Ohne Google zu befragen weiß ich, dass Afghanistan locker 3x so groß ist wie Nordkorea. Das sind noch einmal ganz andere Dimensionen.
Das würde vieleicht eine estenzielle Rolle spielen würden wir hier über ein Land von der Größe Luxenburgs, Belgiens, oder der Niederlande sprechen, aber ob Nordkorea nun nur ein drittel der Größe von Afghanistan hat oder genauso groß wäre ist nicht ausschlaggebend, den würde die reine Größe eine wirklich so entscheidene Rolle spielen wie du denkst hätten die USA ja Vietnam im Handstreich erobern müssen, den zu Zeiten des Vietnamkrieges sprachen wir da auch nur von einer Fläche von ca. 150.000km² die zu Nordvietnam gehört hat.

Nordkorea ist mit Rund 130-137.000km² ehnlich groß wie Nordvietnam damals.
Desweiteren sind die Gebirgszüge wie der Hindukusch, und da kommt meines Wissens kein Berg Nordkoreas auch nur ansatzweise ran.
Na da kennst du Korea und vor allem den nördlichten Teil aber sehr schlecht, die Gebirge dort sind nicht minder beeindruckend und für Gerillias eigentlich sogar noch besser als in Afghanistan, wo wir nur von kahlen Felsformationen reden, da die Berge in Nordkorea zumeist auch dicht bewaldet sind:
Die 6 beruhmtesten Gebirge in Korea - Nordkorea-Information
Wo wir aber bei Denkfehlern sind: Die Taliban sind kein Staat, Nordkorea schon.
Die Taliban haben vom Ende des Krieges gegen die sovjetischen Truppen bis zum Einmarsch 2001 defakto über Afghanistan geherrscht, sie haben die Gesetze bestimmt, die Steuern eingetrieben und Recht gesprochen, man kann also durchaus behaupten die Taliban konnten zu jener Zeit als Herrscher Afghanistans angesehen werden und somit war es faktisch ein Krieg gegen einen Staat, wen auch nicht international anerkannt.
Wobei das nicht so sehr eine Rolle spielt da es ja um die militärische Art der Kriegsführung geht und die reale Kontrolle über Grund und Boden und da haben es die USA und ihre Verbündeten wie gesagt in 16 Jahren nicht geschaft die Taliban aus den Bergen Afghanistans zu vertreiben.
Und seit mehreren Jahrzehnten ist laut Propaganda der Westen schuld an dieser Armut. Wieso flüchten nicht viel mehr Nordkoreaner?
Weil die nordkoreanischen Grenzen zu den bestbewachtesten der Welt zählen und es nur eine Richtung gibt in der du über Land fliehen kannst und das ist die Nordgrenze und selbst da musst du den Grenzern entkommen und dann noch über einen Grenzfluss mit starker Ströhmung, oder durch sehr unwegsames Gebirge.
Im Süden ist ein Übertritt unmöglich, da sich dort KVA und die südkoreanische Armee gegenüberstehen und ansonsten gibt es nur Ozean im Westen und Osten.
Glaubst du wirklich da ist es so einfach zu flüchten?
Wieso gibt es keinen Aufstand?
Warum gab es in der DDR zwischen 53 und 89 keinen Aufstand mehr? Weil alle so überzeugt von der Propaganda der DDR waren und geglaubt haben das im Westen der böse kaptialistische Klassenfeind an der Mangelwirtschaft in der DDR schuld hat und im Westen die bösen Teufel wohnen? Oder weil man Angst vor Repression und gewaltsamer Niederschlagung durch den Staat hatte? Die Norkoreaner haben mitbekommen was die Chinesen damals 1989 am Platz des himmlischen Friedens mit Protestanten gemacht haben und die Kim-Dynastie würde solch einen Aufstand auch einfach mit Gewalt beenden, die fakeln mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht lange.
Die USA wären die ersten, die so etwas unterstützen würden, nur warum ist das bisher nicht passiert?
Auch die Afghanen und Iraker waren kein reiches Volk, und hatten bzw haben unter Hussein/Taliban zu leiden, trotzdem werden die Amerikaner dort nicht als Messias gefeiert, warum wohl? Glaubst du die Leute wären nach Jahrzehnten an Diktatur sofort für die "tollen, westlichen Werte" empfänglich? Auch das hat im Irak und in Afghanistan nicht funktioniert.
Du beantwortest dir die Frage im Grunde selber.
Auch in Afghanistan und im Irak wurden die USA als Befreier empfangen und war man ihnen durchaus dankbar für den Sturz von Sadam und den Taliban, bis die USA wie immer Mist gebaut haben und ihre Marionetenregierungen installierten und sich in die weitere Entwicklung der Länder zu ihren eigenen Gunsten einmischten. Die Marionettenregierungen waren zwar prowestlich, aber auch zutiefst korrupt und haben das Land zusammen mit den USA in genauso großes, oder mehr Ehlend gestürzt wie bevor die USA einmaschiert sind. Mit der Zeit waren dann halt immer mehr Leute entäuscht von dieser nicht vorhandenen Entwicklung zu ihren Gunsten, entäuschte Menschen sind empfänglich für Extremisten und wollen natürlich das die Westmächte, die als Besatzer empfunden werden, verschwinden.
Laut Wikipedia haben in knapp 40 Jahren 3,8 Mio Bürger die DDR verlassen, das macht gut 75.000 pro Jahr und wenn da nur die Hälfte illegal geflüchtet ist, kommt man auf mehr als 30.000. Hier die Flüchtenden aus der DDR als "kleine Fluchtbewegung" im Vergleich zu NK hinzustellen ist schon recht abenteuerlich.
