Die Zutaten sind aber nur ohne Lohnerhöhung gestiegen...das Mehl ist ja nicht einfach da.
MIt Lohnerhöhung werden die Zuraten nochmal teurer, weil:
Der Bauer will mehr gilt, der LKW-Fahrer (Getreide zur Mühle) will mehr Geld., der Müller will mehr Geld, der LKW-Fahrer (Mehl zum Bäcker) will mehr Geld und der Bäcker will mehr Geld.
Wenn jeder ein bisschen mehr Verdient wird alles teurer um so mehr Schritte es zum fertigen Produkt gibt...der einzige Gewinner: der Staat (Einkommenssteuer,MwSt)...alle anderen müssen mehr ausgeben als sie am Ende bekommen.
Sozialversicherungen, Arbeitslosenversicherung und Krankenkassenbeiträge steigen dazu auch noch was das Brötchen noch teurer macht ohnen das der Kunde was davon hätte.
Das kann man auf die schnelle nicht alles ausklamüsern, wo der Punkt kommt, das es schief geht.
Doch, dass kann man sehr leicht und sehr schnell ausklamüsern, weil es nämlich nur um realtive Anteile geht. Auch der Staat macht dabei keinen Gewinn, denn der muss seinerseits ja ebenfalls höhere Löhne bezahlen, kriegt höhere Baukosten z.B. für Autobahnen unter die Nase gerieben, muss HartzIV anheben, etc.. Aber all das macht den Staat auch erst einmal nicht ärmer und auch niemanden anderen. Wenn sich alle Löhne verdoppeln, alle Waren zweimal soviel im Einkauf kosten, alle Mieten um Faktor 2 steigern, dann bleibt am Ende die Kaufkraft genau gleich. Es wurde einfach nur jede Zahl gegen eine doppelt so hohe ausgetauscht, aber ich kann mir für meinen doppelt so hohen Lohn genauso viele der doppelt so teuren Brötchen wie vorher leisten und deren doppelt so hoher Preis setzt sich zu genau den gleichen Anteil wie bisher auch aus dem doppelt so hohen Lohn, dem doppelt so teuren Mehl, etc. zusammen.
Stress gibt es, sobald eben nicht
alles um Faktor 2,0 steigt, sondern unterschiedliche Werte in unterschiedlichem Maße angehoben werden. In Compiesuchersbeispiel gibt es z.B. nur 1,1 mal so viel auf die Hand, die Löhne steigen also nur um 10%. Die Schrippen sollten aber von heute 50 Cent um Faktor 10 auf 5 € steigen. Also nicht +10%, sondern +900%.
Rechnen wir das mal durch:
Bisheriger Preis = 50 Cent. Annanhme: Davon sind 20 Cent Lohn, 20 Cent sind Mehl, andere Zutaten und Energie.
Jetzt steigt der Lohn um 10%, kostet also 22 Cent pro Brötchen. Vom Müller nehme ich mal an, dass er etwas gierig ist und den Preis des Mehls verdoppelt (obwohl er seinen Angestellten ebenfalls nur +10% zahlt) und Strom ist auch um diesen Faktor teurer geworden, also haben wir jetzt 40 Cent Zutaten + Energie oder 62 Cent Kosten insgesamt für das neue 500-Cent-Brötchen. Der Bäcker hat seine Marge also von 10 Cent auf astronomische 438 Cent gesteigert. (der Staat bekommt davon übrigens 15,3 Cent statt bislang 0,35 Cent)
Und mit dem Beispiel will man weiß machen, dass 10% Lohnerhöhung Teufelswerk sind? Hallo?? Gehts noch???
Wer in dem Beispiel zurückstecken sollte, ist wohl offensichtlich und es ist nicht der Lohnempfänger. Und das Beispiel ist durchaus gut, denn Bäcker haben den Schrippenpreis zwar nicht auf 5 € angehoben. (Aber durchaus auf 0,80 €, was unter obiger Annahme obiger Zahlen immer noch 18 statt 10 Cent Marge bedeutet oder 22,5% statt bislang 20%. Die 2,5% extra müssen sich dann die Angestellten aus den Rippen schneiden.)
Aber zum Beispiel bei Benzin, Diesel, Gas und Heizöl ist ein Großteil der staatlichen Abgaben genauso konstant geblieben, wie die Förder- und Raffinierungskosten im Ausland. Das heißt wenn der Liter vor einem Jahr 1,30 € gekostet hat und davon 10 Cent Marge waren, dann sind es heute bei 2,00 € möglicherweise 20-30 Cent Marge. (Offen reden die Mineralölkonzern ungern darüber, aber die Gewinne dieses Jahr fallen SEHR hoch aus.) Genauso haben sich z.B. die Eigentümer von Uniper jahrelang einen goldene Nase an billigem russischem Gas verdient und jetzt, als sich die Risiken in dem Geschäft bemerkbar gemacht haben, haben sie die Kosten dem Staat aufgeladen und zählen ihren Reichtum. Kohlekraftwerksbetreiber? Die kassieren Milliardenentschädigung dafür, dass sie die Dinger stilllegen sollten und "auf Gewinne verzichten mussten" (Gewinne, die sie überhaupt erst denkbar waren, weil ihnen CO2-Zertifkate in Milliardenhöhe geschenkt wurden), aber stattdessen laufen sie jetzt weiter und der Strom wird nicht einmal zum alten Preis verkauft, sondern ebenfalls mit einer vervielfachten Gewinnspanne. Obwohl die Kohlekumpel keinen Cent mehr erhalten und für den Rohstoff als solchen haben die noch wirklich was bezahlt.
Kurz: Die aktuelle Inflations"spirale" besteht komplett einseitig nur aus massiven Preiserhöhungen bei der Industrie und von diesen zusätzlichen Einnahmen fließt nichts in die Taschen der Arbeitnehmer, die sich kaum noch etwas leisten können, sondern alles an die obersten 5-10% der Gesellschaft. Und die haben dann auch nerv, weiterhin direkte Unterstützung zu fordern aber zu meckern, wenn Hartz IV mal um 50 € erhöht wird.
(Sorry für Wall of Text, aber ich habe um diese Uhrzeit keinen Bock mehr, die Emotionen rauszukürzen, die diese Kackthema unweiterleich hervorruft.)