Bundestagswahlen 2025 // aktuelle politische Lage und Wahlkampf

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Die Unabhängigkeit der Frau entscheidet die Geburtenrate. Dazu sind Kinder auch immer ein Armutsrisiko.
Wer versorgt denn die Kinder nach einer Scheidung? Meistens die Mutter, die dann nur noch halbtags arbeiten kann, wenn überhaupt. Sie verdient weniger und leidet später unter Altersarmut.
Wo kommtn der Schwachsinn her?
Wieso nur noch Teilzeit?
Wenn das bei euch in der Gegend so üblich ist...ist das Faulheit oder seid ihr nur verwöhnt!?
Ich weiß ja, das eure "Erziehung"...hm...anders ist, aber mittlerweile gibts ja sogar Ganztagskitas...
 
Das ist meine Schlußfolgerung. Rentner haben sich das ja angeblich verdient aber das Kindergeld ist weg.
Die Rentenzahlung ist auch weg.
Was ist den nun der Unterschied zwischen einem Rentner und dem Kindergeld.
Dann folgerst du falsch. Die Rentner haben hier ihre Rente erwirtschaftet. Das Kindergeld das ins Ausland geht sollte dem dortigen Kindergeld entsprechend gezahlt werden.
 
Was ich unter heute natürlich auch gewünschtem Zustand nach aktueller Gesetzteslage abgehakt habe. Dass das real oft nix wird (ich kenne tatsächlich jemande die den Job macht und zumindest die Erzählungen klingen nicht nach Schema F) hängt halt an der Personaldecke, an sie die CDU aber natürlich effektiv nicht dran will.
->Abschnitt heiße Luft

So kurze Abstände wären mir auch auf dem Papier neu. Als ich in HartzIV war, fand nur ein Gespräch alle 6 Monate statt. Dass da so gut wie keine Anstrengungen investiert wurden und somit Null Nutzen resultierte, ist noch einmal ein anderes Thema, Personaldecke und/oder -moral werden relevante Faktoren sein. Aber schon die über das Terminsystem aktenkundige und vorgeschriebene Betreuungsmenge, lag, ungeachtet der Qualität nur bei einem Sechstel des Unionsversprechers. Wenn Arbeitslose künftig viel häufiger ins Amt geordert werden sollen, bräuchte es dafür also viel, viel mehr Personal als heute. Merz täuscht den Wählern aber Einsparungen in Milliardenhöhe vor und gleichzeitig werden Märchen von einer extrem kostspieligen Verbesserung der Betreuung verbreitet. Absolut unglaub-/nicht vertrauenswürdig.


Ob "Die Linke" in den BT kommt oder peng! An der Politik wird sich nichts ändern.

Nicht durch die Linke als solche. Aber ob sie Plätze belegt, könnte ggf. den feinen, entscheidenden Unterschied bei der Mehrheitsfindung machen: Schwarz-Rot steht derzeit in den Umfragen durchgängig bei 47-49%. Geht man mal von zusammen 6% für FDP, FW und Kleinkram aus, würden 46% schon nicht mehr für eine absolute Mehrheit reichen und es würde entweder auf eine 3er-Koalition oder auf Schwarz-Blau hinauslaufen. Es sei denn, weitere ~4% Linke-Stimmen landen in der APO. Dann sinkt die Grenze zur absoluten Mandatsmehrheit 45%.


An einem Punkt möcht ich bitte einhaken.
Eventuell reden wir hier von unterschiedlichen "Karrees".
Es hat den Anschein, dass du hauptsächlich die irgendwann zw. 1850 und 1960 entstandenen Karrees meinst, die tatsächlich muffige, zubentonierte Innenhöfe aufweisen, während mir mein Architektenkumpel primär Häuserblöcke gezeigt hat, die bewußt so geplant und gebaut wurden, dass eine Luftdurchströmung in die Innenhöfe generiert wird.
Auch schon, so weit ich das überblicken kann, Anfang der 1970ger oder so.

