch nur einige Jahrzehnte hielt und dann auf Grund mangelnder Autorität und Rückhalt des Königs bei den Stammesführern zerbrach.

Danach, im 19. Jahrhundert, war das Gebiet von Afghanistan, bis etwa 1926, Spielball der kolonialen Interessen von Russland und den Briten und der Begriff Afghanistan und Afghanen kam auch in etwa zu der Zeit durch die Briten überhaupt zum ersten mal auf (19. Jahrhundert).

Ab 1933 dann wurde Afghanistan wieder ein unabhängiger Staat, mit einer konstitutionellen Monarchie, die sich bis etwa 1973 halten konnte und die bei der Mehrheit der auf dem Land lebenden Landbevölkerung wegen ihrer Reformen nach westlichen Vorbild auch ehr weniger beliebt war.
1973 stürzten dann die Kommunisten das Königshaus und riefen die Republik aus und versuchten das Land nach kommunistischen Vorbild umzugestalten, was vor allen auf dem Land auf starke Ablehnung, bis hin zu militärischen Widerstand führte und ab 1978 in einen Bürgerkrieg mündete, der dann 1979 zum Einmarsch der Sovjets führte.

Der Rest ist der Geschichte ist ja mehr oder minder dann geläufig.

Und jetzt kommst du und willst diese Region allen ernstes mit Nationen wie Japan und Iran vergleichen, ehrlich, tut mir ja leid, aber das nur auf Grund des absurden Vergleiches zu belächeln.
Japan und Iran / Persien sind Staaten die auf Jahrhunderte des organisierten Staatswesens und staatlicher Strukturen zurückblicken können und wo schon genauso lange ein ausgeprägtes verbindendes Nationalgefühl besteht!

Das gibt es in Afghanistan quasi auf Grund der Geschichte der Region so nicht, weil es sich nicht entwickeln konnte, und entsprechend konnte sich auch keine staatliche Struktur als übergeordnete Institution und Autorität herausbilden die heute das Vertrauen, Akzeptanz Autorität bei der Mehrheit der Afghanen genießen würde.

Wer in Afghanistan regieren will braucht die Unterstüzung und Billigung der lokalen Stammesführer auf dem Land, das haben die Taliban und haben sie auch die letzten 20 Jahre weitestgehend gehabt.
 
Frauen und Kinder scheinen nicht zu existieren. Überwiegend junge Männer, die da gerettet werden wollen.
Wie will die Taliban denn sonst ihr Netzwerk weiter ausbauen? Mit Frauen und Kindern sicherlich nicht...
Zumal dort Frauen und Kinder eh Schmutz sind, da heißt es "junge Männer zuerst und danach erstmal nix".
 
Ohne die westliche Intervention 2001 hätten die Taliban und die von ihnen bezahlten und verbündeten Warlords aber recht sicher die Nordallianz geschlagen.
Und die Taliban hätten sich ohne Pakistanische Unterstützung überhaupt soweit ausbreiten können wie sie es taten?
Sie hätten auch gegen die Nordallianz so erfolgreich kämpfen können wie es passiert ist wenn sie nicht Pakistan gehabt hätten?
Japan und Iran / Persien sind Staaten die auf Jahrhunderte des organisierten Staatswesens und staatlicher Strukturen zurückblicken können und wo schon genauso lange ein ausgeprägtes verbindendes Nationalgefühl besteht!
Es sind trotzdem alte Stammesgesellschaften in denen der Zentralstaat lange recht wenig Macht hatte
und grade im Iran ging es auch nie wirklich ohne Gewalt.
Im Irak haben wir auch die selbe Machtlosigkeit gegen den IS gesehen wie in Afghanistan jetzt gegen die Taliban. Das sind vergleichbare Zustände überall in der Region.

Japan war übrigens ein Beispiel für die verwestlichung fremder Gesellschaften und kein Vergleich zu AFG. Besser aufpassen beim lesen!
 
Eingebundener Inhalt
An dieser Stelle findest du externe Inhalte von Youtube. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt.
Für mehr Informationen besuche die Datenschutz-Seite.

