Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Stimmt leider.
Das Kassensystem gibt ja alles vor, und wenn man sich daran hält, kann den Job quasi Jeder.
Wenn mal etwas unvorhergesehenes passiert... Naja, da trennt sich die Spreu vom Weizen.

Bevor es den Mindestlohn gab, vor allem mit den aktuellen Sätzen, hat der Job an der Kasse echt sehr wenig Geld eingebracht. Als gelernte Kraft wurde man noch halbwegs anständig bezahlt, aber Aushilfen wurden quasi ausgebeutet.

Deshalb begrüße ich den Mindestlohn auch sehr, und gönne Jedem seinen Verdienst, auch wenn er eigentlich nix kann :ugly:
Die Leute, die aber mehr können, darf man (also die Arbeitgeber) dabei aber nicht vergessen.
 
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Bevor es den Mindestlohn gab, vor allem mit den aktuellen Sätzen, hat der Job an der Kasse echt sehr wenig Geld eingebracht. Als gelernte Kraft wurde man noch halbwegs anständig bezahlt, aber Aushilfen wurden quasi ausgebeutet.
Deswegen gibt es ja den Mindestlohn. Damit Arbeitnehmer nicht ausgebeutet werden und sie davon leben können. Egal wie simpel die Arbeit ist die sie ausüben.
Wer Vollzeit arbeitet sollte nicht noch zum Amt rennen müssen.

Da die Inflation gestiegen ist, die Lebenshaltungskosten und auch in vielen Branchen die Löhne. Dann muß auch der Mindestlohn weiter steigen.

Wenn der Arbeitgeber seinen Fachkräften nicht mehr zahlt, liegt das ja am Arbeitgeber und nicht daran das der Mindestlohn zu hoch ist.
 
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Wenn der Arbeitgeber seinen Fachkräften nicht mehr zahlt, liegt das ja am Arbeitgeber und nicht daran das der Mindestlohn zu hoch ist.
Naja, einerseits zwingt der Staat die Arbeitgeber die nichtFachkräfte besser zu bezahlen, andererseits sind die echten Fachkräfte dann egal wo überall im Land Fachkräftemangel herrscht?

Es geht um die Verhältnismäßigkeit, wie ich schon schrieb...
Hilft jetzt irgendwer, weil der Staat macht es ja nicht, meinem Arbeitgeber auf die Sprünge, dass dieser doch am besten auch mal die Löhne der nichtvollkommenunqualifizierten Arbeitnehmer erhöht, damit ihm diese nicht evtl. doch abspringen und man am Ende mit einer Bande von "Nichtskönnern" da steht?
 
Naja, einerseits zwingt der Staat die Arbeitgeber die nichtFachkräfte besser zu bezahlen, andererseits sind die echten Fachkräfte dann egal wo überall im Land Fachkräftemangel herrscht?

Es geht um die Verhältnismäßigkeit, wie ich schon schrieb...
Hilft jetzt irgendwer, weil der Staat macht es ja nicht, meinem Arbeitgeber auf die Sprünge, dass dieser doch am besten auch mal die Löhne der nichtvollkommenunqualifizierten Arbeitnehmer erhöht, damit ihm diese nicht evtl. doch abspringen und man am Ende mit einer Bande von "Nichtskönnern" da steht?
Wenn zwischen den Mindestlöhnen und Fachlöhnen ein geringe Lücke ist liegt das eher an der schlechten Bezahlung der Fachkräfte.
Und wieso mußt du immer betonen das Hilfskräfte nichts können?
Ich finde das sehr herablassend.
 
Liest du eigentlich was ich schreibe?
liegt das eher an der schlechten Bezahlung der Fachkräfte.
Ja, Fachkräfte sollten besser bezahlt werden, wie ich geschrieben habe.
Und wieso mußt du immer betonen das Hilfskräfte nichts können?
Ich habe nicht geschrieben, dass die "nichts können"... es geht um die Qualifizierung, bspw. mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung.
Und genau da fängt es schon an, mit dem was ich meine: Wer einen Beruf gelernt hat, sollte mehr verdienen, als jemand der nichts gelernt hat...
 