Ich kenne die zuerst genannte und von mir betrachtete Bebauungsform sogar noch von 90er-Jahre-Neubauten und in Bestandsgebieten werden bis heute bestehende Häuser 1:1 ersetzt, die Struktur beibehalten. Selbst wo in diesem Jahrzehnt mal etwas komplett neu am Reisbrett geplant wird, lässt man meiner Beobachtung nach maximal die Ecken offen, vergrößert aber nicht die Abstände zwischen den Gebäuden. Im Gegenteil, bei Nachverdichtung in Städten sinkt die sogar teilweise. Da wird das alte, kleine Karree bei zwei gegenüberliegenden Baulücken/Abrissen durch einen neuen Riegel über die gesamte Breite in zwei noch kleinere Segmente getrennt oder die Mitte des Innenhofs mit einem zusätzlichen Neubau aufgefüllt. Bei maximal 20-30 m Abstand zwischen den Häusern ist Wärmestau imho vorprogrammiert und jegliche freie Entfaltung von Aktivitäten in den kleinen Zwischenräumen wird unweigerlich jemandem auf die Nerven gehen, sodass Konflikte zwangsläufig folgen. Aber man hat nicht höher als 4-5 Stockwerke (ggf. +Penthouse) gebaut, das zählt!

Betrachtet man die Häuserblöcke solitär im angedachten Planungszustand, dürften die Konzepte funktionieren. Nachbarbebauung, Pflege und "Verschlimmbesserung" der Innenhöfe haben aber viel dazu beigetragen, dass die Konzepte heute nur noch zum Teil oder gar nicht mehr funktionieren.

Meine subjektiven Laien-Einschätzung nach wird bei der sozialen "Funktion" in der Praxis zu viel nach Ausreden gesucht. Wie gesagt, die Spanne der verwahrlosten Wohnsituationen reicht von Gründerzeit-Repräsentativbauten über 50er Jahre Arbeitersiedlungen bis 60er Jahre Hochhäuser. US-Mobile-Home-Parks, britische Reihenhaus-Siedlungen und französische Konzeptanlagen schlagen in die gleiche Kerbe. Bauliche Gemeinsamkeiten? Ich sehe keine. Außer vielleicht "ist kein freistehenden Einfamilienhaus." Umgekehrt kenne ich für jeden dieser Stile positive Gegenbeispiele, die aber eine komplett andere Einwohnerstruktur haben.

Was nämlich allen Brennpunkten ungeachtet der Gebäudeform gemeinsam ist: Armut, Arbeitslosigkeit, gesellschaftliche Ausgrenzung, null Perspektive, mutmaßlich unerfüllter Bedarf für sozialdienstliche oder psychatrische Unterstützung. Solche sozialen und vor allem ökonomischen Aspekte werden von deutschen Bürgern und vor allem Politikern aber komplett ausgeblendet. Meiner Meinung nach weil man dann ganz schnell bei dem Schluss wäre, dass man ja selbst Schuld hat und sein Verhalten ändern müsste. Stattdessen wird die Schuld auf willkürlich gewählte Bauaspekte geschoben. Schon die Plattenbauten sind z.B. enstanden, um die Elendsviertel abzulösen, die in Industrialisierungs-Arbeiterbauten entstanden sind, aber um die Menschen selbst wollte sich keiner der im Vorort residieren Entscheidungsträger kümmern.

Was imho noch verschärfend hinzukommt: Da, wo es in den Armenvierteln zu so etwas wie funktionierenden sozialen Strukturen kommt, fußen die nicht selten auf linkem Sozialaktivismus oder gar den Zusammenhalt innerhalb von Migrantengruppen. Also pöses "Multi-Kulti" und "Parallelgesellschaften". In der 1. Hälfte des 20. Jhd. waren es die genauso verabscheuten Gewerkschaften und Kommunisten, welche für Strukturen und Hilfestellung unter armen Arbeitern gesorgt haben.

Erst vor Kurzem kam hierzu ein Beitrag im Radio.
Sinngemäß wäre es so, dass in D. der mittlere Haushalt meist über 30% des Nettoeinkommens für die Miete oder Abbezahlung aufwenden muss, fast 1/3 davon sogar > 40%.
Interessanter Weise unabhängig vom jeweiligen Absoluteinkommen, die Relativität sei stets ähnlich.
Der einkommenschwache Mieter Innenstadt muss ebenso 40% für die Miete aufwenden wie der Gutverdiener, der sich in einer vergleichbaren urbanen Situation (vermutlich aber anderes Viertel) die Luxusloft abbezahlen darf.