Afghan 1.png
Afghan 2.png
Afghan 3.png
Afghan 4.png
 
Zuletzt bearbeitet:
Mal gucken was die nächsten Monate bringen. Vielleicht muss Deutschland wieder Flüchtlingszentren aufmahne, um die vielen Flüchtlinge unterbringen zu könne. Die Frauen sind natürlich am Arsch in Afghanistan, sie werden nun wider unter dem wahren Islam leben - die freuen sich schon bestimmt ein Loch in den Bauch oder Kopf!
 
Ich finde es witzig wie viele behaupten, dass das jetzt eine tolle Situation für die Chinesen ist.

Ich denke es könnte sogar das Gegenteil eintreten...
 
Ich meine man hört ja oft, dass das ein zweites Vietnam sei.
Aber was ist denn mit Vietnam heute? Man nähert sich wieder den USA an weil man Stress mit China hat
und das mit geringeren kulturellen Unterschieden und selber Staatsideologie.
 
Haste völlig falsch verstanden, was ich meinte. :schief:
Ich meinte, dass es lediglich ca. 40.000 ausländische Kräfte bedurfte, um das Land jahrelang zu "stabilisieren".

Okay. Da war ich in der Tat auf dem komplett falschen Gleis. Allerdings würde ich 40000 ausländische Kräfte mit Jagdbombern, Kampfhubschraubern und schwer gepanzerten Fahrzeugen auch nicht mit zwei Truppen gleichsetzen, von denen die eine mit Technicals und die andere bestenfalls mit überladenen HMVEEs unterwegs ist. Die NATO war zwar unfähig, einen lokal verwurzelten Feind zu besiegen, aber sie war sehr gut darin, ihn in Gegenden ohne vollständigen Bevölkerungsrückhalt an größeren Manövern zu hindern und auf Guerilla- und Terrortaktiken zu begrenzen. Die afghanische Armee hätte es da ungleich schwerer gehabt - wenn sie es versucht hätte.

Plakatives Beispiel aus einem beliebigen Jahr:
KdoTrp (4 Mann) auf Patrouille mit einem Zug Afghanen, Feindkontakt, 95% Trefferquote durch KdoTrp, keine eigenen Verluste, aber nach dem Feuergefecht fehlt ca. die Hälfte der Afghanen inkl. Waffen und Fahrzeugen und werden im Nachgang als übergelaufen aufgeklärt...
Das ist bittere Realität.

Um so schlimmer, dass man unverändert weitergemacht und weiterhin nur große Zahlen ("wir haben XYZ tausend ausgebildet! Wir sind toll!") angestrebt hat, anstatt noch sorgfältiger darauf zu achten, mit wem man eigentlich zusammenarbeitet.

Diese ganzen Badelatschentypen wollen mehrheitlich gar keine Demokratie.

Keine afghanistanweite, nein. Lokal hatten demokratische Strukturen durchaus Potential (je nach Region allerdings öfters ohne Frauenwahlrecht) und Afghanistan hat sogar schon einmal aus eigener Kraft eine Demokratie hervorgebracht. Das Prinzip ist der Mehrheit der Bevölkerung allemal lieber, als absolutistische Taliban. Aber es ist eben auch ein Vielvölkerland, das eigentlich nur die Ablehnung gegen Fremdherrschaft von außen eint, keine Nation. Nach 40-50 Jahren auch Bürgerkrieg eine akzeptierte Zentralregierung aufzubauen war ... ambitioniert.

Zynisch:
Eigentlich sollte man um das Land eine große Trumpmauer bauen und nach 100 Jahren nachschauen, wer noch übrig ist.

Zynischer: Die Taliban würden sie dir hochziehen, wenn du das Baumaterial lieferst.


Hab ich inzwischen auch gelesen. Allerdings sehe ich noch nichts ohne Schnitt. Da muss man noch mal abwarten, wie seriös das ist.