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Ja, Fachkräfte sollten besser bezahlt werden, wie ich geschrieben habe.
Und ich hatte nochmal betont das es nicht Sache des Staates ist.

Ich habe nicht geschrieben, dass die "nichts können"... es geht um die Qualifizierung, bspw. mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung.
Nicht? Liest sich aber so:

Deshalb begrüße ich den Mindestlohn auch sehr, und gönne Jedem seinen Verdienst, auch wenn er eigentlich nix kann :ugly:
Was ich sehr abwertend bis arrogant finde.
 
Und ich hatte nochmal betont das es nicht Sache des Staates ist.
Und da bin ich eben anderer Meinung, thats it :ka:
Du darfst gern selbst versuchen einen bestmöglichen Lohn für dich selbst aus zu handeln.
Ich dagegen würde mich gegen staatliche Unterstützung dabei nich wehren, eher im Gegenteil, wenn der Staat dies auch bei ungelernten Arbeitskräften tut, die quasi einfach so mehr Stundenlohn bekommen.

Was ich, wie ich oben auch geschrieben habe, total unterstütze, aber es müssen Alle (oder wenigstens die große Mehrheit) davon profitieren.
 
Ich dagegen würde mich gegen staatliche Unterstützung dabei nich wehren, eher im Gegenteil, wenn der Staat dies auch bei ungelernten Arbeitskräften tut, die quasi einfach so mehr Stundenlohn bekommen.
Es geht um die unteren Löhne. Die werden gesetzlich festgelegt. Damit die Menschen eben nicht ausgebeutet werden und nicht noch beim Staat aufstocken müssen.

Ich weiß nicht wie es in deiner Branche ist: normalerweiser werden Tariflöhne ausgehandelt für die Fachkräfte.

Aber ich hatte auch im selben Beitrag gepostet, dass nur ca 50% aller Arbeitgeber nach Tariflöhnen bezahlen brauchen. Weil sie kein tarifliche Bindung haben. Was das Problem ist. Früher gab es mehr Tariflohnbindungen.
 
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Meine Antwort wäre jetzt eher: ab in die Gewerkschaft und bei der neusten Tarifrunde mal klarmachen, dass Fachkräfte angemessenen Lohn brauchen und heutzutage ja auch nicht mehr auf Bäumen wachsen, werte Herren Arbeitskraftnehmer.
Statt es den Mindestlöhnern zu neiden (Ich weiß, Eule, das tust du nicht direkt), kann man das doch super als Aufhänger und Druckmittel für Gehaltssteigerungen nehmen.
 
Vom DGB:

Die Tarifbindung ist seit Jahren rückläufig: Im Westen galt 1998 noch für 76 Prozent der Beschäftigen ein Tarifvertrag, im Osten für 63 Prozent. Mittlerweile profitiert nur noch rund jede*r zweite Beschäftigte in Deutschland von einem Tarifvertrag. Nur in einem Viertel aller Betriebe gibt es einen Tarifvertrag. Die abnehmende Tarifbindung folgt keinem Naturgesetz, sondern hat vielfältige politische und strukturelle Gründe. Immer mehr Arbeitgeberverbände mit Mitgliedschaften ohne Tarifbindung, Umstrukturierungsmaßnahmen, die zur Tarifflucht genutzt werden können und viele sogenannte Soloselbstständige ohne Organisationsmacht tragen zum Rückgang der Tarifbindung bei.