Wahrscheinlich liegt die Schmerzgrenze einfach bei 40:60. Jeder würde gerne besser leben, jeder hätte gerne ein paar Annehmlichkeiten. Ob man nun für die Loft-Finanzierung auf eine Champagner-Marke mit zweistelligem Preisschild downgraded oder sich zugunsten einer zumindest schimmelfreie Altbaubude nur noch jede zweite Woche Fleisch leistet - wer bei 30:70 steht und sein Gehalt steigern kann, investiert erstmal in Wohnung, wer schon bei 50:50 ist erstmal in anderes. Respektive am unteren Ende: Wer entlassen wird und zuvor schon mehr als 40% für die Miete gezahlt hat, muss zwingend ausziehen. Wer noch etwas mehr Reseven hat, minimiert erstmal seinen Konsum, anstatt seinen Hausstand zu verschrotten.

Beachte aber, dass so eine auf Städte konzentrierte Ist-Betrachtung nicht die Perspektiven der Betroffenen abbildet: Nur bei einem resultieren die Zahlungen irgendwann "Loft besitzen" und die Möglichkeit, in einen schnuckeligen Vorort auszumweichen, ist auch nicht fair über die Einkommensklassen verteilt.


Gedankengang:

Was wäre, wenn man den Mietern statt über die eh zu zahlenden Wohnbeihilfen nicht einfach den Mietkauf ermöglicht.

Paradoxer Grundsatz (wer Vermögen aufbaut, ist längst über das Level von Nothilfebedarf hinaus), hochgradig ungerecht (wenige werden in höhere Bestizklasse katapultiert, andere bleiben in ihrem Loch sitzen, alle müssen für die wenigen Zahlen), wird der modernen Arbeitswelt nicht gerecht (Besitz bindet an Region, Arbeitnehmer sollen flexibler werden) und Bauplanungstechnisch ist das eine Katastrophe. Wer will den überhaupt eine Immobilie auf Sozialwohnungsniveau besitzen? Die verkauft man doch lieber und zieht in eine etwas bessere Mietwohnung.

Was dagegen sinnvoll wäre: Staatliches Wohneigentum. Wohngeld und die Übernahme immer höherer Mieten im Rahmen von HartzIV ist nichts weiter als eine riesige Umverteilung von der Allgemeinheit hin zu Leuten mit überdurchschnittlichem Vermögen. Die Kommunen können ihre Bürger ja nicht (in noch größerer Zahl) auf der Straße verrecken lassen, also müssen sie zahlen. Egal wie mies der Bauzustand ist, egal wie weit die Vermieter ihre Gewinnspanne hochtreiben. Hartzer werden in die letzten Löcher gesteckt wohlwissend, dass die nicht auf etwas bessere ausweichen dürfen, auch wenn das besser nur einen € mehr kosten würde. Würde der Staat dagegen die Wohnungen betreiben, könnte die Marge auf Null und damit die Belastung der Steuerzahler spürbar gesenkt werden. (Alternativ könnte man eine moderate Marge in einen weiteren Ausbau staatlicher Sozialwohnungen investieren.)

Aber das wäre ja ""kein freier Markt mehr"" und das Kapital steht in Deutschland halt über den Menschen...
 
... und wenn man dann betrachtet, dass es für die einzelne Familie wirtschaftlich ungünstig ist, der Staat aber den Nachwuchs dringend braucht, dann stellt sich eher die Frage, ob die so genannte Fehlentscheidung gesamtgesellschaftlich wirklich eine ist.
Der Staat bzw. eher die Politik braucht viele Kinder nur, weil man aktuell die Babyboomer nicht mit den ihnen versprochenen Leistungen bis an Ende ihres Lebens gebracht bekommt, und sich davor fürchtet, an der Wahlurne dafür bestraft zu werden. Dabei hat es @ruyven_macaran schon richtig erläutert, dass man diese Geburtenrate in einer normalen Situation gar nicht braucht.

Auch der Spruch, dass man ohne diese vielen Menschen den Wohlstand nicht wird halten können, ist doch nur eine Schutzbehauptung. In allen aktuell wichtigen Ländern von Nordamerika über Europa und Russland bis nach China ist die Lage gleich. Die Gesellschaft überaltert, und es kommen nicht genug Menschen nach. Wenn in allen starken Wirtschaftsnationen der Bedarf nach unseren hypertechnisierten Produkten schlicht wegen mangelnden Anwendern zurückgeht, dann wird man auch durch mehr Facharbeiter nix.

