Technik ist auf der koreanischen Halbinsel nicht einmal die Zehntelmiete, dass mussten USA&Verbündete schon einmal feststellen

Für einen Verteidigungskrieg ist Nordkorea definitiv gut gerüstet. Solange nicht die Moral der Truppe zerbricht (ganz schwer einzuschätzen), hätte es jeder Angreifer sehr, sehr schwer. Und mit Ubooten, Mittelstreckenraketen und insbesondere Atomwaffen haben sie auch die Möglichkeit, kleinere Gegner so schwer zu schaden, dass diese sich auf Jahrzehnte nicht erholen. Was sie nicht können: Irgendwo anders als in Südkorea auch nur den Versuch eines Einmarsches zu starten. Und da haben sie in etwa Erfolgschancen wie die rote Armee kurz nach Hitlers Angriff - man weiß vorher, welche Seite wesentlich mehr Verluste haben wird, aber ohne internationale Unterstützung wäre ich mir nicht sicher, wessen Reserven schneller aufgebraucht sind.
Die Moral bzw die Einstellung der Armee ist für mich sogar der größte Pluspunkt. Du darfst nicht vergessen dass die Einwohner selbst seit der Geburt einer Gehirnwäsche unterliegen, und bei Soldaten ist es noch extremer. Der Westen ist der Feind und die Soldaten sind bereit für die Heimat zu sterben. Solche Gegner sind gefährlich, weil du sie kaum demoralisieren kannst. Sie haben den unbedingten Willen, ihr Land zu verteidigen. Fahnenflucht? Nicht, wenn danach deine ganze Familie dafür dran ist.
Ich kann mir auch schwer vorstellen, dass sie bei aussichtslosen Lagen aufgeben würden, das wäre unlogisch, eher sterben sie den "Heldentod."
Allerdings darfst du die USA auch nicht unterschätzen, aber dazu gleich mehr:
Die koreanische Halbinsel ist extrem bergig. Hier kann modernste und treibstoffbedürftige Technik nur eingeschränkt agieren, während Infanterie ihr volles Potential entfalten kann. Um Nachschubwege zu stören reichen oft einfache Maschinengewehre, maximal braucht man leichte panzerbrechende Waffen auf dem Niveau von vor 60 Jahren. Sowas hat Nordkorea in großer Zahl und jede Invasionsarmee müsste enorme Personalmengen allein auf die Sicherung von Nachschubwegen verschwenden, um Hinterhalte auszuschließen. Solange die nordkoreanischen Truppen kampfeswillig sind (wie gesagt: Das einzuschätzen ist extrem schwierig), sind Verhältnisse ähnlich wie in Vietnam denkbar: Der Gegner ist so groß, dass er überall sein könnte und agiert so einfach, dass er sich auch überall verstecken kann. Gegen Panzer und Jets ist er zwar machtlos, aber selbst 10000 davon können nur einen Bruchteil des Landes zu jedem Zeitpunkt überwachen und gegen einen unsichtbaren Feind können sie nicht gezielt vorrücken.
Ich beschäftige mich jetzt mit einem "Idealszenario": USA marschieren in NK ein, China/Russland greifen nicht ein, denn sonst wird das ganze gleich um ein Vielfaches komplizierter.
Nordkorea ist extrem gebirgig und unzugänglich, das stimmt, allerdings kennen die Amerikaner mittlerweile unwegiges Terrain zur Genüge. Sie haben genug Zeit die Ausbildung anzupassen und aus Fehlern zu lernen.
Korea und vor allem Vietnam waren beides nicht ganz so ideale Fälle für das hochgerüstete US-Militär, denn überlegene Feuerkraft nützt dir dann eher weniger.
Das größte Problem für die USA wäre aber die Feindseligkeit der "normalen" Leute. Allein die Gehirnwäsche macht da enorm viel aus, und dann kommen noch Kollateralschäden hinzu. Die USA wären dort nicht willkommen, noch weniger als im Irak oder in Afghanistan. Frag mal Veteranen wie angenehm das ist wenn du überall mit Skepsis oder Feindseligkeit begrüßt wirst.
Nun aber zum militärischen Aspekt:
Bevr es zu ersten, offiziellen Kampfhandlungen kommt, haben Spezialeinheiten schon längst wichtige Aufklärungsarbeit verrichtet, wichtige Ziele ausgeschaltet und weiche Ziele (Kraftwerke, Umspannwerke) zerstört. Dazu auch wichtige Infrastruktur beschädigt.
Die Aufklärungsarbeit findet wochen- bis monatelang vorher statt. Im Optimalfall ist dann die Nordkoreanische Armee schon "kopflos", im Irak haben sie es genauso gemacht. Hochrangige Ziele wurden ausgeschaltet noch bevor der Einmarsch offiziell begonnen hat.
Über die Luftwaffe Nordkoreas weiß ich jetzt nicht allzu gut Bescheid, aber mit den USA würden sie niemals mithalten können. Flugabwehrsysteme werden sie besitzen, aber wie gesagt, Aufklärungsarbeit wurde vorher geleistet, und zur "Not" schickt man eine Drohne mit einer Hellfire oder Tomahawk-Marschflugkörper. Mit der Lufthoheit ist vieles einfacher.
Die USA würden zuerst einfach wichtige Positionen nehmen und halten. Bei den Nachschubswegen hast du recht, dasselbe Problem hatten die Deutschen an der Ostfront. Allerdings ist Nordkorea nicht so groß, und die Amerikaner sind nicht dumm.
Die Nordkoreaner würden sich sicher einigeln, alles andere wäre dämlich, aber die Amerikaner hätten ebenso Zeit und müssten nichts überstürzen. Ein zweites Vietnam würde ihnen nicht passieren.
Ja, die Mobilität der Amerikaner wäre sicher kein derart übermächtiger Faktor gegen Nordkorea, aber Nordkorea hat dieselben Probleme wie auch China: Reine Manpower nützt dir nichts, wenn deine Armee aufgrund fehlender oder zerstörter Infrastruktur unbeweglich ist. Die Iraker waren zahlenmäßig auch eine große Armee, aber unbeweglich im Vergleich zur USA, dazu eben kopflos und in allen Belangen unterlegen.
Die Amerikanischen Waffensysteme sind den nordkoreanischen in jeder Hinsicht überlegen. Dafür haben die Nordkoreaner schlicht kein Geld. Da rede ich nicht von Handfeuerwaffen.
Die Amerikaner könnten, bedingt durch Lufthoheit, permanent Luftaufklärung durchführen, und durch die Präsenz von Flugzeugträgern hätten sie permanent schnelle Luftunterstützung sicher.
Es wird kein Spaziergang für die USA, aber Nordkorea ist von den Gegebenheiten kein unbekanntes Terrain für die Amerikaner. Sie haben aus der Vergangenheit gelernt und die Taktiken adaptiert. Dazu haben sie vollkommen überlegene militärische Schlagkraft und mittels Drohnen auch ganz andere Möglichkeiten als in der Vergangenheit.