Für den DGB ist klar: Gute Arbeits- und Einkommensbedingungen gibt es aber nur mit guten Tarifverträgen. Die Tarifbindung zu stärken ist daher die zentrale Aufgabe, um die Zukunft der Arbeitswelt gerecht zu gestalten.
Quelle: Gute Arbeit gibt es nur mit guten Tarifverträgen

Nur so können faire Löhne ausgehandelt werden. Notfalls mit Druck durch Streiks.
Damit die Arbeitgeber sehen das sie nicht alles machen können.
 

Ich verstehe eure Einwände, aber bitte versteht auch meinen:
Bei der großem Zahl an ungelernten Arbeitskräften, die staatlich unterstütz werden und der großen Zahl an Arbeitskräften, welche gewerkschaftlich unterstützt werden, tut sich da nicht eine neue "Minderheit" auf?

Arbeitnehmer, die weder staatliche noch gewerkschaftliche Unterstützung erhalten?
Genau da befinde ich mich und darf doch bitte meinen Unmut darüber äußern :ka:
 
Ich verstehe eure Einwände, aber bitte versteht auch meinen:
Wenn die große Zahl an ungelernten Arbeitskräften staatlich unterstütz werden und eine große Zahl an Arbeitskräften, welche gewerkschaftlich unterstützt werden, tut sich da nicht eine neue "Minderheit" auf?
Arbeitnehmer, die weder staatliche noch gewerkschaftliche Unterstützung erhalten?
Das stimmt. Deswegen will Hubertus Heil das auch ändern:

Bundesaufträge nur noch für Unternehmen mit Tarifverträgen

Arbeitsminister Heil will zudem bis zum Sommer ein Gesetz auf den Weg bringen, wonach Aufträge des Bundes künftig nur noch an Unternehmen vergeben werden dürfen, die sich an Tarifverträge halten.

"Ich will nicht, dass wir mit Steuergeld Unternehmen belohnen, die ihre Leute nicht ordentlich bezahlen." - Hubertus Heil, Bundesarbeitsminister

Dies hatten SPD, Grüne und FDP bereits in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, um die Tarifbindung zu stärken. Bis Juni werde er mit Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) einen Gesetzentwurf vorlegen, der im Bund die Tariftreue vorschreibt, sagte Heil. Wenn alles im Bundestag gut laufe, solle das Gesetz zum 1. Januar 2024 in Kraft treten.
Quelle: Heil: Mindestlohn "muss weiter steigen"

Allerdings betrifft das noch nicht alle Branchen und Firmen.
 
Ich wäre froh, wenn ich effektiv das bekommen würde, was ich 2019 hatte. Und ich muss dafür arbeiten gehen...

Aber, sollte das D-Ticket nicht auch (eventuell sogar primär) einen Beitrag dafür leisten, dass auch monetär weniger beglückte Mitmenschen eine Teilhabe bei der Mobilität haben?

Für die monetär weniger beglückten Mitmenschen, denen zum Beispiel ein aktueller Google- oder Apple-Datensammler fehlt, ist das Ding doch kaum zugänglich.


Wozu eigentlich nen 49-Euro-Ticket-Abo?
Gehste an nen Schalter, legst die 49€ hin und lässt Dir das Ticket geben...oder ist das schon wieder zu einfach für uns Deutsche!?

Natürlich wäre das zu einfach. Am Schalter gibt es das Ticket daher überhaupt nicht. Bzw. du kannst da hingehen (wenn du einen Schalter findest. Und der auf hat.) und ggf. bezahlen (wenn du Glück hast), aber das Ticket gibt es gar nicht auf Papier, sondern nur via Appshop beim US-Unternehmen deiner Wahl oder "bei ausgesuchten Stellen" "auf Anfrage" als RFID-Karte, die mindestens einen Monat im Voraus beantragt werden soll.

Willkommen in der schönen neuen Welt der Digitalisierung, mit der analoge Probleme wie "ÖPNV ist so umständlich, dass man schon allein deswegen lieber das Auto nimmt" im Fluge verschwinden!