In 30 Jahren wird es Wohnraum in Hülle und Fülle geben, (mal davon ab, dass Holländer und Teile der Niedersachsen gen Osten ziehen),0 schlicht, weil es nicht mehr genug Menschen gibt, um diese zu nutzen. Gleiches gilt für unsere Industrieproduktion. Bis dahin muss die Politik versuchen die in den Versorgungssystemen klaffende Lücke zu stopfen. Ob man sich da mit vielen Kindern, die nix nach den Babyboomen nichts zu tun haben, einen Gefallen täte? ;)
 
Kinder haben immer auch eine wirtschaftliche Komponente. Wenn also wer meint sich ein weiteres Kind zuzulegen, obwohl es wirtschaftlich nicht selber tragbar ist, dann finde ich es alles andere als übergriffig, wenn ich die Frage stelle, warum ich diese bewusste Fehlentscheidung eines anderen bezahlen soll?

Da gibt es drei Aspekte:

1.: Es ist überhaupt nicht "nicht tragbar". Es gibt jede Menge Unterstützung, Förderung und Zuschüsse für Familien. Die reicht zwar nicht für ein gutes Leben, aber zum Dahinvegetieren. Ob man also M+W oder M+W+K+K+K dahinvegetiert, macht keinen großen Unterschied, wenn die Einnahmen steigen passend zum Bedarf steigen, weil sie ja "bedarfsorientiert" geplant sind. Es wird für solche Armutsfamilien natürlich viel schwieriger, sich jemals über dieses Stützeniveau hinaus zu heben als für Kinderlose, klar. Aber wenn man ohnehin jede Hoffnung aufgegeben hat? Eltern zu Folge sind Kinder was tolles und jemanden, der von der Gesellschaft zum Bodensatz degradiert wurde, sind sie das einzige tolle, was er sich von seinem Leben noch erwarten kann.

2.: Inkompetenz. Während es falsch wäre anzunehmen, dass arme Leute prinzipiell dümmer sind, gilt umgekehrt durchaus, dass dümmere Leute häufiger arm sind. Ob das platte "dumm" jetzt für mangelnde Bildung, weniger Intellekt oder sonstwas steht und was jeweils die Ursachen sind, lasse ich an der Stelle mal offen. Aber Leute, die ihr wirtschaftliches Leben nicht im Griff haben, machen auch bei der Organisation ihres Privatlebens häufiger Fehler und ein derartiger Fehler sind dann z.B. ungeplante Kinder. Vor allem Teenager-Schwangerschaften verteilen sich afaik alles andere als gleichmäßig über die Einkommensgruppen.

3.: Betrachtungsfehler. Wenn man den Spieß umdreht, dann könnte man auch sagen, dass besserverdiener ihre Geburtenrate reduziert haben. Und dafür finden sich ohne Ende Kausalzuammenhänge, denn Familiengründung während eines Studiums oder auf einer Einstiegsposition ist einfach Gift für Karriereplanung und Lebensentwicklung. Wer die für gute Einkommen typische Bildungs- und Joblaufbahn einschlägt, vermeidet daher oft aus gutem Grund Kinder, bis er teils jenseits der 30 ist. Und jenseits der 35 wird es schon schwer und/oder aus biologischen Gründen unratsam, weitere anzustreben. Wer dazwischen nicht loskarnickelt, wird also vergleichsweise wenige haben. Aber das hat nichts damit zu tun, dass ärmere Leute mehr Kinder haben wollten. Die haben nur, wenn sie nach 2-3 Jahre nach Abschluss der Lehre den Gipfel ihrer Karriereleiter erklommen haben, schon mit Anfang 20 keinen Grund mehr, ihren Kinderwunsch zu unterdrücken.


Ist leider so, relevant sind eben auch die Vergleichsmieten aus der Nachbarschaft und diese fallen durch die Neubauten deutlich höher aus, weswegen dann der Mietspiegel gesamt steigt.

MfG

Keine Ahnung, ob das allgemein so ist, aber der für meine Wohngegend bestehende qualifizierte Mietspiegel berücksichtigt die unmittelbare Umgebung NICHT. (Abseits von "Hauptverkehrsstraße direkt vor der Tür ja/nein". "In Hörweite" oder "Lärmkulisse genauso wegen anderer Ursachen" zählt schon nicht mehr.)

Was ihm aber genauso egal ist: Der reale Bauzustand. Da wird einfach nur die typische Miete für Häuser eines bestimmten Alters angenommen. Wenn die also in der gleichen Stadt zunehmend saniert werden, steigt die Vergleichsmiete für die Bruchbude tatsächlich immer weiter an. Aber das hat nichts mit der unmittelbaren Nachbarschaft zu tun, sondern mit der Entwicklung im gesamten Mietspiegelgebiet.


Wenn diese Kinder nicht hier leben, sollte man das für diese Länder das landestypische Kindergeld zahlen und nicht so viel wie hier in Deutschland. So könnte man die Ausgaben senken und hier vielleicht mehr Anreiz schaffen mehr Kinder zu bekommen.

Wenn die Kinder ihren Hauptswohnsitz nicht hier haben, gibt es afaik gar kein Kindergeld in Deutschland. Dein Vorschlag (oder der von AFD-Volksverhetzern), stattdessen das ausländische Kindergeld zusätzlich zu zahlen, wäre eine weitere Ausgabensteigerung...


Ich würde da allgemein zwischen armen Menschen (Sozialamt etc.), Normalverdienern und Gutverdienern unterscheiden.
Bei ersteren fallen die Einflussfaktoren der Umgebung auf die Geburtenrate eher gering aus; sie ist ungeachtet weiterer Umstände vergleichsweise hoch.

Von hinten nach vorne:
- Alte Säcke können keine Kinder mehr mit gleichaltrigen Lebenspartnern zeugen.
- Wer ein gehobenes Budget und eine Familie hat, zieht gerne "ins Grüne", wer das nötige Budget und keine Familie hat überproportional oft in ansgeagte Innenstädte => der Familienstand spiegelt sich bei Besserverdienern im Lebensort wieder (NICHT umgekehrt)
- Wer arm ist, bleibt mit seinen Kindern da, wo er ist.

... und wenn man dann betrachtet, dass es für die einzelne Familie wirtschaftlich ungünstig ist, der Staat aber den Nachwuchs dringend braucht, dann stellt sich eher die Frage, ob die so genannte Fehlentscheidung gesamtgesellschaftlich wirklich eine ist.

Hypotethisches "wenn".
"Der Staat" "braucht" keinen "Nachwuchs". Also jedenfalls nicht demokratische, den wir haben - gibt ja genug Faschos, die für ihre Pläne tatsächlich mehr rassisch-reines Marschiermaterial anstreben. Aber bislang haben wir nur ein verkorkstes Rentensystem, dass mehr gut verdiendene Einzahler braucht.
Um die zu erhalten braucht es aber nicht mehr Kinder, sondern es braucht eine bessere Bildungsschancen für die vorhandenen. Solange unsere Schulen so sind, wie sie sind, also all zu oft nutzlose Verwahranstalten, sind, rein materialistisch betrachtet, nur Kinder von Akademikern mit genug Geld für Nachhilfelehrer eine Bereicherung.

An dieser Stelle die Wiederholung:
"rein materialistisch betrachtet"
Aber ich bin sicher, dass es ein paar Leute auch zweimal überlesen werden.

Also würdest du die Grünen als sozialer als die SPD einschätzen?

Soviel gehört dazu nicht. (Was kein Verdienst der Grünen, sondern ein ""Verdienst"" der SPD ist.)


Dann folgerst du falsch. Die Rentner haben hier ihre Rente erwirtschaftet.

In Deutschland hat noch nie irgend ein Rentner seine Rente erwirtschaftet. Sondern immer nur die Renten der vorangehenden Generation. Die aktuell in Rente befindlichen haben vor allem die Renten von Nazis und anderne 2.-WK-Überlebenden erarbeitet.


Auch der Spruch, dass man ohne diese vielen Menschen den Wohlstand nicht wird halten können, ist doch nur eine Schutzbehauptung. In allen aktuell wichtigen Ländern von Nordamerika über Europa und Russland bis nach China ist die Lage gleich. Die Gesellschaft überaltert, und es kommen nicht genug Menschen nach. Wenn in allen starken Wirtschaftsnationen der Bedarf nach unseren hypertechnisierten Produkten schlicht wegen mangelnden Anwendern zurückgeht, dann wird man auch durch mehr Facharbeiter nix.

Selbst ohne diese interantionale Entwicklung ist der Spruch "Wohlstand durch viele Menschen" derart offensichtlich falsch, dass man sich jede weitere Erörterung von wirtschaftlichen oder sozialen Aspekten der ihn Aussprechenden wegen massiver Inkompetenz sparen kann. So ziemlich die einzige Gemeinsamkeit der verschiedenen Definition von "Wohlstand" ist schließlich, dass sie irgend etwas PRO KOPF betrachten. Ob das nun Vermögen, Einkommen oder irgendwas anderes ist, spielt erstmal keine Rolle, aber "mehr Köpfe" vergrößern immer erst einmal Nenner und SENKEN somit den Wohlstand. Wenn man Glück hat, steigern die in gleichem Maße auch das Einkommen und man erzielt zumindest bei dieser einen Wohlstandsdefinition ein Nullsummenspiel. Aber in den seltensten Fällen wird das gelingen, denn damit "mehr Arbeitskräfte" 1:1 "mehr Produktion" ergeben, braucht man erstmal zusätzlichen Ausbildungs- und Anlernaufwand und dann mehr Produktionsmittel, die beide den bestehenden Wohlstand reduzieren. Und danach braucht man auch "mehr Abnahme", um die Produktion in Einkommen zu verwandeln. Aber selbst wenn überhaupt mehr Bedarf da ist, für mehr Angebot prinzipiell zu sinkenden Preisen.

tl;dr: Mehr Menschen = weniger Besitz pro Kopf, weniger Besitz insgesamt und damit erst recht pro Kopf, weniger Einkommen pro Produktion und damit auch pro Kopf => weniger Wohlstand.

Umgekehrt führen weniger Menschen zu mehr Wohlstand. Das ist ja einer der Gründe für die zunehmende Vermögensungerechtigkeit: Bessergestellte haben im Schnitt deutlich weniger als zwei Kinder pro Paar. Da Vermögen in Deutschland innerhalb von Schichten verbleibt (und nicht z.B. über Erbschaftssteuern an die Allgemeinheit zurückgeführt wird), vererben diese ihr Vermögen also an eine kleinere Nachfolgegeneration, die somit pro Kopf mehr besitzt.

(Zusätzlich sorgen FDP, Union und zum Teil SPD sowie, wenn ma sie lassen würde, auch AFD in erheblichem Maße dafür, dass das Vermögen der Besitzenden Schichten auch absolut wächst. Also nicht sogar mehr auf weniger auf Köpfe verteilt wird.)
 
2.: Inkompetenz. Während es falsch wäre anzunehmen, dass arme Leute prinzipiell dümmer sind, gilt umgekehrt durchaus, dass dümmere Leute häufiger arm sind.
Das doch genauso als würdest du schreiben es ist falsch anzunehmen das Näse immer zu einer Erkältung führt, aber durchaus immer so das Wasser nass ist.

Alleine das es ein vielfaches an armen Menschen gibt, aber nur einen im Vergleich dazu deutlich kleineren Pronzentsatz an Menschen die nicht nur maximal Mittelstandswohlstand auf "Pump" besitzen (ein wirkliches Vermögen), macht diese Annahme automatisch zutreffend auch aber gleichzeitig völlig unaussagekräftig, da eben die Zahl an "armen dummen Menschen" immer automatisch deutlich größer sein wird als an "reichen dummen Menschen" (auf Grund der unterschiedlichen Grundmasse aus der sich der Pool an möglichen Personen speist).

Tendenziell legen u.a. eine schwedische Studie, zum Zusammenhang zwischen Vermögen und "Intelligenz", nahe das ab einem gewissen Vermögen Intelligenz nicht mehr ein ausschlaggebender Faktor ist.

Oder anders formuliert, wenn du sowieso schon "superreich" bist spielt es keine Rolle mehr ob du mehr, oder auch nur genauso viele, Fehler machst wie der der dümmer und arm ist, weil Geld deine fehlende Intelligenz kompensiert und Beziehnungen weit relevanter sind.


Das gilt auch für Menschen die Vermögen erben.
Wenn du weißt das du sowieso deinen Reichtum erben wirst brauchst du dich auch nicht so sehr anzustrengen durch Bildung bestechen zu können, oder musst du auch nicht viel intelligenter sein (um ein Vermögen übverhaupt erst einmal anzuhäufen).

Das ist ja letztlich eines der großen Probleme an Vermögen, ab einen gewissen Punkt kompensiert Geld schlicht den Mangel an Fähigkeit und bis zu einem gewissen Grad selbst das "Talent" dafür mit Geld umgehen können zu müssen.

3.: Betrachtungsfehler. Wenn man den Spieß umdreht, dann könnte man auch sagen, dass besserverdiener ihre Geburtenrate reduziert haben.
Was so pauschal auch vermutlich gar nicht zutreffend ist.
Ebenfalls eine Studie aus Schweden kommt zu dem Schluss das sehr gutverdienende Menschen im Durchschnitt sogar mehr Kinder bekommen, als arme Menschen.