Du kannst aber nicht Flüchtende dazuzählen die die DDR zwischen 1945 und 1961, also vor dem Bau der Mauer verlassen haben und denen die 1989 über Ungarn und westdeutsche Botschaften abgehauen sind, das verfälscht das Ergebnis da man in Nordkorea über streng bewachte Grenzen fliehen muss und entsprechend in DDR auch nur diese Zahlen zählen können und da sieht es dann doch deutlich anders aus. Zwischen 1961 und 1989 haben es dann in der DDR grade mal insgesamt 40.101 Menschen geschaft über die Grenzbefestigungen der DDR zu fliehen:
Gelungene Fluchten aus der DDR und Ost-Berlin durch die Grenz-Sperranlagen, 1961-1989 | Chronik der Mauer
Das ist nur ein Bruchteil der Menschen die jährlich geschätzt versuchen aus Nordkorea fiehen.
Ich rede nicht von einer Bevölkerung die bis aufs letzte kämpft, sondern von einer feindseligen und unkooperativen Bevölkerung, bedingt durch Gehirnwäsche und Kollateralschäden.
Womit belegst du diese Gehirnwäsche? Die gab es in Vietnam und da haben die Menschen in Südvietnam erst dem Vietcong geholfen als es zu immer mehr Masakern und Greultaten gegen Bauern und Zivilisten kam, weil man Vietcong und Zivilisten nicht unterscheiden konnte und auch im Irak gab es Indoktrinierung und Proaganda im Sinne der Bath-Partei und trotzdem hat es nichts genutzt.
Menschen mögen gelgentlich dämlich sein, aber Jahrzehnte Elend und Hunger dürfte bei aller Propaganda den meisten einleuchten das es nicht die USA sind wesewegen sie hungern, den warum hilft den nicht China, der große idiologische Bruder Nordkoreas?
Weswegen Nordkoreas Regime da noch regiert ist lediglich die extreme Repression (Arbeitslager, Sippenhaft, extreme Bespitzelung und die Angst vor militärischer Niederschlagung bei Aufruhr).
Die Propaganda dient schon seit über 20 Jahren nur noch dafür um das Bild eines perfekten Nordkoreas mit Bevölkerung die hinter ihrem Herrscher steht im Ausland aufrecht zu erhalten.
Mir ging es rein um das Szenario selbst, im Falle eines Einmarsches in Bezug auf die militärischen Mitteln Nordkoreas, deswegen schrieb ich auch von einem "Idealfall", und dazu gehört dass sich sowohl Russland als auch China raushalten.
Wenn China mitmischt sieht die Sache schon vollkommen anders aus, das war mir klar.
Auch ohne China und Russland ist das keine Sache von 2-3 Wochen, wie im Irak. Wie bereits gesagt, die irakische Armee war miserabel ausgerüstet und hat einen konventionellen Krieg gekämpft, in einem weiten offenen Gelände was der westlichen Art der Kriegsführung extrem entgegen kam, da hatte man keine Chance.
Nordkorea hat sich aber auf eine asymmetrische Kriegsführung vorbereitet und auch wesentlich günstigeres Gelände als der Irak, da da rauscht man nicht mal eben so durch und da spielt die technologische Überlegenheit keine so extreme Rolle, das mussten schon die USA in Vietnam und die Russen in den 80ern in Afghanistan lernen, Technologie alleine ist gegen einen asymmetrisch operierenden Gegner in günstigen Gelände soviel Wert wie ein Taschentuch gegen radioaktive Strahlung.
Ich will das jetzt nicht weiter ausufern lassen, da es ja hier nicht um den zweiten Weltkrieg geht.
Aber ich will dir mal eine Frage stellen:
Was wäre denn, wenn die USA Nazi Deutschland geschlagen hätten -- wie sie es ja geschafft haben -- danach aber einfach wieder abgezogen wären?
Was wäre aus Deutschland oder Europas geworden, wenn sich die USA nach dem Sieg wieder zurück gezogen hätten und sich Europa selbst überlassen hätten?
Das ist aber auch schwer vergleichbar, Europa hat die gleichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Werte wie die USA geteilt und bis auf Deutschland musste man auch keine demokratischen Strukturen mehr etablieren. Es ging also lediglich um ein Konzept um Europa wieder wirtschaftlich Fit zu bekommen und darum den Deutschen ein für allemal einzubleuen das es keinen nässten Krieg und keine Alternative mehr zur Demokratie in Deutschland geben wird, was man schon alleine dadurch erreicht hat das man Deutschland Jahrzehntelang besetzt hat und bei allen Dingen genau auf die Finger geschaut hat.
Was die "Entnazifizierung" anging, nun die war den USA eigentlich fast egal, zwar hat man hier und da mit den Nürnberger Prozessen abgeurteilt, aber um wirkliche Aufarbeitung ging es den USA diesbezüglich auch nicht, ehr um politische Abschreckung im Sinne von von seht her, wen ihr euch nicht an unsere Spielregeln haltet kriegen wir euch und richten über euch.
Das war etwas völlig anderes als im Irak, oder erst recht in Afghanistan, wo die Gemeinsamkeiten sehr gering sind und man ein Konzept bräuchte das über Jahrzehnte eine gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Veränderung umfasst und das ist den USA schlicht zu teuer, da reden wir nicht mehr von ein paar Milliarden Dollar, sondern von hunderten Milliarden Dollar und unmengen Arbeit und Kontrolle über diesen Prozess.
Kurz um, die USA hatten nie wirklich ein Interesse in diesen Ländern Perspektiven zu schaffen, es ging eigentlich nur darum nach dem militärischen Part ein paar Miliarden in die Hand zu nehmen und prowestliche Regime zu installieren die militärisch stark genug sind um die Kontrolle zu behalten, der Rest interessierte ehr nicht.