Naja, einerseits zwingt der Staat die Arbeitgeber die nichtFachkräfte besser zu bezahlen, andererseits sind die echten Fachkräfte dann egal wo überall im Land Fachkräftemangel herrscht?

Wenn du eine händeringend gesuchte Fachkraft bist, solle es für dich ja kein Problem sein, mehr Geld zu verlangen. Beliebig austauschbaren, nur angelernten Mindestlohnkräften fällt das schwerer. Also geht man den Weg über den Staat.

(Anm.: Ich merk vom Fachkräftemangel auch eher wenig. Aber ich merk von der Lohn-Preis-Spirale ja auch nur den Preis-Teil, da muss wohl allgemein was mit mir nicht stimmen.)

Ich hätte es auch eher begrüßt, wenn man die immer weiter klaffende soziale Schere geschlossen hätte, in dem man bei den Gehältern von Führungskräften und vor allem bei Kapitalerträgen & Co zugelangt hätte, aber das war halt nicht mehrheitsfähig. Mindestlohn ist die Alternative und ich finde die zwar auch mäßig gelungen, aber was du beschreibst ist 101% der Sinn und Mechanismus des Mindestlohns. Also wenn du dafür bist, solltest du auch dafür sein.


Merkt man jedes mal dann wenn die e-Kassen mal nicht so recht wollen, oder Wechselgeld rausgegeben werden soll und es nicht recht glatte Beträge sind, dann wird es mit dem rechnen im Kopf schon beim einen oder anderen schwer. :fresse:

Sei froh, wenn die Kassierer noch selbst rausgeben dürfen und noch keine Automatenkassen eingebaut wurden, die das Personal zum reinen Scanner degradiert. (Und bei denen jetzt endlich das alte Ammenmärchen stimmt, das Bezahlen mit Bargeld länger als mit Karte dauert. Wenn jeder einzelne Schein solange wie eine Karte bearbeitet wird...)


Die Renten müssen steigen.

Sagt der Rentner :ugly: .


Die steigt doch auch wenn die normalen Renten erhöht werden. Oder nicht?

Das schon. Aber die Berechnungsgrundlage ist einfach miserabel, weil den Leuten, die Erbsminderungsrente bekommen, ja gerade die besonders viele Rentenpunkte einbringenden Beitragsjahre am Ende der Karriere fehlen. Dazu kommt noch, dass es eben oft nur ein Erwerbsminderungs-Anteil ist, obwohl ein nur eingeschränkt Erwerbsfähiger kaum eine Chance auf eine reguläre Anstellung hat. Dann steht er also mit einer halben Mini-Rente und einer Hälfte HartzIV da.

Über die allgemeine Rentenhöhe bekommt man das aber eben nicht gelöst. Wenn du für jeden Euro mehr Erwerbsminderungsrente jedem normalen Rentner zwei bis drei Euro mehr geben musst, bist du Pleite bevor die vom Leben gestraften den Unterschied überhaupt merken. Wenn dann müsste man das Berechnungsverfahren fairer machen.

Aber wo würde denn dann aus der Versicherungsbranche mit ihren Arbeitsunfähigkeitsprodukten werden? Das geht in Deutschland nun wirklich nicht, dass diese armen, armen Unternehmen weniger Gewinn machen! Stattdessen muss das Rentensystem noch weiter in die Kriese gefahren und weiter für Riester/Rürup/gibtunseinfachsodeingeld-Renten geworben werden!!


Nur so können faire Löhne ausgehandelt werden. Notfalls mit Druck durch Streiks.
Damit die Arbeitgeber sehen das sie nicht alles machen können.

Leider gibts in manchen Branchen gar keine Tarife oder zumindest so gut wie keinen, der sie zahlt. Ich hab schon von Streiks gehört, da wollte die Belegschaft eine Bezahlung "80% Tarif" statt 70% erreichen. (Und bei der Konkurrenz hat man den Kopf geschüttelt, weil man schon über die 70% froh gewesen wäre.)
 
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