Zumindest Aufnahmen von Menschen, die sich auf eine rollenden Galaxy stürzen, sind recht weit verbreitet. Allerdings stehen die eher auf den Klappen des ausgefahrenen Fahrwerks, weil es nirgendwo Haltemöglichkeiten gibt und bei einer Startgeschwindigkeit von 180 km/h oder auch deutlich schneller, je nach Ladung dürfte man so nicht einmal bis zum Pivotpunkt kommen. Videos von zahlreichen, aus größerer Höhe stürzenden Personen würde ich daher nicht pauschal glauben. (Wobei es für die Beurteilung der Lager sicherlich keinen Unterschied macht, ob die Leute sich tatsächlich bis die Luft tragen lassen oder sie es nur machen würden, wenn es irgendwo Griffe gäbe. Verzweifelt genug dafür sind sie auf alle Fälle. Und ich möchte auch nicht in der Haut der Techniker stecken, die die Fahrwerksschächte reinigen müssen. Würden die Amis mehr auf C-130 denn auf C-5 setzen, gäbe es vermutlich schon sehr unappetitliche Aufnahmen vom Boden.)
 
Afghanistan könnte jetzt das Traumland von manch einem Kinderschänder werden! Es gibt schon Gerüchte, dass die Taliban Kinder als Sexsklaven an ihre Kämpfer vergeben! Die Taliban könnten es doch ausbauen, denn so manch einer aus NRW würde bestimmt viel Geld dafür zahlen?!
Traurig, dass das Land zurück ins Mittelalter kehren wird, aber die Menschen wollen es halt so.
 
Ich habe mal all die ganzen Interventionsgeschichten, gleich von welcher Seite, im Geiste Revue passieren lassen.
Außer der Besetzung Nazi-Deutschlands durch Alliierte und UdSSR ist es in keinem einzigen Land gelungen, das politische System der Intervenierenden im jeweiligen Land tatsächlich auch durchzusetzen.
Und wenn man ehrlich ist, ist das in Punkto DDR auch nicht gelungen, kaum war die Besatzungsmacht weg bzw. inaktiv, stürzte das Regime in sich zusammen.
Somit war es wohl der allergrößte Fehler, neben der Jagd auf Terroristen gleichzeitig den Versuch zu unternehmen, das "gastgebende" Land nach Vorstellung der Interventionstruppen umzugestalten.
Insbesondere Afghanistan ist da ja eh ein spezieller Brocken und weder Briten als ehemalige Kolonialmacht als auch die UdSSR konnten ihre Vorstellungen auch nur annähernd umsetzen.

Im Nachhinein betrachtet, wäre es sinniger und billiger gewesen, mit Luftwaffe und Spezialkräften AlKaida zum Erdmittelpunkt zu bomben und dann wieder ganz schnell zu verschwinden.

Da gerade die Diskussion statt findet, huch, das ist alles so überraschend.
War es nicht.
Ganz offiziell im Deutschlandfunk:
Die deutsche Botschaft hat mit Ankündigung der Abzugspläne ab ca. Januar 2021 die Bundesregierung darüber informiert, dass die Afghanischen Streitkräfte schon seit Wochen keinen Sold mehr bekommen und die Taliban von Dorf zu Dorf gehen und jedem, der die Seite wechselt, bar den ausstehenden Sold in die Hand gedrückt hat.
Kein Wunder, dass die meisten Provinzstädte kampflos übergeben wurden.

Es hat nur keiner zugehört...:(

PS:
Könnte es sein, dass Aschraf Ghani sich mit eben diesem Geld abgesetzt hat und sich nun am Pool die Sonne auf die Bierplautze brennen lässt, während "sein" Land gerade sozialkulturell aus dem 21. Jahr. ausscheidet und die Bronze-Zeit als Hipp empfindet?
 
Könnte es sein, dass Aschraf Ghani sich mit eben diesem Geld abgesetzt hat und sich nun am Pool die Sonne auf die Bierplautze brennen lässt, während "sein" Land gerade sozialkulturell aus dem 21. Jahr. ausscheidet und die Bronze-Zeit als Hipp empfindet?
Er wird ja sicher nicht der einzige der Regierung sein, der geflohen ist. Gibt es da mehr Informationen?
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück