Stichwort Massentierhaltung.
Die Menschheit MUSS vegan werden, das würde einen riesen Prozentsatz ausmachen.
Klimakiller Nr.1: Methan
Bei solchen Themen geht es doch schon los: Die meisten Veganer sind sich gar nicht im Klaren darüber, dass Veganismus ein Luxus ist und keineswegs der Gegenpol zu Massentierhaltung. Die Zahl der Veganer, die sich gesund und nachhaltig von rein pflanzlichen, sowohl lokal als auch biologisch angebauten Produkten ernähren, ist verschwindend gering.
Gleichzeitig ist es ein Schlag ins Gesicht von Menschen, die tatsächlich ökologisch und nachhaltig leben, weil sie es in ihrem weitestgehend naturbelassenen Lebensraum aus Notwendigkeit heraus schon seit Generationen
müssen.
Unzählige Tiere können grüne Biomasse verwerten, die für uns Menschen absolut unverwertbar ist, während deren tierisches Eiweiß durchaus verwertbar ist. Von diesen Tieren beweidete Flächen umzuwandeln, damit dort für Menschen direkt verwertbare, eiweißreiche pflanzliche Nahrung wächst, ist genau das Gegenteil von ökologisch, weil es natürliche Lebensräume zerstört und Monokulturen begünstigt.
Und wenn die Anbauprodukte dieser Monokulturen auch noch um die halbe Welt geschippert werden, damit sich vegane Hippster in ihrer Illusion suhlen können, platzt mir - mit Verlaub - ganz gerne mal der Kragen. Das ist genau die Art von faktenfremder Hyperkompensation, mit der man den Schaden eher vergrößert und die Hürde für echte Lösungsansätze erhöht.
Fakt ist, der heutige Fleischkonsum ist tatsächlich ein gewaltiges Problem. Er muss massiv reduziert und logischerweise durch pflanzliche Ernährung reduziert werden. Eine logische Grenze der Fleischproduktion sehe ich, wenn Tierfutter dort angebaut werden muss, wo direkt Menschenfutter wachsen könnte.
Andererseits sehe ich keinerlei Problem, sondern vielmehr einen Teil der Lösung darin, artgerecht gehaltenen Viechern das zu füttern, was ohnehin für uns unverwertbar oder spätestens als Speiseabfall anfällt, bzw. Flächen für Tierhaltung zu nutzen, die dadurch weniger stark belastet werden als durch die krampfhafte Umwandlung in Ackerland.
Beispielsweise kann Geflügel nahezu überall herumlaufen und ist beim Futter auch auch nicht wählerisch, legt allerdings trotzdem Eier, ohne dass man hormonell nachhelfen müsste und ohne dadurch dem Tier selbst ein Schaden entsteht. Der Ertrag ist natürlich geringer als in Legebatterien, aber genau darum geht es ja: Sich selbst zurücknehmen bis zu einem Bedarf, der ohne Massentierhaltung bedienbar ist.
Es ehrt Veganer, dass sie nicht mitverantwortlich am Leid von Tieren sein möchten, allerdings darf man ein Abstraktionsvermögen und die Einsicht erwarten, dass Tiere auch leiden, wenn man ihre Lebensräume zerstört, statt diese möglichst unbeeinträchtigt mit der Flora und Fauna darin zu nutzen.
Ein Wald bleibt beispielsweise nicht unbeeinflusst, wenn man halbwilde Schweine dort selbst ihr Futter suchen lässt, aber den Wald abzuholzen um Ackerland zu gewinnen, wäre ganz klar eine Verschlechterung.
Sprich, mit Extremen und Polarisierung kommt man nicht weiter. Eine Menschheit, die sich plötzlich nur pflanzlich ernähren will, ist kaum weniger schädlich als eine, die Unmengen Fleisch vertilgen möchte. Sinnvoll ist es hingegen, möglichst nahe am jeweiligen Verbraucher möglichst viel Nährwert mit möglichst geringer Veränderung natürlicher Lebensräume zu erzielen.
(Dieses Vernunftprinzip kann man logischerweise auch auf die Energieerzeugung übertragen.)