Demnach haben jene schwedischen Männer und Frauen mehr Kinder, die ein höheres Einkommen erzielen («Population Studies»). Die reichsten Männer haben die meisten Kinder, und dieses Muster hat sich in den letzten Jahrzehnten verfestigt. Bei vier Kindern aber ist bei den meisten Männern Schluss. Andererseits haben in Schweden Menschen mit geringem Einkommen oft gar keine Kinder.


Lediglich bei Zuwanderern aus bestimmten Regionen (wo es noch breitflächig üblich ist auch als ärmerer Mensch mehr Kinder zu haben, Stichwort Altersversorgung, mehr Kinder bessere Absicherung und konservative Erwartungshaltung in der Gesellschaft, keine Kinder gleich merkwürdig) mag das noch tendenziell ehr zutreffen, das ärmere Familien mehr Kinder bekommen, nicht aber für die durchschnittliche europäische Familie mit geringen Einkommen (sonst läge die Geburtenrate schließlich auch nicht so niedrig, wenn nach deiner Annahme ja der mit Abstand größte Anteil viele Kinder bekommen täte und müsste).

Aber das hat nichts damit zu tun, dass ärmere Leute mehr Kinder haben wollten. Die haben nur, wenn sie nach 2-3 Jahre nach Abschluss der Lehre den Gipfel ihrer Karriereleiter erklommen haben, schon mit Anfang 20 keinen Grund mehr, ihren Kinderwunsch zu unterdrücken.
Auch das ist so pauschal nicht zu sagen, es gibt ärmere Menschen die haben schlicht den Wunsch mehrere Kinder zu bekommen, es gibt solche die den Wunsch haben, aber die Karriere priorisieren, es gibt solche die schlicht aus Mangel an Bildung und Perspektive früh Kinder bekommen, es gibt solche die wenige oder gar keine Kinder möchten und es gibt auch solche die keine möchten aber durch Unachtsamkeit dann doch ein Kind bekommen und viele andere Konstelationen.

Pauschal zu behaupten das aber arme Menschen sich im Grunde eigentlich auch gar nicht mehrere Kinder wünschen würden, oder nur Kinder bekommen weil die Perspektive fehlt und sie den Gipfel ihrer Tätigkeit erreicht haben ist einfach schlicht verkehrt.
Die Gründe für und gegen Kinder sind sehr verschieden und unterschiedlich und nicht alleine vom Karrieregipfel und Geldbeutel bestimmt, oder der eigenen "Dummheit".
 
Zuletzt bearbeitet:
Für Kindergeld gilt das Territorialprinzip.
Kindergeld gibt es nur für Kinder, die in Deutschland leben, egal ob die Eltern die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen oder nicht.
Soviel zur Theorie, in der Praxis ist es aber durchaus vorfindbar dass das Kind / die Kinder (mindestens) die ersten Jahre (bis zur Einschulung) z.B. gerne mal zu den Großeltern ins Ausland geschickt wird / werden, während das Kindergeld weiterfließt (weil es bis zur Einschulung quasi nicht überprüft wird), einen Fall davon durfte ich mal selbst kennenlernen.

Chinesin, alleinerziehnd, Kindergeld 5 Jahre lang bezogen, während das Kind bei den Großeltern in China war.

Das halt nicht Sinn und Zweck vom Kindergeld, aber es wird halt durchaus einiges an "Schindluder" damit getrieben.
 
Soviel zur Theorie, in der Praxis ist es aber durchaus vorfindbar dass das Kind (mindestens) die ersten Jahre (bis zur Einschulung) z.B. gerne mal zu den Großeltern ins Ausland geschickt wird, während das Kindergeld weiterfließt (weil es bis zur Einschulung quasi nicht überprüft wird), einen Fall davon durfte ich mal selbst kennenlernen.
Der Empfänger des Geldes hat natürlich seinen Wohnsitz in Deutschland. Niemand überprüft, wo das Kinder sind. Erst mit der Schulpflicht wird das überprüfbar.
Mein ehemaliger Schulfreund ist in den Sommerferien auch in seine Heimat Türkei gefahren. Sollte man also für diesen Zeitraum das Kindergeld aussetzen?
Da geht es um Sozialbetrüger. Also Kriminelle.
 
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